Durcheinander
// Ich stehe also in dem Photoladen und warte darauf, dass die etwas ungehalten wirkende Dame zurückkommt. Als sie schließlich kommt, legt sie nochmal schnell die 10€ teure CD, die ich zu den drei gedruckten Abzügen für 15€ dazu gekauft habe, in den Computer ein, um zu gucken, ob das Bild auch wirklich drauf ist. Es ist drauf. Ich frage: "Wie groß ist das Bild auf der CD jetzt?", denn ich hatte gesehen, dass sie es für den Druck runterskaliert hatte (das Bild brauche ich aber digital, um es ins Deckblatt von Bewerbung.pdf zu tun). Sie antwortet: "Das ist hohe Qualität, äh, JayPäg, $zahl-Millionen Pixel...". Ich hake nach, schließlich ging es mir nicht um Qualität ihrer Kamera, sondern um die Größe der finalen Datei: "Ja aber welche Auflösung hat das Bild?". Sie sagt: "Hm. Das weiß ich jetzt grad nicht sooo genau, Moment ich, äh...", und geht nochmal nach hinten. Ich gucke auf mein Photo. Mein Gott bin ich hässlich. So ein abscheuliches Gesicht sieht man selten. Gut, dass ich kaum spiegelnde Oberflächen in meinem Zimmer habe. Sie kommt zurück. "Ja das sind äh 300 dpi.", sagt sie. Ich gebe auf. Das Bild war übrigens in sagenhaften 709x945.// In den gegenwärtigen Nachrichten findet sich immer wieder ein gewisses Hickhack um den Bund der Vertriebenen und deren Vorsitzende und wie viele Sitze die in ihrem Rat haben oder so. Ehrlich gesagt habe ich nicht verstanden, worum es da geht. Es gibt aber noch etwas, das ich nicht verstehe, und das wühlt mich viel mehr auf: Die Personen, für die sich der BdV einsetzt, sind jene, die aus ihrer Heimat vertrieben wurden, weil Hitler seinen Totalen Krieg verloren hat. Es geht nicht um gegenwärtig politisch Verfolgte aus dem Ausland, sondern nur um die, die aus Regionen kamen, die mal deutsch waren. Wozu gibt es diesen Verein noch? Sämtliche direkt Betroffenen unter einem Alter von 130 Jahren, mag es auch damals noch so scheisse für sie gewesen sein, leben inzwischen länger "hier" als in besagten Gebieten! Dieser Verein, der ein so surreales Leiden einer aussterbenden Generation zu lindern behauptet, wird vom Bund mit Steuergeldern gefördert. Erkläre mir das bitte mal einer.
// Dass Google auch ohne Aufforderung jedermanns Daten sammelt, ist weithin bekannt und führt zu Sprüchen wie "Wozu Backup erstellen? Google hat doch eh alle meine Daten!". Dabei sind wir meist auch so freundlich, diesem Prozess nachzuhelfen, indem wir unsere Bilder bei Picasa hosten oder unser Leben in Googles Blogs ausbreiten. So wie ich. Ahem. Das reicht Google aber noch nicht, denn jetzt hätte es gerne unsere Dokumente auf dem Silbertablett ans Bett gebracht, indem wir ChromeOS benutzen, das gemäß Cloud Computing-Prinzip die Daten in der Cloud (sprich, auf Googles Servern) speichert. Cloud Computing mag ja Sinn machen, um zB ungenutzte Leistungs-Ressourcen zu mobilisieren, aber meine Dokumente sollen auf meinen Festplatten in meinem PC in meinem Zimmer liegen. Google hat ja einige mutige Konzepte und wagt sich an Ideen, für die kein anderer Konzern die Cojones hätte. Aber bei ChromeOS setze ich mir meinen Alufolie-Hut auf und fauche: Meine Daten gehören mir.














2 Comments:
#1: Dreihundert unglaubliche dpi, Hammer!
#2: DAS dachte ich mir auch: Wozu gibt's die noch?
#3: Jetzt weiß ich endlich, wer aus Mountain View auf meinen Blog klickt! :D
ChromeOS ist im Prinzip dasselbe wie Windows Cloud Computing und das Dingens von Amazon, oder?
Mir kommt das nicht ins Haus.
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