Von prophet am Donnerstag, April 30, 2009 um 20:46

"Mein Gott hat einen Hammer..."

"...deiner ist an ein Kreuz genagelt." Für mein Thema gibt es zwei Anlässe. Der erste ist, dass ich mich demnächst kurzzeitig als Wikinger verkleiden muss, was an dieser Stelle aber nichts zur Sache tut. Der zweite ist das Aufstellen des Maibaumes, das heute Abend bei uns im Dorf stattfindet. Dieses anachronistische Brauchtum, das auf irgendwelche altskandinavisch-germanisch-heidnischen Rituale zurückgeht, die im Angesicht des inzwischen angekommenen Frühlings Fruchtbarkeit symbolisieren sollen, erfährt eine erstaunlich hohe Popularität in unserem Landen, wie mir scheint. Nun ist unsere heutige Gesellschaft vor allem von der christlichen Kultur geprägt, was ja daran lag, dass das Römische Reich, dem auch das heutige Deutschland zugehörig war (Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation und so), kurz vor dem Jahre 400 christianisiert wurde. Die spinnen, die Römer. Trotz ihrer Bemühungen, dem Westeuropäischen Provinzen den christlichen Glauben aufzudrücken und alle anderen Religionen in diesem Raum auszuradieren, blieben einige heidnische Relikte. Etwa das Aufstellen eines Maibaumes, oder das populäre Beispiel der Wochentage, wo doch etwa der Freitag nach Freya und der Donnerstag nach Thor benannt ist, was sich mit Friday/Thursday ja auch in die Englische, also wohl wichtigste Sprache der Welt übertragen hat.
In der Gegenwart werden altertümliche Bräuche natürlich immer unwesentlicher für den Alltag der Menschen. Dieses ganze heidnische, nordeuropäische Kulturgut verschwindet nach und nach, auch wenn sich diverse Bands wie, um nur eine zu nennen, Falkenbach und Konsorten konstant bemühen, diesen Spirit am Leben zu erhalten. Eines der großen Probleme, dem sich eine verstärkte Betonung dieses Kulturkreises gegenübersieht, ist die starke Belastung, die durch die Nationalsozialisten entstanden ist. Weil Heinrich Himmler so besessen war von seiner Vorstellung einer germanischen Ursprungsrasse und deren Brauchtümern wurden viele Symbole und Begriffe entwendet und mit dem verblendeten Irrsinn dieser Massenmörder dauerhaft beschmutzt. Was schade ist, weil diese Kultur nichts dafür kann, dass sie diverse Jahrhunderte später so missbraucht wurde.
Nun finde ich die Schwebe zwischen den Relikten der heidnischen und der christlichen Kultur ja eher lahm. Allein schon aus dem Grund, dass die Mythologie, die jeweils hinter diesen Religionen steckt, ja gradezu zu einem Vergleich der Coolness zwingt, der so enorm eindeutig ausgeht.
Vergleichen wir doch einmal die jeweiligen Fiktionen - was bietet das Christentum als das Bindeglied zwischen der obersten Gottheit und der Menschenwelt? Jesus Christus. Er konnte auf Wasser laufen. Er konnte Wasser in Wein verwandeln (konnte er also auf Wein laufen?). Er lehrte, dass sich Konflikte durch Passivität (andere Wange) lösen lassen. Er konnte einige Kranke heilen. Er wurde von einem seiner Anhänger hintergangen und hingerichtet. Dann lebte er kurz wieder und war dann wieder tot.
Wen hat dagegen die nordisch-germanische Mythologie? Thor. Er ist der Beschützer der Menschenwelt. Er ist das Sinnbild für Männlichkeit und Stärke. Er benutzt den mächtigsten Hammer Asgards als Waffe, der von Zwergen geschmiedet wurde, der, wenn er geworfen wird, in Thors Hand zurückkommt. Er hat den Donner in seiner Macht. An Ragnarök, dem Tag, an dem die Welt der Götter untergeht, stellt sich Thor der Midgardschlange, einem der mächtigsten Monster aller Zeiten, um die Welt zu beschützen. Er besiegt die gigantische Schlange im Kampf, stirbt aber an ihrem Gift.
Muss ich wirklich noch ausschreiben, wer hier gewinnt? Doch es ist nicht nur das - das Christentum hat zwar, wie auch dieser nordische Glaube, einige coole Monster: konkret Behemoth, Leviathan und Ziz, aber es tut kaum etwas mit diesen Figuren. Wozu gute Charaktere einführen, wenn man nichts mit ihnen macht? Während der heidnische Glaube noch was mit der Midgardschlange und dem Fenriz-Wolf tut, wird von den drei christlichen Ungeheuern nur gesagt, dass sie irgendwann von Gott erschaffen wurden und, dass er sie an "Harmagedon" vernichten wird, einfach so, mit einem (!) Schwertschlag. Irgendwie...ein wenig lasch und ohne jeglichen Spannungsbogen. Anderes Beispiel: Frauen. In der heidnischen Mythologie gibt es, wie auch zum Beispiel in der griechischen, weibliche Götter, die auch mehr können als nur dekorativ auf einer Wolke zu stehen - Freya ist die Anführerin der Walküren und ihr stehen die Hälfte der Geister der im Kampf gefallenen Krieger zu, die andere Hälfte geht an Odin. Gleichberechtigung gibt es deshalb natürlich insgesamt nicht, aber es ist Frauen gegenüber verhältnismäßig fair. Dagegen das Christentum: Es gibt einen Gott. Und das ist ein Kerl. Und Frauen sind schmutzig, sobald sie nicht mehr jungfräulich sind. Ende!
Ich könnte jetzt noch ewig so weitermachen, wie cool die nordische Mythologie ist und wie scheisse langweilig die christliche Mythologie ist, wie blöd doch das Christentum mit seinen faschistoiden Grundzügen ist und wie die heidnischen Glauben viel stärker das Individuum betonen. Aber ich glaube, ihr kapiert auch so, was ich meine.

Kurzum: Dieser ganze nordeuropäische Glaube ist mir wesentlich sympatischer als das Christentum, das die Römer nach Mitteleuropa verschleppt haben und das sich bis heute mit dem Bisschen heidnischen Brauchtums zu dem verschwommenen Hintergrund vermischt, vor dem heute unsere gegenwärtige Gesellschaft aufgeplustert thront. Manchmal kann man noch einige der paganen Silhuetten erkennen, die im Dunst hinter unserer aktuellen Kultur wabern, doch es sind nur die Schatten dessen, was eigentlich so dermaßen abgefuckt cool ist.

Von prophet am Montag, April 27, 2009 um 21:08

A Blaze in the Singing Sky

Uh, Stöckchen hatten wir lange nicht mehr! In diesem, das ich mir einfach mal von Fräulein Malloy genommen hab, geht es um Musikspiele. Für Guitar Hero und Rockband kann ich mich ja nicht allzu sehr begeistern, das ist absolut Balthazzars Metier. Das einzige, das mich auch nur aufgrund der Tracklist interessieren würde, ist Guitar Hero Metallica (+ Mastodon + The Sword + Slayer). Donkey Konga war noch ganz lustig, auch wenn ich es nur einmal (bei Balthazzar...) gespielt habe. Für Singstar ist meine Schamgrenze bei Weitem zu hoch und meine Stimme bei Weitem zu scheisse, aber das ist nicht der Hauptgrund, warum ich um dieses Spiel einen gewaltigen Bogen schlage - es ist nämlich immer auf kleine Mädchen und ihren Soft-Pop ausgelegt, jede Edition (Au ja, melken wir die Kuh bis sie umfällt!) scheint hinter dem rosa glitzenden Cover nur kommerziellen Schrott zu verbergen. Darum dieses Stöckchen. Wenn ICH eine Tracklist für ein Singstar zusammenstellen könnte, welche Songs erwählte ich? Hier mal zehn Repräsentanten dessen, was das erste gute Singstar wäre, davon drei ausführlich:

1. Opeth - Bleak
Mikael Akerfeldt ist der beste Sänger unserer Zeit. Punkt. Keine Diskussion. Niemand anders kriegt es hin, so elegant zwischen diesem klaren, sauberen, schönen Gesang und diesen abgefuckt tiefen Deathmetal-Growl zu wechseln. Aktuell scheint er mit Opeth ja mehr in Richtung Porcupine Tree zu schwanken, dafür kann er sich dann bei Bloodbath so richtig austoben. Ich will sie sehen, die kleinen Mädchen, die mein Singstar gekauft haben, weil sie alle anderen auch gekauft haben, die dann versuchen, mit diesen Growls am Anfang von Bleak mitzukommen. BEEEEAAAAATIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIING. BÄM! Mitten in dein Gesicht! Nachdem alle schon daran scheitern, können sie nach den ersten Minuten dann wenigstens bei seinem klaren Gesang ein paar Punkte holen. Einer der Songs, die Blackwater Park zum wohl besten Opeth-Album machen, das widerum Opeth zu einer meiner absoluten Lieblingsbands macht. Fuck Yeah Akerfeldt.

2. Mastodon - Aqua Dementia
Sogar drei unterschiedliche Gesangsstile, an denen die kleinen Mädchen scheitern können. Zum ersten, Brent Hinds. Dieses Gekeife, das in dieser überschäumenden Bestie von einem Song irgendwo zwischen Chuck Schuldinger von Death und Black Metal anzusiedeln ist, kann den Gören die Stimmbänder im nackenbrechenden Uptempo aus dem Hals reißen. Ich liebe diesen rasenden Song. IT'S A QUESTIOOOOON! OF TOMORROOOOOW! WE LIKE TO BREATHE THE ANCIENT WIND THAT WE HAVE FOLLOWED! Unterbrochen wird Hinds von Troy Sanders, der sich in weit tieferen Sequenzen bewegt. Schließlich Scott Kelly von Neurosis, dessen Röhren und Dröhnen und Schreien dem von Troy Sanders gar nicht unähnlich ist. Voller Inbrunst, mit aller Seele röhrt dieser Mann aus der Tiefe und macht aus dem Wüten und Toben und alles Niedermetzeln am Anfang eine drückende, schwere Athmosphäre, es ist Irrsinn. Viel Spaß mit Aqua Dementia in meinem Singstar.

3. Meshuggah - Combustion
Der Song fand bereits Erwähnung in meinem Kurzreview der tollen obZen-CD. Dadurch, dass der Song wesentlich simpler aufgebaut ist als die abgefuckte Polyrythmik, die Meshuggah sonst so an sich haben, kann Jens Kidman auch wesentlich flüssiger shouten und muss nicht den abgehackten Riffs folgen. Der Mann schreit in Combustion alles an die Wand, wird dabei noch durch den Lyrics folgendes Riffing unterstützt und baut so einen Druck auf, der seinesgleichen sucht. Deshalb ist Combustion auch mein Lieblingslied 08. In dem Song geht es um vollkommene Klarheit, Erlösung aller Illusionen, die so grell scheint, dass es einem den Verstand verbrennt. Und genau so ist auch dieses Lied - klar, einfach, frei von allen krampfhaften Grenzen, die die sonstigen 27/49tel Takte bringen - und genau deshalb hat es diesen unfassbaren Wumms. STAAAAAAAAAAARE! SEEEEEEEEEEEEEE! (2:25). Ich will sehen, wie sich die kleinen Singstar-Mädchen ihre Freundinnen einladen und sich dazu die Seelen aus dem Leib brüllen.

4. Clutch - The Mob Goes Wild
5. ISIS - Poison Eggs
6. Bloodbath - So You Die
7. Celtic Frost - The Usurper
8. Behemoth - Christians to the Lions
9. Lair of the Minotaur - Warlord
10. Frank Sinatra - I get a kick out of you
11. Johnny Cash - Big River
12. Darkthrone - Transilvanian Hunger
13. ZZ Top - La Grange
14. Gojira - Backbone
15. Nile - Cast Down the Heretic

Warum nicht? Es würde dieser seit dem ersten Ableger stagnierenden Müllserie neues Leben einhauchen und ein vollkommen neues Publikum eröffnen. Es wäre zwar bockeschwer, aber man bräuchte sich nicht mehr für die Songauswahl zu schämen. Adieu, Stimmbänder!

Von prophet am Donnerstag, April 23, 2009 um 21:18

Selbstmord

Es gibt da einen Gedanken, der mich fasziniert. Das Szenario: Ich musste neulich (jetzt tue ich mal so als wäre das nicht ständig der Fall) ein wenig Zeit totschlagen. Bedenklicherweise dachte mir, ich schalte mal auf gut Glück den Fernseher an, den ich sonst nur einschalte, wenn ich weiß, dass ein bestimmter Film läuft, den ich sehen will. Kommt vor, wenn auch selten. Ich schalte also dieses Gerät ein, es war auf Pro7 gestellt. Es lief grad die Low-Budget-Kopie, die Pro7 (darf ich nochmal daran erinnern?) von Takeshi's Castle gemacht hat. Letzters ist wohlgemerkt 20 Jahre alt, ein vollkommen veraltetes Format und war damals schon in seinen besten Momenten schlecht. Nun lief also der billige Abklatsch, der übrigens den Namen "WipeOut – Heul nicht, lauf!" trägt. Ich lasse das mal sacken. Bitte, lieber Leser, liebe Leserin, bitte lies dir den Namen einmal laut vor. Und nun noch einmal bitte. Nun nochmal sacken lassen und sich irgendwie unwohl fühlen. Nein wirklich, tu es. Das guckte ich also aus Versehen und schon nach etwa fünf Sekunden erkannte ich, der Kommentator war Matthias Opdenhövel. Ich schäme mich, mir überhaupt seiner Existenz bewusst zu sein, denn dieser Mann steht für alles, was an Fernsehen schlecht ist.
Zu sehen war irgendein armer Hanswurst, der sich an einer Wand langschob, aus der Boxhandschuhe kamen. Daneben war ein...sagen wir Tümpel. Natürlich wurde der Hanswurst schon nach wenigen Metern von einem Boxhandschuh ins Gesicht getroffen. Ein *Boing*-Geräusch wurde eingeblendet, der Mann fiel erst normal, dann in der Wiederholung in Zeitlupe ins dreckige Wasser. Ich glaube, einer der beiden Kommentatoren ergänzte noch ein "Plll-atsch". Daraufhin schob sich dieser durch und durch dreckige, von Schlamm überdeckte Hanswurst in Richtung Ufer, er war einige Sekunden im Bild. Ich wollte grade umschalten, da sagten die Moderatoren etwas, das so entsetzlich war, dass ich kurzzeitig gelähmt war. Bereit? Also gut - der Opdenhövel sagte, als der durch und durch dreckige Hanswurst im Bild war, und das denke ich mir jetzt nicht aus: "HHey" (mit betontem H), "SO kommst du hier NED rein!", in sonem "Ha HA, meine Damen und Herren, ich sagte grade etwas LUS TI GES, verstehen Sie, ja? JaHAA!". Erneut, bitte einmal laut vorlesen, dann sacken lassen. Der andere Moderator, wer auch immer den Job gekriegt hatte, meinte daraufhin: "Spräschen so die jungen Leute heutzutaje?" in seltsam rheinländischem Akzent. Opdenhövel antwortete: "Bushidos Kinder auf jeden Fall", in einem "ich bin KECK und schlagfertig, he-HEY meine Damen und Herren"-Ton. Und wieder, bitte einmal laut vorlesen, sacken lassen.
Jetzt zu dem Gedanken, der mich so fasziniert. Irgendwo bei Pro7 muss es jemanden geben, der die Berufsbezeichnung "Programmchef" trägt. Und diesem Mann werden, zusammen mit einigen anderen leitenden Angestellten, alle neuen Formate gezeigt. Dieser Mensch muss eine Aufzeichnung dieser Sendung bekommen haben, da sie ja neu im Programm ist. Und er muss sich das angeschaut haben, auch diese Stelle, und dann muss er überlegt haben. Er muss nachgedacht haben. Und er musste sich Fragen stellen. War das, was ich da grade gesehen habe, gut? Wir haben diesem Team Geld gegeben, damit es eine Sendung für diesen Sendeplatz produziert. Ist das gutes Fernsehen? Wollen unsere Zuschauer das sehen? Gefällt mir persönlich das? Kann ich sagen "Ja, das war gut!"? Wie wird sich das auf die Reputation des Senders auswirken? Hat diese Sendung eine Aussicht, Relevanz zu erlagen und sich gegen andere Programme um diese Zeit durchzusetzen? Gibt es nicht bessers, das wir senden könnten? Kurzum: War das jetzt gut?
Und dieser Mensch muss die Leute angeguckt haben, die diese Sendung aufgenommen haben, und er muss zu ihnen gesagt haben: "Ja, das habt ihr gut gemacht. Ihr habt das Geld, das wir euch gegeben haben, sinnvoll genutzt und ein gutes Produkt geschaffen. Dieses Produkt werden wir deutschlandweit im Fernsehen senden. Gute Arbeit.". Das muss er gesagt haben. Und jetzt der Gedanke, der mich nicht loslässt. Was für ein Mensch muss man sein, damit man zu dieser Antwort kommt? Was für ein Leben muss man geführt haben, um bei dieser Bewertung zu landen? Was muss mit einem normalen Menschen passieren, dass er so entscheidet? Wie kann man einen Menschen wie dich und mich so komplett in all seinen Grundfesten erschüttern, so vernichten, so brechen, dass er sagt "Ja, "WipeOut – Heul nicht, lauf!" sollte auf unserem Sender laufen. Denn es ist eine gute Sendung."? Wie kann man sich selbst so umbringen, dass man diese Antwort gibt?

Ich habe den Fernseher ausgeschaltet, bevor der Hanswurst am Ufer angekommen war. Nachdem ich, wenig später, mit dem Schreien endlich aufhören konnte, setzte ich mich vor meinen Computer, hörte SEHR laut klassische Musik wie etwa von Brahms und las im Kulturteil der FAZ. Denn ich fühlte mich schmutzig. Von innen heraus. Und diese Kulturkeule konnte den stechenden Gestank des Abschaum-Fernsehens größtenteils vertreiben. Aber eben nicht komplett. Ich behaupte ja nicht, dass meine kleine Schrottseite hier kulturell jeglichen Wert besäße, auf keinen Fall. Aber ich betreibe nicht einen der größten Fernsehsender dieses Landes. Mein Gott...was wir der Umwelt antun ist schlimm. Was wir den Tieren antun ist schlimmer. Aber was wir uns selbst antun, das ist unerreicht.

Von prophet am Montag, April 20, 2009 um 20:31

Es war doch SO klar...

Ermüdend. So finde ich das. Was? Das Gehabe um den guten Ahmadinedschad, über den ich so oft schreibe. Naja, immerhin ist der der #1 Feind der USA und somit über Bande auch Europas. Kommunisten gibt es keine bedeutungsvollen mehr und Putin ist viel, VIEL zu intelligent um sich offen Amerika gegenüber aggressiv zu zeigen. Nun hat Ahmi (ich kürze hier mal ab) sich vor der Anti-Rassismus-Konferenz in Genf wieder negativ über Israel geäußert, was er ja nun schon seit Amtsbeginn getan hat. Einige Staaten sahen das schon längst kommen und sind gar nicht erst zu dieser Konferenz erschienen - die USA, wir, kA wer noch. Und genau wie es vorhergesehen wurde äußert sich Ahmi über Israel und, was ich gut fand, diverse Abgesandte verschiedener Länder verließen demonstrativ den Saal. Alle Zeitungen schreiben darüber, alle Nachrichten senden darüber, alle Welt spricht darüber. Warum? Ahmi sagte bereit vor den versammelten Nation der Welt: „Israel must be wiped off the map“. Dagegen ist seine Aussage, die Regierung in Israel sei rassistisch, doch eher harmlos. Warum also wieder der ganze Eiertanz? Es war von Anfang an klar, was er sagen würde, er hat es genau so gesagt, wie alle es erwartet haben, und dennoch gilt es als Eklat. Verstehe ich nicht.
Zumal: Ahmi droht nun schon ewig damit, Israel auszulöschen. Der Mann will nicht die Regierung stürzen, er will das ganze Land auslöschen. Jede einzelne Person. Bis auf die Mauern niederbrennen quasi. Dieser Mann hat Atomwaffen bzw so gut wie. Es sind also keine hohlen Worte. Aber. Selbst wenn er es wagen sollte, Raketen mit atomaren Sprengköpfen auf Israel zu feuern, wie lange gibt es den Iran dann noch? 20 Minuten? 30? Denn dann wird der Iran von Israels Resten und den USA in die Steinzeit zurückgebombt werden, dass es denen in den Ohren klingelt. Dann wird nämlich der Iran von der Landkarte radiert.
Meine Forderung: Tu es! Tu es, Ahmi! Tu uns allen einen Gefallen und beende dieses ewige Beklagen über die bösen Zionisten und die Weltverschwörung der Juden gegen die islamische Welt und feuere alles was du hast auf Israel. Dann müssen wir uns nie wieder deine Hassreden anhören, die Welt hat einen fanatisch islamistischen Staat weniger und Obama hat was er wollte: Weniger Atomwaffen auf der Welt. Weil man sie verbraucht hat.
Und in die atomar strahlende Wüste, die der Iran dann ist, kann man alle übrigen islamistischen Fanatiker und Fundamentalisten aller sonstigen Religionen der Welt stecken, auch die der Christen; alle Terroristen die im Namen Allahs Kinder in ihrem eigenen Land in die Luft sprengen, alle Männer die Frauen verbieten, ihr Gesicht irgendwem außer ihnen selbst zu zeigen, alle Jesus-Arschkriecher, die sagen, dass Dinosaurier und Menschen zur gleichen Zeit lebten, alle Armen, Krüppel, Behinderten, Kinder, Spastis die essen, was ich wegwerfe, Penner in Mülltonnen...ihr versteht die Film-Anspielung? Die alle können ins atomar verseuchte Ödland gestopft werden. Das wird dann mit Kameras gefilmt. Und das wird bestimmt eine bessere Fallout-Verfilmung als die Scheisse, die mit viel Pech als Billig-Produktion an Pro7 geht. Überleitung des Jahres, oder?

Von prophet am Freitag, April 17, 2009 um 12:57

Wen man nicht alles online trifft

Stranger: chicken or beef?
You: chicken
Stranger: coool
Stranger: we can be friends. my name is angus, whats yours?
You: isn't angus some kind of cattle?
You: which makes it BEEF!
You: so you are a COW!
Stranger: yes. im a cow.
You: and you only like me because i'd eat the chicken!
Stranger: i don't care too much for beef eaters.
Stranger: it makes me think of friends and family lost...
You: hold still, you fucking cow, i'll make a baseball-glove and a jacket out of you!
Stranger: no way. get away from me

Dieses Omegle ist echt ne lustige Idee. Sie müssen ihrer Plattform nur Server verpassen, die mehr aushalten. Ansonsten: Verdammte Kühe. Stehen auf ihren Koppeln, käuen ihr Gras wieder, muhen, produzieren Abgase und trollen uns Menschen im Internet. Man sollte Kühen den Zugang zu Computern generell verbieten. Geht der Antrag dann ans Ministerium für Landwirtschaft?

Von prophet am Mittwoch, April 15, 2009 um 11:26

Die Waffen Barad-dûrs

Die Stimme Saurons wartete in einem der höchsten Säle in Barad-dûr, dem Dunklen Turm von Mordor, der sich direkt neben dem Schicksalsberg dem finsteren Himmel entgegenstreckte, auf ihm das flammende Auge. Die Stimme Saurons war ein Mensch, kein Ringgeist, doch war von seinem sterblichen, gewöhnlichen Wesen kaum etwas übrig. Er hatte sich der Dunkelheit hingegeben und im Dienste des Bösen seinen eigenen Namen vergessen. Der in schwarz gewandte, große Mann trug einen schweren Metallhelm, der sein gesamtes Gesicht verdeckte - bis auf seinen Mund, aus dem konstant schwarzes Blut troff. Er war Saurons Botschafter in Mittelerde. Er sprach mit kehliger, kratziger Stimme das Wort Saurons. Und er hatte die Nazgûl zu sich berufen, um sie für die Schlacht vor Minas Tirith, der weißen Stadt, gegen die Armeen des Westens neu zu rüsten.
Fast alle Ringgeister hatten sich in der Halle aus schwarzem Stein versammelt und standen in ihrem schwarzen Kutten vor der Stimme Saurons, als der letzte eintraf: Tindomul, der Hexenkönig von Angmar, der höchste aller Ringgeister, der sich durch seine massive Helm-Krone und den mächtigen Streitkolben, den er wie auch sein schweres Schwert in einer Hand trug, hervortat. Er war der Herr der Nazgûl, Saurons rechte Hand auf dem Schlachtfeld. Ein Zischen, vielleicht ein Fauchen entfuhr der Kapuze, unter der sich nur Dunkelheit verbarg. Eine Stimme, wie der schwache Wind, der durch eine Gruft fährt, heulte: "Wwwwassssss willllssst duu von unssss, Ssssstimmmmeeeeeee?". Die Nazgûl wanden sich alle der Stimme Saurons zu, der nun zum Sprechen anhob. Seine Stimme war fassbarer, realer, aber ebenso grausam wie die des Hexenkönigs. "Schwarze Reiter. Ihr seid die Faust Saurons auf dem Schlachtfeld. Ihr müsst überall gleichzeitig sein, Furcht in den schwachen Herzen der Menschen sähen. Und ihr müsst schnell sein.", kratze es aus dem Mund mit den dunklen, scharfen Zähnen hervor, aus dem beim Sprechen immer weiter Blut lief. Der Hexenkönig sprach erneut mit seiner Stimme des Todes: "Unnnnsseeeerreeee Kreeeaatuuuureeeeennnnnnn", womit er die schrecklichen fliegenden Drachen meinte, auf denen die Ringgeister über die Land jagden.
"Zu verletzlich", sagte die Stimme Saurons. "Ihr braucht etwas stärkeres, dem man nicht den Kopf abschlagen kann, das genau so schnell und genau so stark ist. Dies.", sprach er und wies mit einer ausholenden Geste auf die metallen schimmernden Stäbe, die für die Ringgeister bereitlagen. "Wir nennen sie Pogo-Stöcke", erklärte die Stimme. "Ihr stellt euch da rauf und nutzt die Feder in dem Stab, um vorwärts zu springen."
Ein kurzes Schweigen herrschte in dem dunklen Saal, dann griffen sich die Ringgeister, die Saurons Willen unterworfen waren, jeweils einen Pogostock und hüpften aus dem Saal hinaus. Bei jedem Hüpfer gab es ein leises Quietschen. Nachdem die quietschenden Laute verhallt und die Ringgeister davongehüpft waren, ging die Stimme Saurons ein paar Schritte und griff sich selbst einen dieser neuen Pogo-Stöcke. Er betrachtete ihn von allen Seiten, dann stellte er sich mit den Füßen auf den Querbalken, hüpfte zweimal und fiel dann volle Kanne aufs Gesicht. Fluchend erhob sich die Stimme Saurons. Er war schon wieder genau auf dem Mund gelandet. Sein Zahnfleisch fing erneut an zu bluten.

Von prophet am Montag, April 13, 2009 um 12:17

Respekt

What the.........erm, also gut. Die Welt. Der Planet, nicht die Zeitung. Die Welt scheint Barack Obama herausfordern zu wollen. Die weltweite Wirtschaft ist grade dabei, komplett zu kollabieren, was durch die kommende Mega-Inflation katalysiert werden wird, ich sag euch das. Piraten vor afrikanischen Küsten entführen Schiffe und deren Kapitäne, die nur durch Gewalt befreit werden können. (Hinweis: Ich bin für den Gewalteinsatz gegen diese "Piraten". Die Idioten wollen es doch nicht anders.) Nordkorea, die in ihrem Steinzeitkommunismus festsitzen und weiterhin alles Geld in das Militär stecken, anstatt ihre verhungernde Bevölkerung am Leben zu halten, bauen eine Rakete, die das Potential hätte (wenn sie denn funktioniert hätte, haha), als Langstreckenwaffe eingesetzt zu werden. Noch wesentlich drastischer ist die Lage im Iran, wo Präsident Ahmadinedschad (wir erinnern uns, er sagte vor der UN, er wolle Israel von der Landkarte fegen) stolz verkündete, dass das erste Brennstoff-Werk zum Anreicherung von Uran fertig sei, natürlich zu rein friedlichen Zwecken. Klar. Friedlich, wie man in islamischen Ländern halt ist.
Und was macht Obama? Aus PR-Gründen legt er sich ein Haustier zu. Ok. Meinetwegen. Aber was holt er sich? WAS HOLT ER SICH? Einen Portugisischen Wasserhund. Einen Welpen. Ein kleines, knuddeliges, süßes, flauschiges Etwas mit großen Knopfaugen. Ist der Mann komplett bescheuert? Wie soll ihn die Welt bitte ernst nehmen, wenn er sich vor den Kameras mit diesem Opfer-Tier zur Schau stellt? Wenn der Ahmadinedschad das sieht, ruft der sofort in den Raketensilos an und gibt den Schießbefehl. Was DENKT er sich nur dabei? Er ist der mächtigste Mann der Welt. Ihm gebürt etwas prestige-trächtigeres als dieser...Witz. Obama braucht einen dicken fetten fucking Grizzly, der neben ihm im Oval Office auf dem Teppich liegt und knurrt. DAS wird ihm Respekt einbringen. Da wird der Ahmadinedschad sagen: "Oho", wird er sagen, "Obama mächtiger Mann, hat mächtiges Tier, werden nicht schießen Atomwaffen!". Wenn sich 'bama per Videobotschaft an die Weltöffentlichkeit wendet, könnte der Grizzly zu seinen Füßen liegen und nach jedem wichtigen Punkt einmal brüllen. Fuck Yeah. Amerika würde als stark und respektabel dastehen, nicht als weich und knuffig. Außerdem ist Obama, wie gesagt, der mächtigste Mann der Welt, wenn er was sagt, kann er jedes Tier haben, das er will. Wenn er nen Gorilla haben will, dann kriegt er auch einen. Wenn er einen schwarzen Panter haben will, dann kriegt er einen. Wenn er einen T-Rex mit Flügeln haben will, dann wird es schwierig, aber ich bin sicher, da lässt sich was machen. Aber von allen Tieren auf der Welt wählt er den Portugiesischen Wasserhund. Meine Fresse, Obama. Wie kannst du nur. Du Lusche.

Von prophet am Samstag, April 11, 2009 um 10:45

Heute

Von prophet am Donnerstag, April 09, 2009 um 10:58

Glosy der Clown

Ich halte es für vollkommen angebracht, unsere große Koalition und ihren aktuellen Kurs zu kritisieren. Die Regierung, die sich ja schon seit langem durch Handlungsunfähigkeit definiert, weil die Partner einfach zu uneins sind (Herrgott, sogar CDU und CSU zerfleischen sich untereinander, diese Idioten), hat aktuell nur noch die Wahlen vor Augen und versucht deshalb mit populistischen Maßnahmen wie dem Verlängern der Abwrackprämie auf Stimmenfang zu gehen, Merkel und Steinmeier arbeiten gegeneinander statt miteinander. Wieder schön zu sehen, wie viel Geld in die Autoindustrie gepumpt wird, da hat sich jahrelange, knallharte Lobbyarbeit endlich mal bezahlt gemacht. Denen, denen es wirklich schlecht geht, bringt diese Prämie gar nichts, da die sich kein Auto leisten können. Wie viel Prozent aller Kinder in Deutschland werden unter der Armutsgrenze geboren? 10? 15? Mal gucken, wie sehr die von der Abwrackprämie profitieren. Indessen: In eine Bank, die Misswirtschaft betrieben hat und aufgrund eigener Unfähigkeit pleite gegangen ist, die also nach ökonomie-darwinistischen Regeln verdammt nochmal aussterben muss, werden Unmengen über Unmengen von Geld gepumpt. Anstatt einem zerbröckelnden Gebäude ein neues Fundament zu verpassen, was dringlich nötig wäre, werden die Wände neu tapeziert. Schön. Das selbe findet sich übrigens auch in kleinerem Maßstab, bei uns in Schleswig-Holstein.
Es gibt also genug Anlass, um sich über das, was uns da regieren soll, zu ärgern. Zwar ist es nicht so schlimm wie in Italien, wo Berlusconi (dem übrigens 85%+ der italienischen Medien gehören) den Tausenden und Abertausenden von Leuten, die durch das Erdbeben, dessen Vorwarnung niemand ernst nahm, obdachlos wurden und nun in Notlagern leben müssen, den Mittelfinger ins Gesicht streckt und ihnen sagt, sie müssen sich das halt wie "ein Camping-Wochenende" vorstellen. Die ständigen Vergleiche, die mit deutschen Politikern und Hitler gemacht werden, finde ich reichlich albern, aber Berlusconi erzwingt doch nahezu einen Vergleich mit Mussolini. Es ist aber auch nicht so bemerkensewert positiv mit anzusehen, wie Obama es vormacht, dessen Politik sicherlich auch ihre Fehler und Makel hat, aber der sich traut, unglaublich viele Bereiche gleichzeitig radikal anzugehen, um wirklich einen Unterschied zu machen.
In diesen Zeiten, wo in der Politik gigantische Fehler direkt vor den Augen der Öffentlichkeit begangen werden, hat jeder Bürger das Recht, sich über seine Regierung unzufrieden zu äußern. Schließlich sind diese Menschen unsere Angestellten. Unsere. Sie arbeiten für uns. Wenn wir mit ihnen unzufrieden sind, können wir sie feuern. Punkt. Das vergessen nur leider die meisten Leute. Dass es eigentlich nicht "die da oben" sind, sondern eigentlich WIR oben sein sollten. Wir sind doch der Souverän. Eigentlich...
Ich schweife schon wieder ab. Ich will die ganze Zeit auf etwas ganz anderes hinaus: Wie gesagt ist es aktuell angebracht, Kritik zu äußern. Aber. Es gibt da jemanden, der dieses Recht verwirkt hat, und das ist Michael Glos. Wir erinnern uns: Herr Glos war unser Bundesminister für Wirtschaft und unklare, schwammige Äußerungen, bis die größte Finanzkrise seit 70 Jahren mit aller Gewalt zuschlug und er öffentlich einräumte, dass er überfordert sei, dass er den Job eh nie haben wollte, dass er nicht mehr will, dass er seine Aufgaben hinwerfe und kapituliere. Immerhin, er hat sich nicht an seinen Posten geklammert und durch unqualifizierte Anweisungen alles noch schlimmer gemacht. Aber dann hat dieser Mann, und jetzt werde ich unsachlich, verdammt nochmal seine beschissene Fresse zu halten, nachdem er aufgrund seiner Unfähigkeit sein Amt aufgegeben hat. Was fällt diesem Stück Scheisse ein, das Maul aufzureißen, um sich bei der BILD Zeitung (allein das ist schon....FFFFFFF-) auszuheulen und seine ehemaligen Kollegen zu zerfleischen? Wenn man selbst in seinen Job so DERMASSEN versagt, dass man mit seinen Aufgaben so extremst überfordert ist, dass man gehen und jemand anders den Job machen lassen muss, dann sollte man sich unter seinen Stein verkriechen und SEIN BEHINDERTES MAUL HALTEN! MEINE FRESSE! WAS FÄLLT DEM EIN! Und das Beste, um die Süddeutsche zu zitieren: "Positiv äußerte sich Glos über seinen Nachfolger als Wirtschaftsminister, Karl-Theodor zu Guttenberg. Der adelige Oberfranke sei ihm schon früh als Talent aufgefallen, sagte der Unterfranke Glos. Er habe ihn deshalb "ganz bewusst schon früh gefördert"."

FUCK! YOU! DU! CLOWN!

Von prophet am Dienstag, April 07, 2009 um 16:19

Die Ohrreichen Sieben

Ahab - The Call of the Wretched Sea [2006]
Unglaublich athmosphärischer Doom-Metal mit Moby Dick als Leitmotiv. Baut bedrückende Stimmung auf und walzt mit beeindruckender Schwere auf den Hörer nieder. Während Leviathan von Mastodon das Thema zur überschäumenden Bestie machte, verwandeln Ahab die Story zum trostlosen, leeren Ozean der mit all seinen Gefahren und der Weite den Betrachter/Hörer erdrückt. Unfassbar gut, das beste Doom Metal Album das ich je gehört habe.

Desaster - 666 - Satan's Soldiers Syndicate [2007]
In etwa das, was schon Bands wie Warbringer oder die hervorragenden Toxic Holocaust tun: Oldschool-Thrash/Black Metal zu spielen, wie ihn sich Celtic Frost gedacht haben. Dabei machen Desaster nichts falsch, aber kommen trotzdem nicht über die Mittelmäßigkeit hinaus. Es fehlt einfach die Eingängigkeit, die die Toxic Kollegen haben, auch wenn eine Menge guter Riffs auf diesem Album stehen. Ein insgesamt gutes, aber leider unbedeutendes Album.

Earth - Hibernaculum [2007]
Kann mir mal jemand erklären, warum Earth immer als die Urväter des Drone Doom gelten? Wenn ich mir Hibernaculum anhöre, assoziere ich damit viel eher athmosphärischen Sludge, oder Post-Rock ala Pelican oder Godspeed You! Black Emperor, als das extrem tiefe extrem böse extrem kranke Gedröhne, das diese abgefuckten Spinner von SUNN O))) machen. Dieses Album ist schöne, warme, helle, klare Musik, die wie eine Massage für den Geist ist.

Ludovico Einaudi - Divenire [2006]

Italienischer Pianist. Spielt zeitgenössische Klassik, Klavier als Hauptakteur, das gelegentlich von Effekten begleitet wird. Das Album hat eine sehr entspannte Stimmung, ist furchtbar angenehm zu hören und grade bezaubernd genug, um nicht als Hintergrundmusik durchzugehen. Der klare Klang des Klaviers und das Treffen genau der richtigen Tonlage machen es wirklich gut und zum Vorzeigeexemplar einer Musikgattung, die legitime Erholung bietet.

Satyricon - The Age Of Nero [2008]
Was Satyricon auf Volcano angefangen und auf Now, Diabolical verfeinert haben, nämlich simpel gestrickte Rockmusik in Black Metal zu verweben, führen sie hier konsequent fort. Inzwischen hat das bis auf die Produktion kaum noch etwas mit konservativem Black Metal zu tun. Ist das jetzt schlimm? Nein. Denn mit dem tiefen, dröhnenden, primitiven, repetativen Sound, den sich die Band zusammen gezimmert hat, haben sie hohen Wiedererkennungswert.

Six Feet Under - Commandment [2007]
Von der Presse ziemlich runtergemacht, empfinde ich persönlich Commandment als eines der besten Six Feet Under Alben. Unter dem Gemetzel und dem Gegrunze von Chris Barnes stecken nämlich gut geschriebene, eingänige Songs, die durchaus Schwung haben. Das große Problem dieses Albums bei mir ist nur, dass es einen unmittelbaren Konkurrenten aus dem grunzenden Teil des Death Metal hat, und das ist "Kill" von Cannibal Corpse, und da kann es nur verlieren.

Zeke - 'Til the Livin' End [2004]

Man nehme Motörhead, Chrome Division und einen ganzen Eimer voller Kokain und Speed, werfe es in den Mixer und heraus kommt Zeke. Nackenbrechend schneller Heavy Metal / Rock'n'Roll mit Rauhauls-Lyrics, keinerlei lyrischem Inhalt oder künstlerischem Wert, aber brutzelnden Gitarren und gigantischen Eiern, die dem Hörer in vielen kurzen, schnellen Songs um die Ohren geprügelt werden. Nichts nachhaltiges, aber extrem cool und tritt Arsch.

Von prophet am Sonntag, April 05, 2009 um 15:24

Titanös

Mir scheissegal, ob euch UT3 interessiert oder nicht. Wie erwähnt lud ich mir den Patch und das Titan Pack. Nach dem Test auf Herz und Nieren kann ich sagen: Es ist gelungen. Was bringt es denn nun, diese kostenlose Erweiterung?
Zunächst zwei neue Spielmodi: "Greed" und "Betrayal". In "Greed" lässt jeder Spieler, nachdem er gefraggt wurde (um mal die Fachsprache zu verwenden), einen Schädel fallen. Diese gilt es einzusammeln und in die gegnerische Basis zu tragen, was dann Punkte bringt. Trägt ein Spieler mehrere Schädel mit sich, lässt er nach einem Abschuss alle fallen, die dann widerum aufgesammelt werden können. "Betrayal" spielt sich wie InstaGib mit der Besonderheit, dass Spieler aus dem eigenen, vorläufigen Team gekillt werden können, was zwar Punkte bringt, jedoch den Betrüger für 30 Sekunden auf sich alleine stellt. Gewinner sind Einzelspieler, nicht das Team. Beide Spielmodi funktionieren toll, haben aber aktuell kaum Spieler auf den Servern.
Es gibt auch einen neuen Mutator namens "Titan", der den Spieler nach genug Punkten die Möglichkeit gibt, sich in einen "behemoth" zu verwandeln, der zwar wie irre austeilt, aber nach 30 Sekunden explodiert. Natürlich gibt es auch neue Karten, einige hervorragend, andere weniger. Zum Beispiel: "Ocean Relic" sieht so aus, wie man sich Bioshock 2 nur wünschen kann - eine runtergekommene Anlage auf dem Meeresgrund, in die Wasser einbricht, die in Ruinen liegt, aber noch so grade eben funktioniert und vor düsterer, beklemmender Athmosphäre nur so strotzt. "Koos Barge" ist ein Schiff, das im Polarmeer fährt und mit Eis überzogen ist. Wellen schlagen immer wieder am Bug hoch und der Kran mit dem Container an Deck schaukelt bedenklich schwungvoll. "DarkMatch" ist ein stockfinsterer Reaktorraum, der nur von wenigen Lampen erleuchtet wird. "Stranded" ist eine VCTF Karte, bei der ein Schiff vor einer alten, japanischen Festung gestrandet ist, die Festung und das Schiff sind die Basen. Fantastisch. Es gibt auch zwei altbekannte Karten, die in von den Necris übernommene Versionen umgewandelt wurden: das gute alte Suspense sowie Downtown. Ein paar der neuen Karten sind aber eher langweilig, wie die rostige Fabrik "Turbine" oder das überwucherte "Eden Inc". Insgesamt sind die neuen Karten jedoch sehr gelungen und erweitern das Repertoire von UT3 sinnvoll.
Das Titan Pack beinhaltet auch drei neue Fahrzeuge - zwei Geschütztürme für Warfare-Maps sowie den Stealthbender (siehe Titelbild), einen Bastard aus Hellbender und Nightshade. Ebenso nett aber eher unbedeutend sind die (nur!) zwei neuen Charaktere, ein Liandri-Toaster auf Beinen und eine generische Ronin-Dame, sowie die neuen 'deployables' (tragbares SlowField).
Die Verbesserungen an bereits Vorhandenem sind da schon interessanter - die Menüführung und der Serverbrowser wurden angenehmer zu handhaben. Die Bot KI indessen bekam eine ganz bemerkenswerte Verbesserung: Endlich funktioniert das Mit-Fahrzeug-Flaggenträger-Abholen auch mit den vom PC gesteuerten Kollegen, die einem schonmal mit dem Raptor vor die Nase fliegen, wenn man die Flagge hat. Hervorragend. Was ich dagegen nicht kapiere sind die Achievements, wie "schaffen sie 10x den Headhunter", "Schließen sie die Kampagne auf Schwer ab" oder "Backen sie jodelnd und auf einem Bein auf dem Darkwalker stehend eine Sahnetorte, während sie mit den Spinnenminen jonglieren", da man dafür nichts bekommt. Wohl ein Relikt aus der Konsolen-Version. Egal.

Alles in Allem ist das Titan Pack ein Pflicht-Download für jeden Besitzer von UT3 und ein weiteres Argument, diesen großartigen Multiplayer-Shooter zu kaufen, für die, die ihn noch nicht haben. Ich verstehe nicht, wieso dieses tolle Spiel mit seiner guten, aber nicht zu hardwarefressenden Grafik und dem nackenbrechend schnellem Gameplay nicht viel viel populärer ist, die Server sind erschreckend leer. Los, Leute. Deinstalliert diesen Steinzeitmüll wie CS 1.6 oder UT2004 oder was auch immer ihr für Rudimente aus der Vergangenheit auf euren Festplatten habt und spielt UT3. Es. Ist. Gut.

Von prophet am Freitag, April 03, 2009 um 20:16

RRRAMMMPAAAGE!

Da ich der Ansicht bin, dass ich alles, was ich über die Lage auf dem Games-Markt wissen brauche, aus dem Internet für lau erfahren kann, ist es entsprechend lange her, dass ich in einer PC Action blätterte. Ich mag ja diesen blöden Proletenstil, den sie immer noch zelebrieren. In einer schmalen Spalte am Rand einer Seite sah ich dann die Meldung, die komplett an mir vorbeigegangen war: Es ist Anfang März ein vierter Patch für UT3 rausgekommen, zusammen mit einem gratis Bonuspaket, dem Titan Pack. WIESO SAGT MIR DAS NIEMAND? Ich lud mir also erstmal den neuen Patch runter, dessen als erstes ins Auge springende Änderung am von mir lange nicht gespielten UT3 die Menüführung und Gestaltung ist, was auch wirklich Not tat. Nach ein paar Spielen (Drittbester, Bester, Zweitbester), die ihre perfekte Untermalung in Bonded By Blood finden (als wäre die Musik für dieses Spiel geschrieben) setzt nun wirklich der alte Spaß nochmal ein. Selbst wenn man mal mies hochgenommen wird (lade 3fach-Raketenschuss auf, Schuss des Gegners schubst mich vor eine Wand, meine Raketen lösen sich, explodieren direkt vor mir, killen mich!!). Wenn ich jetzt noch das 900MB+ große Titan Pack über Nacht mit meinem Krüppel-Internet lade hab ich für die heute gestarteten Ferien was zu tun!

Von prophet am Mittwoch, April 01, 2009 um 20:08

Ein Kamm

Sehr geehrte Killerspielespieler, Kinderficker, Drogenhändler, Waffendealer, Ehebrecher, Meuchler, Totschläger, Vergewaltiger, Nekrophile und Leichenschänder, Tierquäler, Grabräuber, Fahrerflüchtige, Psychopathen, Folterer, Schlächter, Mobber, Frauenschläger, Kannibalen, Bei-Rot-Über-Die-Ampel-Fahrer, Verstümmler, Mafiosi, Organhändler, Zuhälter, Volksverhetzer, Gestörte, Verschlepper, Hausfriedensstörer, Warlords, Terrorfürsten, religiöse Fanatiker, Massenmörder, Tierschänder, Superschurken, wahnsinnige Wissenschaftler, Junkies, Satanisten, Ritualkiller, Pornobarone, Mac User, Spanner und sonstige Perverse, Raubkopierer, Kriegsprofiteure, Ketzer, Hacker, illegale Schnapsbrenner, Slasher und sonstige Verbrecher aller Konsorten,
ab sofort werden Sie alle über einen Kamm geschoren. Danke für Ihre Aufmerksamkeit.

Submission

Die Menge der jungen Männer teilte sich in viele kleine Untergruppen auf, da die Mehrheit nicht allein, sondern mit mindestens einem Bekannten hier war. Fast alle unterhielten sich. Zwei saßen sich gegenüber und sprachen über Käse. "...und wenn ich einen Cheeseburger bestelle, dann kriege ich da auch amerikanischen Käse drauf! Nicht diesen Schweizer Dreck! Das Zeug hat überall Löcher drinne, die Leute gucken einen an...", maulte der eine lautstark. Sein Gegenüber nickte, warf dann aber ein, dass der Brüller mit seinem Denken in staatlichen Strukturen total veraltet sei. "Das ist mir scheissegal!", kam sofort die dröhnende Antwort. "Wenn ich Käse esse, dann esse ich Amerikanischen Käse, kapiert?!".
Wenige Meter weiter ging es ruhiger zu. "Mann gestern war ich so extrem fertig, ich hab Abends nur noch son komisch buntes Geflacker vor Augen und übelste Kopfschmerzen gehabt und bin dann um halb Acht zu Bett, in meinen Klamotten, ganze Nacht durchgepennt und trotzdem den nächsten Morgen müde aufgewacht."* Zustimmende Laute kamen von den Männern um ihn herum. Ein anderer fing an, von Feuergefechten zu erzählen, in denen er teilnahm, und wie sehr Adrenalin ihn doch pushen würde. Erneut, zustimmende Laute die demonstrieren sollten, dass das Erzählte sich mit den jeweiligen persönlichen Erfahrungen decke.
Zwichen den beiden Gruppen saß ein einzelner junger Mann. Er unterhielt sich nicht. Mit gesenktem Kopf starrte er auf seine Uhr, die ihm seine Eltern geschenkt hatten. Das glattrasierte Gesicht mit den selben wachen Augen wie sein Vater schaute zu, wie das Display in geschmeidig animierten Ziffern die Zeit anzeigte. Er tippte unruhig mit dem Fuß auf dem Boden auf, schon die ganze Zeit, und strich sich regelmäßig durch die Haare. Er war zum ersten Mal hier, wie ein großer Teil der anderen Männer auch. Es gab eher wenige, die den Job mehrmals annehmen konnten und noch weniger, die ihn mehrmals annehmen wollten. Obwohl er sich fremd fühlte und seinem Gefühl nach nicht in diese Masse passte, sah er in der leichten Infanterie-Panzerung in schwarzgrau genau so aus wie alle anderen Männer im Raum, abgesehen von denen, die den Job schon öfter gemacht hatten und Sonderzeichen angesteckt bekamen. Sie selbst fühlten sich damit unglaublich erfahren und professionell, von Whitewater wurden sie trotzdem weiter wie jeder anderer behandelt, die sich selbst scherzhaft "Rich Lemmings" nannten, da ihre Arbeit gefährlich, aber gut bezahlt war.
Geräuschlos öffnete sich eine der Schiebetüren zu dem Hangar, in dem die Männer saßen, standen und sich unterhielten. Eine Gruppe von Bewaffneten in schwerer Infanterie-Panzerung trat mit stampfenden Schritten ein. Gefolgt wurde sie von einem Mann mittleren Alters, der in seiner Uniform und mit seinem militärischen Auftreten wie eine der Figuren wirkte, die der junge, einzelne Mann einmal in einem uralten Film gesehen hatte, ein Ausbilder, der immer seine Soldaten angeschrien hatte, bis die ihn erschossen haben oder so. Es wurde schlagartig ruhiger im Hangar und alle Sitzenden standen auf. Durch ein kleines Mikrophon an seinem Kragen und Verstärker irgendwo über ihm ertönte seine zackige Stimme über den Köpfen der Männer, so dass er wie ein Gott zu ihnen herabsprach.
"Guten Tag, meine Herren. Whitewater heißt Sie alle wie immer willkommen.", sagte er zunächst in einem Tonfall der durchscheinen ließ, dass er von diesen Formalitäten absolut garnichts hielt. Nun straffte er sich aber und entfernte sich von den Höflichkeiten: "Sie alle sind mindestens als If3 eingestuft und somit geeignet für diesen Einsatz. Unser Ziel ist diese Plattform...", er drückte auf eine kleine Fernbedienung und ein haushohes Hologramm erschien neben ihm, "...die wir arbeitsunfähig machen sollen. Kunde und Besitzer der Plattform sind für Sie irrelevant, wir gehen da rein, schalten das Ding aus, sind wieder weg. Im Falle des Vertragsbruches mit Whitewater haben Sie uns vertraglich autorisiert, sie als Angestellte eines Interessendissidenten unseres Kunden zu betrachten und somit das Feuer auf sie zu eröffnen." Einige der Männer guckten sich fassungslos in ihren Gruppen um. Der einzelne junge Mann schüttelte den Kopf. Diese Idioten hatten nichtmal das Kleingedruckte gelesen. Der militärische Whitewater-Angestellte fuhr fort. "Wir setzen hier auf, lassen Sie raus. Ihre Aufgabe ist es, die Generatoren zu zerstören, die direkte Lüftungen an den Seiten haben, also müssen sie lediglich hierauf feuern", erklärte er und das Hologramm zoomte in das Bild hinein. "Sie müssen allerdings alle gleichzeitig feuern, da beim ersten Zeichen von Störungen die Luken geschlossen werden und ein Alarm ausgelöst wird. Wir haben also ein Zeitfenster von wenigen Sekunden. Es gibt einen leichten Knall, niemand kommt zu Schaden, wir sind sofort wieder weg." Das Hologramm wurde kleiner und verschwand. "Bereiten Sie sich also vor, sie haben fünf Minuten Zeit. Wer von Ihnen das Landeschiff bis dahin nicht betreten hat wird als vertragsbrüchig gewertet. Bitte melden Sie sich beim Eintreten mit Namen und Whitewater ID an." Er ließ das Echo seiner verstärkten Stimme in der totenstillen Halle verhallten, marschierte dann mit den schwer gepanzerten Soldaten in das Landeschiff und ließ die Männer kurz mit ihren Gedanken allein. Die, die eben erstaunt über die Klausel waren, die sie im Vertrag übersehen hatten, redeten hektisch mit ihren Mitsöldnern. Einige knieten sich nieder und beteten. Die Erfahreneren prüften noch einmal ihre Waffen und Panzerungen auf Sitz. Der junge Einzelgänger versuchte, es ihnen gleichzutun, schließlich hatten diese nicht ohne Grund mehrere Einsätze erfolgreich bestanden. Sämtliche Schnallen schienen zu sitzen, es schnürte nirgends, also machte er sich auf zum Antritt. Er kam an einigen Söldnern vorbei, die rauchten und über Politik redeten. "Weiß du, die Kons sind auch nicht besser als die Staaten damals. Es ist die gleiche dreckige Gier nach Macht und Geld und wir sind die Idioten die sich die Hände schmutzig machen, weil wir niemand sind. Verstehste? Wenn wir als anonyme Truppen da antanzen dann kann es jeder gewesen sein, aber wenn offizielle Kon-Truppen da antanzen dann gilt es gleich als neue Kriegserklärung. Lächerlich...", sprach einer und paffte vor sich hin. Ein anderer tat es ihm gleich und meinte: "Vielleicht ist es ja ganz gut so. So kommt es zu keinem großen Krieg mehr. Weißte, viele kleine Gefechte kann die Welt ertragen, aber wenn noch ein Großer und wir sind alle am Arsch. Also, alle alle."
Der junge Mann versuchte, nicht zuzuhören. Er war grade deshalb hier, weil ihn Politik nicht interessierte und ihm dieses ganze Hin und Her zwischen den Kons egal war. Darum war er in die Freie Megacity gezogen, weg von dem Kon, der zu Hause jede Faser des Lebens an sich gerissen hatte. Sein Vater konnte damit leben. Er nicht.
"ID und Name?", fragte einer der schwer gepanzerten, regulären Soldaten von Whitewater.
"20-9A5Z. Kaine.", antwortete der junge Mann. Der Kerl in der bulligen Rüstung winkte ihn durch und Kaine betrat entschlossen, aber mit einem Kopf voller Gedanken das Landungsschiff.


* (Ich gestern)

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