Von Balthazzar am Samstag, Dezember 01, 2007 um 12:53

Guitar Hero 3

YES! Letzten Samstag wars soweit, Balthazzar durfte schwer beladen und breit übers gesamte Gesicht grinsend den Videogame-Krämer seiner Wahl verlassen. Ja die Leute guckten schon seltsam, als ich mit einem meterlangen bunten Pappkarton über die Mönckebergstraße flanierte(„Entschuldigung, haben sie dafür nicht eine Tüte?“ „Ja schon…“ *lacht und hält mir ne Winztüte hin*), aber das wars mir wert, immerhin gings um GUITAR HERO 3!

Als Nintendo-Konsolero musste man ja bisher immer neidisch auf X-Box und Playse gucken… Man hab ich das gehasst, immerhin war GH für mich eines der stylischsten Spielkonzepte überhaupt. Egal, Teil 3 schlägt auf der Wii auf und ich bin ganz vorne mit dabei, wenn auch als blutiger Anfänger… Kennt jemand hier des Game nicht? Okay, in aller kürze: Guitar Hero ist quasi ein Karaoke-Spiel für Männer, da man nicht singt, sondern versucht, diverse Rocksongs nachzuspielen. Hierzu benutzt man einen Gitarren-artigen Controller (sehr cool: Die Wii-Ausgabe ist der Gibson Les Paul nachempfunden) mit fünf Grifftasten. Soviel dazu, auf zum Spiel selbst…


Grafik
Unwichtigster Punkt zuerst… Ganz ehrlich, wenn man sich voll und ganz auf die zu drückenden Knöpfe bzw. die entsprechenden Anzeigen auf dem Bildschirm konzentrieren muss, warum sollte man auf den Hintergrund achten? Ok, man könnte es durchaus. So sind die Bandmitglieder gut animiert, vor allem die gerenderten Modelle von Tom Morello und Slash sehen ihren Vorbildern verblüffend ähnlich. Dem gegenüber stehen die Pappkameraden im Publikum und teilweise auftretende Clippingfehler, wodurch manche Hände der Charaktere durch die Gitarren durch gleiten, aber ernsthaft… Wen juckts?

Gameplay
Bitte, jetzt geht’s an Eingemachte… Gleich zuerst: Natürlich spielt sich GH 3 perfekt, aber das ist nach zwei Vorgängern auch kein Wunder, da man die Spielmechanik vorsichtshalber unangetastet ließ und keine Wii-Experimente wagte (gut so).
Fakt ist, das das Game nichts für Wurstfinger, Koordinationslegastheniker oder Kiffer ist, da man dazu in der Lage sein muss, schnell auf Eindrücke zu reagieren und dies auch mit teilweise recht komplizierten Griffen umsetzen muss. Ich hab die vorherigen Teile nur kurz angespielt, aber ich kann sagen, dass der Schwierigkeitsgrad angezogen hat im Vergleich zu den Prequels. So fiel es mir am Anfang schwer, die Songs auf Mittel gebacken zu kriegen, was ich beim zweiten Teil noch problemlos hingekriegt habe.
Neues Element im dritten Teil sind die Gitarrenbattles, bei denen die Opponenten beim Spielen Items aufsammeln, mit denen sie sich gegenseitig behindern können (höherer Schwierigkeitsgrad, gerissene Saite, etc. …) Ziel ist es hierbei nicht, mehr Punkte als der Gegner zu erzielen, sondern schlicht und ergreifend länger zu überleben. Meiner Meinung nach eine sinnvolle Erweiterung, die vor allem den Story-Modus sinnvoll ergänzt, da die in diesem Modus ausgetragenen Bosskämpfe sehr spannend und vor allem ziemlich kultig sind (Yeah, shredden mit Slash!). Insgesamt leistet sich GH 3 keine Bedienungsschwächen, bis auf vereinzelte Fälle, bei denen die Tonspur der Gitarre neben dem Takt liegt (lässt sich aber einfach durch Neustarten des Songs beheben). Damit wirkt das Spiel handwerklich sehr professionell und lässt keinen Raum für Ärger, sodass der geneigte Zocker sich auf das Wesentliche konzentrieren kann, ganz klar, die


MUCKE
Einmal kurz zum Einstieg die Tracklist: Bitte sehr! (Rage Against The Machine! Slayer! Strokes! QOTSA! w00t!) Teil 3 der Serie steht unter dem Motto „Legends of Rock“, weswegen auch die oben genannten Gitarrenspezis implementiert sind. Ob die Setlist den eigenen Geschmack trifft, möge jeder selbst herausfinden. Nicht abstreiten lässt sich aber, dass zum Einen ziemlich jedes bedeutende Rock-Genre vertreten ist, vom Blues über Funk Rock bis hin zu Grunge und echtem Metal lässt GH 3 nichts aus. Zum anderen befinden sich aber auch echte Klassiker und Ohrwürmer auf der Liste, die auch wirklich gut umgesetzt wurden. Sehr gefallen hat mir der ausgeglichene Mix aus älteren Titeln (ZZ Top, „La Grange“) und aktuellen Songs (QOTSA, „3s & 7s), wobei zum Glück nur ziemlich wenig Gurken dabei sind. Sehr positiv fällt diesmal außerdem aus, dass es sich fast ausschließlich um Originalstücke handelt, da die Coverstimmen von den letzten Teilen doch recht penetrant schlecht waren…

Kein Raum zum Meckern von meiner Seite, höchstens Kopfschütteln über den Fakt, dass Revolverheld mit dabei ist…


Umfang/Wiederspielwert
Die Tracklist macht es deutlich: Guitar Hero 3 beinhaltet über 70 Tracks, von denen man viele gerne auch ein zweites und drittes Mal (oder zwanzigstes Mal) spielt. Zusammen mit den Massen an freispielbaren Extras wie neue Charaktere und Videos zum Spiel kann man sich also recht lange mit dem Game beschäftigen. Tatsächlich ist es so, dass GH 3 den Großteil seiner Motivation daraus zieht, dass man immer wieder noch den einen Song besser spielen möchte und stets versucht, noch ein kleines Bisschen mehr aus der Gitarre zu holen. Und wenn man wirklich durch ist, wird halt der höhere Schwierigkeitsgrad angegangen, egal wie schwer er auch sein mag, man arbeitet sich gerne rein.

Noch interessanter wird es, wenn man das Spiel mit einem Kollegen zocken kann. Ich hab zum Beispiel zusammen mit Torte den Koop-Story-Mode in einem Rutsch durchgespielt, da wir schlicht und ergreifend nicht aufhören konnten. Und wenn grad kein Freund zur Hand ist, sucht man sich eben über den neuen Online-Modus einen Mitspieler…Jepp, es fehlt nichts, das Spiel bietet genügend Inhalte um für mehrere Monate mindestens zu unterhalten.


Fazit
Eine fast makellose Umsetzung mit prallem Inhalt und eine Tracklist voll mit dicken Brettern… Guitar Hero 3 macht keine Fehler und gibt einen großen Einstand auf der Wii. Ich hab mich beim Spielen öfters dabei ertappt, wie ich anfing mitzusingen oder mit dem Controller in der Hand zu posen (gut, dass des niemand sehen (oder hören)kann…), weil ich einfach mitgerissen wurde.
In dem Sinne: Überragendes Spiel, uneingeschränkte Kaufempfehlung!

90%

PS: Ich verließ den Händler außerdem noch mit Super Mario Galaxy… Aber dazu komme ich wann anders…

5 Comments:

Blogger PropheT sagte...

Reizt mich persönlich so gar nicht.
Kann aber nachvollziehen was manch einer daran findet. Nur finde ich Musikspiele jeder Art irgendwie weniger pralle.

01.12.2007 13:36:00  
Blogger mys sagte...

Hat die Wii-Version nicht den Bug, dass alles nur Mono ist?

(gut, auf nem normalen Fernseher merkt man sowas kaum, aber meine Wii ist mit ner Anlage verbunden, da wüsste ich sowas schon gerne ^^)

01.12.2007 14:44:00  
Blogger pk210 sagte...

Oh wie ich dieses Spiel liebe! Die ersten beiden Teile hatte ich mir für die PS2 gekauft und damals bis in die Morgenstunden gespielt. Nun beim dritten Teil bin ich ein wenig unschlüssig welche Konsole ich damit beglücken soll? Wii oder Xbox, oder doch wieder die PS2? Schwere Entscheidung.

01.12.2007 15:06:00  
Blogger Balthazzar sagte...

@ mys: Sorry, dazu kann ich nichts sagen, da ich über Fernsehersound spiele...

@pk: Guck nochmal auf die Tracklist... Weiter unten stehen die Bonusinhalte zum Downloaden für Playse und X-Box... Wenn ich die Wahl hätte, würde ich allein schon wegen the Pretender zur Xbox360-Verison greifen.

01.12.2007 19:46:00  
Blogger Flo_the_G sagte...

Da kauf ich mir für das Geld lieber ne neue Tastatur (ohne störende, ungenutzte Funktionstasten), und spiel wieder Frets on Fire.

01.12.2007 22:04:00  

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