Von prophet am Montag, Dezember 21, 2009 um 12:49

Sti-hilleee Naaacht

Nile - Those Whom The Gods Detest [2009] []
Auch wenn Nile bisher kein wirklich schlechtes Album veröffentlicht haben: Ihre letzte Veröffentlichung, Ithyphallic, erweckte den Eindruck, die Ägypten-Fans hätten vergessen, dass all ihr Geblaste, Gefrickele und Geröhre auch noch vollwertige Songs ergeben sollte. Eben dies scheint ihnen plötzlich wieder eingefallen zu sein: Those Whom The Gods Detest kommt tighter daher, straffer, konzentrierter. Sogar einige seltsam mitgröhlbare Elemente haben sich eingeschlichen - dennoch bleiben Nile ihrem gewaltigen Sound treu. Karl Sanders wahnsinniges Gitarrenspiel und das Geballere dieses Roboters George Kollias treffen nur diesmal genau in Schwarze. Definitiv das beste (Brutal, Technical, Wasauchimmer) Death Metal Album des Jahres. Evangelion von Behemoth, mit Verlaub, ist schwach gegen die Pharaonen! Hut ab.


Fall of Efrafa - Elil [2007] []
Songs unter 20 Minuten sind was für Pussies? Godspeed You! Black Emperor, Cult of Luna und Neurosis sind klasse, aber man hat schon alles von denen gehört? Entspannende Klanglandschaften sollen sich mit Sludge-Gebrülle und für Genre-Verhätlnisse zügig wummernden Gitarren abwechseln? Dann kann man doch mal einen Blick auf Fall of Efrafa aus England werfen! Auch wenn ihre 3-Song-LP "Elil" einige kleinere Macken hat, wie etwa die unnötig lange Salbaderei von Richard Dawkins im dritten Song, die Ermangelung eines wirklich eigenständigen, unverwechselbaren Klanges oder ein gewisser Mangel an Abwechslung, ist sie doch ein Tipp für alle, die im Ambient-Sludge / Post Metal-Genre nach mehr lechzen. Um nach der Krone der Kategorie zu greifen, reicht es aber leider nicht. Für Einsteiger würde ich eher auf Pelican verweisen.


The Casualties - On The Front Line [2004] []
Richtiger Punk. Nicht diese seichte Pop-Scheisse, die im Fernsehen als Punk vermarktet wird. Auch nicht melodische Teenager-Musik wie The Offspring oder Bad Religion. Dreckiger, härter, schneller, nicht die vielkopierte Downbeat Klopperei, die Sick of It All spielen. Mehr Straße. Wie The Exploited, nur ohne die Metal-Anleihen. Simple, kurze Songs mit ausgestrecktem Mittelfinger und Mitgröhl-Refrains. Eine für solche Musik großartige Produktion, die zwar genau die richtige Härte und Kratzigkeit bietet, aber dennoch klar genug ist, um alle Instrumente definiert herauszuhören. Ohne den Sound glattzubügeln.
Es ist kein Punkrock, um dazu zu feiern und zu trinken. Es ist Punkrock, um Autos anzuzünden und Ziegelsteine auf Regierungsgebäude zu werfen. Gefällt mir verdammt gut.


Taake - Nattestid Ser Porten Vid [1999] []
Erinnert sich noch jemand daran, wie enttäuscht ich anlässlich des besten Black Metal Wetters von Behexen war? Alles egal! Denn Taake retten die Saison. Dabei übertrumpfen die sieben Songs, die schlicht in römischen Ziffern durchnummeriert sind, keinesfalls in einem einzelnen Kriterium die jeweiligen Maßstäbe setzenden Vorzeigewerke. "Nattestid...", genau wie "My Soul...", versucht viel eher, alles unter einen Hut zu bringen. Der große Unterschied: Taake kriegen es hin, in jedem Aspekt mindestens gut zu sein. Das Album bietet sowohl Tempo als auch die Melodik, die Emperor kultiviert haben, ohne dabei so überproduziert wie Behexen zu klingen. Einfach ein gelungener Allrounder mit genug Wiedererkennungswert in einem Genre, das oft aus undefiniertem Rauschen besteht. Kriegt nicht jeder hin. Gefällt mir sehr.

3 Comments:

Blogger PhanThomas sagte...

Immer wieder erstaunlich, wie du es schaffst, komplett an meinem musikalischen Kenntnishorizont vorbeizuempfehlen. :-)

21.12.2009 22:16:00  
Blogger PropheT sagte...

Genau dafür gibt es diese Posts - um deinen Horizont zu erweitern.

23.12.2009 20:08:00  
Blogger PhanThomas sagte...

Ich werd da jetzt heute so nach und nach mal reinhören. So ganz unvoreingenommen. :-) Wünsche derweil frohe Weihnachten und so.

24.12.2009 14:19:00  

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