Von prophet am Sonntag, Mai 31, 2009 um 22:24

Er ist ganz lieb...

Der WDR irritiert mich. Einerseits hat dieser Sender Programme wie den WDR Rockpalast, der u.a. schonmal ein Konzert von Baroness (siehe letzter Post) übertrug. Andererseits gibt es dann so Sendungen wie "Tiere suchen ein Zuhause", ein bekanntes Format, bei dem eine Frau leicht gehobeneren Alters ein Tierheim nach dem anderen abklappert und mit dem lokalen Pflegepersonal spricht. Leider gibt es jemandem in meinem Haushalt, der sich diese unfassbare Scheisse anguckt. Stupides Fernsehen, das an Blödheit nur schwer zu übertreffen ist, läuft es doch immer wieder auf dasselbe hinaus. Hunde, die irgendwo auf Mallorca aufgegabelt und nach Deutschland gebracht wurden werden vor die Kamera gestellt, wo sie dann einfach warten und am besten noch mit Knopfaugen in die Kamera gucken müssen. Und die Zeilen des Pflegepersonals und der Moderatorin sind scheinbar immer identisch.

"So, das war Lotte, die kecke Wieseldame", sagt die Moderatorin dann und tastet sich vorsichtig über die tiefen, blutenden Kratzer im Gesicht. "Kommen wir nun wieder zu den Hunden. Und wen haben wir denn da als nä- JA DU BIST JA EIN HÜBSCHER, JA FEIN BIST DU, JA BIST DU EIN LIE-", beginnt sie in diese Unart zu verfallen, mit Tieren A) überhaupt zu reden, die verstehen dich nicht B) wie mit einem gefühlsmäßig sehr labilem, behindertem Kind zu reden. Hört! Auf! Damit! Dann wird sie in ihrem Gequietsche aber unterbrochen, weil der Pitbull, der ihr da gegenübersitzt, anfängt, die Zähne zu fletschen und sie anzuknurren. "Ja, das ist der Wotan, er ist ein Bullterrier", sagt die urwüchsige Pflegerin mit dem starken Akzent dann immer, "das ist ein ganz Lieber. Jahh, ru-hig, Wotan. Den Wotan haben wir aus einer Familie geholt, da ging es ihm gar nicht gut." "Oh." "Ja weil der Wotan war da den ganzen Tag an der Kette, die ihm den Hals abgeschnürt hat und er wurde immer wieder getreten. Seine Eigentümer haben ihn praktisch nur benutzt, um ihn auf Kampf abzurichten. Ja, sssccchhht, ist ja gut du!" "Na, da hat aber einer Energie", sagt die Moderatorin dann sichtlich unbehaglich und betont es so, als wäre es lustig, was sie da gesagt hat. "Oh ja, er hat sehr viel Energie, was dann aber auch schonmal in Aggressionen umschlagen kann, dabei ist er aber ein ganz ganz erm, ganz Lieber. Der Wotan kann leider nur noch auf einem Auge sehen und humpelt ein wenig, äh, aber das tut seiner Lebensfreude keinen Abbruch.", sagt die Pflegerin, was im Gebell des vor Hass schäumenden Wotan dann aber untergeht. "Wie steht es denn um die Familieneignung von Wotan?", stellt die Moderatorin dann ihre auswendig gelernten Fragen. "Naja also der Wotan kommt eigentlich mit allen gut zurecht. Nur....er mag keine Kinder. Also sobald er einen Menschen unter anderthalb Metern Körpergröße sieht, da verbeißt er sich sofort. Wir hatten einmal einen Praktikanten, der war kleinwüchsig, und ähm............", sagt die Pflegerin und ihr Blick wird leer.
"Nun äh", versucht die Moderatorin die Szene zu retten, "dafür versteht sich der Wotan dann aber gut mit anderen Tieren, nicht wahr?". "....was? Oh erm, naja also nein, also der Wotan mag generell also schonmal keine anderen Tiere, vor allem Katzen greift er praktisch sofort an, genauso wie andere Hunde, äh Vögel, Pferde, Kühe, Kamele, Tapire, Giraffen, vor allem Pudel sind für ihn ein rotes Tuch, dann äh Reptilien wird er auch sofort aggressiv, äh ja." "Also keine Kinder und keine anderen Tiere." "Oh, und auch erwachsene Menschen verträgt er nicht besonders gut, da beißt er schonmal gerne zu. Und laute Geräusche kann er auch nicht ab, wenn ein Auto vorbeifährt, dann versucht er, es zur Strecke zu bringen. Dafür kann der Wotan sehr laut bellen", was der Zuschauer gemerkt hat, weil Wotan schon die ganze Zeit über bellt und knurrt und tobt. "Der Wotan ist also mehr etwas für erfahrenere Hundehalter, die auch mit seinem Jähzorn umgehen können. Dann äh, er frisst recht viel und braucht SEHR viel Platz, wobei er sich aber nur bewegt, um anzugreifen. Und er ist sehr jähzornig."
Der Moderatorin fällt nicht mehr viel ein, sie guckt immer wieder besorgt in Richtung des schmalen Pfahles, an den Wotan angebunden ist. Er hat sie bisher ohne ein Blinzeln angestarrt. "Gibt es denn noch weitere Kosten, auf die sich erfahrenere Hundefreunde beim Wotan einstellen müssen?" "Ja ähm, also der Wotan ist außerdem stark methadonabhängig und muss mindestens viermal am Tag eine Spritze kriegen, und er hasst Spritzen. Aber er liebt Methadon. Und Beißen. Aber er ist ein ganz Lieber, nichtwahr? A-haha!" "A-haha! Erm, ja, gut, der Wotan." Langsam steht die Moderatorin auf und geht rückwärts von Wotan weg, dem der Schaum vorm Mund steht.

Und so geht es mit jedem Tier. Das Frettchen hat die Beulenpest, die Katze zerfetzt alles, was nicht bei 3 auf den Bäumen ist, der Hund beißt am liebsten in kleine Kinder hinein. Aber das ist egal. Denn das sind alles eigentlich ganz, ganz liebe Tiere. In jeder. Einzelnen. Sendung.

Von prophet am Samstag, Mai 30, 2009 um 12:45

Statische Spannungen

Sludge. Sludge ist eine sehr unterschiedlich ausfallende Mischung aus Hardcore und Doom Metal (der klassische Heavy Metal in langsamer, schwerer, basslastiger, düsterer, als Begründer dieser Musikrichtung gelten die ollen Black Sabbath). Unter dieses Genre fallen zB die Melvins (deren Genrezuordnung mir unmöglich erscheint), dann die frühen Mastodon (leider nicht mehr), The Ocean, Lair of the Minotaur, aber auch Bands mit Post-Rock Anleihen wie Neurosis, ISIS, Cult of Luna oder Baroness. Letztere gründeten sich auf einem Konzert von Kylesa, um die es mir geht, deren Klang mehr in Richtung Hardcore als Doom einzuordnen ist. Die Kapelle besteht wohlgemerkt aus fünf Leuten: Zweimal Gitarre und einmal Bass, und alle drei steuern Gesang bei, daneben gibt es zwei Schlagzeuger, was man dem Sound der Band leider kaum anmerkt. Nachdem ich ewig brauchte, bis mir das letzten Endes doch tatsächlich gute "Time Will Fuse Its Worth" mit dem unfassbar genialen "Where the Horizon Unfolds" von 2006 gefiel, entschied ich mich, dem 2009er Album "Static Tensions" eine Chance zu geben, obwohl ich irgendwo im Intrawebz ein Review zu dieser CD überflogen hatte, das mit schwachen 6/10 endete.
Dennoch wurde Static Tensions angeschafft, am Stück durchgehört und - nanu - das ist ja unfassbar gut! Welcher geschmacklose Vollidiot hat dieses Review geschrieben? Wie dem auch sei, das Album steigt mit Getrommel ein, das unvermittelt in die sägenden Riffs des Openers "Scapegoat" übergeht, der in meinen Augen der beste Song des Albums ist. Das gehobene Tempo, das Riffing, das peitschende Getrommel dahinter und der schon mitgröhlbare Refrain ("Dig Them Up! Dig Them Up! Or let the pendulum swing!") fügen sich organisch ineinander. Großes Kino. Es gibt auf dem gesamten Album keinerlei Totalausfälle - das schwere "Said and Done", das ultramelodische "Only One", dessen Gitarre wie schon im dramatischen "Running Red" frappierend nach Baroness klingt, das vor allem gegen Ende unfassbar treibende "Perception", das beschwörend-düstere "Unknown Awareness", der lässige Schlusssong "To Walk Alone" - alle Songs haben ihre ganz eigenen Qualitäten, sind zwar vielfältig, aber passen zueinander. Kritik üben kann man vielleicht am Schlagzeugeinsatz - der ist zwar auf gar keinen Fall schlecht, aber das volle Potential von zwei Schlagzeugern wird bei Weitem nicht ausgeschöpft - und dem Gesang von Gitarristin Laura, der zwar eine gewisse Variabilität ermöglicht, aber eher nervig ist.
Alles in allem ist "Static Tensions" zusammen mit "Wavering Radiant" das Beste, das ich dieses Jahr gehört habe und Sludge das Genre, das ganz alleine den Metal am Leben erhalten, ach was sag ich, zum Erblühen bringen kann. Ganz großes Kino also für alle, die ohne Scheuklappen durch ihr musikalisches Leben gehen und nicht drauf bestehen, dass Metal im weitesten Sinne Schwerter, Drachen, Ficken und "MEEETAAAAL IS FOREEEVEEER"-Gekreische beinhalten muss.

Von prophet am Mittwoch, Mai 27, 2009 um 08:17

Gemischtwaren

// Man möge mir meine fast einwöchige Abwesendheit verzeihen, doch jetzt gegen Ende gab es nochmal einigen Schulstress mit verschobenen Klausuren und Letzte-Minute "Wir müssen noch was machen"-Projekten. Die sind jetzt aber alle durch. Hoffe ich. Wenigstens gabs regelmäßig Mini-Posts in der Leiste oben.
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Ich wurde vor Ewigkeiten schon von diversen Leuten dazu gedrängt, mir "Knights of Cydonia" von Muse anzuhören. Eine Band, die ich mir zwar nicht wirklich anhören kann, die ich jedoch akzeptiere. Jenen Song fand ich immer doof, was daran lag, dass ich immer nur die erste Hälfte davon anhörte. Neulich schaute ich dann "Halomen", einen Ableger der irre witzigen Tankmen an, wo die zweite Hälfte des Songs verwendet wurde (ab dem "No one is gonna take me alive..."). Ich fand das super und war dann erstaunt, dass das Muse war. Schäme mich fast schon ein wenig, das zu mögen. Wohlgemerkt die zweite Hälfte, die erste kann ich immer noch nicht ab.
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Nordkorea hat den Arsch weit, WEIT, WEIT offen. Damit meine ich noch nichtmal die Tatsache, dass das Militärregime dort seit 55 Jahren die Bevölkerung in bitterer Armut leben lässt, während sie selbst in Palästen wohnen, das gibt es überall auf der Welt. Ich meine natürlich die in letzter Zeit zunehmenden aggressiven Atomwaffentests sowie jetzt die Verkündung, dass sich Nordkorea nicht mehr an den Friedensvertrag mit dem Süden gebunden fühlen würde und dass ein "starker" Militärschlag erfolgen würde, wenn es eine Bedrohung für ihre Diktatur gäbe, was für Kim Jong Il bereits der Beitritt des Südens zu einem Anti-Massenvernichtungsbund ist. Ich glaube ja, dass jeder Staat souverän sein sollte und ein Recht auf Bestand hat, aber irgendwann ist auch Schluss. Wenn diese verschissenen Steinzeitkommunisten (Das System hat nicht funktioniert! Öffnet die Augen!) weiter mit Atomsprengköpfen fuchteln, dann fände ich es inzwischen legitim, wenn die USA und ihre Verbündeten die letzte Bastion dieser Plage der Menschheit hinwegfegen würden. Die Regierung komplett auslöschen, das Land so befreien, wie es im Zweiten Weltkrieg mit uns geklappt hat, dann eine neue Regierung aufbauen. Keine Drohungen mehr an den bösen Westen, kein Hungertod mehr für die Nordkoreanische Bevölkerung. Spasten.
// Firma Samsung behauptet, einen Druckertreiber programmiert zu haben, der unter Windows für ALLE Drucker funktioniert. Alle. Von allen Herstellern. Für mich hört sich das so gut an, dass es schon illusorisch erscheint. Habe starke Zweifel an der Allmacht dieses Treibers, aber falls er funktioniert, dann ist das ein ganz herrvorragender Schritt in die richtige Richtung.
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Neulich musste ich überlegen, ob ich mir den Star Trek Film in Kino angucken sollte. Und nein, ich war noch nicht hin. Neben dem plumpen, reißerischen Actionfilmgehabe erscheint mir der Film auch irgendwie steril, ich mag den weiß-gläsernen Look dessen, was ich von der Brücke bisher sah, überhaupt nicht. Dann dachte ich mir, die Brücke müsse, vor allem angesichts der "frühen" Enterprise, mechanischer und bodenständiger aussehen. Dann überlegte ich, welchen Vergleich ich ziehen könnte, und kam somit auf den tollen Film Serenity. Dann widerum dachte ich an die Serie Firefly, auf der der Film basiert, und dass ich bisher noch nichts Negatives darüber gehört habe. Sprach also irgendwas dagegen, sich die (leider nur) 14 Folgen anzugucken, zumal House grad sein 5tes Staffelende hatte und somit pausiert? Nein! Also innerhalb von zwei Tagen alle Folgen geguckt. Ergebnis: FUCK! Das ist die beste SciFi Serie die es jemals gab! Die Vermischung mit Western- und Abenteuerelementen funktioniert fantastisch, die Effekte sind super, die Action stimmt, die Dialoge sind toll, der Humor ist großartig, kurzum: Hell Motherfucking Yeah! Nein ernsthaft. Guckt euch Firefly an. Meiner Ansicht nach GIBT es keine bessere SciFi Serie. Star Trek kann mich mal. Eine Schande, dass es nur diese 14 Folgen und den Film gibt.

Von prophet am Donnerstag, Mai 21, 2009 um 21:59

Die Flut

"Ich schreibe das hier mit letzter Kraft - als es anfing zu regnen, dachte sich noch niemand etwas dabei. Es dauerte eine ganze Weile, bis wir begriffen, dass es nicht mehr aufhören würde. Als ich bei meiner Oma nach dem Rechten schaute und triefend das Haus betrat, wobei ich die halbe Waschküche flutete, fragte sie mich noch: "Regnt dat butn?". Die Wetterdienste erfuhren die größte Aufmerksamkeit aller Zeiten, doch sie konnten nie Neues verkünden. Die Kirche fing an, von einer neuen Sintflut zu reden, einer Strafe Gottes, um die Sünder büßen zu lassen. Wenn wir alle genug beteten, würde es schon aufhören, sagten sie. Viele fielen darauf herein.
Es hörte nicht auf, Gebete hin oder her. Die Überschwemmungen waren enorm. Und dann, von einem Tag auf den anderen, hörte es auf. Kein Regen mehr. Nichts. Die meisten Städte waren überflutet, von vielen ländlichen Gegenden hatte man seit Wochen nichts gehört. Aber es hatte plötzlich aufgehört, einfach so, und die Wetterdienste hatten keinen blassen Schimmer. Wir schwelgten trotz aller Verluste im Jubel darüber, dass es zu Ende war. Dann kamen die Flutwellen. Irgendwer sagte was von Seebeben, ich weiß nicht. Die Wellen waren gigantisch, höher als alles, was Menschen je erbaut hatten. Sie spülten die Städte hinfort wie Spielzeug. Die größte Zerstörung aller Zeiten, die uns das Genick brechen sollte. Die Wellen hielten nicht lange an, doch sie richteten unvorstellbaren Schaden an. Als es dann auch mit denen endlich vorbei war, waren Milliarden über Milliarden gestorben. Die Armen in den Dritte-Welt Ländern zuerst. Dann wir. Einige hatten sich rechtzeitig auf Schiffe begeben und genug Vorräte mitgenommen. Genug für ein paar Wochen. Es verging jedoch Monat um Monat, und ihnen ging das Essen und das Trinkwasser aus. Niemand wusste, wo es noch fruchtbaren Boden gab. Alle Ernten der Welt waren fortgespült. Aller Ackerboden war entweder noch unter Wasser oder von dem, was die Wellen mit sich gerissen hatten verseucht. Aller Schmutz der Städte war von dem Wasser aufgesammelt worden und über das gesamte Land verteilt worden. Krankheiten grassierten, und dann begannen wir uns gegenseitig zu bekämpfen, jeder versuchte, für sich oder seine Gruppe das zu erkämpfen, was er kriegen konnte, Essen, Trinken, Kleidung. Doch d r Umstieg auf das Leben auf dem Wasser kam zu rapide. Es gab keine Versorgung mehr. Nichts. Fisch vielleicht, ber der hilft auch nicht weiter, wenn Skorbut der eigenen Familie den K pf abfault.
Ich weiß nicht mehr, wie lange genau es her ist. Kalender haben j de Relevanz verl ren. Mir geht die T nte aus, um zu s hreibe . Wer a c immer das hier fin et, wann auch i er, er soll das W ssen um den Un erga d r Mens hen bewah ", stand auf dem zerknitterten Zettel, den 'K'thclph, Sohn von Byd, in der Tentakel hielt. Er las ihn desinteressiert, knüllte ihn zusammen und warf ihn über eine seiner zahlreichen Schultern. Mit platschenden Schritten wanderte er weiter durch die Schiffe, die an der Küste vor unzähligen Jahren aufgelaufen waren, auf der Suche nach der Pornographie, die die Zivilisation dieses Planeten hinterlassen haben müsste. 'K'thclph hatte gehört, die Bewohner dieses Planeten hätten außergewöhnlich viel davon produziert, und solche exotischen Absonderlichkeiten verkauften sich besonders gut an die Leute, denen er alten Schrott verschiedendster Planeten zu Wucherpreisen andrehte. Sammler halt.

Von prophet am Sonntag, Mai 17, 2009 um 17:21

Tagesschau 2020

[Eine Uhr läuft und stoppt bei 20:00:00.] *gonnnnnnnnnng*
Hier ist das siebte deutsche Fernsehen mit der Tagesschau. DÄÄÄM DÖÖÖM DÄMM DÄMM DÄM -DÄÄÄÄÄÄÄ DÄDÄDÄMMM! [Kamera zeigt das Studio, der Borg an dem Pult guckt in die Kamera. Datum: 20.06.2020]
ZALGO, meine Damen und Herren.
Umzug vollbracht

Nach nur einem halben Jahr Umzugsdauer ist der Bundestag nun komplett in den Norden nach Quickborn verlegt worden. Das vom Göttlichen aus dem Erdreich erhobene neue Plenum aus schwarzem Marmor, Platin und Obsidian wird von nun an offiziell als Tagungsgebäude verwendet werden. Zuvor war die Stadt Quickborn kauterisiert worden. Der alte Bundestag wurde Mitte letzen Monates aufgegeben, nachdem die Ausbreitung der Slums in Berlin dem Gebäude zu nahe kam und viele Bundestagsabgeordnete sich über den Geruch von Armut im Umfeld des Gebäudes beschwert hatten. Die Kosten des Umzuges belaufen sich auf circa 500 Trilliarden Mark, für die der Bund weitere Schulden aufnehmen musste.
[Eine Filmeinspielung folgt]
[Zu sehnen ist eine Straße voller Leute, die allesamt wie Obdachlose aussehen, zerrissene Kleidung tragen und schmutzig sind.]
Der traditionelle Regierungssitz Deutschlands, er ist nun verlassen. Nach langem Bemühen um eine Eindämmung des Armutsbezirkes der Stadt, der sich jedoch den gesamten Rest der Stadt einverleibte, ist die Bundesregierung nun weggezogen. Die von der weiterhin andauernden Wirtschaftskrise betroffene Metropole mit einer Arbeitslosenquote von über 90% wird vor allem von Migranten bewohnt. Die hohe Kriminalitätsrate erklärt sich laut Polizeichef Derring durch die Mentalität der Ausländer.
[Ein älterer Herr mit Schnurrbart und wuscheliger Frisur wird gezeigt, er trägt eine schwarze Uniform.]
„Das ist.....das muss man sich mal vorstellen, eine REINE.......Einstellungssache! Neeeech? Die WOLLEN es doch so! Und nicht anders. Schon immer, ich sag es. Ja.“
[Der Reichstag wird gezeigt. Punks schlurfen um ihn herum, die Wände sind voller Graffiti.]
Nach Verlassen der öffentlichen Gebäude nahm der Bodensatz der Bevölkerung sich der Räumlichkeiten an. Nach nicht lange anhaltender Zerstörungswut seien die Asozialen dazu übergegangen, die Gebäude als Schlafplätze zu nutzen oder sich von ihnen zu stürzen, so die Beobachtungen der Polizei.
[Die Kamera zoomt an das Gebäude ran. Ein Mann in einem zerfetzen Bademantel schreit in Richtung Kamera: „Fickt euch ihr dreckigen Kapitalistenschweine! AAAAAh-HAHAHA!“]
[Schnitt, ein gigantisches schwarzes, monolithisches Gebäude wird gezeigt. Deutsche Flaggen wehen von ihm herab, auf ihnen das Zeigen des Göttlichen.]
Indessen ist der Umzug nach Quickborn beendet und die Räumlichkeiten sind bezogen. Das neue Gebäude, dass der Göttliche aus dem Erdreich hob, ist aus einem Stück geschlagen und besteht vor allem aus schwarzem Marmor. Trotz Wegfall der Kosten für das eigentliche Gebäude müssen nun noch die Gelder in den Haushalt einrechnet werden, die für den Umzug anfielen.
[Ein Bundestagsabgeordneter der nationalsozialistischen Spaßpartei, er ist als Clown verkleidet und hüpft auf einem Pogostock auf und ab, spricht in die Kamera.]
„Nun sicherlich entstanden einige Kosten beim Umzug hier nach Quickborn und die müssen bewältigt werden, aber bisher hat sich das Modell, alles auf Pump zu bezahlen als recht solide erwiesen – zudem muss eindeutig gesagt werden, dass im neuen Gebäude durch die Lüftungsschächte der Gestank von Armut nicht mehr ins Gebäude hineinkommt und der Gestank der Faulheit von innen nach außen gepustet wird.“
[Das Gebäude ist in der Totalen zu sehen.]
„Zusätzlich zu den reguären Zahlungen schlug Finanzminister Lorenz vor, einige Tiere und arme Menschen zu opfern, um den Göttlichen gnädig zu stimmen.“
[Schnitt zurück ins Studio]

Wie bereits im Mai von der braungrünen Regierungskoalition angekündigt, wird die Abwrackprämie von nun an auch auf sehr alte Menschen ausgeweitet. Bei Verschrottung von Menschen über 100 Jahren Laufzeit wird ein zusätzlicher Bonus von 5€ ausgezahlt. Die im Jahre 2008 gestartete Prämie, die sich zunächst nur auf Autos beschränkte, sei in ihrem Erfolg ohne gleichen und sei ein Vorzeigemodell von staatlicher Regulation des Marktes, so Bundeskanzler Schäuble, der nach Einschätzung von Experten der Prämie seine dritte Wiederwahl zu verdanken hat. Die hohe Nachfrage nach Arbeitskräften in Krematorien senkte die Arbeitslosenquote innerhalb der letzten zwei Monate auf 59,3%. Die Erweiterung der Prämie auf ein 37tes Gebiet steht derzeit zur Diskussion. [Eine Filmeinspielung folgt] [Zu sehen sind zwei junge Frauen in Hosenanzügen, die mit Champagner anstoßen.]
Die Krankenkassen feiern – mit Inkrafttreten der Erweiterung der Abwrackprämie auf alte Menschen, die sie seit Beginn der Diskussion unterstützt hatten, sparen sie mehrere Milliarden jährlich, Gelder, die nun für die Wiederherstellung der Managerprämien genutzt werden können. Möglich wird dies durch die staatliche Subventionierung der Einäscherung alter Mitmenschen.
[Ein alter Mann wird gezeigt. Er legt sich auf eine Metallplatte, die in eine Öffnung in einer Wand geschoben wird. Daraufhin schlagen Flammen aus der Wand. Nun ist ein weit weniger alter Mann zu sehen, er trägt einen dunkelgrauen Anzug und eine Krawatte.]
„Wir merken, die Nachfrage ist ganz enorm äääh und mit einer derartigen Menge von Aufträgen ääh waren wir auch in der Lage verstärkt Leute, auch niedrig qualifizierte, äh, einzustellen äh.“
[Der Mann im Anzug gibt einem jungen Mann von etwa zwanzig Jahren einige Geldscheine in die Hand und schüttelt ihm dann die andere.]
Von der Prämie profitieren vor allem junge Leute, die ihre Großeltern abwracken lassen, die aus dem freien Organmarkt einen geringeren Wert gehabt hätten.
[Der junge Mann spricht in die Kamera.]
„Jo, is jut, wa, ick sach ma, die Omma hat nochma ordntlich Kohle jebracht, wa. Verstehn se, Kohle? Ha!“
[Schnitt zurück ins Studio]

Beim gestrigen Elefantenpolobundesligaspiel des Werder Bremen gegen den deutschen Rekordmeister Arminia Bielefeld kam es trotz erneut verstärkter Sicherheitskontrollen durch die Bundeswehr zu einer weiteren Aktion aus einer Reihe von Protesten. Die Protestanten, allesamt junge Frauen, die nackt auf das Spielfeld rannten, wurden sofort von den anwesenden Soldaten erschossen, wie es der Akt gegen Sexuelle Freiheit und Perversion gebietet. Kritiker nannten die sofortige Exekution eine „Vergewaltigung der Menschenrechte“ und „Krieg gegen das eigene Volk“. Innen-Verteidigungs-Minister Nordmann wies die Vorwürfe zurück und sprach von einem, so Zitat, „tja....hmhm...großen Erfolg gegen die Freizügigkeit“.
[Eine Filmeinspielung folgt] [Zu sehen ist das Bremer Stadion am Abend des Massakers. Einige Fans gucken erschrocken als die in der Sendung von massiven schwarzen Balken verdeckten Frauen nackt auf das Spielfeld laufen, einige Männer halten sich die Augen zu, weinende Kinder werden eingeblendet.]
Für viele ahnunglose Familien sollte es nur ein besinnlicher Abend des Elefantenpolos sein, doch es kam anders. Unbekleidet stürmten die Protestantinnen das Spiel, das sofort unterbrochen wurde. Das Militär handelte seinem Auftrage gemäß unverzüglich. [Es folgen die Aufnahmen des Blutbades. Ein Soldat spricht zu der Kamera, sein Name wird eingeblendet. Er spricht mit norddeutschem Akzent.]
„Chja, äh, unseren Befehlen entsprechend eröffneten wir sofort das Feuer auf die Protestantinnen, wobei inzwischen äh die Ermittlungen...laufn, wie es sein konnte, dass trotz massiver Sicherheitsvorkehrungen überhaupt Leute durch die Absperrungen gelangen konnten.“ [Man sieht Leute, die aus dem Stadion strömen. Ein Mann mit Bremen-Mütze ist im Bild.]
„Das kann ja wohl nicht angehen, dass sowas is. Da muss die Bundeswehr sich ma anstregen, dass sowas bloß nicht nochmal passiert. Unbekleidete Frauen.....und die hatten nichtmal was an! Das ist doch krank, abstoßend! Wie können diese Terroristen es wagen, arbeitenden Staatsbürgern so einen enthüllten Frauenkörper vorzusetzen! Das ist doch ekelhaft, gradezu krank!“
Die strikte Durchführung des Gesetzes findet laut Umfrage großen Rückhalt in der Bevölkerung, der Bedarf nach der Befreiung von sexuell Reizvollem ist groß. [Zu sehen ist eine Statue, sie zeigt eine barbusige Frau im antiken Stil, die ein weites Tuch um die Hüften trägt und eine Vase in der Hand hält.Sie wird mit Ketten von ihrem Sockel gezogen und zerbricht auf dem Fußboden.]
Nach längerer Diskussion um die Einordnung der antiken Darstellung von Unschamhaftigkeit wurde diesen Montag vom Bundesverfassungsgericht entschieden, dass auch diese Darstellung anstößig und somit zu vernichten sei. [Ein Mann mit Bauarbeitehelm spricht in die Kamera.]
„Wir entfernen hier nun alle alten Statuen und Bildnisse, die in irgendeiner Weise im Verdacht stehen, nun äh, Reize zu suggerieren. Vor allem die antike Darstellung und der sexuelle Liberalismus der frühen Jahre dieses Jahrhunderts haben uns hier einiges an Arbeit beschert.“
[Schnitt zurück ins Studio]

Nach schweren Gefechten um Colorado zeigten sich die Neu-Konföderierten auf einer Presseerklärung siegesgewiss. Man habe den Nordstaaten einen schweren Schlag versetzt, so General Bush. Als besonders effektiv hätten sich die neuen arabischen und afrikanischen Kinder erwiesen, die die Neu-Konföderierten ins Gefecht schickten. Sie seien zwar schwach und von geringer Ausbildung, aber gleichen ihre Makel durch ihre schiere Masse und geringe Haltungskosten aus, so der ranghohe Miliär. Die sog. „Südstaaten“ hatten vor sieben Monaten verkündet, dass sie nach jahrzehntelangem Verkaufen von Waffen in Dritte-Welt-Länder darauf umsteigen wollten, die ausgerüsteten Soldaten für ihre eigenen Zwecke zu mobilisieren.

Der Großkonzern Google hat seinen Suchdienst, auf dem der enorme Erfolg des Unternehmens basiert, eingestellt. Der einst extrem populäre Service habe, so Google, in den letzten Jahren einen enormen Rückgang an Suchanfragen erfahren, was die Konzernleitung auf die weltweiten Internetsperren und Zensurmaßnahmen zurückführt. Der Aktienkurs des Unternehmens fiel um zwanzig Punkte.
Google wolle sich, so die Presseerklärung, von nun an verstärkt auf die Produktion von High Tech Waffen und künstlichen Organen konzentrieren, die vor allem von vielen ostasiatischen Regierungen eine hohe Nachfrage erfahren.

Der seit Anfang März andauernde Beschuss des Planeten Uranus mit Walen wurde eingestellt. Dies verkündete der Vorsitzende des Verbandes für Beschuss fremder Planeten mit seltenen Tieren VfBfPsT, der ehemalige Bahnchef Mehdorn. Grund für das Ende des Abschusses von Walen mit Spaceshuttles sei, dass es keine Wale mehr gebe, die man abfeuern könne. Wie sich dies auf den Beschuss von Alpha Centauri mit Pandabären auswirken wird, ist noch unklar. Mehdorn versicherte, dass der Verband alles Täte, um das Sperrfeuer aufrecht zu erhalten.
:
1, 2, 3, 14, Eulersche Konstante, Pi^87, Zusatzzahl i.
Superzahl, die 9.
Im Spiel 77,...6,6,6,6,6,6,5
und im Spiel Super 6: 1,3,3,7,0,2
Alle Angaben wie immer ohne Gewähr.
:
[Eine Wetterkarte wird eingeblendet. Europa ist zur Hälfte im Meer versunken, was kaum zu erkennen ist, da alles voller schwarzer Wolken ist.]
Wie bereits die letzten Jahre ist mit Gewittern und Stürmen zu rechnen. Seit Verdunkelung der Sonne ist das Wetter stabil, die Windgeschwindigkeiten weiterhin bei 50 Stundenkilometer. In den Mittelgebirgen muss mit Schnee gerechnet werden.
[Der Sprecher ist wieder zu sehen.]

Die Tagesschau meldet sich wieder um 22:00 im Anschluss an den Spielfilm „Weniger denken, mehr Arbeiten“, der vom Ministerium für Kultur und Arbeit mit dem Wegener-Preis ausgezeichnet wurde. ZALGO! //DÄMM DÄMM DÄMM DÄÄÄÄÄÄÄÄÄ – DÄDÄDÄMMM!

Von prophet am Samstag, Mai 16, 2009 um 11:52

"Ist doch hübsch hier..."

Filme über Profikiller gibt es wie Sand am Meer. Es gibt schlechte (Hitman), mittelmäßige (Grosse Pointe Blank) und gute (Leon der Profi). Leider stehen diese Filme quantitativ im Verhältnis 9001 : 20 : 1, also ist die Zahl der wirklich guten Killer-Streifen recht gering. Zu letzterer Kategorie jedoch zählt für mich der seit dem 24. November 2008 in Deutschland auf DVD zu habende "Brügge sehen...und sterben?"(en.: "In Bruges"). In diesem fantastischen Film spielen Colin Farrell und Brendan Gleeson die beiden Auftragskiller (da haben wir's) Ray und Ken, die nach einem Job, bei dem Ray einen fatalen Fehler gemacht hat (ich will nicht zuviel spoilern), von ihrem Boss Harry (Ralph Fiennes) nach Brügge geschickt werden, um vorerst unterzutauchen und auf neue Anweisungen zu warten. Während der ältere Ken sich für die für die mittelalterliche Altstadt, die besterhaltene in ganz Belgien, begeistern kann, die Stadt besichtigen will und von dem Flair der Straßen und Kanäle fasziniert ist, findet Ray das "Dreckskaff" unerträglich und will zunächst einfach nur schnell raus, bis er durch Zufall eine Frau kennenlernt.
Die unterschiedlichen Interessen der beiden Typen kollidieren immer wieder, was vor allem durch Colin Ferrell enorm lustig ist. Dabei ist Ray nicht nur der Kasper, sondern eigentlich die tragischste Figur, da der Fehler, den er im letzten Job begang, ihn immer noch gewaltig mitnimmt. Nach einiger Zeit ruft dann doch noch Harry an - der Ken offenbart, dass er sie nicht durch Zufall nach Brügge geschickt hat, sondern sie dort einen Job erledigen sollen: Ken soll Ray erschießen. Mehr will ich aber nicht verraten, denn den Film solltet ihr euch selbst angucken. Obwohl er weit ruhiger ist als der Trailer suggeriert (was ja immer so ist), ist "Brügge sehen...und sterben?" sehr sehr unterhaltsam und spannend, was an den Verstrickungen der Handlung, der guten schauspielerischen Leistung von Gleeson und Ferrell und dem Humor vieler Szenen liegt. Außerdem lernt man was über Brügge. Daher meine Empfehlung: Anschauen!

Von prophet am Donnerstag, Mai 14, 2009 um 21:00

Schreckliche Dinge sind passiert

Die Mehrheit derer, die ich fragte, sagte, dass der Zweck die Mittel heilige. Nur die alte Frau (19) war sich unsicher. Auch ich bin nicht schlüssig. Ist der Kollateralschaden wirklich mit dem Endergebnis zu rechtfertigen? Vor allem steht meine Reputation auf dem Spiel! Was soll das Internet bloß von mir denken?
Andy Strauß ist großartig. Von diesem "Poetry Slam"-Ding habe ich eigentlich immer wenig gehalten, aber eine Veranstaltung zu diesem Thema in unserer Schule brachte mich und diverse andere auf diesen abgedrehten Kerl, der ebenso großartig schreibt wie er vorträgt. Diese dreckigen Faschistenschweine von Lehrbeamten versuchen, die freie Entfaltung der Lyrik, die der essentielle Grundbaustein dieser Idee ist, in Schablonen zu pressen, zu regulieren, zu normieren und es nach dessen Vergewaltigung löffelweise an Schüler zu füttern, die so erst recht keinen Zugang zu jeglichem Schreiben finden. Es ist einfach nur verkehrt. Faschismus ist doch auch ein großes Thema in V for Vendetta, oder? Da wird doch auch die Grundsatzfrage diskutiert, ob der Zweck die Mittel heilige, da V selbst zwar ehrenhafte Ziele verfolgt, diese jedoch mit inakzeptabler Gewalt durchsetzt. Hach, ich weiß nicht. Andy Strauß ist ja son gutes Beispiel, in beiderlei Hinsicht. Geschmäcker können sich ja ändern. Tun sie ständig. Gestern Abend hab ich laut Acid Jazz gehört, heute find ich das voll scheisse. Aber ändern sich Prinzipien und noch gravierender - meine? Poetry Slam fand ich erst doof. Aber was der Strauß abzieht ist mehr als beeindruckend.
Das Problem mit Andy Strauß ist, dass man ihn selbst sehen muss. Und das gilt nicht nur für ihn. Bei vielen Dingen in Earth Two, auch als Internet bekannt, bringen Umschreibungen wenig, man muss es mit eigenen Augen und Ohren miterleben. Sonst ist es wie beim an sich tollen Nerdcore, wo jede Überschrift eine mehrseitige Zusammenfassung des Inhaltes ist, darunter ein Video und wiederum darunter ein Kommentar wie "holy mother of fuck!". Heiligt der Zweck die Mittel? Herr Lott, dessen Kaliban einer der Gründe war, warum ich A World to Come je angefangen habe, hat es bereits getan und ich finde es bei ihm sehr elegant und unaufdringlich. Aber kann ich alle meine Prinzipien verraten, über meinen eigenen Bash hinwegsehen und aus mir den letzten, schmutziger Hipster-Faggot machen? Der Zweck ist nobel. Es geht darum, dass es so viele tolle Dinge gibt auf der Welt, bei denen ich wie das Orakel aus Matrix sein muss: Ich kann euch nur die Tür weisen, durchgehen müsst ihr ganz alleine. Aber das hinter der Tür ist so irre, das müsst ihr sehen! Guter Zweck. Böse Mittel.
Soll ich (ICH!) mir einen Twitter-Account erstellen, um hier auf A World to Come deren Widgets für eine Art One-by-One-Linkdump mit Archivierung zu missbrauchen, und für nichts anderes? OH GOTT! HALTET MICH AUF!!!!

Update #1: Scheinbar sind deren Server grade komplett inne Grütze. Das zögert das Ganze hinaus. Stoppt mich.
Update #2: Fuck. Es ist zu spät. Ihr wart zu langsam. Die neue Leiste wird definitiv noch hübsch gemacht, ansonsten find ichs vom Ding her gut. Der Zweck heiligt die Mittel.

Von prophet am Samstag, Mai 09, 2009 um 16:25

Feststellungen

Alternates Versandabteilung und DHL sind ein super Team - Donnerstag Abend bestellt ist die Festplatte heute morgen gekommen. // Neue Festplatte leiser als alte, laute Platte. // Skabands bestehen aus total netten Menschen, obwohl sie scheiss Musik machen. // Wenn ich noch eine Trompete innerhalb der nächsten Woche höre, kriege ich das Kotzen. Balthazzar gefiel es, aber der war auch privat da. // Die Pest der Internet-Sperren verbreitet sich in Europa. Trotzdem kriegte Zensursula einen vor den Latz geknallt.// 3D Realms zeigt, wie man etwas tötet, das bereits tot ist. Always bet on Duke? // Ich sehe als Wikinger total dämlich aus. // In Deutschland leben Kinder in Armut und die Bundesregierung will für 4.000.000.000€ Panzer kaufen. Wo wir doch im Krieg sind. // Serious Sam 2 nochmal installiert, großartiges Spiel. // Electric Wizard sind toll, Krisiun sind ganz gut. // South Parks Folgen der 13ten Staffel sind bisher, in dieser Reihenfolge: Toll, Toll, Gut, Mies, Gut, Langweilig, Toll. Mal gucken, wie es weitergeht. // WinFF ist ein empfehlenswerter Video-Converter. // Ich rate jedem an, sich die komplette Awesome-Series von Egoraptor anzugucken. // Seit längerem ist Ruthe mal wieder lustig. // Ein Abo bei Last.FM ist mit (Nr.2) das dämlichste, was ich in letzter Zeit gelesen habe. // Noch zwei Klausuren und weit später eine mündliche Prüfung und ich bin durch. Arbeitslosigkeit, ich komme! // Ich werde ständig von diversen Leuten gefragt, ob ich für sie eine Homepage machen könne. Nein. Nur weil ich eine Brille trage und den ganzen Tag vorm Rechner sitze heißt das nicht, dass ich irgendwas kann. // Paintball-Verbot. *kopfschüttel* // Habe gelesen, dass der neue Star Trek Film an sich zwar gut sei, aber herzlich wenig mit den Original zu tun habe und über weite Strecken zu reißerisch sei. Unsicher, ob ich den angucken soll. // Man kann, was Graffiti angeht, nicht so dermaßen übertreiben. // Es gibt bei LIDL son Nudel-Fertiggericht, wo das Essen in soner Plastikschale ist und obendrüber ist ne Folie mit nem Ventil drinne, die man so auf dem Pott lässt und das Ding wie es ist satte 10 bis 12 Minuten in die Mikrowelle donnert. Schonend soll das Essen darin garen. Und siehe da - beste Erfindung was Essen angeht seit der Neanderthaler das Feuer zum Braten entdeckt hat. Schwer beeindruckt.

ISIS - Wavering Radiant

Frisch erschienen ist es, ISIS neuestes Album. Ich werde nun keine Erklärung mehr abgeben, wer diese Band ist. Wer sie nicht kennt, nimmt bitte ein Brett und schlägt es sich selbst gegen die Stirn. Danke. Gespannt war ich auf den nächsten Schritt in der Evolution der Mannen um Aaron Turner. Mosquito Control war Sludge, ultra heavy und geprägt von der Schwere in Songs wie "Poison Eggs". The Red Sea war boshafter Wahnsinn und nahm die Schwere von Mosquito Control in weit gestörtere, fiesere Sphären, Schreien und Schrammeln soweit das Ohr reicht. Celestial war dann monolithischer, geordneter. Das großartige Oceanic in seiner bedrückenden Schwere war das erste Album mit dem Sound, der die Band so beliebt gemacht hat, der den alten Sludge stark mit Post-Rock vermischt. Panopticon, in meinen Augen nicht ganz so stark, ist weniger bedrückend und lässt den Hörer weit von seinem Umfeld abschweifen. In the Absence of Truth war wieder super und obwohl ihr Stil sich treu blieb irgendwie eingängier als die vorherigen Alben, etwa in Dulcinea oder Holy Tears. Über all die Zeit hat sich ihr Stil entwickelt, Aaron Turners Gesang wurde immer professioneller. Und nun?
Nun ist Wavering Radiant raus und ich war zunächst enttäuscht. Irgendwie gefielt mir dieses Album spontan nicht. Die Eingängikeit von ItAoT fehlte und ich fand keinen Zugang zu dem neuen Material. Dann ließ ich es eine Weile liegen und setzte mich dann erneut damit auseinander. Beim zweiten Anlauf stellte sich mir eine Frage: "Wieso bitte fand ich das nicht gut? Mein Gott, dieses Album ist großartig!"
"Hall of the Dead", der Opener, in dem Adam Jones von TOOL an der Gitarre als Gast auftritt, hat einen irgendwie positiven Vibe, was vermutlich an den hellen Klängen und Turners klaren Gesangseinlagen liegt. Super Song mit tollen Melodien. "Ghost Key" lehnt sich ein wenig zurück und ist sehr sphärisch, benutzt viele Effekte und Einspielungen. "Hand of the Host" klingt dann ziemlich nach ItAoT, verbindet die entspannten Elemente mit dem Gebrülle und den schweren Riffs, hat ordentlich Groove. Der kurze Titeltrack, in dem erneut Herr Jones zu hören ist, diesmal am Keyboard, ist mehr ein Interludium als ein vollwertiger Song, aber trotzdem ganz nett mit seinem athmosphärischem Klang, der irgendwo in ganz anderen Sphären schwebt. "Stone to Wake A Serpent" ist dann der Song mit dem vielleicht besten melodischen Gesang auf dem Album, der von schweren Riffs, einer leichtfüßigen Melodieführung und dickem Getrommel unterstützt wird und sich zum Ende hin immer stärker aufplustert, um sich dann wieder zu entspannen. "20 Minutes / 40 Years" ist dann wieder ein typisches Beispiel für dieses Album: Das lebendige Schlagzeug, die superschweren Riffs, die hellen, langgezogenen Melodien darüber, dazu das Brüllen von Herrn Turner. Zum Abschluss des Albums "Threshold of Transformation", der definitiv härteste Song des Albums, der noch einmal die Heavyness von Mosquito Control und Celestial hervorkramt und für ISIS aktuelle Verhältnisse noch sehr straff ist und nach all dem dicken Getrommel, Gitarren-Geschreddere und Geschreie ganz am Schluss dann doch in sehr positive, klare Gefilde hinaufschwebt.
Was die Thematik des Albums angeht, weiß ich wenig zu sagen - diese ganzen Motive, die ISIS in ihren Alben verwenden, haben sich mir bisher kaum erschlossen. Es ist mir aber auch, ehrlich gesagt, relativ stulle, angesichts dessen, dass ISIS auch gut sind, ohne, dass sich der Leser die Metaebene komplett erschließt.
Nach ausgiebigen Hören muss ich nun sagen: Ich weiß wirklich nicht mehr, wieso ich Wavering Radiant am Anfang so schwach fand, ist es doch auf einer Augenhöhe mit ihren besten Arbeiten Oceanic und In the Absence of Truth. Die abwechslungsreichen Songs besitzen sowohl die Reize der aktuellen Alben als auch die massive Schwere, die auf den ersten EPs noch in reiner Form vorlagen. Ganz großes Kino, was ISIS hier vorführen - das Album fesselt, entführt seinen Hörer, lässt ihn in fremde Sphären schweben und drückt ihn dann in den Sessel. Nach kurzer Eingewöhnung ist Wavering Radiant fantastisch. Wer ISIS kennt - kaufen! Wer ISIS noch nicht kennt - Idiot! Trotzdem kaufen!

Von prophet am Montag, Mai 04, 2009 um 12:14

Farblos

Die hohen Herren von Polyneux hatten, wie man es so oft in den eher professionellen Spieleblogs findet, einen Artikel darüber, dass viele Spiele keine Emotion beinhalten würden, dass die Haupthelden, die meist alles kühl hinnehmen, nie auch mal Schwäche zeigen und dass es doch mal schön wäre, die Hauptfigur weinen zu sehen oder ähnliches. Ich selbst stimme zwar auf jeden Fall zu, dass es den Protagonisten von vielen Spielen an Farbe fehlt, aber ich finde, dass es noch einfacher geht, als die Helden auch mal schwach werden zu lassen. SpielerDrei sprach es an: "Wenigstens ist die Ära der vollkommen stummen Protagonisten weitgehend vorbei". Da muss ich ihm widersprechen. Ich glaube nicht, dass diese Massenerscheinung vorbei ist, ganz und gar nicht. Leider, denn für mich ist es immer noch ein viel zu häufig auftretender Kritikpunkt, wenn die Hauptfigur dessen, was ich da spiele, kein Wort sagt. Zwar stehen die plumpen, knallharten, immer einen lockeren Spruch auf den Lippen habenden Actionhelden von Spielen wie Gears of War oder Crysis für mich nur eine Stufe über den komplett Stummen, aber immerhin. Es stört mich jedesmal wieder, wenn die Figur, die ich spiele, keinen Ton sagt. Das war schon so bei Zelda: Ocarina of Time, wo Link sich auf sein "Jaaaaargh!" beim Schwertwirbel oder sein "Uuugh!" bei kassierten Treffern beschränkt. Wieso ist Nintendo nicht in der Lage, Link einen Charakter zu geben (oder endlich ein heterosexuelles Outfit)? Das gleiche galt dann später für Gordon Freeman und aktuell für die zugegebenermaßen eher nebensächliche Figur Lieutenant Parker aus dem tollen World in Conflict - keiner sagt einen Ton. Warum? Das große Argument der Entwickler ist immer, dass sich der Spieler einfacher in die Figur hineinversetzen kann, wenn diese nichts sagt.
Dieses Argument baut darauf auf, dass sich der Spieler vorstellt, die Hauptfigur zu sein - etwas, von dem ich behaupten würde, dass es primär bei jungen Spielern der Fall ist. Der ältere Spieler guckt sich, so meine Behauptung, lieber eine fertige Figur an, als sich vorzustellen, diese zu sein. Zumindest geht es mir so - ich kann mich nunmal leider nicht persönlich mit einem kleinen blonden Elfenjungen oder einem militanten Doktor der theoretischen Physik identifizieren (kann nicht sagen, bei wem von beiden es mir schwerer fällt). Eine Identifikation gibt es für mich zwar auf jeden Fall in Multiplayer-Duellen wie etwa in UT3, da es dort nicht um Persönlichkeiten, sondern um Reflexe geht, aber in Singleplayerspielen mit einer Handlung braucht es Charakter. Deshalb brauche ich komplette, funktionierende Figuren, die mir das Spiel präsentiert - und genau da komme ich zu kurz, wenn die Figuren keinen Ton sagen. Wer ist dem Spieler denn in Half Life 2 sympatisch? Alyx! Nicht Gordon.
Ein Beispiel, wo die Hauptfigur auch still hätte bleiben können, es aber nicht war, ist Serious Sam. Ja, er reißt die typischen Action-Helden-Sprüche, aber in diesem Falle ist das vollkommene Absicht, da er als Parodie auf Duke Nukem und Konsorten fungiert und somit auch noch etwas in das Spiel hineinbringt, was es auch viel zu selten gibt: Humor.
Ich fasse zusammen: Die schlimmste Form der Protagonisten der Spiele, die wir spielen, sind die, die gar nichts sagen, danach kommen die nicht absichtlich plumpen Actionhelden und dann kommen die paar wenigen Beispiele, wo wir eine vollständige Person mit Stärken und Schwächen im Charakter spielen. Und dann kommen so abgefuckt coole Typen wie Serious Sam oder der Duke himself. Wann kommt eigentlich DNF?


Vollkommen Offtopic: Wie kommt es eigentlich, dass die Kommissionen und Ämter und Beauftragten der Regierungen, die berechnen sollen, wie stark die negativen Auswirkungen der weltweiten Wirtschaftskrise sich äußern werden, immer so EXTREM daneben liegen, so dass sie verkünden müssen, dass die wirtschaftlichen Kapazitäten in den EU-Ländern sich doppelt so stark vermindern werden, wie zuerst berechnet? Erarbeiten diese Herren immer eine bestimmte Menge an wahrscheinlichen Ergebnissen und publizieren immer das am wenigsten schlimme, so dass sie sich später korrigieren müssen? Können die nicht mal anfangen, die schlimmst-möglichen Resultate als wahrscheinlich anzusehen?

Mit dem Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch die Anbringung eines Links die Inhalte der gelinkten Seiten ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann nur verhindert werden, indem man sich ausdrücklich von diesem Inhalt distanziert. Für alle Links auf diesem Blog gilt: Ich distanziere mich hiermit ausdrücklich von allen Inhalten aller verlinkten Seitenadressen auf meinem Blog und mache mir diese Inhalte nicht zu eigen.

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