Von prophet am Sonntag, August 16, 2009 um 15:19

Enden

// Ende des Spiels. Chrono Trigger habe ich gestern Nacht abgeschlossen. Mein Eindruck hat sich auch durch die späteren Spielphasen nicht geändert: nette Auflockerung des Kampfsystems, tolle Musik, aber irgendwie zünden die Charaktere nicht. Hauptfigur Crono bleibt extrem farblos und die Nebencharaktere (bis auf Frog und Magus) sind alle recht eindimensional. Vielleicht bin ich so wenig überwältigt, weil ich so viele Vergleiche ziehen kann, die es '95 noch nicht gab. Wie dem auch sei, insgesamt ist es ja wirklich kein schlechtes Spiel und 16- und 8-bit Titel haben ja immer einen gewissen Charme.

// Ende des Buches. Ebenfalls durch habe ich jetzt "Die Kriegssprachen von Pao", ein SciFi Roman von Jack Vance, geschrieben 1958, meine Ausgabe ist von 1985. Die Handlung verkürzt: Der Herrscher des Planeten Pao (der frappierende Ähnlichkeiten mit China aufweist) wird ermordet und sein Bruder nutzt die Gelegenheit, um den Thron zu besteigen. Bevor er den Thronerben Beran, den Protagonisten, töten kann, entkommt dieser mit dem Gelehrten Palafox vom Planeten Breakness, wo er im Exil aufwächst und an den Universitäten dieser Welt der Intellektuellen ausgebildet wird. Jahre später ersucht der tyrannische Thronräuber Palafox um Hilfe: sein Volk wird von kriegerischen Clans (Dschingis Khan lässt grüßen) ausgeblutet. Palafox Hilfe erfolgt durch Sprachen, die isolierten Paonesen aufgezwungen werden, denn die Sprache beeinflusse das Denken, so die Grundidee des Buches. Eine Sprache wird für Krieger ersonnen, eine für Techniker.
Als Beran eines Tages auf Pao zurückkehrt und sich nach einigen Jahren unter falscher Identität offenbart und mit Palafox Hilfe sein Amt mit Gewalt an sich reißt, sind die spezialisierten Untertanen in der Lage, die Clans, die immer noch ihre Tribute kassieren, zu besiegen. Mit Berans Herrschaft und dem Sieg über die Clans gedeiht Pao, doch nach mehreren Jahren muss Beran erkennen, dass ihm die Herrschaft entgleitet - durch die separierte Kriegerkaste und durch Palafox, der seine eigenen Interessen durchsetzt.
Ein netter Ansatz, das mit den Sprachen, aber letzten Endes entscheiden doch Blut und Morde die Geschicke der Charaktere. Erst ganz am Schluss wird angedeutet, dass eine Mischsprache aus den drei bisherigen auf Pao den Frieden bringen könnte. Außerdem ist es wieder der einzelne Mensch, der alleine die(se) Welt rettet, der zudem eher mäßig sympatisch ist. Auch der Gegenspieler, Palafox, ist leider flacher, als zu hoffen wäre. Insgesamt ein mittelmäßiges Buch, das sein Potential nicht ansatzweise entfaltet.

// Ende der Tarnung. Habe den dringlichen Verdacht, dass Schäuble Batman ist. In soner ARD Polit-Gesprächsrunde haben sie gesagt, dass er genau das tut, was sein Amt von ihm erfordert, nämlich gewagte Thesen für die Öffentlichkeit zur Diskussion zu stellen, die dann entscheidet, ob das so akzeptabel ist. Also ist es seine Aufgabe, den Hass für sowas wie die Forderungen nach Online Überwachung auf sich zu ziehen. Und Dark Knight lehrt uns, dass Batman das auch tut, dass er dafür gehasst werden soll, dass er nicht das ist, was Gotham will, sondern das, was Gotham braucht, weil er das nämlich erträgt. Oder so. Äh. Jedenfalls würde es mich nicht wundern, wenn Schäuble des Nachts aus seiner Höhle rollt und Verbrechen persönlich bekämpft.

2 Comments:

Blogger mys sagte...

Der Rollstuhl ist zumindest eine perfekte Tarnung.

Ich glaube aber eher, Schäuble ist Oracle. Denn er weiß ja, dank Spionen, so oder so, wann es welches Verbrechen gibt.

16.08.2009 17:45:00  
Blogger PropheT sagte...

An Oracle hatte ich auch gedacht, aber uns Wolfgang ist mehr ein Kämpfer an der vordersten Front.

16.08.2009 23:10:00  

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