Freiheit ist Scheisse?
Als ich damals diesen scheiss Dialog mit dieser dämlichen Eule endlich durch hatte und das erste Mal vor Hyrule Field stand war ich baff. Diese nach heutigen Maßstäben eigentlich verdammt kleine Fläche war für mich zu der Zeit der Hammer. Eine riesige, offene Spielwiese, die zum Entdecken einlud. Ich war begeistert. Irgendwann kam ich dann auch am Marktplatz vor Hyrule Castle an, nachdem ich erstmal meine Bekanntschaft mit diesen großen Rotordingern gemacht und jeden 2ten Busch im Umkreis zu Salat verarbeitet hatte. Und als dann erst Epona verfügbar war wurden die Ausflüge durch die scheinbaren Weiten Hyrules noch großartiger. Diese Freiheit, in einem 3D-Spiel solche "Reisen" zu machen, war der Wahnsinn.Wir springen einige Jahre weiter. Morrowind bot eine irrwitzig große Spielfläche, die zwar zu großen Teilen erschreckend leer war (Aschewüste soweit die Fernsicht reicht), aber trotzdem Expeditionen provozierte, und das immer und immer wieder. Das zunehmende Aufdecken der Karte wurde zwar etwas weniger spaßig, als man merkte, dass man die besten Items im Spiel schon besaß und man somit lediglich auf noch mehr generische Dungeons stoßen würde, aber dennoch habe ich Morrowind wie kaum ein anderes Spiel komplett totgedaddelt und ausgereizt. Deshalb verschwand es auch erst von meiner Festplatte, als Oblivion rauskam, weil ich so sehr an meinem Rothwardonen hing, auch wenn ich ihn seit Ewigkeiten nicht mehr gespielt hatte. Oblivion machte dann eine Sache besser als Morrowind: Die Mehrheit der (leider sterilen) Fläche, die erneut groß ausfiel, war nicht mehr graue Aschewüste, sondern Wald und Wiesen-Landschaft. Wieder ein Spiel, das ich bis zum Gehtnichtmehr gespielt habe.
Wir springen wieder einige Jahre und lassen erneut diverse weitere gute Beispiele zurück. Wir schreiben das Jahr 2009 und ich sitze vor Fallout 3 und vor Far Cry 2. Beide bieten große Spielflächen, Fallout 3 will entdeckt, umgegraben, kartographiert und auseinander genommen werden, Far Cry 2 will bereist, photographiert und in Broschüren festgehalten werden. Und auch wenn beide Spiele das alte "hier ist eine riesen Fläche voller Aufträge - Beschäftige dich!" - Konzept aufgreifen, das ich so geil fand, irgendwie fehlt mir das alte Feeling. Die große Fläche wird zunehmend zu einer Bürde. Wenn ich die 08/15 Aufträge abwickle, nur um Geld für Waffenverbesserungen zu kriegen, dann langweile ich mich, dann ist Far Cry 2 brutal öde. Ich sehe einfach nicht ein, dass ich Umwege machen soll, nur um die Alternativlösungen der Kameraden auch nur anzuhören, ich spare lieber Weg ein. Im Gegensatz zu Fallout 3 kann man sich unterwegs wenigstens noch an der Landschaft erfreuen, aber das täuscht nicht darüber hinweg, dass die ständigen Fahrten und das Laufen nerven. Wenn dann die entscheidenen Hauptstory-Missionen einsetzen, man den Schakal erneut trifft, das Spiel also vorerst linear verläuft, habe ich mehr Spaß als beim Rest des Spieles. Das gleiche gilt für Fallout 3 - einfach rumrennen, ab und zu neue Orte entdecken und hochleveln macht keinen Spaß, die Hauptmissionen gegen Ende dafür umso mehr.
Darum kann ich mich nur wundern - verliere ich meinen früher so enormen Spaß an Spielen, die mich in der Spielwelt aussetzen und mich tun lassen wonach mir lustig ist? Oder bin ich einfach nur anspruchsvoller geworden, weil ich inzwischen lieber linear der Story folge, als noch zwei Höhlen am Arsch der Welt zu durchwühlen, um dann doch nur belanglose Standartitems zu finden? Ich bin unschlüssig...ich schätze, ich mag die Freiheit in solchen Spielen immer noch, nur sind meine Ansprüche gestiegen womit die Räume, in denen man sich bewegt, gefüllt sind.














1 Comments:
Ich denke, es liegt daran, dass man durch einige sehr gute lineare Spiele mit perfekter Story ( CoD1-5, Fear, etc ) Gefallen dran gefunden hat etwas zu erleben, ohne danach suchen zu muessen. Trotzdem moechte man sich immer noch nicht von irgendwem vorschreiben lassen, wann man was erlebt. Deshalb halten wir uns immernoch an den freien Welten fest und betrachten sie als wichtiges Merkmal.
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