Sämtliche Rechte am dank großzügiger Genehmigung verwendeten Hintergrundbild "The Rise of a Planet" liegen ausschließlich bei Tobias Roetsch und sind urheberrechtlich geschützt.

Von PropheT am Donnerstag, November 19, 2009 um 21:43

Schweres Geschütz

Slayer - World Painted Blood [2009] []
Im ersten Durchlauf via Stream gefiel es mir gar nicht. Inzwischen komme ich zu dem Schluss, dass World Painted Blood kein schlechtes Album ist, sich jedoch drei großen 'Aber's stellen muss: Aber Christ Illusion hatte mehr hervorragende Songs wie Cult oder Eyes of the Insane. Aber durch die modern-glatte Produktion klingen die Gitarren zu lasch, ohne Biss darin. Aber es wird Slayer schlichtweg nie wieder gelingen, an Show No Mercy oder Reign in Blood heranzukommen. Was bleibt ist ein definitiv gutes Album, das besser als "Divine...", "Diabolus..." und "God Hates Us All" ist, aber durch einige schwache Songs (Americon) und die Produktion einiges an Potential verschenkt. Hätte sowohl schlimmer als auch besser sein können.


Negură Bunget - Om [2006] []
Irgendwo zwischen Folk und Black Metal, wie ihn Wolves in the Throne Room zelebrieren, spielen die Rumänen Negură Bunget eine Musik, die man sonst von Skandinaviern erwartet. Mal keifen und prügelen sie drauflos, öfter aber schwelgt "Om" in Klanglandschaften, baut viel Atmosphäre auf, wobei von Streichern und Flöten bis zu den seltsamsten Effekten alles dabei ist. Dabei sind sie...greifbarer, erdiger als WitTR, weniger sphärisch, dafür sorgen auch die immer wieder eingeworfenen schweren Gitarren. Sicherlich keine leichte Kost und sehr zwischen den Stühlen, bedient es weder Folk- noch Black Metal Fanatiker exklusiv, dennoch oder grade deshalb kann ich dieses Album öfters hören und es wird nicht langweilig.


Vomitory - Carnage Euphoria [2009] []
Viele Menschen würden diese Musik als "generisch" oder "unoriginell" bezeichnen, und damit hätten sie nicht ganz unrecht. Vomitory denken nichtmal daran, irgendwas neu zu erfinden, dafür mischen sie altbekanntes: Sie klingen, als hätte ein Amerikaner eine Schwedische Metalband produziert. Auf dem Papier müssten sie wie Dismember und Konsorten klingen, aber gehört haben sich da Ami-Klopper ala Immolation reingeschlichen. Machen zwei halbe ein ganzes? Hier schon! Mit einer grandiosen Produktion ballern und grooven sich Vomitory mit einer Kurzweile durch die zehn Songs, die Six Feet Under seit Jahren vermissen lassen. Ich gehe sogar soweit zu sagen, dass sich "Carnage Euphoria" locker mit dem Klassenprimus "Kill" messen kann.


Nevermore - In Memory [1996] []
Nevermores Alben von neu nach alt: Großartig, Großartig, Gut, Furchtbar, Habschnedunklangnetsodoll, Habschnedunklangsomittel. Wie ist also eine EP, die kurz vor der vorletzt genannten LP rauskam? Klasse! Auch wenn ich mich für die älteren Alben der Heavy Thrash Irgendwas Progger nur wenig begeistern kann, die 'In Memory'-EP besitzt alle Stärken der aktuellen Releases und nervt mich im Gegensatz zu Dreaming Neon Black nicht. Die fünf Songs bieten sowohl die schnellen, harten Phasen, als auch die getragenen, ruhigen Passagen, in die Nevermore so gerne zurückschalten. Dass Jeff Loomis der beste Gitarrist der Welt ist, muss ich wohl nicht extra betonen. Definitiv ihre stärkste Veröffentlichung vor "Dead Heart..."!

Von PropheT am Dienstag, November 17, 2009 um 22:41

Liebe Apple-Community,

liebe Frauen und Männer, die gerne eine wären,
hiermit möchte ich Sie auf einen Sachverhalt hinweisen, der zwar bereits seit Ende Oktober publik ist, der aber meiner Einschätzung nach noch nicht überall angekommen ist. Deshalb möchte ich an dieser Stelle Sie, liebe Apple™-Kunden und auch alle anderen Leser darüber informieren, dass Firma Apple™ Inc. beim US Patent & Trademark Office, dem amerikanischen Patentamt, einen Antrag auf eine Technologie gestellt hat, die von der Firma selbst folgendermaßen beschrieben wird, Zitat: "Among other disclosures, an operating system presents one or more advertisements to a user and disables one or more functions while the advertisement is being presented. At the end of the advertisement, the operating system again enables the function(s). The advertisement can be visual or audible."
Auf Deutsch: Es ist durchaus vorstellbar, dass das hervorragende Betriebssystem Ihrer geschmackvollen Wahl, MacOS™, in Zukunft bei wechselnden Anlässen zunächst einen Werbeblock mit Produkten für hippe Konsumenten wie Sie, liebe Apple™userin™, zwischen den großen, bunten Icons hervorschnellen lässt und das restliche System blockiert, bevor Sie weiter Ihre Photos sortieren, coole Web 2.0 Sites wie Facebook besuchen oder von iTunes™ den neuesten Indy-Pop auf ihren iPod™ laden dürfen.
Ich hoffe, dass ich hiermit potentiellen Kunden™ der Firma Apple™ vor Augen führen konnte, was für eine großartige Firma es doch ist, die an ihre Kunden denkt und Ihnen, liebe Konsumenten™, selbst dann vorzügliche Produkte präsentiert, wenn Sie noch gar nicht wussten, dass Sie sie haben wollten.

Hochachtungsvoll und mit freundlichen Grüßen,


Jeder Windows- und GNU/Linux-User der Welt

Von PropheT am Sonntag, November 15, 2009 um 22:05

'murricans

Es gibt ein Problem in amerikanischen Köpfen...nein Moment, das kommt jetzt falsch rüber. Äh, es gibt mindestens zwei aktuelle Probleme, die den Amerikanern in Ermangelung eines Umdenkens sauer aufstoßen.
Zum ersten ist da schon länger Obamas umkämpfte Gesundheitsreform. Diese wird nicht so sehr von denen zurückgehalten, die konkrete Details diskutieren wollen, sondern von jenen, denen Fox News und Jesus erzählt haben, dass eine staatliche Krankenkasse (gibt es in Deutschland erfolgreich seit 1883 (Danke, Otto)) reinen, ungebremsten Sozialismus bedeuten würde. Unakzeptabel, wurde zu McCarthy-Zeiten, das ist mein Erklärungsversuch, dem Amerikaner doch das Nicht-Kapitalistische in jedweder Ausprägung als 'BÖSE' eingehämmert, damit man im Wettkampf der Systeme beanspruchen konnte, der ideologisch "Richtige", der "Gute" zu sein. Die Relikte dieser zutiefst verankerten Furcht sind es nun, die Alarm schlagen und dieser längst überfälligen Reform im Wege stehen. Daraus lernen wir, was für unabsehbare Langzeitfolgen es haben kann, wenn Regierung und Medien einer Bevölkerung Angst vor etwas implantieren.
Zum zweiten wäre es das, was die USA in Afghanistan versuchen: Einem Staat ihre westlichen Werte aufzudrücken. Das hat früher bei anderen Staaten geklappt und sogar ganz vorbildliche Ergebnisse erzielt, aber ihr System wird in Afghanistan nicht funktionieren, denn sie haben dort keine staatsweit von der Bevölkerung anerkannte Regierung, Karzais Macht geht nicht wesentlich über Kabul hinaus. Afghanistan ist viel zu zersplittert und uneins, als dass sich eine Zentralregierung als Hebel für das ganze Land benutzen ließe, da kann unser Karl-Theodor Ingrid Waldemar Hugo Schnuffi Adelbert Schnitzel von und zu Guttenberg noch so oft hinfliegen und Karzai ermahnen. Paschtu, die Amtssprache in Afghanistan, wird von 35% der Bevölkerung gesprochen. 35%! Und die USA versuchen weiterhin aussichtslos, über die Zentralregierung Macht auszuüben. Nur wie man, soweit überhaupt möglich, den Gouverneur einer Provinz und vor allem die 329...wie auch immer die Zuständigen eines Bezirks heißen, zur engen Zusammenarbeit bringt, müssen die Amerikaner erst lernen, bevor sie davon träumen dürfen, Afghanistan eines Tages stabilisiert zu haben.

Von PropheT am Donnerstag, November 12, 2009 um 11:39

Blau

Hansi bekam wieder Kopfweh, als er seinen Kopf weit nach hinten neigte. Ein Blick nach oben bestätigte seine Vermutungen: Das ständige Gebrüll, das ihm folgte, stammte von einem Schwarm Brüll-Affenten (eine flugfähige Mischung aus Brüllaffe und Brüllente), der ihn seit Verlassen des Hauses verfolgte. Als wäre der säureartige, nach Banane riechende Kot der Kreaturen nicht schon genug der Plage, das ständige "QUAUUUUUUGHK" von oben war schon sehr irritierend. Auch einige Blocks weiter hörte Hansi noch das Brüllen von oben. "Welcher wahnsinnige Wissenschaftler sich auch immer diese Viecher ausgedacht hat", murmelte Hansi vor sich hin, "er war bestimmt wahnsinnig.". Ein hartes Stück Bananenbrot (die Leibspeise der Affenten) traf ihn an der Schläfe und Hansi zuckte zusammen. "AUA!", brüllte er gegen das Gebrülle von oben an und warf erneut den Kopf in den Nacken, um dann seine Faust in Richtung des Schwarmes zu schütteln, der mit dieser Geste herzlich wenig anzufangen wusste. "Ihr verdaAAAAAAAAAAaaaaaaaaaaa-", schrie Hansi plötzlich, als er in ein tiefes Loch fiel. Neben dem runden Nichts auf der Straße stand ein kleines Schild: "Heute Tag der offenen Tür in der Kanalisation", jedoch hatte Hansi es verpasst, das Schild zu bemerken, geschweige denn das Loch.
Er fiel lange. Um ihn herum nichts als Dunkelheit. Das einzige Licht schien durch den offenen Gulli, über dem die Affenten kreisten. Hansi erwartete, dass vor seinem wahrscheinlichen Tod seine gesamte Existenz an ihm vorbeizog. Da realisierte er, dass dies bereits der Fall war - der Vorgang wurde "Leben" genannt (von Pratchett geklaut, ich gebe es zu). Den eigentlichen Aufprall hörte oder spürte er kaum. Eine überwältigende Taubheit empfing ihn, dann Stille.

Nach wenigen Sekunden, die vielleicht auch Stunden waren, es war schwer abzuschätzen, hörte Hansi ein Rascheln. Er schlug die Augen auf.
Sein gesamtes Sichtfeld war von Blau gefüllt. Keine Kanten, keine Formen, nichts außer endlosem Blau. Das Blau kam ihm bekannt vor. Er starrte noch ein wenig, dann fiel ihm auf, dass es exakt der Blauton war, der in Windows auf dem Desktop ist, wenn man kein Wallpaper setzt. Er glotzte noch ein wenig das Blau an, dann hörte er wieder das Rascheln von Papier. Er drehte sich um, aber in allen Richtungen sah er nur das Windows-Blau. Ein Räuspern, das aus allen Richtungen gleichzeitig kam. Verwirrt guckte sich Hansi um. Links, Rechts, Vorne, Hinten, Oben, Unten....unten? Er blickte herab und stellte fest, dass er nackt war. Beschämt hielt er sich die Hände vor die Blöße. Das Kratzen von Bleistift auf Papier schabte in einer undefinierten Richtung. "H...hallo?", wagte Hansi die Stimme zu erheben. "Ja?", kam es zurück, mit einer Stimme, die so unbegreiflich wie das scheinbar endlose Windows-Blau war. Einerseits klang die körperlose Stimme wie eine Lawine, die einen Gletscher hinabpoltert, gleichzeitig aber auch als gehöre sie jemandem in einem muffigen Zimmer in einem Amtsgebäude, der graue Anzüge trug und einen Kombi fuhr. Hansi trat von einem Fuß auf den anderen. "Entschuldigung, äh...bin...bin ich tot?", fragte er, nur um sicher zu gehen. "Äh...ja.", sagte die Stimme. "Einen Moment, ja?" "Ja". Tot. Es erschien einleuchtend, angemessen, aber irgendwie war der Gedanke doch befremdlich. Ihm war im raumlosen Blau nicht kalt, dennoch war es ihm unangenehm, nackt zu sein. Er hatte sich selbst stets nur beim Waschen nackt gesehen, und auch dann hatte er nicht so genau hingeschaut. Mit dem Geräusch von Zetteln, die aufeinander schabten, beendete die Stimme aus dem Nichts seine...was auch immer er tat. "So, nun zu Ihnen...", sagte sie. Hansi öffnete schüchtern den Mund. "Bin ich....im....im Himmel?", fragte er verunsichert. Die Stimme lachte. Das Lachen klang wie eine Mischung aus dem Humor eines Menschen, der über Akten lachen konnte und dem Prusten eines Geysirs. "Sicherlich nicht äh.....Hansi, ist das richtig?" "Ja." "Gut.". Eine leichte Panik befiel ihn. "Heißt das, ich bin in der Hölle?", schob er hinterher. Er hatte sich schon immer gedacht, dass die Hölle aus Bürokraten bestand. "Was? Aber nein, nein.", antwortete der Unsichtbare. "Darüber müssen Sie sich keine Gedanken machen. Aber nun zu Ihren Taten..." "Wie bitte?" "Ihr Leben, Hansi. Was sie getan haben. Gut und Schlecht und so weiter." "Oh. OH.". Wieder Rascheln. "Wo haben wir es denn...äh...ahja, hier, genau. So, dann schauen wir mal."
Das Unwohlsein nahm zu. Jemand würde über ihn Gericht halten? Er dachte über sein Leben nach. So schlecht war er doch gar nicht gewesen. Eigentlich müsste er doch irgendwo im Mittelmaß sein. "Beginnen wir doch einfach mal mit dem Positiven", kündigte die Stimme an, "da haben wir ja einiges, wir brauchen das jetzt auch nicht ALLES durchgehen, äh...immer nett zu alten Menschen gewesen, bisschen um die Umwelt gekümmert, keine Drogen, et cetera, ein paar gute Bücher gelesen, Gothic 1 gespielt, sehr gut, ja...in kleinen Geschäften statt in großen Ketten eingekauft,...et cetera...,...", las die Stimme die Liste vor wie jemand, der ein Formular überflog, das er schon in billionenfacher Ausführung gesehen hat. Hansi hörte nicht mehr zu. Er wusste, dass nichts großartiges mehr kommen würde. Er hatte nie irgendwelche Heldentaten begangen, nie jemandem das Leben gerettet oder so. "So", sagte die Stimme, "nun zur Negativ-Liste", und erneut hörte man Papier rascheln. "Ach und...wenn Sie bitte Ihre Genitalien loslassen würden, das irritiert. Danke". Erschrocken nahm Hansi die Hände von seiner Blöße. Aber wenn er ihn sehen konnte...das Unwohlsein nahm noch weiter zu. "So Hansi, kommen wir zu Ihrer Negativ-Liste." "Hören Sie", unterbrach Hansi, "wenn es um die...gelegentliche Onanie als Jugendlicher geht, ich kann das erkl..." "Da machen Sie sich mal keinen Kopf", sagte die Stimme aus dem Blau, "das haben wir schon längst als Kriterium gestrichen. So, dann schauen wir mal..." Hansi atmete erleichtert auf. "Ohoh.", sagte die Stimme, und sofort war die Nervosität wieder da. "Was...was denn?", fragte der Verstorbene. Er konnte das Runzeln der Stirn des Unsichtbaren förmlich hören. "Es ist nicht viel, aber...", brummte die Stimme. "Sie sind mehrmals in einer 30er Zone mit 40km/h gefahren...nie die Frau Ihrer Träume angesprochen..." "Susi? Ich..." "...OHOH! Einmal FDP gewählt, das ist übel...keinen Musikgeschmack entwickelt...öfters unterbuttern lassen...et cetera...grüne Pullover getragen, meine Güte...sich über Leute im Internet aufgeregt, das ist natürlich, äh...mal jemanden zugeparkt...hm...jaja...das Übliche...ja. Ja, das wäre es auch.", schloss die Stimme.

Es folgte ein kurzer Moment der Stille. "Und?", fragte Hansi. "Reicht es?". "Wofür?", fragte die Stimme sichtlich irritiert. "Naja, für...also entweder oder, nicht?", sagte Hansi. "Oder was?". "Ähm...war es denn unterm Strich jetzt, mal sagen, im Ganzen, quasi, äh...mehrheitlich...ok?", versuchte Hansi sich verständlich zu machen. "Tja Hansi, das müssen Sie selbst entscheiden. War Ihr Leben gut?", fragte die Stimme. "Ähm...ja? Glaub schon. Ich meine...könnte besser sein. Viel nie gemacht, viel verpasst, äh, aber auch viel Gutes, wobei, also...hm. War ganz ok. So mittel. Glaub ich. Ich bin mir nicht sicher.", sagte er ehrlich.
Das Klicken eines Kugelschreibers schnappte aus allen möglichen Richtung. "Wäre es das dann?", fragte die Stimme. "Noch Fragen?". "Ähm...eigentlich nicht. Wobei, doch, eine. Was....erm....was jetzt?", wollte Hansi wissen. "Na Sie sind tot.", antwortete die Stimme, "Das war's.". "Und Himmel und Hölle?". "Also BITTE.", empörte sich die Stimme. Hansi war verwirrt. "Sind Sie nicht Gott?". "Was? Nein. Das wüsste ich aber. Haha.". "Was passiert denn dann jetzt?". "Na, Sie sind tot. Sie hören auf zu existieren.", kam prompt die Erklärung. "Aber äh, wozu dann das Abwägen, ob mein Leben gut war oder nicht?", fragte Hansi nun vollkommen verwirrt. "War es denn schlecht, am Ende nochmal drüber nachzudenken?", schmunzelte die körperlose Stimme. "Nein...nein, eigentlich nicht, nein.", sagte Hansi. "Ja gut dann äh....äh...schönen Tag noch, äh.", verabschiedete sich Hansi und hörte auf ewig auf zu existieren.
Erneut raschelten einige Papiere, dann knisterte Stoff. Ein leises Ticken war zu hören. "Ah", sagte die Stimme im endlosen, unbestimmen Windows-Blau. "Mittag".

Von PropheT am Sonntag, November 08, 2009 um 11:41

Dead Snow hingegen...

Dead Snow ist eine norwegische Independent-Produktion von Anfang des Jahres. Die Handlung: Eine Gruppe junger erwachsener Norweger/innen fährt in den Ferien zu einer einsamen Hütte irgendwo in den Bergen, um sich dort zu vergnügen. Nach wenigen Tagen steht überraschend ein alter, griesgrämiger Mann in einem Norwegerpulli vor der Tür, der den jungen Städtern von der Geschichte der Region erzählt: Während des zweiten Weltkrieges war eine SS-Einsatzgruppe dort stationiert, um den Warenaustausch zwischen England und Russland zu unterbinden (das einzige realistische im Film). Gegen Ende des Krieges plünderten sie die umliegenden Dörfer, woraufhin sich die Bevölkerung gegen die Besatzer erhob und in die Berge vertrieb. Die Nazis hätten einen Pakt mit den Teufel geschlossen - und dieses Böse solle man nicht wecken, blablabla.
Dass das Böse schon aufgewacht war, stellen die Urlauber fest, als Nazi-Zombies ihre Hütte überfallen und sie nach und nach in Stücke reißen. Äh, ja das war's im Wesentlichen. Dass der Film felsenfest in der B-Movie Kategorie sitzt, steht außer Frage. Wem Nazi-Zombies und viel viel Gedärme reichen, der wird zufrieden sein, wer einen vollwertigen Film erwartet, wird enttäuscht werden. Eines bleibt Dead Snow jedoch unbenommen: Es ist ein reiner Lehrfilm. Folgende Dinge bringt dieser Film dem Zuschauer bei:

     I. Dicke Menschen sind ganz furchtbare, vulgäre Personen, aber kennen viele Filme.
     II. Männer mit Brillen sind Feiglinge und Arschlöcher.
     III. Norweger haben wesentlich mehr Blut im Körper als andere Menschen. WESENTLICH mehr!
     IV. Zombies entstehen nicht durch einen Virus oder so, sondern durch dunkle Pakte.
     V. Benzin brennt ewig.
     VI. Höre auf die Lehren alter, wirrer, zottiger Fremder.
     VII. Ein Snowmobil kann auch als Häcksler verwendet werden.
     VIII. Därme sind das mit Abstand robusteste Material der Welt.
     IX. Wunden lassen sich blitzschnell durch kleine Feuer verschließen.
     X. Urlaub ist scheisse, bleibt zu Hause.

Von PropheT am Samstag, November 07, 2009 um 12:26

Zu Zombieland

Und nun eine vollständige Liste von Aspekten, die ich an dem Film "Zombieland" nicht toll oder mindestens gut fand:
    1. Dass die Mädels nicht kapieren, dass die hellen Lichter des Parks Zombies anlocken werden.
    2. Wie Columbus und Wichita so grade eben vor'm Knutschen unterbrochen werden, ist ein zu üblicher "Trick".
    3. .......................................ähm.......................................
    4. ...................................................................................
    5. ...................................................................................
...das war's. Ansonsten habe ich nichts, aber auch absolut gar nichts an diesem unfassbar großartigen Film auszusetzen. Ob "Columbus Ohio"s Glaubwürdigkeit (ich kenne diesen Menschen quasi), Woody Harrelsons Kickass-Faktor, die Auswahl an Musik, der Humor, die Action, ein bestimmter Cameo-Auftritt, es stimmt einfach alles. Mehr werde ich dazu nicht zu sagen, denn wenn ich jetzt ausführlich beschreibe, warum Zombieland so toll ist, sitze ich hier heute Abend noch. Allerdringlichste Empfehlung nicht nur für Zombie-Fans.