Smooth Criminal
Manch einer mag sich fragen, was all das Geraffel zu bedeuten hat, das im Moment hier bei uns im hohen Norden abgeht und aktuell die Nachrichten dominiert. Eine kleine, unsachliche Erklärung:Im Februar 2003 fassten Schleswig Holstein und Hamburg zusammen die Hamburgische Landesbank mit der Landesbank Schleswig-Holstein zur HSH Nordbank zusammen, was von Hamburgs Bürgermeister von Beust als "eine neue Ära der Zusammenarbeit" betitelt wurde. Ihr Vorzeigeprojekt, das den Ländern zu fast 60% gehört und etwa den Hamburger Finanzsenator Michael Freytag im Aufsichtsrat sitzen hatte (von Beust sagte, die Bank habe eine "geringe Einflussnahme" durch die Politik, hahaha), sollte, entgegen jeder wirtschaftlichen Realität, (durch die Beteiligung der Länder) Geld in die Kassen spülen. Ebenjene großartige neue Landesbank vermeldete im November 2007 einen Verlust von 91.000.000 Euro durch US Immobilien, an denen sie beteiligt war, weil die Landesregierungen entschieden, dort Risikogeschäfte einzugehen und Casino zu spielen. Das war den Landesregierungen jedoch herzlich egal, die Landesbank hat als Prestigeobjekt zu laufen, weshalb auch aus den Kassen der Länder (man bemerke: Schleswig Holstein gilt inzwischen als pleite) nach jedem neuen Flop Geld in die Bank gepumpt wurde. Die Bank widerum versicherte der Politik durch vage Versprechungen immer wieder, dass Gewinne eingefahren werden würden, womit sich diese auch einwickeln ließ.
Trotz eben dieser Summen, die den Jahreshaushalt der beiden Länder jedes Mal wieder über 50.000.000 Euro belasten (man stelle sich mal vor das Geld ginge an Schulen), musste die Bank Ende letzten Jahres 30.000.000.000 Euro Hilfe vom Bund beantragen - und bekam sie auch. Bedingung für die staatliche Finanzspritze war jedoch, dass die Spitzengehälter der Manager sich auf 500.000 Euro Maximum beschränken.
Hier kommt nun der aktuelle Anlass: Der Vorstandsvorsitzende der HSH Nordbank, Herr Nonnenmacher, bekam von Peter Harry Carstensen, zusammen mit von Beust inzwischen der große Entscheider bei der Bank, mehr als fünf Mal so viel Geld als "Sonderprämie" ausgezahlt, nämlich 2.900.000 Euro. Carstensen UND von Beust genehmigten diese Zahlung, Carstensen jedoch ohne das S-H Parlament, das darüber zu entscheiden hätte, zu informieren. Schlimmer noch, Carstensen behauptete in einem Brief, dass die SPD dieser Zahlung explizit zugestimmt hätte. Diese behauptet, davon nichts gewusst zu haben, wurde jedoch von Innenminister Lothar Hay angeblich darüber informiert - eine offizielle Zustimmung gab es jedoch anscheinend nicht.
Inzwischen gab Carstensen zu, dass er gelogen hat. Nein, gelogen, das gab er nicht zu, er sagte, er sei "vielleicht ein bisschen flott hinweggegangen", über die Formulierung, dass das Parlament seine illegalen Geldgeschäfte legitimiert hätte. Und nun, da diese Lügen, denn nichts anderes ist es, ans Tageslicht kommen, kann ich Herrn Stegner, dem schleswig-holsteinischen SPD-Chef, nur Recht geben, wenn er sagt: „Jemand, der die Koalition gesprengt und das Parlament belogen hat, sollte nicht daran denken, den Landtag aufzulösen, sondern der sollte eher zurücktreten“. Ganz meine Meinung. Belogene Bevölkerung des Nordens, deren Steuergeld von inkompetenten, gierigen Politikern in dubiosen Geldschiebereien verloren wurde:
YOU'VE BEEN STRUCK BY (dsch)
A SMOOOOOTH CRIMINAL!














0 Comments:
Kommentar veröffentlichen
<< Home