Cool für Sekunden
Eine der größten journalistischen Tugenden ist eine klare, eindeutige Ausdrucksweise, durch die der Leser unmissverständlich vermittelt bekommt, was der Autor sagen möchte. Allegorien, Symbole, Euphemismen, Sinnbilder, all dies kann natürlich benutzt werden, um einem Text einen literarischen Wert einzuimpfen, jedoch muss der Schreiber vor allem bei knapp formulierten Nachrichten Zurückhaltung zeigen, wenn ansonsten der Inhalt der Meldung verfälscht wird.Die Tagesschau meldet(e) heute auf ihrer Internetseite: "Karl-Theodor Ingrid Waldemar Hugo Schnuffi Adelbert Schnitzel von und zu Guttenberg lässt neueste AKW-Typen untersuchen", soweit nichts besonderes, halten doch CDU und CSU seit Jahrzehnten an der Fortsetzung des Atomstroms fest, doch dann las ich folgenden Satz: "Wirtschaftsminister zu Guttenberg lässt in seinem Haus die Sicherheit der modernsten Generation von Atommeilern testen.". Ich war zutiefst beeindruckt. Sollte ich Karl-Theodor Ingrid Waldemar Hugo Schnuffi Adelbert Schnitzel vollkommen falsch eingeschätzt haben? Vielleicht war er gar nicht der aalglatte, schmierige, verweichlichte Adelige für den ich ihn hielt. Jemand, der Experimente mit extrem gefährlichen Energiequellen in seinem eigenen Haus zulässt, der ist ein ausgekochter, harter Hund, ein eiskalter Irrer, the Main Man. Ich hatte es schon vor Augen: In seinem Märchenschloss, mitten im Foyer, steht ein riesiger Generator, grünes Licht strahlt heraus, Pumpen pumpen, die Halle erzittert vor Lärm, und mittendrin steht unser aller Karl-Theodor Ingrid Waldemar Hugo Schnuffi Adelbert Schnitzel, die brennende Zigarre im Mundwinkel, grinsend. "WHOOOZE HAAAAAOUUUUWZE?", brüllt er gegen den Lärm an. Er winkt sich einen der Ingenieure heran, der in meiner Vision so aussieht wie Johannes Schlüter, und fragt ihn: "Sagen Sie, mein Bester, es geht der Partei um die Sicherheit der Meiler, was wäre nötig, um solch einen Apparat zur Explosion zu bringen?". "Nuchja", sacht der Johannes Schlüter Ingenieur, "datt brauch schon nen diggen Terroranschlach um datt Ding kaputt zu kriegn, die Hülle is stabil. Datt einziche is, datt dat von innen zuviel Druck gib, weil irgendwer auf diesen roten Knopf drück", kommt die Antwort und er zeigt auf einen großen, roten, schönen, glänzenden Knopf. Karl-Theodor Ingrid Waldemar Hugo Schnuffi Adelbert Schnitzel lacht. "Diesen Knopf?", fragt er und drückt ihn. FRAGGA-BOOOOOOM!
So zumindest meine Vision. Doch dann holte mich die ernüchternde Realität in Form des eigentlichen Artikels der Tagesschau ein. "Das Bundeswirtschaftsministerium von Karl-Theodor zu Guttenberg hat einen Auftrag zur Untersuchung der Sicherheit von modernen Atommeilern vergeben.", heißt es da. Oh, die Enttäuschung, Ach, die falsche Hoffnung. Und ich hatte für einen Moment geglaubt, von und zu Guttenberg wäre...cool. Liebe Tagesschau: Ein Ministerium ist kein "Haus". Vielleicht ein Gebäude, aber kein "Haus". Vielleicht habe ich in letzter Zeit auch einfach zu viel Lobo gelesen.
Labels: Karl-Theodor Ingrid Waldemar Hugo Schnuffi Adelbert Schnitzel von und zu Guttenberg














2 Comments:
Deine Gedanken sind gar nicht so schlecht. Das sollte man dem K-TIWHSASvuzG vorschlagen, wenn er sich das nächste Mal zu AKW äußert...
Übrigens sprach auch gerade die SPD in einem TV-Wahlwerbespot von dem "Hause zu Guttenberg".
Bei dem in da Hood muss ja ganz schön was los sein! :D
Kommentar veröffentlichen
<< Home