Von prophet am Freitag, Januar 30, 2009 um 14:49

Freiheit ist Scheisse?

Als ich damals diesen scheiss Dialog mit dieser dämlichen Eule endlich durch hatte und das erste Mal vor Hyrule Field stand war ich baff. Diese nach heutigen Maßstäben eigentlich verdammt kleine Fläche war für mich zu der Zeit der Hammer. Eine riesige, offene Spielwiese, die zum Entdecken einlud. Ich war begeistert. Irgendwann kam ich dann auch am Marktplatz vor Hyrule Castle an, nachdem ich erstmal meine Bekanntschaft mit diesen großen Rotordingern gemacht und jeden 2ten Busch im Umkreis zu Salat verarbeitet hatte. Und als dann erst Epona verfügbar war wurden die Ausflüge durch die scheinbaren Weiten Hyrules noch großartiger. Diese Freiheit, in einem 3D-Spiel solche "Reisen" zu machen, war der Wahnsinn.
Wir springen einige Jahre weiter. Morrowind bot eine irrwitzig große Spielfläche, die zwar zu großen Teilen erschreckend leer war (Aschewüste soweit die Fernsicht reicht), aber trotzdem Expeditionen provozierte, und das immer und immer wieder. Das zunehmende Aufdecken der Karte wurde zwar etwas weniger spaßig, als man merkte, dass man die besten Items im Spiel schon besaß und man somit lediglich auf noch mehr generische Dungeons stoßen würde, aber dennoch habe ich Morrowind wie kaum ein anderes Spiel komplett totgedaddelt und ausgereizt. Deshalb verschwand es auch erst von meiner Festplatte, als Oblivion rauskam, weil ich so sehr an meinem Rothwardonen hing, auch wenn ich ihn seit Ewigkeiten nicht mehr gespielt hatte. Oblivion machte dann eine Sache besser als Morrowind: Die Mehrheit der (leider sterilen) Fläche, die erneut groß ausfiel, war nicht mehr graue Aschewüste, sondern Wald und Wiesen-Landschaft. Wieder ein Spiel, das ich bis zum Gehtnichtmehr gespielt habe.
Wir springen wieder einige Jahre und lassen erneut diverse weitere gute Beispiele zurück. Wir schreiben das Jahr 2009 und ich sitze vor Fallout 3 und vor Far Cry 2. Beide bieten große Spielflächen, Fallout 3 will entdeckt, umgegraben, kartographiert und auseinander genommen werden, Far Cry 2 will bereist, photographiert und in Broschüren festgehalten werden. Und auch wenn beide Spiele das alte "hier ist eine riesen Fläche voller Aufträge - Beschäftige dich!" - Konzept aufgreifen, das ich so geil fand, irgendwie fehlt mir das alte Feeling. Die große Fläche wird zunehmend zu einer Bürde. Wenn ich die 08/15 Aufträge abwickle, nur um Geld für Waffenverbesserungen zu kriegen, dann langweile ich mich, dann ist Far Cry 2 brutal öde. Ich sehe einfach nicht ein, dass ich Umwege machen soll, nur um die Alternativlösungen der Kameraden auch nur anzuhören, ich spare lieber Weg ein. Im Gegensatz zu Fallout 3 kann man sich unterwegs wenigstens noch an der Landschaft erfreuen, aber das täuscht nicht darüber hinweg, dass die ständigen Fahrten und das Laufen nerven. Wenn dann die entscheidenen Hauptstory-Missionen einsetzen, man den Schakal erneut trifft, das Spiel also vorerst linear verläuft, habe ich mehr Spaß als beim Rest des Spieles. Das gleiche gilt für Fallout 3 - einfach rumrennen, ab und zu neue Orte entdecken und hochleveln macht keinen Spaß, die Hauptmissionen gegen Ende dafür umso mehr.
Darum kann ich mich nur wundern - verliere ich meinen früher so enormen Spaß an Spielen, die mich in der Spielwelt aussetzen und mich tun lassen wonach mir lustig ist? Oder bin ich einfach nur anspruchsvoller geworden, weil ich inzwischen lieber linear der Story folge, als noch zwei Höhlen am Arsch der Welt zu durchwühlen, um dann doch nur belanglose Standartitems zu finden? Ich bin unschlüssig...ich schätze, ich mag die Freiheit in solchen Spielen immer noch, nur sind meine Ansprüche gestiegen womit die Räume, in denen man sich bewegt, gefüllt sind.

Von prophet am Dienstag, Januar 27, 2009 um 13:26

Crack the Skye & Divinations

Mastodon-Fanboy der ich nunmal bin weiß ich, dass Crack The Skye, ihr am 24ten März erscheinendes neues Album, bereits seit Mitte/Ende November fertig ist. Worauf wartet man also noch? Sicherlich, die Band muss die neuen Songs erstmal einstudieren, die CDs müssen gepresst werden, der ganze PR-Kram muss gemacht werden, etc etc. Aber der Hauptgrund für die Verzögerung war bisher offiziell, dass das Artwork für das Booklet, das dem Album beiliegen wird, noch in Arbeit sei. Ich persönlich finde ja schicke Artworks ganz erbaulich, aber mir kommt es vor allem auf die Musik an - ob die Bilder im Booklett gut sind oder nicht wertet das Album weder auf noch ab. Gestern, am Montag, erschien endlich die erste Single des Albums, Divinations, sowie das offizielle Titelbild das Albums, hier links zu sehen. Ich habe zwei Äußerungen zu machen. 1.: Divinations ist ein klasse Song, sehr geschichtet, perverses Solo, eingängig. Gefällt mir. 2.: Wegen so potthäßlichen Bildern wie dem da links wird das Album zurückgehalten? FFFFFFFFUUUUUUUUUUUUUU-


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Von prophet am Sonntag, Januar 25, 2009 um 00:50

Reis und Ehre

Die Speichellecker um Graf von Snappsenbeiser gackerten amüsiert, was ihnen erneut einige Blicke des Restes der noblen Gesellschaft des Empfanges eintrug. Die jungen Männer kümmerte dies jedoch nicht, waren sie doch vertieft in das geheuchelte Interesse an dem Geschwätz des jungen, aalglatten Adeligen, der in seinen Ausführungen über verschiedene lokale Berühmtheiten sehr herablassend wurde. "Und da schubste ich diesen Flegel mit meinem Gehstock davon", erzählte er in selbstgefälligem Ton und untermalte seine Erzählung mit stochernden Gesten, "und als er mit seinem Gesäß auf dem Boden landete riet ich ihm, doch vielleicht einmal seine Almosen in Seife und weniger in Schnaps zu investieren!". Das Gelächter der Kriecher um ihn herum war ihm sicher, und er genoß die Aufmerksamkeit, die er von diesen Männern bekam. Für von Snappsenbeiser waren sie genauso Teil des Pöbels wie das Gelump auf der Straße, aber sie alle stammten aus reichen und noblen Familien und damit ertrug er die Gesellschaft dieser Dilettanten. Er fuhr mit leicht erhöhter Lautstärke fort, da er den Klang seiner eigenen Stimme sehr genoß. "Was ist eigentlich von diesem jungen Fräulein der Weidmarks zu halten? Mich deucht, dieses junge, naive Ding sollte das Studieren vollends aufgeben, ein Weib mit solchen Hüften und so wenig Hirn gehört in ein anderes Gewerbe, wenn sie verstehen, meine Herren!", laberte er vor sich her, seine Worte immer wieder bejubelt von den Schleimern um ihn herum und geächtet von den älteren Herrschaften , die ihn zwar am liebsten des Saales verwiesen hätten, sich aber seiner gesellschaftlichen Stellung bewusst waren.
"A-HA-HA-Ha! Vorzüglich!", warf einer der Schmeichler ein, "sagt, guter Graf, was haltet ihr von diesem...Reis?". Von Snappsenbeiser zog amüsiert eine Augenbraue hoch. "Reis, sagt ihr? Ein Verschnitt von einem Gentleman, ein alter Zauderer. Und wäre es seiner neutralen Art und Weise, die mich abstößt, nicht genug, er klebt auch noch, wenn man ihn nicht richtig kocht! Jede Nudel oder Kartoffel ist ihm haushoch überlegen.", ließ er sich herab. Wieder tosender Beifall von den Armleuchtern um ihn herum, das er mit einem dezenten Lächeln hinnahm. Da spürte von Snappsenbeiser ein leichtes Pochen an der Schulter und drehte sich um. Das falsche Lächeln verging ihm sofort. Direkt vor ihm stand Reis. Er trug einen klassischen Zwicker und einen Zylinder, den an den Ecken hochstehenden Schnurrbart hielt er perfekt gepflegt und seine Körner waren blütenweiß gewaschen. Reis räusperte sich ungehalten und hob mit tiefer, nach Reis klingender Stimme an: "Verzeihen sie, Snappsenbeiser, aber ich kam nicht umhin, mir ihr dümmliches Gerede anhören zu müsssen. Sie haben mich in meiner Ehre gekränkt und ich fordere Wiedergutmachung. Ein Duell zwischen Gentlemen, bis auf den Tod! Ich erwarte sie...", donnerte er und holte eine Taschenuhr aus seiner Schale, wobei einige Reiskörner herausfielen, "...um Punkt 21 Uhr an der alten Eiche im Park! Guten Tag!", sagte Reis und verließ den Saal.
Von Snappsenbeiser stand mit offenem Mund und krampfenden Händen still wie eine Laterne. Er war überrumpelt. Seine Speichellecker hatten jegliches Lachen verloren und befanden sich nun in einer Art Betretenheit, vermischt mit Zweifeln und einer gewissen Furcht. Langsam und mit entsetzem Blick drehte er sich zu seinen Kriechern um, die allesamt plötzliches Interesse an ihren Fußspitzen hatten. Die Stimmung im Rest des Saales dafür war frappierend gestiegen.

Von prophet am Dienstag, Januar 20, 2009 um 20:30

This Defining Silence

Auch wenn er sein Amt erst seit wenigen Stunden bekleidet - Barack Obama hat schon jetzt etwas erreicht, das respektabel und von unwahrscheinlichem Wert ist. Er hat es geschafft, eine Generation von Politikverdrossenen zu mobilisieren, als Politiker modern und lebendig zu erscheinen. Zumindest für kurze Zeit ist in Amiland die Regierung nicht mehr der Feind. Das alles hat er erreicht, ohne konkrete Erlässe oder Ähnliches, sondern durch eine Ideologie, die er rüberbringt, wie es sonst kaum jemand kann. Das versteht man in dem Moment seiner Rede, in dem er sagt "...these things are old" und dann "...these things are true", und in seinen kurzen Redepausen trotz irrwitzig gigantischer Menschenmengen eine Totenstille herrscht, die mich mehr beeindruckt hat als alle seine Formulierungen. Die Menschen hören ihm tatsächlich zu.
Was mir auch auffiel - seine Rede klang gut. Also, äh, sie beinhaltete zwar das Pathos, das Amerikaner so lieben, aber sie war dem Anlass würdig. Nur...wenn Obama sagt, "the oath is taken amidst gathering clouds and raging storms", dann klingt das fucking epic. Dann fragt man sich, wieso es derartige Reden nicht in Deutschland gibt. Und DANN übersetzt man, der man grad in Englisch denkt, das ganze auf Deutsch und denkt sich, dass Mudder Merkel, wenn sie an ihrem Pult stünde und sagte, (jetzt bitte diese furchtbare Stimme einblenden) "der Eid wurde inmitten sich türmender Wolken und tobender Stürme geschworen", dann wäre es wahrscheinlich anzunehmen, dass ihr Team sie vom Mikrophon wegzerren würde und sich dafür entschuldigen würde, dass die Kanzlerin nicht ganz bei Sinnen sei. Es klingt einfach SCHEISSE. Ein wenig nach ManOwaR, aber in schlecht, und genau das finde ich irgendwie unwahrscheinlich schade. Selbst wenn deutsche Politiker den Mut aufbrächten rethorisch gute Reden zu halten, es würde trotzdem niemals so würdevoll und fucking epic wirken, wie es ein Amerikaner erstens und ein Barack Obama zweitens hinkriegt. Achja, und auch wenn es inzwischen jedem klar sein müsste und man es nicht mehr hören kann: Eine Nation, die von religiösen Hardlinern und erzkonservativen Traditionalisten seit Generationen gelenkt wurde, hat einen Mann ins das höchste Amt der Welt gewählt, der Schwarz ist und Hussein heißt. Vielleicht ist der Change ja schon da. Nun muss man sehen, ob er auch wirklich auf politischer und wirtschaftlicher Ebene eintritt, aber das ist ein GANZ anderes Feld.

Von prophet am Freitag, Januar 16, 2009 um 23:45

Hymns in the Key of 666

Es ist schon erstaunlich, wie viele Metallica-Cover es auf der Welt gibt, sowohl gute (Cannibal Corpse, Apocalyptica, etc) als auch schlechte (Harptallica, oh gott sind die kacke). Eines, das mir Last.FM vorwarf, war Blackened, gespielt von HELLSONGS, deren Konzept es ist, aus diversen Metalsongs zuckersüße kuschelige Wohlfühl-Indie-Folk-Pop Liedchen zu zimmern. Altbekanntes Konzept (Richard Cheese, Weird Al, etc), jedoch recht unterhaltsam durchgeführt. Mein größter Kritikpunkt an diesem ihrem ersten Album ist, dass die Originalmelodien eiskalt übergangen wurden und schlichtweg nur die Texte übernommen wurden, wodurch ein Wiedererkennen nur anhand der Lyrics möglich ist. Trotzdem ist "Hymns in the Key of 666" ein sehr lustiges Album, das man sich einmalig mit Begeisterung reinzieht, sich an der Kombination aus Instrumentalisierung und Lyrics erfreut, dann jedoch nur noch sehr vereinzelt hört. Meine Empfehlungen: Blackened; Symphony of Destruction; die Hippie-Version von Thunderstruck. Definitiv keine Kaufempfehlung, aber ein dringlicher Reinhör-Tipp.

Von prophet am Samstag, Januar 10, 2009 um 20:29

Buggy-Buddies

Wir trafen uns irgendwo in der Savanne. Ich fuhr grade mit einem ollen Truck umher, den ich irgendwelchen 08/15-Söldnern, die an einer Straßenkreuzung herumlungerten geklaut hatte, nachdem ich ihnen demonstrierte, wie sich die hübschen Explosionen von Far Cry 2 auf ihre Gesundheit auswirken. Ich war auf dem Weg zu einem der vielen Waffenhändler, die in der Gegend einen Heidenprofit machten und eigentlich nicht besonders aufmerksam, aber irgendwas trieb mich dazu, kurz anzuhalten und mir anzuschauen, ob in dem kleinen Schuppen der mitten im Nirgendwo stand irgendetwas nützliches lag. Erst auf den zweiten Blick bemerkte ich ihn überhaupt. Sein Blech war in einem hellen Blau, hinten ragten zwei dicke Auspuffrohre aus dem Motor und wenn man sich in den Sitz warf befand man sich mit dem Arsch nur wenige Centimeter über dem Boden.
Wir verstanden uns auf Anhieb gut. Seine niedrige Sitzhöhe, das für Far Cry 2 verdammt hohe Tempo und allein schon das Brüllen des Motors ergänzen sich super mit meiner "Scheiss drauf ob da ne Klippe ist, das hält der Wagen aus!"-Fahrweise und der Szenarie, die von kniehohem, hellbeigem, da ausgetrocknetem Gras dominiert war. Ich raste frohen Mutes durch Afrika, trieb einige panische Gnus vor meinem Wagen her, nur um sie dann mit Karacho zu überholen. Der Weg zum Waffenhändler konnte gar nicht lang genug sein. Schnell rein, neue Wumme kaufen, wieder raus. Buddy, wie ich den Strandbuggy kumpelhaft nannte, glänzte in der Sonne. Wir rasten, beide in heller Begeisterung, an den Bahnschienen entlang, die sich bis zum Horizont erstreckten. Wenn ich Gas gab, schrie er vor Freude auf und jagte über den Boden hinweg, als würde er ihn gar nicht erst mit seinen Reifen berühren. Wir hatten noch nicht viel Zeit miteinander verbracht, aber in diesem doch als so gnadenlos verschrienen Afrika waren wir Freunde geworden. Doch dann passierte es.
Bevor ich reagieren konnte, raste ein Jeep auf mich zu. Das stationäre Geschütz auf dem Dach des Geländewagens eröffnete, wie gewohnt, das Feuer. Eilig wich ich aus, sprang aus dem Buggy und ballerte wie irre auf den Mann am Geschütz. Als dieser Blut kotzend zusammenbrach, war der andere bereit ausgestiegen und hatte eine Granate auf mich geworfen. Mich, der ich noch direkt neben Buddy stand. Er hatte keine Chance. Ich konnte mich noch retten, rannte einige Schritte beiseite und entging der gewaltigen Explosion, die Buddy in einem Feuerball verglühen ließ. Der Söldner, der die Granate warf, hatte daraufhin innerhalb weniger Sekunden ein komplettes Magazin im Kopf. Diese herzlosen Schweine. Fassungslos stand ich vor den brennenden Überresten von Buddy. Er war noch so jung. Die Granate galt mir. Was war das nur für eine Welt. Afrika war wirklich so grausam und brutal, wie sie alle sagten. Vor allem gegenüber kleinen, schnellen Strandbuggys.
Einige Zeit später lernte ich einen neuen Buggy kennen. Er war dunkelrot und hatte die selben Fahreigenschaften wie Buddy. Aber es war einfach nicht das selbe.
-Schweigen-

Von prophet am Mittwoch, Januar 07, 2009 um 01:33

21st century digital joy

Einige wenige werden sich vielleicht daran erinnern, dass ich schon einmal Experimente mit Desktop-Niveau-Virtualisierung betrieb. Das Ergebnis war damals, dass ich mir mein schönes NTFS Filesystem zerschossen hatte und zwei Partitionen formatieren musste, glücklicherweise ohne Datenverlust. Mir war letztens wieder unbändig danach, Ubuntu auszuprobieren, ohne ein DualBoot aufzusetzen (und ich hab so den sinistren Hintergedanken im Kopf, irgendwie mal diese geleakte Windows 7 Beta auszuprobieren). Da ich aber wenig Lust auf QEMU + QEMU Manager (GUI) hatte, probierte ich mal VirtualBox von Firma Sun (Java, Solaris, inzwischen MySQL, etc) aus. Feststellung: VirtualBox ist um Welten intuitiver als QEMU, nach "Ok" und "Weiter"-Geklicke einsatzbereit, das Aufsetzen der VM ging superschnell und problemlos. Soweit zufrieden mountete ich die .iso, installierte das OS (schneller als auf QEMU, friss das, Fabrice Bellard!) und bootete Ubuntu. Bis dahin war ich zufrieden. Dann öffnete ich probeweise den vorinstallierten Firefox und...Internet ging. Einfach so. Ohne eine einzige Einstellung, ohne Rumgefrickel. It just works. Sun hatte nämlich irgendwelche Netzwerktreiber installiert, was mir zunächst so gar net passte, aber als ich die Resultate sah, war ich beeindruckt. Ubuntu hatte also sofort Internet, ergo sofort Opera dasbesteProgrammderWelt drauf, und ich konnte den Update Manager ausprobieren, den einige Linux-Distributionen so haben. Er funktioniert großartig.
Zwar kriege ich bisher den Shared-Ordner zwischen Host und Guest nicht in Ubuntu gemountet, aber ansonsten bin ich wirklich von VirtualBox begeistert. Klare Empfehlung. Das gleiche gilt für Ubuntu - wer bereit ist, ein wenig Einarbeitung zu investieren, bekommt ein auf JEDEN Fall besseres OS als Windows Vistaids, auch wenn das keine allzu große Leistung ist, da dieses programmiert wurde, indem man tollwütige Paviane vor die Tastaturen in Redmond setzte. Weniger toll fand ich Pidgin, den vorinstallierten IM-Client auf Ubuntu, da bleibe ich lieber bei meinem schönen schlanken Miranda. Aber he-hey, wenn ich nun mal Zeit zwischen "Gammeln" und "Arbeiten" (an Halbjahresprojekt für Schule) finde, kann ich mit Ubuntu rumspielen und in meine nicht existenten Bewerbungen schreiben, dass ich erste Erfahrungen mit Linux anhand dieser Distribution gesammelt habe. Vielleicht probiere ich auch noch ein BSD aus, auf dem ja eigentlich fast alles laufen müsste, was auch auf Linux läuft. Nur mal so aus Scheiss.

Von prophet am Samstag, Januar 03, 2009 um 14:51

Steinhartes Falloubst

Fallout 3 bietet wirklich eine sehr große, zum Entdecken einladende Spielfläche. Zwar ist das Ödland komplett braun und die zerstörten Städte sind komplett grau, aber es macht immer wieder Spaß, wenn man neue Absonderlichkeiten der Einöde findet - etwa die Supermutanten, die mit Splittergranaten Jagd auf die Brahmins (zweiköpfige Kühe mit erstaunlichen Flugeigenschaften) gemacht haben; Balthazzar hat ein Dorf gefunden, in dem, ich zitiere, "nur zwei ultrakonservative familien wohnen, und die väter gehen immer "arbeiten"... in nem keller und nem gartenschuppen... stellte sich heraus das sie dort ödländer geschlachtet haben, damit die familien was zu essen hatten..."; oder ich sag nur Vault 106. Kurzum: Fallout 3 bietet viele Beschäftigungsmöglichkeiten.
Achtung, ab hier Spoiler. Ich hatte vielleicht ein Viertel der Orte besucht, als ich die dank des Riesenroboters extrem cool ausklingende Haupthandlung abschloss. Ich war grade mal auf Level 15, aber hatte keinerlei Probleme was den Schwierigkeitsgrad angeht. Nachdem die Diashow GANZ am Ende fertig war, konnte ich leider nicht weiterspielen, was jedoch logisch war, schließlich hab ich als Jesus gespielt und habe die Paladinbitch vor dem Reaktor stehen lassen. Ich, heldenhafter Kerl der ich bin, da rein, verstrahlt, tot. Meinetwegen. Als ich dann aber den Spielstand kurz davor geladen hatte und das Spiel mit "Fuck You ich geh da nicht rein!" beendete, also die Paladinbitch reinging, endete das Spiel ganz genau so, nur mit dem Vermerk "Der einsame Wanderer war am Schluss feige und sandte die Paladinbitch ins Verderben" - weiterspielen durfte ich trotzdem nicht, obwohl ich überlebt hatte. Den Raum einfach verlassen und die Paladinbitch n paar Wochen stehen lassen, um erstmal alles nur denkbare im Ödland zu machen fiel leider auch flach, da dann die kleine Meldung "Hurr Durr die Tür ist zu du kannst hier nicht raus lol" (sinngemäß) angezeigt wird. Ärgerlich. Wenn ich also mehr von Fallout 3 haben will, muss ich also entweder neu anfangen, oder, was sinnvoller ist, einen etwas älteren Spielstand laden. Das fand ich damals grade so gut an Morrowind und Oblivion - man durfte weiterspielen, auch wenn die Haupthandlung fertig ist. Ab hier keine Spoiler mehr.
Diesmal beende ich den Post andersrum als das Mal zuvor. Fallout 3 hat ZWAR viele eintönige Abschnitte (Ödland, U-Bahn-Tunnels, Höhlen), die Haupthandlung zerfasert in der Mitte etwas, man rennt öfters gelangweilt durch die Landschaft, das V.A.T.S. ist nur semi-hilfreich (und auf große Entfernungen nutzlos) und viele Synchronsprecher reden so langweilig, dass ich nur schnell die Untertitel lese und mich weiterklicke, ABER die Athmosphäre des Szenarios, die spannenden Gefechte (Erst Sniper, dann Kampfflinte, dann Rösti), die spinnerten Charaktere en Masse und vor allem dieser 50er-Style, der ständig präsent ist, machen all das wieder wett und aus Fallout 3 ein großartiges Spiel.

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