Von prophet am Samstag, März 28, 2009 um 12:11

Und der Gewinner ist...

...Bild Nummer Zwei. An der Abstimmung nahmen von Montag Abend bis jetzt, Samstag Mittag, leider nur 18 Leute teil. Der Sieg war denkbar knapp mit einer Mehrheit von 10 zu 8 Stimmen, also ca 56% für dieses Bild. Erstellt wurde es in 15 Minuten von...mir, Herr Parino zeichnet sich verantwortlich für Bild #1.
Ich bedanke mich bei Allen, die an der Umfrage teilgenommen haben, für wen auch immer sie gestimmt haben. Ich nehme die Ernennung zum Sieger dankend an und verneige mich vor meinem von nun an in Schmach leben müssenden Kontrahenten.
Der Gedanke ist einfach zu faszinierend. Dieses Gesicht mit seinem alles durchbohrenden, stechenden Blick auf der der Erde zugewandten Seite des Mondes würde der gesamten Menschheit auf ewig hin schlaflose Nächte bereiten. In dem Wissen, dass dieser Blick auf jedermann herniedersticht, kann doch niemand Ruhe finden. Gnarharhar.

Von prophet am Freitag, März 27, 2009 um 14:32

Crack The Skye

Oblivion - Das Album beginnt mit dem coolen, athmosphärischen Intro, das bereit aus den im Vorfeld erschienenen Making Of-Clip erschien. Instrumental kein schlechter Song, jedoch ist der Gesang, vor allem zu Beginn des Liedes wie eine Ohrfeige, da man mit Geschreie und Geröhre wie in "The Wolf is Loose" gerechnet hat, aber dafür...Geweine kriegt. Von allen Songs auf dem Album hat Oblivion die schlechteste Gesangsspur. Die instrumentale Version, die der Single beiliegt, hilft gewaltig, dieses Lied zu mögen. Oblivion gipfelt mit einem extrem lässigen, abgefahrenen, spacigen Gitarrensolo, das an Bluesgitarristen denken lässt. Insgesamt muss ich dennoch sagen, dass Oblivion für mich der vielleicht schwächste Track auf dem Album ist, da der Gesang wirklich unerträglich ist und ihm einfach das Kaliber für einen Opener fehlt. Von der Bedrohlichkeit und dem Donnern, das in den Vorabpreviews erwähnt wurde, fehlt jede Spur. Es ist ein Rock-Song. Adieu, Sludge?

Divinations - Nach einem scheinbar auf einem Banjo gespielten Intro und Hochgeschaukel schaltet Divinations, die Single, erstmal einen Gang hoch und ist der Song mit dem höchsten Durchschnittstempo und dem meisten Punch. Trotzdem besitzt er nicht die Härte, die etwa noch ein "Crystal Skull" hatte. Was mich wenig zu begeistern vermag ist der Refrain, dafür gefällt mir das Solo mit seinem metallischen Geschredder super. Divinations ist ein sehr variabler, stark geschichteter Track, der der zugänglichste auf dem Album ist. Trotzdem bleibt ein flaues Gefühl...das ist die erste Single zum Album? Hoffentlich war es das nicht schon, denn wenn das der beste Track ist, ist das Album eher enttäuschend.

Quintessence - Ein wirrer Song, der mit hohen Gitarren und Midtempo gedankenverloren wirkt, es wird klar, was mit den "Classic Rock" Ansätzen gemeint ist. Wo ich wirklich lange dran zu kämpfen hatte war der Refrain, der aus, kein Scherz: "Let it go, Let it go, Let it go, Let it go, Let it goooooo!" besteht. Inzwischen kann ich es mir anhören ohne mich haltlos übergeben zu müssen, schließlich ist das Riffing im Refrain das vllt härteste auf dem Album. Quintessence ist irgendwie auf keiner klaren Linie - einerseits die verträumt-wirren Strophen, die klingen, als hätte sie jemand talentiertes in betrunkenem Zustand geschrieben, und dann dieser primitive Refrain.
Die letzten anderthalb Minuten müssen jedoch noch hervorgehoben werden, da der Song in dieser Zeit einen komplett anderen Kurs nimmt. Erst kramt er aus dem Nichts komplexe Gitarrenläufe hervor, die so auf "Bladecatcher" hätten sein können, dann haut er ultraheavy Sludge-Riffs raus und mit dem hernieder donnernden Schlagzeug sowie dem beschwörenden Geröhre von Troy Sanders klingt er endlich wie ein Song , der auch auf Remission hätte stehen können. Wäre der gesamte Song wie diese letzten anderhalb Minuten, er wäre der beste des Albums.

The Czar - Verzerrte Keyboards mit einer hypnotisierenden Melodie schweben umher, die dann der eigentlichen Band begleitet werden, die dann auch das Ruder übernimmt. Hier fällt vor allem der Bass positiv auf. Der stark an Ozzy erinnernde Gesang von Brent, die vielen übereinander liegenden Schichten von Sounds und Melodie erzeugen eine beklemmende, fast schon verloren wirkende Athmosphäre, die zwischen Melancholie und Entspannung schwankt. Der immerhin zehnminüte Song macht dann einen Schlenker, richtiges, straffes Riffing stetzt ein, Gitarrenläufe wechseln zwischen heavy und dynamisch, darüber der wirklich frappierend an Ozzy erinnernde Gesang. Nach dieser Phase geht es zurück in entspanntere Gefilde, die sehr getragen wirken und wieder die bluesartige Gitarre haben. Irgendwie weiß dieser Track nicht was er sein will, am passendsten wäre wohl Classic Rock Blues Progressive Epos.

Ghost of Karelia - Der vielleicht entspannteste Song des Albums, der mit der hellen Hauptmelodie und dem sphärischen Gedröhne dahinter und dann mit dem langgezogenen, zum Mitsingen einladenden Gesang im Refrain sehr zurückgelehnt wirkt. Trotzdem schafft es Sanders, mit seinem Gesang eine finstere, spannende Athmosphäre aufzubauen und dem Song ein..."mysteriöses" Etwas zu geben, man verzeihe mir den Ausdruck. Man bleibt durchgehend im gemäßigten Tempo und vermeidet bis auf vorübergehende Schwere allzu hart herausstechende Elemente, der ganze Song ist sehr flüssig und homogen im positiven Sinne. Einer der besten Songs auf dem Album.

Crack The Skye - Nach einer athmosphärischen Einleitung, die fast auf einer Augenhöhe mit der von "Sleeping Giant" ist, wird der Titeltrack zunehmend düsterer und schwerer. Der beschwörende Gesang in den ersten Strophen stammt von Scott Kelly von den extrem einflussreichen Neurosis und wird immer wieder durchbrochen von den seltsam positiven, hellen Gesangseinlagen von Troy Sanders, die dann am Ende den Song übernehmen und aus der erdrückenden Düsternis am Anfang in positivere Gefilde schweben. Leider. Denn die erste Hälfte mit ihren schweren, schleppenden Rythmen gefällt mehr als die zweite Hälfte mit ihrem nervigen Gesang, der durch die gute Gitarrenarbeit kompensiert wird.

The Last Baron - Akustikgitarren und sehr ruhiger, sphärischer Gesang kündigen zunächst ein Lied an, das wie eine Mischung aus "Hearts Alive" und Oblivion in entspannt klingt. Und das soll 13 Minuten gehen? Hauerha! Das geht dann so die ersten 2:20 und ist sehr entspannend, dann kommen Gitarren dazu, die in ihrer epischen Intonierung die besten Seiten des Classic Rock Ansatzes darstellen, den man auf dem Album hat. Es folgt eine kurze Bridge mit Gitarre und Wiederhall, die von dem plötzlich aus dem Tiefschlaf erwachten Brann Dailer besucht wird und sich zu der besten Phase des gesamten Albums aufbaut, die mit knarrenden Gitarren und großartigem Riffing sowie eingängigem und ausnahmsweise mal nicht blödem Gesang den Höhepunkt des Albums darstellt, der bestätigt, dass es die Band doch noch draufhat. Superschnelles Gitarrengefrickel, das erneut extrem positiv an "Bladecatcher" erinnert. Riffing, das fast schon an "Capillarian Crest" denken lässt. Brann Dailor, den sie endlich mal von der Leine lassen. Melodien, die sich wie am Ende von "Crystal Skull" entfalten. Der Refrain, der zwar nur aus dem Namen des Songs besteht, aber dabei pervers eingängig ist.
Nach dieser ekstatischen Phase schaltet die Band dann wieder zurück zur Akustik, die den Song eingeleitet hat, der Kreis schließt sich. Und nach dem Austoben davor tut die Entspannung gut. The Last Baron ist für mich definitiv der beste Song auf dem Album.

Mastodons Crack The Skye, auf das ich nun so ewig gewartet habe, ist Alles in Allem eher eine Enttäuschung. Oblivion ist für mich Schund. The Last Baron ist großartig und kann mit den Songs auf Blood Mountain konkurrieren. Der Titeltrack ist wie Neurosis in gestrafft. Aber mir fehlt etwas...diese aus allen Poren triefende, boshafte Heavyness, die es noch auf Remission gab, das nackenbrechende Stampfen, Röhren und Toben auf Leviathan. Mastodon sind ruhiger geworden. Weniger Sludge, mehr...Rock. Crack The Skye ist kein schlechtes Album. Aber es ist nicht das Album, das es hätte sein könnten. Wenn es darum geht, mal etwas Neues zu versuchen, hatten sie definitiv Erfolg und ein ruhigeres Album sei ihnen wirklich gegönnt. Aber hoffentlich legen sie sich nicht auf diesen Weg fest, denn auf Dauer würde er massiv Credits kosten. Ich zweifle aber nicht daran, dass das Album noch wächst und in einem Jahr sehe ich es bestimmt anders als jetzt. Und denkt dran Leute, bis Samstag könnt ihr noch abstimmen!

Von prophet am Montag, März 23, 2009 um 21:33

Walken auf dem Mond - HELFT MIR!

Leute, ich brauche Euch. Und zwar jetzt! Ja, euch. Jeden, der das hier liest. Folgende Ausgangssituation: Ich sprach mit dem guten Herren Parino, dessen Blog ja nun leider seit einiger Zeit mehr als komatös ist. Ich fragte ihn, was er sich kaufen würde, wenn er 1750000000000 Dollar auf einmal ausgeben müsste. Er meinte, ich zitiere: "in dem fall würde ich eine raumstation im all bauen lassen. Die erste mit künstlicher Schwerkraft mit Rotation. Dort würden Mönche für mich Bier brauen". Daraufhin meinte ich, dass ich es cool fände, etwas in die der Erde zugewandte Seite des Mondes zu brennen/graben/sprengen, wovon alle Menschen der Welt auch in ferner Zukunft noch etwas haben. Sein Vorschlag aus einem vorherigen Kontext heraus: "Christopher Walkens Gesicht. Über die ganze Mondoberfläche". Eine Idee war geboren. Wir nahmen uns beide das selbe Photo vom Walken und seinem stechenden Blick zur Hand.



Daraufhin riefen wir spontan einen Wettbewerb aus. Beide hatten 15 Minuten Zeit, dem Mond Christopher Walkens Gesicht aufzush00pen. Nach der Viertelstunde beendeten wir unsere Tätigkeit und schickten uns die Ergebnisse. Und IHR! sollt die Richter sein, welches Werk, angesichts der kurzen Zeit, besser gelungen ist! Jeder kann abstimmen, auch ohne Blogger-Account, einfach den Poll oben links in diesem Post anklicken und mitmachen! Für eine größere Ansicht der beiden Bilder einfach draufklicken. Bild 1 ist das linke, blaue, Bild 2 ist das rechte, schwarz-graue. Es wird aber erst verraten, wer welches von beiden Bildern erstellt hat, wenn die Umfrage beendet ist, was Samstag Vormittag der Fall sein wird - ihr könnt also die ganze Woche lang abstimmen und wirklich jeden den ihr kennt auf diese Umfrage verweisen, denn je mehr Stimmen desto besser! Herr Parino und Ich hoffen auf rege Beteiligung und sind auf das Ergebnis gespannt. Danke.

Von prophet am Sonntag, März 22, 2009 um 10:44

Waffen und Geld

Die Zahlen, die seit Monaten in den Medien umherfliegen, sind enorm. 102 Milliarden Euro, die die HRE bereits an Hilfen bekommen hat, und trotzdem droht ihnen die Enteignung. 161 Millionen Euro, die an die Manager der AIG als Bonuszahlungen geflossen sind. Und mein Favourit: 1750 Milliarden Dollar, die in der größten Wirtschaft der Welt als Defizit erwartet werden. Einer der Gründe, warum ich die letzte Zahl (Quelle: Tagesschau) so mag ist, weil nicht von 1,75 Billionen die Rede ist, sondern von 1750 Milliarden. XKCD hat es bereit richtig ausgedrückt: Die Zahlen müssten ausgeschrieben werden, damit den Leuten, die jeden Tag in der Zeitung von dreistelligen Millionenbeträgen lesen, wieder ein Gefühl für die Größenordnung dieser Summen vermittelt wird. Also, um mit gutem Vorbild voranzugehen: Das US Defizit soll 1,750,000,000,000 Dollar betragen. Diese Schreibweise finde ich viel würdiger, das Ausmaß des Scheitern der Wirtschaft auszudrücken, als eine 1,75. Wenn es jetzt mit dem Kurs weitergeht, dass die Staaten jeden dämlichen Konzern, der sich nicht mehr selbst tragen kann, retten müssen, dann wird schlichtweg mehr Geld gebraucht. Also wird mehr Geld gedruckt, das Geld verliert an Wert und die Zahlen werden noch höher. In Ungarn gab es bereits eine enorm hohe Inflation, die zwar von 8,8% auf 8,5% zurückging, dennoch ist das Geld bei denen massiv entwertet. Nochmal der Vollständigkeit halber: Das Geld, das sich die Leute in Ungarn ihr Leben lang erarbeitet haben und gespart haben, ist um den genannten Prozentsatz entwertet. Sie haben weniger. In meinem Vokabular ist das Diebstahl. Und zwar, weil sich irgendwelche Hedgefondmanager in New York an der Börse verspekuliert haben. Wie weit sowas gehen kann sehen wir in Afrika, wo in manchen Ländern ein Ei 100 Billiarden derer Währung kostet.

Aber zurück zu unseren Freunden in Amiland. Dort muss nun im Budget umdisponiert werden und dafür bietet sich der dank der Bush-Regierung gewaltige Verteidigungs-Etat an. Konkret stehen die F-22 Raptor Kampfjets im Fokus, die pro Stück 351,000,000 Dollar nur für den Bau kosten, dazu kommen natürlich Wartung und Kraftstoff. Und wofür werden die Dinger gebraucht? Falls die Taliban mit ihren fucking Senkrechtstartern aus ihren Höhlen geflogen kommen und den Ungläubigen auch in der Luft den Dschihad erklären? Also bitte! (Obwohl ich mich wundern muss, warum der Osama in seiner Höhle mitten in der Wüste am Arsch der Welt immer einen voll aufgeladenen Camcorder hat.) Der einzige Grund, warum man derartige Flugzeuge bauen lassen will, ist, weil man einen Feind hat, der in etwa gleichwertige Flugzeuge hat. So einen Feind GIBT es aber nicht. Die Angst, etwa vor den Russen, ist ein Anachronismus aus Zeiten des Kalten Krieges. Douglas Macgregor war Colonel bei der US Army, hat an Operation Desert Storm teilgenommen, hat einen Shitload an Verdienstorden bekommen und gilt durch seine Artikel und Bücher als einer der bedeutendsten, erfahrendsten und geschätztesten militärischen Publizisten der Welt, und dieser Mann sagt, dass er "keinen Grund, warum wir nicht exzellente Beziehungen mit Russland haben sollten", sehe.
Saxby Chambliss, Senator aus Georgia, verteidigt den Bau des F-22 damit, dass an ihm sehr viele Jobs hängen, und mit dieser Position ist er bei weitem nicht alleine. Hier mal folgende Überlegung: Das, was ihr baut, wird gebaut, weil die Regierung in Washington ihre Auftragskiller, denn nichts anderes ist das Militär, mit den mächtigsten Waffen der Welt ausstatten will. Ihr habt keine eigenständige Existenzgrundlage. Ihr seid komplett abhängig von dieser Nachfrage. Ihr seid Angestellte. Ihr baut Maschienen, um Menschen zu töten. Noch eine Überlegung: Der Bau dieser Maschienen, die techisch sicher sehr anspruchsvoll sind und entsprechend viel Know-How erfordern, bedarf hochqualifizierter Arbeitskräfte. Diese Ingenieure, Techniker und Elektriker, die an diesen Maschienen arbeiten, müssen ein so hohes Können besitzen, dass ich mir wirklich sehr sicher bin, dass diese Leute eine Bereicherung für jeden anderen Produktionszweig wären, der nachhaltig die Lebensqualität von Menschen erhöht, anstatt sie umzubringen. Das ist die große Aufgabe, der sich Obama entgegenstellen muss: Diese Leute erst sicher in anderen Jobs unterzubringen, um dann diese ganze beschissene Waffenindustrie abzubauen.
Oder, wenn das nicht geht, dann machen es die USA wie immer - sie rüsten erst ein anderes, ärmliches Land mit ihren alten Waffen aus um dann gegen dieses in den Krieg zu ziehen, wie in Nahost geschehen. Verkauft doch den Taliban eure alten Flugzeuge, die werden sich freuen, dann könnt ihr sie mit euren neueren Jets vom Himmel ballern!

Von prophet am Freitag, März 20, 2009 um 21:22

Indiana Jones 4

Von prophet am Mittwoch, März 18, 2009 um 20:18

I'M not locked up in here with YOU.

Nachdem ich nun neulich die Original-Comics gelesen hatte, habe ich mir den Versuch angeschaut, die zwölf Bände in einen Film zu packen, was zumindest als ehrgeizig zu bezeichnen ist. Zack Snyder gab sich dabei Mühe, dem Original treu zu bleiben und möglichst oft die Bilder 1:1 zu übertragen - etwas, das ich sehr zu schätzen weiß und das auch, anders als die Entertainment Weekly meint, gut funktioniert. Seltsam, wenn man genau weiß, was als nächstes passieren wird und wer wo stehen wird, obwohl man den Film vorher noch nie gesehen hat. Die Besetzung ist meiner Ansicht nach großartig gelungen, vor allem Jeffrey Dean Morgan (OMG John Winchester!) und Jackie Earle Haley, der diesen arschcoolen, abgefuckten Soziopathen, der Rohrschach ist, perfekt umsetzt, sind wahre Glücksgriffe. Was ebenso gut gelingt, sind einige nötige Modernisierungen, etwa das Outfit von NightOwl, das nicht exakt gleich ist und dadurch einfach zeitgemäßer aussieht, oder das Ersetzen des Wasserwerfers an Archie durch eine Minigun funktioniert einfach. Etwas, das mich dann doch extrem gestört hat, war die inhaltliche Änderung am Ende (Manhatten statt ALIENS!), aber ich will nichts zerspoilern. Guter Film, gefiel mir. Mit Kenntnis vom Original weit cooler.

Von prophet am Samstag, März 14, 2009 um 09:40

Ohnmacht

*seuftz* Eigentlich wollte ich das Thema ja einfach aussitzen und ohne einen Text darüber davonkommen. Aber da es die Medien von einem Unfug - Orgasmus zum Nächsten treibt, bleibt mir wohl keine andere Wahl. Dabei finde ich das Thema furchtbar uninteressant, sind es doch immer wieder genau die gleichen Punkte, die heraufbeschworen und diskutiert werden. Strengere Waffengesetze, schreien die einen, in der festen Überzeugung, dass das nicht gequirlte Scheisse ist, die sie da herauskotzen. Deutschland hat bereits ein extrem strenges Waffengesetz im Vergleich mit anderen Staaten, nur bringt auch das strengste Gesetz nichts, wenn es nicht eingehalten wird. Der Vater von unserem aktuellen "Amokläufer" (ein unsinniger Begriff, Amoklaufen ist nicht gezielt) hatte die Tatwaffe nämlich nicht weggeschlossen, wie es seine gottverdammte Verantwortung gewesen wäre, sondern hatte sie im Schlafzimmer rumliegen. Zählt das nicht schon als Beihilfe zu einer Straftat?
Die Motive hinter der Tat werden nun gesucht. Und zwar auf seinem Computer. Das Debakel um die scheinbar gefälschte Nachricht vor der Tat auf Krautchan (Fuck You Krautchan!!) leitete das nun stattfindende Durchforsten der Festplatten des Täters ein. Und was findet die Polizei? Pornobilder! 200 Stück! Bei einem Siebzehnjährigen! Wenn ein Jugendlicher dieses Alters 200 Pornobilder auf dem Rechner hat, hat er entweder extrem langsames Internet oder wirklich ein gestörtes Sexualverhalten. Und als wäre es damit noch nicht genug - KILLERSPIELE hat er auch noch gespielt! Far Cry 2! Oh Gott, alles ergibt plötzlich einen Sinn! Ich musste mich zunächst extrem wundern, wieso er nach dem Blutbad in der Schule ein Auto gekidnapt hat und so eine lange Fluchtroute hatte. Das hat er alles aus Far Cry 2 mit diesen unsäglich langen Fahrstrecken und den repetativen Feuergefechten unterwegs abgeleitet! Aber mal ernsthaft - wenn es Videospiele mit Gewalt wären, die der Auslöser für solche Taten sind, wie extrem kaputt muss ein Verstand bereits sein, damit dieser Einfluss reicht? Wie schon der Joker sagte: "Madness, as you know, is like gravity…all it takes is a little push!" - aber wie weit muss man dann bereits am Abgrund stehen?
Ich glaube auch nicht, dass der Überlegungsansatz etwa der Welt, dass bisher (fast) alle Täter dieser Art männlich waren, etwas bringt. Wohin soll dieser Ansatz führen? Ab sofort wird jedem frustrierten Jugendlichen eine Freundin vom Staat zugeteilt, die eine beruhigende Wirkung auf ihn ausübt? Wo kann ich mich eintragen? Überhaupt fällt mir beim Lesen über diese Person immer wieder auf, dass mir nichts auffällt. Keine Abnormitäten. Keine Eltern, die sich in einer Schlammschlacht scheiden ließen, keine Vergewaltigungen als Kind, keine einschneidenden, alles erklärenden Besonderheiten. Dieser Typ war genau so wie abertausende von anderen Jugendlichen auch. In die Schablone, die die Medien bisher geschnitzt haben, passen unzählige andere junge Männer. Nur, dass es bei denen nicht *klick* gemacht hat...und dann *peng*. Die Ursachen für die Tat, nach denen nun Medien und Polizei wühlen, lassen sich nur leider nicht auf der Festplatte des Täters oder in seinen Hobbys finden, sondern nur an einem Ort: In seinem Kopf. Nirgendwo anders. Und da einen Blick hineinzuwerfen geht nicht mehr. Und das wissen die Menschen auch, es ist ihnen unterbewusst klar, aber sie reden trotzdem über strengere Waffengesetze, Killerspieleverbot und Kontrollen an den Schulen. Warum? Weil sie dort etwas tun können, nicht weil bei es der Verhinderung der Taten hilft, sondern weil es den komfortablen Eindruck vermittelt, nicht komplett hilflos zu sein. Das ist es im Kern, diese ganze Diskussion um solche Taten. Es geht nicht darum, wie man denen, die am Abgrund stehen, helfen kann. Es geht darum, sich selbst das Gefühl zu geben, alles geregelt und unter Kontrolle zu haben. Weil dieser Glaube so verdammt angenehm ist.

[Nachtrag]: Überall wo aktuell auf dieses Thema Bezug genommen wird werden andere Artikel zum Thema empfohlen - mir fehlt die Energie, um jeden ernsthaften, langen Beitrag zum Thema zu lesen, aber auch ich muss auf eine andere Arbeit zum Thema verweisen: Die von Doug Stanhope.

Von Balthazzar am Mittwoch, März 11, 2009 um 16:24

Öko-Fritzen! Überall Öko-Fritzen!

Jepp, für diesen Blog schreibt tatsächlich noch jemand anders als Prophet! Vielleicht erinnert sich ja noch jemand an mich, ich bin der Typ, der mit jedem Post verspricht, wieder regelmäßig zu schreiben...

Ernsthaft, so langsam bin ich es leid, dass ich seit circa zehn Beiträgen (verteilt auf eine beschämend lange Zeit) ständig die gleiche Einleitung schreibe. Diesmal bin ich mir aber sicher, den kritischen Stresspunkt von wegen Zukunftsplanung überwunden zu haben, also wirds hier jetzt ernsthaft wieder öfter was von mir zu lesen geben. Fürs Erste schaun' wir mal aus der Retrospektive in Richtung Hannover, genauer gesagt auf das Messegelände der CeBit.

Rein von den Zahlen her scheint die CeBit dabei von mäßigem Erfolg gekrönt gewesen zu sein: Bereits im Vorfeld war klar, dass die Zahl der Aussteller sich um 1400 verringert, zudem zog dieses Jahr im Vergleich zum letzten Jahr mit ca. 400.000 Besuchern 20% weniger Leute zur Messe hin. Dazu war der diesjährige Schwerpunkt zudem nicht unbedingt die geschickteste Lösung, um Besucher nach Hannover zu locken: Green IT und Webciety standen auf dem Programm.

Eine Frage: Hat sich von euch jemand groß für die CeBit interessiert? Auch ich wäre nicht hingegangen, hätte ich nicht von einer Freundin Freikarten zugeschanzt bekommen... Naja, ich hätte nicht einmal von ihr gewusst um ehrlich zu sein.

Einen Dämpfer erhielt ich bereits, als ich auf der Homepage nach vernünftigen Ausstellern suchte: Kein namhafter Hersteller von Videospielen ließ sich blicken. Auch letztendlich auf der Messe selbst entdeckte ich nur diverse Guitar Hero Stände, Möglichkeiten, das neue WoW-Addon anzuspielen sowie Electronic Arts-Spiele fürs ObamaBerry...

Höhepunkt der Gamer-Gefühle waren schließlich die Intel Extreme Masters-Turniere. Wobei... Einzig vertretene Spiele waren World of Warcraft, wobei das Finale in ein 20-minütiges Geplänkel zwischen Magier und Priester gipfelte (Magier macht Schaden, Priester heilt sich, Magier macht Schaden...) und STINKLANGWEILIG war. Die zweite Disziplin Counter-Strike 1.6 war zumindest halbwegs unterhaltsam, ich bin nur bis heute enttäuscht, das das polnische Glatzentier aus Team MYM nicht ausgerastet ist... Potenzial nicht genutzt!

Insgesamt boten die Hallen leider eher was für Firmen oder Personen mit ähnlich großen Ambitionen. So konnte man sich technische Spielereien wie mannshohe Buchscanner oder ganze Hallen voller (begehbarer!) Serverkühler angucken. Oder man ließ sich über die Absicherung von Datenbanken aufklären. Oder man besuchte den GreenIT-Bereich um sich über nachhaltige Energie zu infor- BLA!!

Ein Besucher mit langweilig-normalen Ambitionen ("Suche günstigen Spiele-Laptop und die neuesten Games!") wie ich ging dabei.. nun ja, nicht unbedingt leer aus, fühlte sich aber ein bisschen fehl am Platz zwischen den ganzen Informatikern. Vor allem die Anbieter von Laptops waren durch die Bank unfreundlich und haben mich von diversen Marken vertrieben. 

Warum sich der Besuch trotzdem gelohnt hat? Nun... Halle 9 zu einem sehr großen Anteil. Nummer 9 stand für den "future parc" und beinhaltete Entwicklungen aus Universitäten und anderen Instituten aus allen Bundesländern. 

Mein Favorit war dabei ohne Zweifel der Stand des Fraunhofer Instituts. Dort wurde Software wie der "Mood Player" vorgestellt, ein Media Player, der Musik anhand ihrer Instrumente, Rhythmen und anderen Merkmalen bestimmten Stimmungen zuordnet. Für eine aggressive Stimmung hält das Programm dann etwa Stücke mit schnellen Drumparts bereit. Ähnlich beeindruckend war der "Magic Mirror",  wo man sich ein speziell beschichtetes Shirt anzog und dann im digitalen Spiegel direkt die Farbe und das Logo ändern konnte und sich alles laufend den Bewegungen vor dem Spiegel anpasste. 

Leider war nichts davon für den Markt bereit und man wurde auch direkt am Stand vertröstet, dass selbst der Mood Player höchstens in Fragmenten an andere Firmen verkauft wird. So sieht man die Zukunft, hat aber letztendlich nichts davon...

Letztendlich wird man als Besucher durchaus auf der Messe unterhalten, nur besteht von vornherein nicht unbedingt der Anreiz, überhaupt hinzugehen. Falls sich dem Veranstalter nun nächstes Jahr nicht das gleiche Bild am letzten Tag der Messe bieten soll (mehr Leute im Anzug und mit Namensschild als Besucher), sollte man sich etwas Massentauglicheres als "Green IT mit Angie und dem Governator" einfallen lassen!

 

Von prophet am Sonntag, März 08, 2009 um 00:18

...and I'll look down and whisper: "No."

"DU willst Watchmen gucken? DU? Hast du überhaupt ne Ahnung, worum es da geht?" "Naja das ist doch das mit den Superhelden - "Wer überwacht die Wächter?" und so, also..." *facepalm* "Du hast massiv keine Ahnung!" "Näääh Näääh Näääh!". Zugegeben, ich hatte die dem Film zugrunde liegenden Hefte von 1986 zu diesem Zeitpunkt selbst nicht gelesen, aber nur von diesen Slogans auszugehen fand ich dann verdammt kurzsichtig. Mein Halbwissen von Wikipedia erschien mir selbst dann unzureichend - ich mir also alle 12 Ausgaben angeschafft und an einem Tag durchgekloppt. Nun muss ich eingestehen, dass ich bisher keine Graphic Novels konsumiert habe, aber ich glaube, ich hab nen verdammt guten Einstieg gefunden. Watchmen erzählt eine Geschichte um Moral, Krieg und was auch immer "richtig" ist, wirft mit Gewalt um sich, zerstört möglichst viele Klischees, zwingt den Leser unausweichlich dazu, sich damit zu beschäftigen, ob der Zweck die Mittel heiligt, ob und welche der Hauptfiguren wirklich die "Guten" sind und unterhält dabei auf hohem Niveau. Dringliche Empfehlung. Lesen, dann auf den Film warten, der, soweit ich das mitbekommen habe, von der Mehrheit der Zuschauer recht positiv aufgenommen wird.

Von prophet am Dienstag, März 03, 2009 um 20:08

Unterschichtenblogging

Ich betrachte also die Box mit der Wurst drinne, guck mir eindringlich die Geflügelwurst (oder "Kinderwurst", wie sie manchmal genannt wird) an, guck mir die Mettwurst an und entscheide mich dagegen, mich bei diesen gepressten Fleischprodukten zu bedienen, zumal das Toasten eines Brotes und das anschließende Belegen einen verdammt großen Aufwand für mich faulen Sack darstellt. Ich gehe also meine Optionen durch und muss begeistert feststellen, dass von Mittags noch dieser eklige Thunfischauflauf da ist. Nun möge man mich nicht falsch verstehen - das Zeug schmeckt gut. Es ist ja nicht ekelig. Sondern eklig. Die männlichen Leser wissen wovon ich rede - manchmal braucht man richtig ekliges Essen, um den Hunger zu stillen. Männeressen. Ich, höchst entzückt über die sich bietende Option, kralle mir einen kleinen Teller ausm Schrank, schnapp mir die Kelle von mittags und schaufel mir dieses richtich geil eklige Zeug rauf. Platsch, Platsch. Ab mit dem Teller in die scheiss Mikrowelle, Tür zuknallen, am Rad drehen, warten. Nachdem die Mikrowelle dann anderthalb Minuten vor sich hingebrummt und mein auserkohrenes Essen von allen Seiten eindringlich betrachtet und bestrahlt hat macht es PLING und das Licht geht aus. Herr von zu zu PropheT greifen sich noch sonen Pottlappen, um den Teller draufzustellen, damit er gleich nicht die Tischdecke zum Schmelzen bringt, kommen aber nicht auf die scheiss Idee, dass der Teller in der Hand heiß sein KÖNNTE. Ich greife also nach diesem scheiss Teller mit diesem ekligen, dampfenden Zeug drauf, hebe ihn an und nach der Hälfte der Strecke setzt das Brennen ein. Holy Motherfucking Shitpuking Cunt of Jesus Fuck. Au! Mein Zeigefinger sind nur noch charred remains of skin, schlimmer als Two-Face seine linke Gesichtshälfte (der Finger ist ein wenig rot und tut ein ganz bisschen weh), ich werde wohl nie wieder Klavier spielen können (tut mir Leid, Frau Puma!). Fuck. Muss mir die Frage stellen, ob Thunfisch, in dem garantiert keine Delphin-Partikel sind, nicht vielleicht schlechter schmeckt. Fordere Gleichberechtigung zwischen Delphinen und Thunfischen.

(derartige beiträge müssen leider auchmal sein, verspreche besserung)

Von prophet am Montag, März 02, 2009 um 17:20

Um des Kraches Willen

Decapitated - Organic Hallucinosis [2006]
Die einzige Musik die aus Polen kommt ist entweder Pop für kleine Mädchen ODER krampfhaft satanischer Black Metal ODER technisch anspruchsvoller Death Metal. Beispiele: Vader, Behemoth, diese Typen. Dabei haben Decapitated leider ganz nicht die Eingängigkeit, die Behemoth so geil macht, spielen aber trotzdem in der absoluten Oberklasse der Liga. Technisch schlichtweg perfektes Gitarrenspiel schwebt irgendwo über dem brutalen Geballer, das im Hintergrund abläuft. Was diese Typen meiner Ansicht nach großartig hinkriegen sind Breaks. Volle Kanne auffe Fresse. Fuck Yeah. Reinhören.


Jello Biafra with the Melvins - Never Breathe What You Can't See [2004]
Jello Biafra, damaliger Sänger der Dead Kennedys, scheint nicht wirklich Probleme damit zu haben, sich zu beschäftigen. Nach dem industriellen Lard mit der Ministry-Instrumentalabteilung kam dieses Projekt, wo Herr Biafra mit den sowieso brillianten Melvins spielt. Die Schnittmenge der beiden liegt natürlich im Hardcore Punk, und tatsächlich funktioniert die Kombination dieser charakteristischen Stimme mit dem abgefahrenen Riffing von Buzz Osbourne und Anhang richtig gut. Die Texte werden von Herrn Biafra beigesteuert und spucken damit jeder Regierung und den Medien dieser Welt mitten ins Gesicht. Unbedingt mal in dieses vor Energie strotzende Punk-Album reinhören!


Russian Circles - Station [2008]
Post-Rock ist ein Genre bei dem ich es verdammt schwer finde, einzelne Künstler geschweige denn spezifische Songs zu deklarieren, die aus der Masse hervorragen. Also es geht, zB bei ISIS oder dem letzten Cult of Luna Album, aber es ist schwierig. Eines der Alben, bei denen ebendies funktioniert, ist das aktuelle Album der instrumentalen Russian Circles. Schwierig zu beschreiben, warum ich diese CD so toll finde. Es mag die absolut gesunde Balance zwischen sphärischem, langgezogenem, hellem Geklimper, heavy Sludge-Anleihen mit Gedonnere, das ISIS seit Mosquito Control nicht mehr hatten und einer überraschenden Eingängigkeit in einigen Songs sein. Absolut empfehlenswert für wirklich jeden. Reinhören.


Toxic Holocaust - An Overdose Of Death [2008]
Big Dick Metal. Nicht zu kompliziert. Kein wirklich gutes Songwriting. Keine herrausragenden Soli. Keine ansprechenden Texte. Trotzdem ist dieses Album verdammt gut. Weil es Arsch tritt. Weil es primitive Riffs beinhaltet. Diese Riffs bleiben im Kopf hängen. Dreckig gespielter Thrash Metal. Stupide. Die Lieder haben keine großen Unterschiede. Der Gesang ist eintönig. Die Produktion ist gut. Dieses Album entzieht mir Nebensätze. Es verleitet zu grunzenden Lauten. Es ist ehrliche, aggressive Musik. Nicht mehr und nicht weniger. Reinhören. Headbangen.

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