Death Proof - Todsicher
Gut, im Folgenden nehme ich erstmal Quentin Tarantinos neuestes Machwerk genauer unter die Lupe. Wer also keine Lust hat, sich die Vorfreude auf eine meisterhaft verzwickte Handlung zu zerspoilern, der möge doch bitte nicht weiterlesen. Man kann sich ja auch mit sinnvoller Alternativunterhaltung beschäftigen.Kurz zur Handlung: Stuntman Mike (Kurt Russel) fährt gern Frauen zu Tode. Warum erfährt man nicht, er steht halt drauf, wenn er mit seinem "todsicheren" Stuntfahrzeug Frauen in anderen Autos, Frauen in seinem Auto oder Frauen auf anderen Autos kapott fahren kann. Schließlich legt er sich aber mit 'ner Horde Furien an, die das Spielchen umdrehen und ihn zu guter Letzt von der Straße rammen und den Kerl zu Brei schlagen.
Kennt man diverse Filme des Regisseurs, so weiß man was einen erwartet (oder zumindest erwarten sollte): Völlig überzogene Gewalt und absurd-komische Dialoge, eingebettet in eine entweder sehr verzweigte oder sehr simple Handlung. Vor allem die Dialoge haben mich bisher an Tarantinos Filmen fasziniert. Wenn Gangster über Fast-Food in Europa oder die wahre Bedeutung von Madonnas "Like a Virgin" fachsimpeln oder ein japanischer Schwertschmied mit der Braut über Baseball sinniert, kann man sich wohl kaum ein Grinsen verkneifen. Ich habe im Vorfeld auf MTV mal in die Sendung "Rockzone" reingeschaut, wo Quentin zu Gast war, um ein Wenig für seinen Film zu werben. Dort teilte er dem Moderator mit, dass seine weiblichen Darsteller sehr zufrieden mit den Dialogen seien, da sie im echten Leben ähnlich kommunizierten... Tarantino wies darauf hin, dass er mit Frauengerede ziemlich gut klar kommt, da er selbst oft mit Frauen abhängt, ja seine Clique fast nur aus Frauen besteht.
Für all die Männer, denen dies jetzt Spanisch vorkommt... Der Film ist wirklich... Sagen wir mal... Authentisch. Tatsächlich verliert der Film über lange Strecken jegliche Handlung aus den Augen, da die Darstellerinnen ausgiebig sich über diesen und jenen Mann auslassen und Ewigkeiten über irgendwelche Beziehungskisten palavern...
Nun gut, Tarantino kaschiert dies geschickt dadurch, dass der Mann durchgehend durch die Kameraeinstellungen von dem eingentlichen Geschehen abgelenkt wird, da meist entweder der Hintern, die Beine oder die Brüste einer der Frauen im Fokus der Kamera sind. Wer trotzdem hinhört, wendet sich kurz danach wie im echten Leben wieder angenehmeren Sachen wie den eben erwähnten optischen Reizen zu, da die Dialoge ernsthaft ÜBELSTES WEIBERGEWÄSCH sind. Da selbst die optische Reizüberflutung irgendwann abstumpft, beginnt man sich nach gut 10 Minuten zu langweilen, da außer Dialogen halt NIX passiert. Interessant fallen dafür allerdings die Autoverfolgungsjagden aus. Komplett ohne Special Effects, aber und vielleicht gerade deswegen sehr spektakulär. Keine Explosionen, keine komplizierten Sprungeinlagen, einfach zwei Autos, die sich bis zum bitteren Ende beharken.
Bei diesen Szenen spielt Tarantino groß auf und reißt den Zuschauer wieder aus dem Dialogkoma. Zu schade, dass die Autoszenen nur etwa eine halbe Stunde ausmachen und man sich effektiv gut eine Stunde im Kino langweilt.
Somit ist "Death Proof" zwar ein guter Film, aber längst kein richtig guter Tarantino, da einfach der Witz, das gewisse Etwas, komplett fehlt. Sehr schade!
Anmerkung PropheT:
Ich habe den Film zusammen mit Balthazzar gesehen. Überall habe ich positive Sachen gelesen, also musste er ja was taugen. Doch was musste ich da sehen? Der Film besteht zu ziemlich genau 1/3 aus richtig guten Actionszenen, in denen Muscle-Cars sich von der Straße rammen. Cool, wirklich. Und die restlichen 2/3 bestehen aus unendlich langweiligem, belanglosem Gelaber von den vier Tussis links im Bild. Ich war nie so extrem begeistert von Tarantions Dialoglastigkeit, auch wenn viele Gespräche (siehe oben) schon verdammt stylisch sind. Aber in Death Proof? Nein. Zeitverschwendung. Weder unterhaltsam noch interessant. Was interessiert mich das?Unser Fazit: 66% ödestes Gesabbel, 33% coole Action. Ein enttäuschendes Mittelmaß.















8 Comments:
Genau das ist doch das Besondere an "Death Proof", dieser unkonventionelle Aufbau. Der Film soll ja eine Hommage an die billigen schlechten Actionstreifen der 70er sein und der Herr Tarantino hat ja hier bewusst einen "schlechten" und "unausgewogenen" Film gemacht.
Tarantino macht immer schlechte und unausgewogene Filme, von Ausnahmen abgesehen.
Unkonventioneller Aufbau hin oder her, Tarantino hat bisher in vielen seiner Film auf Regeln und Maßstäbe geschissen und sie waren trotzdem um Klassen besser als sein neuester Film... Mag ja sein, dass eine Hommage an alte Zeiten lustig sein kann, ich bin mir sicher dass das Planet Terror auch besser machen wird, aber wenn ein Film über lange Strecken schlichtweg LANGWEILIG ist (und das ist er, du kannst mir nicht sagen, dass du Dialoge spannend fandest, pk), ist er nunmal ziemlich schelcht bis höchstens Mittelmaß.
Ich würde die Dialoge zwar nicht als spannend bezeichnen, aber ich empfand sie als überaus faszinierend.
Ich glaube jetzt hasse ich euch noch mehr. Und gleichzeitig mag ich euch nochmehr. ach verdammt ich muss den film haben/sehen. Tarantino ist ein Gott
@pk210: mag ja sein dass er die dialoge bis aufs kleinste so geplant hatte und absolut alles absicht ist. aber ich es finde es nicht so die leistung mit absicht nen scheiss-film zu machen, das kann ich auch.
Ich wollte den Film eigentlich im Kino sehen. Aber jetzt überlege ich doch, ob ich ihn nicht besser als Leihversion auf DVD ansehen soll. Hmm.
Also Death Proof ist meiner Meinung nach das Kinnogeld net wert... Ich geh sowieso nur für besondere Ausnahmefilme ins Kino, um sie auf de Leinwand zu genießen... Dachte, der neue von meinem Lieblingsregisseur wär so einer... Hab mich wohl getäuscht :-(
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