Von prophet am Mittwoch, April 15, 2009 um 11:26

Die Waffen Barad-dûrs

Die Stimme Saurons wartete in einem der höchsten Säle in Barad-dûr, dem Dunklen Turm von Mordor, der sich direkt neben dem Schicksalsberg dem finsteren Himmel entgegenstreckte, auf ihm das flammende Auge. Die Stimme Saurons war ein Mensch, kein Ringgeist, doch war von seinem sterblichen, gewöhnlichen Wesen kaum etwas übrig. Er hatte sich der Dunkelheit hingegeben und im Dienste des Bösen seinen eigenen Namen vergessen. Der in schwarz gewandte, große Mann trug einen schweren Metallhelm, der sein gesamtes Gesicht verdeckte - bis auf seinen Mund, aus dem konstant schwarzes Blut troff. Er war Saurons Botschafter in Mittelerde. Er sprach mit kehliger, kratziger Stimme das Wort Saurons. Und er hatte die Nazgûl zu sich berufen, um sie für die Schlacht vor Minas Tirith, der weißen Stadt, gegen die Armeen des Westens neu zu rüsten.
Fast alle Ringgeister hatten sich in der Halle aus schwarzem Stein versammelt und standen in ihrem schwarzen Kutten vor der Stimme Saurons, als der letzte eintraf: Tindomul, der Hexenkönig von Angmar, der höchste aller Ringgeister, der sich durch seine massive Helm-Krone und den mächtigen Streitkolben, den er wie auch sein schweres Schwert in einer Hand trug, hervortat. Er war der Herr der Nazgûl, Saurons rechte Hand auf dem Schlachtfeld. Ein Zischen, vielleicht ein Fauchen entfuhr der Kapuze, unter der sich nur Dunkelheit verbarg. Eine Stimme, wie der schwache Wind, der durch eine Gruft fährt, heulte: "Wwwwassssss willllssst duu von unssss, Ssssstimmmmeeeeeee?". Die Nazgûl wanden sich alle der Stimme Saurons zu, der nun zum Sprechen anhob. Seine Stimme war fassbarer, realer, aber ebenso grausam wie die des Hexenkönigs. "Schwarze Reiter. Ihr seid die Faust Saurons auf dem Schlachtfeld. Ihr müsst überall gleichzeitig sein, Furcht in den schwachen Herzen der Menschen sähen. Und ihr müsst schnell sein.", kratze es aus dem Mund mit den dunklen, scharfen Zähnen hervor, aus dem beim Sprechen immer weiter Blut lief. Der Hexenkönig sprach erneut mit seiner Stimme des Todes: "Unnnnsseeeerreeee Kreeeaatuuuureeeeennnnnnn", womit er die schrecklichen fliegenden Drachen meinte, auf denen die Ringgeister über die Land jagden.
"Zu verletzlich", sagte die Stimme Saurons. "Ihr braucht etwas stärkeres, dem man nicht den Kopf abschlagen kann, das genau so schnell und genau so stark ist. Dies.", sprach er und wies mit einer ausholenden Geste auf die metallen schimmernden Stäbe, die für die Ringgeister bereitlagen. "Wir nennen sie Pogo-Stöcke", erklärte die Stimme. "Ihr stellt euch da rauf und nutzt die Feder in dem Stab, um vorwärts zu springen."
Ein kurzes Schweigen herrschte in dem dunklen Saal, dann griffen sich die Ringgeister, die Saurons Willen unterworfen waren, jeweils einen Pogostock und hüpften aus dem Saal hinaus. Bei jedem Hüpfer gab es ein leises Quietschen. Nachdem die quietschenden Laute verhallt und die Ringgeister davongehüpft waren, ging die Stimme Saurons ein paar Schritte und griff sich selbst einen dieser neuen Pogo-Stöcke. Er betrachtete ihn von allen Seiten, dann stellte er sich mit den Füßen auf den Querbalken, hüpfte zweimal und fiel dann volle Kanne aufs Gesicht. Fluchend erhob sich die Stimme Saurons. Er war schon wieder genau auf dem Mund gelandet. Sein Zahnfleisch fing erneut an zu bluten.

4 Comments:

Blogger Frau Schmidt sagte...

*Tränenwegwisch*

15.04.2009 14:09:00  
Blogger Madse sagte...

xD

16.04.2009 12:15:00  
Blogger Rotfell sagte...

Genauso hat Tolkien es gewollt!Das Kapitel wurde bestimmt nur aus der Orginalfassung rausgekürzt und du hast es wieder gefunden. XD

16.04.2009 21:48:00  
Blogger PropheT sagte...

Die Szene sollte so eigentlich auch im Film erscheinen, aber sie war letzten Endes von den Effekten her zu aufwändig und wurde daher gestrichen.

17.04.2009 12:24:00  

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