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Von PropheT am Samstag, Februar 06, 2010 um 01:47

Arbeit, Arbeit!

//Ich zog in Erwägung, einen unnötig langen Text zu verfassen, der von einem jungen, charismatischen, wenn auch leicht dusseligen Mann handelt, der in den Schwefelminen schuften muss und vom grobschlächtigen Troll-Aufseher mit der Peitsche zur Arbeit gedrängt wird. Entschied mich dann aber dagegen, da die Analogie zu meiner Arbeits-Situation zu offensichtlich wäre. Wie es mir gefällt? Nicht. Wie viel ich verdiene? (fast) Nichts. Nicht, dass ich ein guter Angestellter wäre. Muss zusehen, dass ich woanders was finde, wo ich mehr Gewinn mache. Blutsauger vom Finanzamt sitzen mir im Genick.
//Dieses Windows 7 ist eigentlich gar nicht mal so schlecht, wenn man mal von dem Fenster-Layout absieht, das es von Vista geerbt hat. Ansonsten gefällt mir das, und damit meine ich nicht bloß diese doofe Aero-Oberfläche. Vielleicht kann ich es mir ja irgendwann mal leisten, wenn die gesamte Verwandtschaft auf einmal stirbt und ich der Einzige bin, der die gesammelten Vermögen erbt. Nicht, dass ich reiche Verwandte hätte.
//Sollten Schüler diesen Post lesen: Kennt ihr diesen Spruch von den "Erwachsenen", den sich jeder junge Mensch jahrelang anhören muss, dass Arbeit schlimmer als Schule sei und die Schule in der Retrospektive gut sei? Diese Weisheit, die man immer abgestritten hat? Die Wahrheit, die Erkenntnis, der Schlüssel zum Erwachsenwerden, den die ausgewachsene Bevölkerung den Kindern und Schülern vorenthält lautet, dass BEIDES scheisse ist, aber auf andere Arten, und dass im direkten Vergleich die Arbeit einfach NOCH schlechter abschneidet. Der große Unterschied ist: In der Schule kommt man auch mal sehr gut nen Tag durch, ohne sich rühren zu müssen. Einfach nicht melden und man kann den Mist einfach aussitzen. Genau das geht bei 'Arbeit' nicht mehr, wodurch diese ein Stück schlimmer ist. Wieder was gelernt, Kinder!
//Man merkt, dass die Bundesregierung keine Ahnung von der modernen Welt und der zeitgenössischen Technik hat. Soundsoviel Millionen für ne CD? Einfach mal bei Google danach suchen!
//Zum Abschluss noch etwas, das so schlecht war, dass selbst mir davon schwindelig wurde - aber mein Gehirn spuckte es ganz plötzlich aus. Sowas passiert mir manchmal. Einfach so. Ok. Womit empfängt man im Wald Radio?
[Antwort:]

Von PropheT am Sonntag, Januar 31, 2010 um 17:50

Die Zukunft

Es ist Ende Januar 2010 und die sonstwie geartete Apokalypse lässt weiterhin auf sich warten. Die Zivilisation und überraschenderweise auch der Kapitalismus stehen noch und angesichts ihrer Zwänge muss ich mich wohl dem Druck beugen und irgendwie ein bisschen Geld verdienen. Dabei hatte ich immer drauf gesetzt, dass Sarah Conner Recht hatte. Mist. Definitiv ist: Ab morgen werde ich dort, wo ich bereits zu Beginn des Monats in Praktikum ging, eben dies dauerhaft fortsetzen. Wahrscheinlich ist: Dies werde ich ein sattes halbes Jahr lang tun. Möglich ist: Dort werde ich dann im Anschluss an die Tätigkeit als Kohlenschipper, Kartoffelschäler und Hangarausfeger in Ausbildung gehen. So richtig drei Jahre mit allem drum und dran. Was mit Kompuhter. So sieht's aus.
Ich stehe somit wieder am Ende eines der Abschnitte meines Lebens. Um es in einem anschaulichen, mathematisch einwandfreien Koordinatenkreuz zu visualisieren, bitte hier klicken.

Wir befinden uns beim orangen Kreuz. Der rote Graph stellt meine Lebensqualität dar, der blaue meine Intelligenz, der grüne Debian.

Die Zeit zwischen Schule und Arbeit war eine gute, vielleicht die beste, entsprach sie doch fast allen meiner Vorstellungen von einem annehmlichen Leben, aber sie ist jetzt vorbei, unfreiwillig. It is time for me to live up to my family name and face full life consequences! Daraus resultiert dann leider auch, dass ich weniger Zeit für die Intertubes und somit auch für A World To Come haben werde. Ich hoffe, dass ich trotzdem irgendwie die Zeit finde, hier mindestens einmal die Woche etwas zu schreiben. Es wird eine anstrengende, unangenehme Zeit, als Working Class Hero. Aber ich fürchte, ich komme nicht drum herum.

Von PropheT am Freitag, Januar 29, 2010 um 19:43

Mit Geld bewerfen

Es mögen unqualifizierte, amateurhafte Gedanken eines Zivilisten sein, doch ich kann mich ihrer nicht erwehren. Die Bundesregierung stellte vor einigen Tagen die Idee vor, die berühmten "gemäßigten" Taliban (man erkennt sie am großen "Gemäßigt"-Aufkleber am Hinterkopf) mit Geld zu locken, ein Aussteigerprogramm zu starten und so nach und nach den Taliban die Leute wegzukaufen.
Es ist erfreulich zu hören, dass man darüber hinaus ist, zu glauben, dass alle Taliban religiös motivierte Fanatiker sind, sondern vielmehr Menschen, die in niedrigen Rängen durch Geld und Druck, in hohen Rängen zudem von politischer Macht und Einfluss angetrieben werden. Jedoch habe ich weiterhin Zweifel an der Effizienz der Pläne der Bundesregierung. Die Männer, die für Geld als Taliban in den Kampf ziehen, um ihre Familien zu ernähren, lassen sich vielleicht auf das "Resozialisierungs"-Programm ein, die hochrangigen Taliban aber, die Kommandeure, die, die was zu sagen haben, lassen sich nicht einfach so aus ihrem Rang und dem damit verbundenen Ansehen kaufen, so dass in der Realität nur "Fußvolk" abgeworben werden kann. Man bekämpft so vielleicht die Symptome, aber nicht die Ursache, geht es doch darum, eine dauerhafte Perspektive zu eröffnen. Außerdem bin ich sicher, dass die wirklich bedeutenden Taliban, die "Generäle", um einen westlichen Begriff zu verwenden, keine Geldsorgen haben. Ein Beispiel sei die Bin Laden Familie, die internationale Geschäftsbeziehungen unterhält und sicher nicht auf die Almosen der Deutschen angewiesen ist.
Selbst wenn man nun die niedersten Schichten von Taliban-Kämpfern abwerben will, um ihnen durch finanzielle Unterstützung eine neue Option zu bieten, sehe ich folgende Problematik: Man stelle sich den ersten Mann vor, der das Angebot annimmt und am nächsten Tag nicht mehr morgens auf der Matte steht um sein Terror-Training in der lokalen Splittergruppe zu absolvieren. Das fällt doch auf! Viele derer, die den Taliban beitreten, werden unter Druck gesetzt und erpresst. Wie soll es erst denen gehen, die dann zu den westlichen Teufeln überlaufen? Ich glaube nicht, dass es bei den Taliban gut angenommen wird, wenn man als einer ihrer Infanteristen eines Tages dem Ausbilder seine schriftliche Kündigung auf den Tisch knallt. Kurzum: Wenn man aus deren Reihen austritt, ist man doch sicherlich als "Verräter" besonders im Fadenkreuz. Dazu gehört eine Menge Wagemut, den, so glaube ich, viele dieser Menschen nicht aufbringen können. Insofern denke ich, dass dieses Programm gar nicht erst richtig anlaufen wird.
Ich sage ja nicht, dass ich eine bessere Idee hätte. Aber diese Menschen einfach nur mit Geld zu bewerfen und zu hoffen, dass sie dann friedlich sind, zeigt in meinen Augen nur die Hilflosigkeit der Bundesregierung. Wie in Filmen, wenn wohlhabende Leute attackiert werden. "Hier, nehmen Sie das Geld, aber tun Sie mir nichts!".

Von PropheT am Mittwoch, Januar 27, 2010 um 12:36

Dufte, Knorke, Fetzig

Im Folgenden: Auszüge aus einem "coolen" Text, der einer Stellenanzeige für einen Ausbildungsplatz zum Mediengestalter beilag. 

"Eine gute Voraussetzung wäre ein sauberer Realschulabschluss mit der Glanznummer in Deutsch – aber alle anderen "Dudens" und "Einsteins" sind auch aufgerufen, ihren "Handschuh" in den Ring zu werfen."
"Der "Knaller" sind Sie, wenn Sie schon Grafik- und Bildbearbeitungsprogramme drauf haben..."
"Mit Word, Excel, Internet sind Sie innig verbunden, die flutschen Ihnen aus den Fingern."
"...Führerschein, denn die Bahn tuckert nur alle Stunde."
"In die Wiege gelegt hat man Ihnen die Freude und den Spaß am Umgang mit Menschen..."
"Fühlen Sie das Kreative in sich brodeln? Schwappt Ihre Kreativität über? Dann sind Sie schon hart am Wind!"
"Und jetzt kommt es: Von Anfang an werden Sie voll eingebunden..."
"...ganzen Einsatz (halbe Sachen gibt es hier nicht). Eigenschaften, wie langsam, nicht stressfest, keine Flexibilität (hier tobt der Bär), Unbeweglichkeit, Unpünktlichkeit, Sturheit und zu viel Sensibilität - gehen hier gar nicht. Wenn Sie so sind fliegen Sie "aus der Kurve"!"
"Sie haben eine schnelle Auffassungsgabe (also plietsch),
[...] und anpackend (wo steht das Klavier)..."
"Noch etwas zu Ihrer Vorgesetzten:
[...] Ruhig, motivierend – aber wenn Sie sich dösig anstellen, erhalten Sie den Druck (und das sehr bestimmt)..."
"Und eine Bitte: Nicht so ein heute übliches "triefendes" Bewerbungsschreiben, sondern schreiben Sie mit Ihren Worten..."


Und mit Hip Hop kennen wir uns auch aus, wir haben alle Vanilla Ice Platten! Voll "korrekt", Dicker! Jo! Im Ernst: Nichts dagegen, wenn man als Unternehmen etwas lockerer und moderner erscheinen möchte, aber ich muss mich fragen, wer a) so etwas verfasst und als gut befindet und wer b) so etwas dann liest und sich denkt, dass er in einem solchen Unternehmen arbeiten möchte. Noch ist die Stelle offen. Ihr, liebe Leser, könnt also noch euren jetzigen Job hinschmeißen und euch stattdessen dort bewerben! Lässig!

Von PropheT am Samstag, Januar 23, 2010 um 18:12

WEPON

//Dachte, nur Apple-Kunden würden in ihrer Skype-Ausgabe Desktops streamen können. Ist jedoch in beide Versionen ab einer bestimmten Version implementiert, also Update installiert. Stellte sich dann heraus, dass Skype nicht in der Lage ist, mein BBClean zu übertragen. Schade. Von BBLean gibt es indessen auch neuere Versionen, die ich aber nach kurzem Testen als ungut befand und bei meinem BBClean blieb.
//Nicht nur Hugo Chavez kritisierte den Einsatz amerikanischer Soldaten auf Haiti (das ich seit Tagen nur noch als "Heidi" ausspreche) als imperialistische Besatzung, ohne dass Venezuela bemerkenswerte humanitäre Hilfe geleistet hätte, auch die ultra-konservativen Radio- und TV-Moderatoren, die für die Republikaner auch außerhalb der Wahl-Jahre die Propaganda-Trommel rühren, wüten, dass Obama nur aus dem Interesse, sich bei der afroamerikanischen Bevölkerung beliebt zu machen, Hilfe nach Haiti senden würde. Hätte Bush dies zu seiner Amtszeit getan, er wäre von Fox und Co. als der große Samariter dargestellt worden. Geschmacklos.
//Heise meldet: Der Papst ruft die Kirche dazu auf, das Internetz und seine modernen Kommunikations-Wege zu nutzen, um das Wort Gottes zu verbreiten und junge Menschen zu bekehren. Freue mich schon auf die "Mein Sohn, ich möchte mit dir über Gott reden"-Spam Mails. Vielleicht eine nette Abwechslung zu dem, was sonst immer kommt. Scheine irgendwie gute Connections zu den seriösesten Viagra-Händlern der Welt zu haben. Also wenn wer Viagra braucht, einfach Bescheid sagen.
//Wepon. Wepon. We-e-pon. -pon. -pon. Wepon. Wepon. Wepon. We-we-pon. -pon. Wepon. Wepon.
//Was ist eigentlich aus Half Life 2 - Episode 3 geworden? Bis auf zwei wenig aussagekräftige Artworks und Gerüchte ist bisher nichts erschienen. Dabei ist Episode 2 schon gute zwei Jahre alt (!). Es verliert so schrecklich an Relevanz. Stattdessen entwickelt Valve Left4Dead Teil 1 UND 2, was sicher nicht schlecht ist, aber ich wünsche mir doch sehr, dass sie bald den dritten und letzten Teil der Episoden veröffentlichen. Das ist nämlich der Sinn des Episoden-Konzepts. Kurze Spiele, die dafür regelmäßig erscheinen.

Von PropheT am Freitag, Januar 22, 2010 um 21:36

Thrash, technisch gesehen

Sadus - Swallowed in Black [1990] []
Zwei Jahre nach "Chemical Exposure" veröffentlichten Sadus ihre zweite LP - zwar ballerte man weiterhin aus allen Rohren, jedoch hatten die Kalifornier ihren Stil ein wenig verfeinert. Ein wenig koordinierter erscheint das extreme Gefrickel und Gitarren/Bass - Gewichse, wodurch es nicht ganz so schnell zündet wie das Vorgängeralbum, aber nach einem gewissen Einhören mindestens genau so beeindruckend ist. Steve DiGiorgio spielt seinen Bass, wie engagierte Gitarristen es nie in ihrem Leben mit ihrer Gitarre schaffen werden und die elf Songs peitschen mit einer Technik und einer Aggressivität voran, dass selbst Slayer dagegen schlicht wirken. Ein von vorne bis hinten beeindruckendes Album, das zeigt, wie gekonnt man musikalisches Vermögen und extrem schnelle, harte Songs miteinander verbinden kann.


Coroner - Punishment for Decadence [1988] []
Dass die Schweitzer Coroner mal Roadies für Celtic Frost waren, hört man Sänger Ron Royce und einigen Breaks durchaus an - das klingt doch ein wenig wie Frost - insgesamt sind Coroner aber wesentlich technischer und fummeliger als das große Vorbild. Die Komplexität der Gitarrensoli ist beeindruckend und kann durchaus mit der von Sadus mithalten, sie kommen jedoch weniger aggressiv, bedachter daher, was auch daran liegen mag, dass das Gaspedal nicht pausenlos durchgetreten wird. Auch wenn die Produktion etwas flach ist: Die Präzision des Spiels kommt gut rüber und einige Songs bieten durchaus catchy Refrains. "Skeleton On Your Shoulder" schaffte es erst kürzlich in den Soundtrack von Brütal Legend. Wieso diese Band so untergegangen ist - ich kann es mir angesichts dieser Leistung an der Gitarre nicht erklären.


Toxik - Think This [1989] []
Während Sadus ein wenig wie Death klingt und Coroner einen Hauch von Celtic Frost mit sich bringt, pendelten Toxik eher in Richtung Power/Heavy-Metal, was vor allem am hohen Gesang von Charles Sabin liegt, der, wenn man es gut meint, an Rush erinnert, wenn man es böse meint, an Grim Reaper denken lässt. Im Unterschied zu Letzteren boten Toxik jedoch eine technisch fähige Instrumentalabteilung, wo sowohl Gitarre als auch Bass ein in den Strophen tightes und in den Soli komplexes Spiel abliefern. Im Gegensatz zu Sadus haben Toxik auch ihre ruhigen Momente, die trotz aller melodischen Gitarren und Falsett-Gesang immer noch nicht so gay sind wie Dream Theater. Eine weitere Band, die trotz technisch beeindruckender Musiker und einiger wirklich guter Songs irgendwie in der Versenkung verschwunden ist.

Schon wieder Musik? Jaja, ich weiß. Aber im Moment fällt mir nicht so Recht ein, was ich schreiben soll. Gibt so bald wie möglich etwas anders als tolle Alben, die aber niemand außer mir mag.