
Erst gab es das Geschrei, dass Herr Craig unfähig sei, Bond darzustellen. Dann hieß es,
Casino Royale sei einer des besten 007-Filme überhaupt. Da ich mich allgemein eher wenig für die Reihe begeistern kann, konnte ich dem neuesten Output auch nicht allzuviel abgewinnen. Sicherlich ist die Aktion gut choreographiert, die Effekte einwandfrei und der übertriebene High-Tech Schnickschnack der vorherigen Titel weg, so dass Herr Bond jetzt härter erscheint. Trotzdem...die Mimik von Herrn Craig ist so ausgefeilt wie die eines S. Seagal oder C. Norris, die Aktionszenen wirken auf mich krampfhaft aufgebauscht (Pacour eingebaut weil kurzzeitig populär und sinnlose Explosionen eingebaut) und aneinandergereiht, die irgendwie gehaltlose Handlung gestreckt. Ich weiß nicht. Ganz nett gemacht, aber gleichzeitig belanglos.

In
Walk the Line werden Ausschnitte aus Johnny Cash's Leben dargestellt, der Fokus liegt komplett auf den frühen Jahren, es beginnt mit seiner Kindheit, man endet kurz nach Folsom Prison. Hervorzuheben ist vor allem, dass die Hauptdarsteller Joaquin Phoenix(Cash) und Reese Witherspoon(Carter) alle Lieder selbst gesungen haben, und dies sogar überraschend gut. Vielleicht muss man die Lieder mögen, um den Film leiden zu können. Ich bin zwar nicht der größte Fan des Man in Black, aber ich mag seine Musik und so geht es mir auch mit dem Film. Nicht der beste aller Zeiten, teils großartig, teils langweilig. Aber insgesamt durchaus erquicklich. Negativ wäre vllt. die einseitge Darstellung von J.Cashs erster Frau und seinem Vater, evtl sogar Joaquins relativ dezente Darstellung, aber das stört weniger und so kann man sich Walk the Line auf jeden Fall mal angucken. Wenn man Country/RocknRoll/Blues mag, sowieso, da der Soundtrack wirklich gefällt.
Call of Juarez ist ein Spiel, dass sich sehr aus der doch recht homogenen Masse der Ego-Shooter hervorhebt, was am Western-Szenario sowie dem starken Fokus auf der Story liegt. So spielt man abwechselnd Billy, sowie den alten Reverand Ray, der ihn verfolgt und zur Strecke bringen will, weil dieser scheinbar eine Farmerfamilie ermordet haben soll. Während Ray sich als Pistolero gibt, man hat eigentlich immer genug Munition und fährt durch die Banditen und Outlaws "wie das flammende Schwert des Herren", spielt sich Billy als Schleicher, der Gegner umgeht und sich mit seiner Peitsche über Abhänge schwingen kann. Hallo, Professor Jones. Durch diese großartige Erzählweise, das stimmig dargestellte Szenario und die scheinbar enorm weitläufigen Landschaften (die Level sind an sich linear) kommt das richtige Western-Flair rüber und trübt über die kleinen Schwächen hinweg. Wer keine Lust mehr auf 08/15 Shooter-Brei hat und nen starken kleinen linken Finger hat (man schleicht mit Billy dauernd, drückt ständig Strg) sollte wirklich mal nen Blick drauf werfen. Danke, Balthazzar.

Im Prinzip das selbe wie Flatout.
Crashday ist ein Arcarde-Racer, der den Schwerpunkt auf Stunts sowie das generelle Zerschrotten der relativ wenigen Vehikel legt. Sprünge über mehrere hundert Meter, Loopings, Miniguns und Raketen erweitern das einfache Spielprinzip. Und auch wenn man am Solo-Modus nur etwa 10 Stunden sitzt, in dieser Zeit hat man enormen Spaß, vor allem an Modi wie "Sammeln sie die Flagge auf und fahren sie durch bestimmte Checkpoints auf der Karte" oder "Geben sie die Bombe weiter". Die Grafik ist zwar in der Darstellung der Autos gut, schwächelt jedoch stark bei den Fahrten durchs Grün. Dafür knallen die Explosionen ordentlich, das Schadensmodell der Vehikel ist sehr komplex und man kann fast den ganzen Wagen auseinander nehmen. In der Cockpit-Perspektive macht das umso mehr Spaß, auch wenn dann die Übersicht fehlt. Alles in allem macht Crashday wirklich Spaß, wenn auch nicht allzu lange, aber das Zerschrotten im Stile eines Flatout macht fast mehr Spaß als das Rasen mit Prollautos in NfS. Ein guter Titel für zwischendurch.
Bad Religion, die Urväter des (Melodycore-) Punk, haben mit
New Maps of Hell ein neues Album raus. Der Sound ist gewohnt, so auch die Songstrukturen, und genau da haben wir den größten Kritikpunkt - irgendwie hat man das alles schon mal so gehört, alle Songs hören sich in etwa gleich an. Spontan fehlt einem ein herausragendes Lied wie "Punk Rock Song" oder "Sinister Rouge", was jedoch bald "New Dark Ages" wird. Also gewohntes aus dem Hause Bad Religion. Aber das muss nicht unbedingt schlecht sein, das ist nur Langeweile auf höchstem Niveau. Die Produktion ist großartig, das Tempo hoch. Wer sie mag, wird New Maps of Hell mögen, so einfach ist es. Mir gefällt es. Aber viel viel mehr muss ich von Bad Religion nicht haben.
Nile sind mehr als nur eine Brutal Death Metal Band - sie sind eine Institution. Ihre Besonderheit ist die Vermischung aus extremstem Geprügel mit ägyptischen Klängen, sowie an diese Kultur angepasste Texte. Nun also ihr neuestes Werk:
Ithyphallic. Die Produktion ist gut, aber nicht so rau wie noch beim Vorgänger. Was aber nur beeindruckt ist schlicht das technische Können der Musiker, das irrsinnige Tempo, die anspruchsvollen Breaks. Durchgehend auf diesem hohen Niveau zu spielen ist was sie auszeichnet. Und, dass trotz aller Härte die Lieder eine gewisse Eingängigkeit besitzen, mein Anspieltipp wäre "Papyrus Containing The Spell To Preserve Its Possessor Against Attacks From He Who Is In The Water", was wieder ihre Vorliebe für lange Titel zeigt. Ein beeindruckendes Monument für alle, die extremer Musik etwas abgewinnen können.
1 Comments:
Ich fand "Casino Royale" richtig gut. Allerdings hat der Film überhaupt nichts mehr mit dem klassischen James Bond zu tun. Als Actionfilm ist er prima gelungen. Und Daniel Craig, den ich vorher nicht leiden konnte, gefällt mir schauspielerisch (wohlgemerkt nicht optisch) immer besser.
Kommentar veröffentlichen
<< Home