Von prophet am Sonntag, Mai 17, 2009 um 17:21

Tagesschau 2020

[Eine Uhr läuft und stoppt bei 20:00:00.] *gonnnnnnnnnng*
Hier ist das siebte deutsche Fernsehen mit der Tagesschau. DÄÄÄM DÖÖÖM DÄMM DÄMM DÄM -DÄÄÄÄÄÄÄ DÄDÄDÄMMM! [Kamera zeigt das Studio, der Borg an dem Pult guckt in die Kamera. Datum: 20.06.2020]
ZALGO, meine Damen und Herren.
Umzug vollbracht

Nach nur einem halben Jahr Umzugsdauer ist der Bundestag nun komplett in den Norden nach Quickborn verlegt worden. Das vom Göttlichen aus dem Erdreich erhobene neue Plenum aus schwarzem Marmor, Platin und Obsidian wird von nun an offiziell als Tagungsgebäude verwendet werden. Zuvor war die Stadt Quickborn kauterisiert worden. Der alte Bundestag wurde Mitte letzen Monates aufgegeben, nachdem die Ausbreitung der Slums in Berlin dem Gebäude zu nahe kam und viele Bundestagsabgeordnete sich über den Geruch von Armut im Umfeld des Gebäudes beschwert hatten. Die Kosten des Umzuges belaufen sich auf circa 500 Trilliarden Mark, für die der Bund weitere Schulden aufnehmen musste.
[Eine Filmeinspielung folgt]
[Zu sehnen ist eine Straße voller Leute, die allesamt wie Obdachlose aussehen, zerrissene Kleidung tragen und schmutzig sind.]
Der traditionelle Regierungssitz Deutschlands, er ist nun verlassen. Nach langem Bemühen um eine Eindämmung des Armutsbezirkes der Stadt, der sich jedoch den gesamten Rest der Stadt einverleibte, ist die Bundesregierung nun weggezogen. Die von der weiterhin andauernden Wirtschaftskrise betroffene Metropole mit einer Arbeitslosenquote von über 90% wird vor allem von Migranten bewohnt. Die hohe Kriminalitätsrate erklärt sich laut Polizeichef Derring durch die Mentalität der Ausländer.
[Ein älterer Herr mit Schnurrbart und wuscheliger Frisur wird gezeigt, er trägt eine schwarze Uniform.]
„Das ist.....das muss man sich mal vorstellen, eine REINE.......Einstellungssache! Neeeech? Die WOLLEN es doch so! Und nicht anders. Schon immer, ich sag es. Ja.“
[Der Reichstag wird gezeigt. Punks schlurfen um ihn herum, die Wände sind voller Graffiti.]
Nach Verlassen der öffentlichen Gebäude nahm der Bodensatz der Bevölkerung sich der Räumlichkeiten an. Nach nicht lange anhaltender Zerstörungswut seien die Asozialen dazu übergegangen, die Gebäude als Schlafplätze zu nutzen oder sich von ihnen zu stürzen, so die Beobachtungen der Polizei.
[Die Kamera zoomt an das Gebäude ran. Ein Mann in einem zerfetzen Bademantel schreit in Richtung Kamera: „Fickt euch ihr dreckigen Kapitalistenschweine! AAAAAh-HAHAHA!“]
[Schnitt, ein gigantisches schwarzes, monolithisches Gebäude wird gezeigt. Deutsche Flaggen wehen von ihm herab, auf ihnen das Zeigen des Göttlichen.]
Indessen ist der Umzug nach Quickborn beendet und die Räumlichkeiten sind bezogen. Das neue Gebäude, dass der Göttliche aus dem Erdreich hob, ist aus einem Stück geschlagen und besteht vor allem aus schwarzem Marmor. Trotz Wegfall der Kosten für das eigentliche Gebäude müssen nun noch die Gelder in den Haushalt einrechnet werden, die für den Umzug anfielen.
[Ein Bundestagsabgeordneter der nationalsozialistischen Spaßpartei, er ist als Clown verkleidet und hüpft auf einem Pogostock auf und ab, spricht in die Kamera.]
„Nun sicherlich entstanden einige Kosten beim Umzug hier nach Quickborn und die müssen bewältigt werden, aber bisher hat sich das Modell, alles auf Pump zu bezahlen als recht solide erwiesen – zudem muss eindeutig gesagt werden, dass im neuen Gebäude durch die Lüftungsschächte der Gestank von Armut nicht mehr ins Gebäude hineinkommt und der Gestank der Faulheit von innen nach außen gepustet wird.“
[Das Gebäude ist in der Totalen zu sehen.]
„Zusätzlich zu den reguären Zahlungen schlug Finanzminister Lorenz vor, einige Tiere und arme Menschen zu opfern, um den Göttlichen gnädig zu stimmen.“
[Schnitt zurück ins Studio]

Wie bereits im Mai von der braungrünen Regierungskoalition angekündigt, wird die Abwrackprämie von nun an auch auf sehr alte Menschen ausgeweitet. Bei Verschrottung von Menschen über 100 Jahren Laufzeit wird ein zusätzlicher Bonus von 5€ ausgezahlt. Die im Jahre 2008 gestartete Prämie, die sich zunächst nur auf Autos beschränkte, sei in ihrem Erfolg ohne gleichen und sei ein Vorzeigemodell von staatlicher Regulation des Marktes, so Bundeskanzler Schäuble, der nach Einschätzung von Experten der Prämie seine dritte Wiederwahl zu verdanken hat. Die hohe Nachfrage nach Arbeitskräften in Krematorien senkte die Arbeitslosenquote innerhalb der letzten zwei Monate auf 59,3%. Die Erweiterung der Prämie auf ein 37tes Gebiet steht derzeit zur Diskussion. [Eine Filmeinspielung folgt] [Zu sehen sind zwei junge Frauen in Hosenanzügen, die mit Champagner anstoßen.]
Die Krankenkassen feiern – mit Inkrafttreten der Erweiterung der Abwrackprämie auf alte Menschen, die sie seit Beginn der Diskussion unterstützt hatten, sparen sie mehrere Milliarden jährlich, Gelder, die nun für die Wiederherstellung der Managerprämien genutzt werden können. Möglich wird dies durch die staatliche Subventionierung der Einäscherung alter Mitmenschen.
[Ein alter Mann wird gezeigt. Er legt sich auf eine Metallplatte, die in eine Öffnung in einer Wand geschoben wird. Daraufhin schlagen Flammen aus der Wand. Nun ist ein weit weniger alter Mann zu sehen, er trägt einen dunkelgrauen Anzug und eine Krawatte.]
„Wir merken, die Nachfrage ist ganz enorm äääh und mit einer derartigen Menge von Aufträgen ääh waren wir auch in der Lage verstärkt Leute, auch niedrig qualifizierte, äh, einzustellen äh.“
[Der Mann im Anzug gibt einem jungen Mann von etwa zwanzig Jahren einige Geldscheine in die Hand und schüttelt ihm dann die andere.]
Von der Prämie profitieren vor allem junge Leute, die ihre Großeltern abwracken lassen, die aus dem freien Organmarkt einen geringeren Wert gehabt hätten.
[Der junge Mann spricht in die Kamera.]
„Jo, is jut, wa, ick sach ma, die Omma hat nochma ordntlich Kohle jebracht, wa. Verstehn se, Kohle? Ha!“
[Schnitt zurück ins Studio]

Beim gestrigen Elefantenpolobundesligaspiel des Werder Bremen gegen den deutschen Rekordmeister Arminia Bielefeld kam es trotz erneut verstärkter Sicherheitskontrollen durch die Bundeswehr zu einer weiteren Aktion aus einer Reihe von Protesten. Die Protestanten, allesamt junge Frauen, die nackt auf das Spielfeld rannten, wurden sofort von den anwesenden Soldaten erschossen, wie es der Akt gegen Sexuelle Freiheit und Perversion gebietet. Kritiker nannten die sofortige Exekution eine „Vergewaltigung der Menschenrechte“ und „Krieg gegen das eigene Volk“. Innen-Verteidigungs-Minister Nordmann wies die Vorwürfe zurück und sprach von einem, so Zitat, „tja....hmhm...großen Erfolg gegen die Freizügigkeit“.
[Eine Filmeinspielung folgt] [Zu sehen ist das Bremer Stadion am Abend des Massakers. Einige Fans gucken erschrocken als die in der Sendung von massiven schwarzen Balken verdeckten Frauen nackt auf das Spielfeld laufen, einige Männer halten sich die Augen zu, weinende Kinder werden eingeblendet.]
Für viele ahnunglose Familien sollte es nur ein besinnlicher Abend des Elefantenpolos sein, doch es kam anders. Unbekleidet stürmten die Protestantinnen das Spiel, das sofort unterbrochen wurde. Das Militär handelte seinem Auftrage gemäß unverzüglich. [Es folgen die Aufnahmen des Blutbades. Ein Soldat spricht zu der Kamera, sein Name wird eingeblendet. Er spricht mit norddeutschem Akzent.]
„Chja, äh, unseren Befehlen entsprechend eröffneten wir sofort das Feuer auf die Protestantinnen, wobei inzwischen äh die Ermittlungen...laufn, wie es sein konnte, dass trotz massiver Sicherheitsvorkehrungen überhaupt Leute durch die Absperrungen gelangen konnten.“ [Man sieht Leute, die aus dem Stadion strömen. Ein Mann mit Bremen-Mütze ist im Bild.]
„Das kann ja wohl nicht angehen, dass sowas is. Da muss die Bundeswehr sich ma anstregen, dass sowas bloß nicht nochmal passiert. Unbekleidete Frauen.....und die hatten nichtmal was an! Das ist doch krank, abstoßend! Wie können diese Terroristen es wagen, arbeitenden Staatsbürgern so einen enthüllten Frauenkörper vorzusetzen! Das ist doch ekelhaft, gradezu krank!“
Die strikte Durchführung des Gesetzes findet laut Umfrage großen Rückhalt in der Bevölkerung, der Bedarf nach der Befreiung von sexuell Reizvollem ist groß. [Zu sehen ist eine Statue, sie zeigt eine barbusige Frau im antiken Stil, die ein weites Tuch um die Hüften trägt und eine Vase in der Hand hält.Sie wird mit Ketten von ihrem Sockel gezogen und zerbricht auf dem Fußboden.]
Nach längerer Diskussion um die Einordnung der antiken Darstellung von Unschamhaftigkeit wurde diesen Montag vom Bundesverfassungsgericht entschieden, dass auch diese Darstellung anstößig und somit zu vernichten sei. [Ein Mann mit Bauarbeitehelm spricht in die Kamera.]
„Wir entfernen hier nun alle alten Statuen und Bildnisse, die in irgendeiner Weise im Verdacht stehen, nun äh, Reize zu suggerieren. Vor allem die antike Darstellung und der sexuelle Liberalismus der frühen Jahre dieses Jahrhunderts haben uns hier einiges an Arbeit beschert.“
[Schnitt zurück ins Studio]

Nach schweren Gefechten um Colorado zeigten sich die Neu-Konföderierten auf einer Presseerklärung siegesgewiss. Man habe den Nordstaaten einen schweren Schlag versetzt, so General Bush. Als besonders effektiv hätten sich die neuen arabischen und afrikanischen Kinder erwiesen, die die Neu-Konföderierten ins Gefecht schickten. Sie seien zwar schwach und von geringer Ausbildung, aber gleichen ihre Makel durch ihre schiere Masse und geringe Haltungskosten aus, so der ranghohe Miliär. Die sog. „Südstaaten“ hatten vor sieben Monaten verkündet, dass sie nach jahrzehntelangem Verkaufen von Waffen in Dritte-Welt-Länder darauf umsteigen wollten, die ausgerüsteten Soldaten für ihre eigenen Zwecke zu mobilisieren.

Der Großkonzern Google hat seinen Suchdienst, auf dem der enorme Erfolg des Unternehmens basiert, eingestellt. Der einst extrem populäre Service habe, so Google, in den letzten Jahren einen enormen Rückgang an Suchanfragen erfahren, was die Konzernleitung auf die weltweiten Internetsperren und Zensurmaßnahmen zurückführt. Der Aktienkurs des Unternehmens fiel um zwanzig Punkte.
Google wolle sich, so die Presseerklärung, von nun an verstärkt auf die Produktion von High Tech Waffen und künstlichen Organen konzentrieren, die vor allem von vielen ostasiatischen Regierungen eine hohe Nachfrage erfahren.

Der seit Anfang März andauernde Beschuss des Planeten Uranus mit Walen wurde eingestellt. Dies verkündete der Vorsitzende des Verbandes für Beschuss fremder Planeten mit seltenen Tieren VfBfPsT, der ehemalige Bahnchef Mehdorn. Grund für das Ende des Abschusses von Walen mit Spaceshuttles sei, dass es keine Wale mehr gebe, die man abfeuern könne. Wie sich dies auf den Beschuss von Alpha Centauri mit Pandabären auswirken wird, ist noch unklar. Mehdorn versicherte, dass der Verband alles Täte, um das Sperrfeuer aufrecht zu erhalten.
:
1, 2, 3, 14, Eulersche Konstante, Pi^87, Zusatzzahl i.
Superzahl, die 9.
Im Spiel 77,...6,6,6,6,6,6,5
und im Spiel Super 6: 1,3,3,7,0,2
Alle Angaben wie immer ohne Gewähr.
:
[Eine Wetterkarte wird eingeblendet. Europa ist zur Hälfte im Meer versunken, was kaum zu erkennen ist, da alles voller schwarzer Wolken ist.]
Wie bereits die letzten Jahre ist mit Gewittern und Stürmen zu rechnen. Seit Verdunkelung der Sonne ist das Wetter stabil, die Windgeschwindigkeiten weiterhin bei 50 Stundenkilometer. In den Mittelgebirgen muss mit Schnee gerechnet werden.
[Der Sprecher ist wieder zu sehen.]

Die Tagesschau meldet sich wieder um 22:00 im Anschluss an den Spielfilm „Weniger denken, mehr Arbeiten“, der vom Ministerium für Kultur und Arbeit mit dem Wegener-Preis ausgezeichnet wurde. ZALGO! //DÄMM DÄMM DÄMM DÄÄÄÄÄÄÄÄÄ – DÄDÄDÄMMM!

4 Comments:

Blogger Madse sagte...

Schoen. Son bisschen wie 1984 schonmal, nur besser. Weil Kapitalismus und so...

17.05.2009 19:33:00  
Blogger Jens sagte...

Kann ja alles gar nicht sein, denn Bielefeld gibt es gar nicht. Ha! :D

18.05.2009 01:09:00  
Blogger Maak sagte...

sehr geil. ausnahmslos. wirklich. bravo!

18.05.2009 12:20:00  
Blogger PropheT sagte...

@madse: hab den film teilweise gesehen. fand den langweilig.

@jens: Das behaupten die Bielefelder auch immer.

21.05.2009 22:24:00  

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