Buggy-Buddies
Wir trafen uns irgendwo in der Savanne. Ich fuhr grade mit einem ollen Truck umher, den ich irgendwelchen 08/15-Söldnern, die an einer Straßenkreuzung herumlungerten geklaut hatte, nachdem ich ihnen demonstrierte, wie sich die hübschen Explosionen von Far Cry 2 auf ihre Gesundheit auswirken. Ich war auf dem Weg zu einem der vielen Waffenhändler, die in der Gegend einen Heidenprofit machten und eigentlich nicht besonders aufmerksam, aber irgendwas trieb mich dazu, kurz anzuhalten und mir anzuschauen, ob in dem kleinen Schuppen der mitten im Nirgendwo stand irgendetwas nützliches lag. Erst auf den zweiten Blick bemerkte ich ihn überhaupt. Sein Blech war in einem hellen Blau, hinten ragten zwei dicke Auspuffrohre aus dem Motor und wenn man sich in den Sitz warf befand man sich mit dem Arsch nur wenige Centimeter über dem Boden.Wir verstanden uns auf Anhieb gut. Seine niedrige Sitzhöhe, das für Far Cry 2 verdammt hohe Tempo und allein schon das Brüllen des Motors ergänzen sich super mit meiner "Scheiss drauf ob da ne Klippe ist, das hält der Wagen aus!"-Fahrweise und der Szenarie, die von kniehohem, hellbeigem, da ausgetrocknetem Gras dominiert war. Ich raste frohen Mutes durch Afrika, trieb einige panische Gnus vor meinem Wagen her, nur um sie dann mit Karacho zu überholen. Der Weg zum Waffenhändler konnte gar nicht lang genug sein. Schnell rein, neue Wumme kaufen, wieder raus. Buddy, wie ich den Strandbuggy kumpelhaft nannte, glänzte in der Sonne. Wir rasten, beide in heller Begeisterung, an den Bahnschienen entlang, die sich bis zum Horizont erstreckten. Wenn ich Gas gab, schrie er vor Freude auf und jagte über den Boden hinweg, als würde er ihn gar nicht erst mit seinen Reifen berühren. Wir hatten noch nicht viel Zeit miteinander verbracht, aber in diesem doch als so gnadenlos verschrienen Afrika waren wir Freunde geworden. Doch dann passierte es.
Bevor ich reagieren konnte, raste ein Jeep auf mich zu. Das stationäre Geschütz auf dem Dach des Geländewagens eröffnete, wie gewohnt, das Feuer. Eilig wich ich aus, sprang aus dem Buggy und ballerte wie irre auf den Mann am Geschütz. Als dieser Blut kotzend zusammenbrach, war der andere bereit ausgestiegen und hatte eine Granate auf mich geworfen. Mich, der ich noch direkt neben Buddy stand. Er hatte keine Chance. Ich konnte mich noch retten, rannte einige Schritte beiseite und entging der gewaltigen Explosion, die Buddy in einem Feuerball verglühen ließ. Der Söldner, der die Granate warf, hatte daraufhin innerhalb weniger Sekunden ein komplettes Magazin im Kopf. Diese herzlosen Schweine. Fassungslos stand ich vor den brennenden Überresten von Buddy. Er war noch so jung. Die Granate galt mir. Was war das nur für eine Welt. Afrika war wirklich so grausam und brutal, wie sie alle sagten. Vor allem gegenüber kleinen, schnellen Strandbuggys.
Einige Zeit später lernte ich einen neuen Buggy kennen. Er war dunkelrot und hatte die selben Fahreigenschaften wie Buddy. Aber es war einfach nicht das selbe.














1 Comments:
buddy und ich sind nie gute freunde geworden. der kleine hält einfach nix aus.
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