Tralala
XII Boar - XII [2011] [♫]Irgendwo zwischen Sludge, Stoner Metal und doomigem Hardrock pendeln XII Boar auf ihrer gratis verfügbaren "XII" Demo. Durch diese Variabilität klingen sie weit weniger uniform als zum Beispiel Howl - mal erinnert man an Crowbar (Train Wreck), mal an Clutch (Beg, Borrow and Steal), mal fast schon an Buzzov*en (S.K.O.L.), ist aber stets leichtfüßiger als High on Fire. Allen Songs gemein sind der großartig gemischte fette Sound, der Heavyness und Dynamik gut unter einen Hut kriegt, die vier Titel der Demo sind alle super geschrieben und klingen nie altmodisch. Wenn die drei Jungs aus Hampshire, UK auf dieser fantastischen Basis aufbauen und ihren Sound nicht verwässern, dürften die Jungs den Stoner Metal Bereich nur so überrollen. Diese Band muss man die nächsten Jahre unbedingt im Auge behalten.
Morbid Saint - Spectrum of Death [1988] [♫]Wer unter Thrash Metal Alben wie Pleasure To Kill von Kreator oder Darkness Descends von Dark Angel einordnet, ist bei Morbid Saint genau richtig. Leider reichte es bei den Herren aus Wisconsin, die sogar mit Death tourten, nicht für mehr als eine handvoll obskurer Demos und dieses eine Album, bevor sich die Band auflöste. Dafür tritt Spectrum of Death mächtig Arsch: Das besessende Keifen, die irre schnellen Riffs und das ultra-tighte Drumming reißen dem Hörer ohne Pause einen fantastischen Song nach dem anderen um die Ohren. Die für die Songs perfekte Produktion tut ihr übriges, aus der 32 Minuten kurzen Scheibe ein makelloses Meisterstück des Genres zu formen, das in jeden gut sortieren Haushalt gehört, der ansatzweise etwas mit Oldschool Thrash Metal anfangen kann. Pflichtveranstaltung.
Liege Lord - Master Control [1988] [♫]Speed Metal ist gemäß meiner wissenschaftlichen Herleitung das Grenzgebiet zwischen Heavy, Thrash und Power Metal. Genau in der Mitte stehen Liege Lord, die an eine etwas zügigere und bösere Variante von Iced Earth und -aus der gesanglichen Ähnlichkeit bedingt- Iron Maiden darstellen. Hinter dem Cover mit dem Opa des Master Chief steckt das dritte Full-Length der Amis, das professionell und technisch einwandfrei gespielt einiges Füllmaterial zwischen wirklich guten Songs wie Eye of the Storm und Rapture eingestehen muss. Auch das Rainbow-Cover mit Kill the King hat man woanders schon besser gehört. Trotzdem ist Master Control absolut empfehlenswertes Genre-Futter, wenn man keine großen Überraschungen erwartet und grundsolide, gut gemachte Metal Musik braucht. Besser als die letzten drei Maiden Alben.
Hour Of 13 - Hour Of 13 [2007] [♫]Es ist verdammt gefährlich, als neue Band zu versuchen, den traditionellen Sound der Helden von damals aufzugreifen. Entweder man stagniert und spielt the same old song, oder man verdaut die Vorlage zu etwas, das wie eine zu moderne Imitation des Originals klingt. Daher ist es Hour of 13 hoch anzurechnen, dass sie den strikt konventionellen Heavy/Doom Metal der frühen 80er von Candlemass früheren Alben, Witchfinder General und Kollegen tatsächlich in die Gegenwart heben, ohne wie eine Parodie zu klingen. Damit ist das Material auch schon beschrieben: Midtempo, dicke Gitarren, simple Rhythmen, Clean Vocals. Trotzdem kommen wirklich gute Songs wie Allowance of Sin dabei heraus, die zeigen, dass altmodischer Stoff zeitgemäß verarbeitet werden kann.
Apokalyptic Raids - Vol.4 Phonocopia [2010] [♫]Hat jemand etwas von zeitgenössischen Bands gesagt, die altmodische Musik aufgreifen? Da fällt mir doch glatt Apokalyptic Raids ein, die einen anderen Ansatz fahren, nämlich auf Gewalt dem alten Sound so sehr zu entsprechen wie nur irgendwie möglich. Der Name deutet es an: die Jungs aus Rio de Janeiro wären eine reine Hellhammer Cover-Band, wenn Hellhammer diese Songs geschrieben hätte. Hier sind wir nämlich genau an dem Punkt, wo die Inspiration aufhört und die Imitation anfängt. Die Frage ist nur, ob das schlimm ist. In diesem Fall nicht, denn einerseits ist das Portfolio des großen Vorbilds doch recht knapp, andererseits macht die Oldschool Black Thrash Metal Scheibe genug Spaß, um hörenswert zu sein. Solange Tom G. Warrior keine Unterlassungsklage wegen Verletzung geistigem Eigentums einreicht haben Raids ein Existenzrecht.




















