Von prophet am Freitag, Oktober 30, 2009 um 17:18

Für Gomez

HA! Nimm das, du Abfuck! Ich hab herausgefunden, was es war, das Gothic 1 immer plötzlich einfrieren ließ. Fraps. Mit diesem Störfaktor aus dem Weg hieß es gestern Nacht bis um 4:30 : durch Wälder laufen, Viecher jagen, Erz anhäufen, Schatten werden.
Dabei musste ich feststellen, dass Gothic 1, das wohlgemerkt von März 2001 ist, irgendwie...gar nicht so schlecht aussieht. Natürlich sind die Texturen matschig, die Modelle kantig und die Effekte nach heutigen Maßstäben arm, aber... dieses Spiel besitzt eine Ästhetik, die ich enorm ansprechend finde. Es geht nicht um die Technik, es geht um den Look. Wenn ich des Nachts ins Alte Lager komme und die Buddler und Schatten um das Lagerfeuer bei diesem überdachten Platz stehen, vom Feuer angeschienen werden und einer von ihnen auf der Laute klimpert, dann hat das mehr Campfire-Song-Song-Feeling als STALKER je hatte. Was lernen wir daraus? Wie sehr der Zahn der Zeit an einem Videospiel nagt entscheidet weniger die Technik, sondern vielmehr die Gestaltung. Deshalb erschien mir auch Deus Ex so antiquiert, weil dieses Spiel eben nicht so mühevoll modelliert wirkt, sondern vielmehr generisch aus grauen Wänden und grauen Böden zusammengewürfelt.
Was mich aber an Gothic 1, das ich damals kriegte, als es brandneu war, bis zum heutigen Tage ungebrochen fasziniert, ist der soziale Realismus.
Nur zur Erinnerung: Bis auf die Magier ist jeder einzelne der Männer im Minental ein mehr oder minder gerecht verurteilter Verbrecher. Vor dem Unfall mit der Barriere waren sie alle gleichwertige Buddler. Ein Gomez, Raven oder Scar war um keinen Deut besser als der gemeine Buddler, der in den Minen schuftet, oder der Reisbauer, der im Neuen Lager weiterhin wie ein Sklave arbeitet. Dieses...Hinwegsetzen über andere, die automatische Schaffung von Hierarchien zum Zwecke der persönlichen Bereicherung, das Ausbeuten einer Machtposition, deren einzige Legitimation Muskelkraft ist, obwohl man selbst moralisch keinen Deut besser ist als die, die im Dreck leben, ist eine so treffende Widerspiegelung der Wirklichkeit, dass es Gothic 1 über jeden Fantasy-RPG Kitsch erhebt. Was das ganze dann aber vollends adelt, ist für mich die Existenz von Figuren wie Diego: Menschen, die nicht nur in ihren künstlichen, von außen betrachtet absurden hierarchischem System zurechtkommen, sondern auch außerhalb dieser Grenzen denken können, Kontakte in anderen Lagern haben, die im Zweifelsfalle lieber zu den Menschen halten, die sich am vernünftigsten benehmen und nicht zu denen, die die selbe Uniform tragen. Ein kleines Funkeln von Optimismus in diesem Szenario.
I dare you! I double-dare you, motherfucker! Nenne mir ein einziges Fantasy RPG, dass so pointiert und intelligent eine Gesellschaft darstellt, dabei soviel Charme und Charisma hat und nie überzogen wirkt. Bestes. RPG. Ever.

Von prophet am Montag, Oktober 26, 2009 um 23:36

Pure Romantik

Son langhaariger Typ im Fernsehen hat mal gesagt, dass die beste Beziehung eine ist, in der die Partner von der Art her sehr unterschiedlich sind, aber die gleichen Lebensziele und Motivationen haben. Wenn dem so ist, und dem ist bestimmt so, schließlich hat er es im Fernsehen gesagt, dann würden Gothic 1 und Arch Linux ein ganz hervorragendes Pärchen abgeben. Beide haben das selbe Ziel: Mir durch Fehler und Probleme das Leben schwer zu machen, aber sie tun es auf sehr unterschiedliche Arten.

Mit Arch beschäftige ich mich, um vielleicht irgendwann mal rudimentäre Linux-Kenntnisse in eine Bewerbung schreiben zu dürfen, wenn ich sonst schon nichts kann. Ich find mich ja schon gut, dass ich in einem OS, das mit NIX kommt (kein Unix-Witz), XFCE zum Laufen gekriegt habe. Arch ist dabei eine Wundertüte voller kreativer Überraschungen. Ein Beispiel: Ich stellte eine Zeitzone ein. Dadurch verschiebt sich die Uhrzeit und als Arch das nächste mal bootet sieht es, dass die Uhrzeit, zu der das letzte Mal die Laufwerke gemountet wurden, IN DER ZUKUNFT liegt, was es irgendwie gar nicht verkraftet und dem routinemäßigen Filesystem-Check als Fehler ausgibt, der daraufhin erstmal das root file system auf read-only stellt, so dass man die Zeitumstellung nicht sofort rückgängig machen kann, also muss man root neu mounten, dann die Datei erneut editieren, in der die Zeitzonen-Angabe stand, dann rebooten. Faszinierend, oder?

Gothic 1 hat da weniger Raffinesse, aber die gleiche böse Absicht. Ich hab's bestimmt schon...sieben Mal durchgespielt und mir nur nochmal installiert, weil ich einen bestimmten Sound aus dem Spiel aufnehmen will: Wenn man im Alten Lager in der Buddler-Hütte schläft und dann am Morgen aufwacht, hört man von draußen einen der Minenarbeiter gähnen: "Ein neuer Tag und nichts hat sich geändert!". Und das sagt er jeden Tag. Ich brauche diesen Spruch, genau in der Stimme, genau mit der Betonung. Jedenfalls ist Gothic plumper als Arch und friert stupide immer mal, bis auf den Sound, mein komplettes System ein. Na danke. Dass wir uns richtig verstehen: Ich sage nicht, dass Gothic 1 nicht das beste Szenario eines RPGs aller Zeiten und eine der dichtesten Atmosphären die ich je in einem Spiel erlebt habe hat, aber es ist so anstrengend im Umgang. Der Nostalgie-Schub blieb mir natürlich unbenommen.
Oh ja, Arch und Gothic würden sich gut verstehen. Das Eis würde brechen, die Funken würden fliegen, denn es sind beides hinterfotzige Querulanten.

Von prophet am Freitag, Oktober 23, 2009 um 23:14

P(f)osten

Karl-Theodor Ingrid Waldemar Hugo Schnuffi Adelbert Schnitzel von und zu Guttenberg saß mit leichtem Unwohlsein in dem langen Flur im Kanzleramt, während draußen das Unwetter des Jahres tobte. Der Stuhl war unbequem. Ein solch dünnes Polster war der gepflegte, adelige Po nicht gewohnt. Den anderen hochrangigen Ministern, die neben ihm saßen, erging es ähnlich. Viele rutschten auf ihren Plätzen unruhig und mit gequältem Blick hin und her. Rainer Brüderle tippte immer wieder mit der Fußspitze auf, was ihm tadelnde Blicke von Frau von der Leyen einbrachte. Franz Josef Jung bohrte in der Nase. Eine gewisse Anspannung lag in der Luft.
Karl-Theodor merkte, dass er ins Schwitzen gebracht wurde von der Hitze, die die Fackeln an den Wänden abstrahlten. Sie waren eigentlich unnötig, von der Decke hingen Lampen, aber Frau Dr. Merkel war nicht davon abzubringen, dass sie dem Ambiente zuträglich wären. Der ehemalige Wirtschaftsminister zog ein Taschentuch mit seinem Monogramm drauf aus der Jackett-Tasche und tupfte sich unauffällig die Stirn. Er begutachtete zum hundertsten Mal die Bilder, die die Kanzlerin hatte aufhängen lassen, zumeist sehr schlecht mit Photoshop zusammengestückelte Bilder von Franz Müntefering und sonstigen SPD-Berühmtheiten in Rüschenkleidern.
Mit einem Quietschen öffnete sich die große, schwere, mit komplizierten Reliefs verzierte Tür einige Meter neben den wartenden Politikern und Wolfgang Schäuble rollte heraus. Sofort waren alle Blicke auf ihn gerichtet. "Und, was haste?", fragten Ilse Aigner und Ronald Pofalla wie aus einem Mund. Schäuble zuckte mit den Schultern. "Finanzministerium", sagte er. Norbert Röttgen senkte betrügt den Blick, während bei einigen anderen Erleichterung durch ein Seufzen und Zurücklehnen bekundet wurde. Cool wie von Guttenberg war, nickte er nur.
Hinter Wolfgang Schäuble trat nun ein Buschmann aus dem Raum. Er trug eine Holzmaske mit bunten Federn dran, einen Lendenschurz, einige Lederriemen und Sandalen vom Aldi, ansonsten war er nackt und mit obskuren Symbolen bemalt. Der deplatziert wirkende Wilde watschelte gebeugt an Schäuble vorbei und winkte von und zu Guttenberg heran. Dieser nahm es mit Würde und stellte sich vor den Burschen, der ihm, wie schon Schäuble zuvor, die Augen mit einem Tuch verband, von dem sich selbst der aufmerksamste Zuschauer nicht erklären konnte, woher er es gezogen hatte. Der Buschmann legte seine Hand auf Guttenbergs Schulter und führte ihn in den Raum hinter der massiven Tür.
Karl-Theodor Ingrid Waldemar Hugo Schnuffi Adelbert Schnitzel konnte durch die dicke, nach Arsch riechende Augenbinde absolut nichts sehen. Seine Schritte hallten in dem Saal. Das einzige, das ihn führte, war die Hand des Buschmannes auf seiner Schulter, dann ließ auch die los. Er blieb stehen. Kurz horchte er in die Stille, dann hörte er ein Schnippen. Etwas wurde in seine Hand geschoben. Etwas längliches...an einem Ende spitz...am anderen breit...ein Pfeil. Eine Art Dartpfeil, wie es sie in diesen Kneipen gibt, von denen ihm erzählt wurde. Dann dröhnte Angela Merkels Stimme durch den Raum. "Dreh disch na reschts un wirf den Pfeil eenfach irjentwo gradeoos.", sagte die mächtigste Frau Deutschlands. Wieder ertönte ein scharfes Schnippen, und Guttenberg hörte das Tappen von Schritten, vielen Schritten, auf dem Boden. Er tat wie ihm geheißen, drehte sich um 90° nach rechts und warf mit viel Kraft den Pfeil.
Ein gellender Schmerzensschrei hallte durch den Saal und die Schritte verstummten. Plötzlich zog ihm der Eingeborene die miefende Augenbinde vom Gesicht. Kurz rieb sich Karl-Theodor die Augen, dann blickte er gradeaus. In dem mächtigen Raum, wenige Meter vor ihm, standen einige zerzaust aussehende Menschen - Männer und Frauen, alle mit ähnlichen T-Shirts bekleidet. Karl-Theodor sah, dass auf den Shirts Wörter standen. Einer der Männer lag auf dem Boden - in seinem Knie steckte der Pfeil. Der Eingeborene latschte zu ihm herüber und zog ihn auf die Beine. "Verteidijung, wa", sagte Frau Dr. Merkel. Von und zu Guttenberg erkannte nun im Zwielicht des Saals, dass die Namen von Ministerien auf die T-Shirts der verwirrt dreinblickenden Leute gedruckt waren und drehte sich herum. Angela Merkel saß in ihrer schwarzen Robe mit dem hohen Stehkragen auf einem schwarzen Sessel mit sehr hoher Rückenlehne, auf deren Spitze ein skelettierter Adler hockte. Sie hielt eine Kette in der Hand, an derem anderen Ende irgendetwas im Dunkel neben dem Thron kauerte. In diesem Moment zuckte draußen ein mächtiger Blitz vom Himmel und warf ein fahles Licht in den Saal. Als er erkannte, was neben der Kanzlerin an der Kette saß, stieß er einen kurzen Schrei aus. Guido Westerwelle verschluckte sich vor Schreck fast an dem kleinen, gelben Gummiball, den er als Knebel im Mund trug, und die Kette klirrte.
"Da haste deenen Postn", sagte Frau Doktor Merkel und machte eine vage Handgeste. Der Buschmann, der grade den verletzten Arbeitslosen aus dem Pulk geschliffen hatte, schlurfte nun zu von und zu Guttenberg, der sich noch vor der Kanzlerin verneigte, und dann von dem Eingeborenen aus dem Raum geführt wurde. "Verteidigung", dachte er sich. "Hey, dann darf ich vielleicht in der Öffentlichkeit ein Säbel tragen. Cool.".

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Von prophet am Mittwoch, Oktober 21, 2009 um 21:57

Versiegt

Tiefe Symbolik schwebte wie Staubpartikel in der Luft, als heute der nicht einmal aus der Plastikverpackung genommene Quelle-Katalog in die Altpapiertonne flog. Auch Seehofers Rettungsaktion im Wahlkampf hatte wenig gebracht - der große Arbeitgeber Quelle wird massenhaft Angestellte vor die Tür setzen. Was lernen wir daraus? Selbst eine Firma wie Quelle, die ja nun eine gewisse Reputation geni...genoss, die über Jahrzehnte hinweg eine Selbstverständlichkeit war, wird unweigerlich kollabieren, wenn sie nicht merkt, dass sich der Markt grundlegend geändert hat. Meine Mutter, Besitzerin besagten Kataloges, gehört zu einer Generation, die zwar noch durch den Quelle Katalog blättern kann, aber sich langsam die Wunderwelt der Online-Bestellung erschließt. Meine Generation und jünger hingegen, die, die von den Medien als "Generation Internet" und absurderes abstempelt wurde, würde doch nie in jeglichem Katalog blättern (Dramatisierung). Ein paar Klicks und es ist bei Amazon bestellt. Nicht Inhaltsverzeichnis, Suchleiste! Selbst wenn Quelle noch im Nachhinein stärker auf Onlinepräsenz gesetzt hätte, ich glaube kaum, dass sie Amazon hätten Kunden abjagen können.
Ergo: Wir dürfen gespannt sein, welche Konzerne ehemals titanischen Ausmaßes sich noch in Luft auflösen, weil sie nicht verstanden haben, dass sie den Mut haben müssen, ihre Geschäftskonzepte rechtzeitig grundlegend zu verändern, um noch eine Existenzberechtigung in den Jahren zu haben, in denen die "Generation $technischer_begriff" die sind, die die überwältigende Mehrheit der Konsumenten ausmachen. Und ja, ich weiß, das ist eine Qualle.

Von prophet am Montag, Oktober 19, 2009 um 11:21

Lütt un Lütt

In plötzlichem Anfall Wiggles von 2001 reaktiviert. Kennt'er noch? Das mit den Zwergen? Wenn man in anderen Aufbauspielen oder RTSen Truppen baut sind diese anonym - bei Wiggles hat jede "Einheit", jeder Zwerg seinen eigenen Lebenslauf, sein eigenes, antrainiertes Können. Quasi ein Massen-RPG. Da gebe vielleicht sogar ich fast mal ein "d'aaaaaaw" von mir, wenn ich sehe, dass der Sohnemann die Zipfelmütze seines just verstorbenen Vaters zum Steinmetz bringt, um dort dessen Grabstein herzustellen. Der Zwerg, den wir da oben auf dem Bild sehen, liegt auch schon unter der Erde. Erwin, größter Buddler aller Zeiten, du bleibst unvergessen. Aktuell setzt die Konsum- und Luxusgier ein und ich muss eine Dampfmaschine errichten, damit den feinen Herren und Damen in ihrer Freizeit nicht vor Langeweile die Zipfelmütze vom Kopf fällt. So ein Aufbauspiel frisst aber auch Zeit, meine Güte.
Ach und ganz was anderes: Meine Kuhglocke ist heute morgen gekommen. Pok Pok Pok Pok Pok Pok Pok Pok .

Von prophet am Freitag, Oktober 16, 2009 um 16:53

Speis' - Ein Epos in vier Akten

Akt 1

Szene 1
Müde schleppte sich das rattenartige Schuppentier über die Müllhalde, auf der es geboren war. Sein Diätplan beinhaltete seit Jahren ausschließlich eines: Müll aller Art. Von vergammelten Essensresten zu Plastikschrott oder leeren Batterien, das hässliche Vieh mit den knorrigen Beinen fraß, was die Zivilisation an Abfall zurück ließ. Seit es aus den Fässern mit dem leuchtenden Schlick gefressen hatte, fühlte es sich komisch. Nachdenklich, zumindest so sehr, wie man mit dem IQ eines Steines sein kann, kratzte sich das Tier mit einer Pfote am Nacken, von der es gar nicht wusste, dass es sie hatte. Ein Husten schüttelte es durch, und wieder würgte das unsäglich stinkende Lebewesen einen Klumpen Schleim hervor. Gesund fühlte es sich definitiv nicht.
Manchmal kamen Krähen, um an dem Tier zu zupfen, weil sie aus der Luft nicht erkennen konnten, dass es noch lebte. Auch der Geruch gab keinen Aufschluss über den Vitalitätsstatus der Kreatur. Hundselend schleifte sich das knorrige Vieh mit der narbigen Schuppenhaut an das kleine Rinnsal, das durch die Müllkippe floss und trank aus dem stinkenden Wasser, das vermutlich ein Best-Of der Extremente aller nur denkbaren anderen Tiere enthielt. Erschöpft schloss das Tier die Augen und schlief ein.
So lag es dort, einige Stunden, und merkte nicht, wie der Regen einsetzte, der das schmutzige Rinnsal der Müllkippe zu einem bemerkenswert starkem Strom anschwellen ließ und das Tier mit sich riss. Die braunen Fluten ergossen sich, samt dem Tier und sonstigem Treibgut, in den nahen Fluss, der in einen noch größeren Fluss mündete, der in einen noch größeren Fluss mündete.
Kurz bevor es ertrank, erwachte das Tier. Es spürte, dass es keinen Boden unter den dreckigen Krallen mehr hatte und geriet in Panik, doch alles Strampeln nützte nichts – das schmutzige Wasser drängte in die schwarze Lunge der Kreatur und ertränkte sie jämmerlich.

Szene 2
Einige Kilometer weiter flussabwärts fuhr ein Schiff die trüben Gewässer hinauf und schleppte ein Netz hinter sich her, in dem sie die wenigen, hässlichen und geschmacksneutralen Fische des Flusses fingen.

Szene 3
Die Ladung des Bootes fand sich, diverse Tage später, bei knapp über Zimmertemperatur in den Hallen der bulgarischen Nahrungsmittelfabrik „Kotcz“ wieder. An einem Fließband saß Olga, eine dicke Frau Mitte 50, die seit Sowjet-Zeiten hier das Ungenießbare von dem trennte, was nicht ins Essen kam. Immer wieder bröselte Asche von der Zigarette der dicken Frau auf das Fließband und die Fische herab – da hob Olga eine Augenbraue, für ihre Verhältnisse ein Ausbruch an Emotionalität. Ein bräunlich-grau-grünes, rattenartiges Tier lag vor ihr und schlug ihr seinen Gestank um die Ohren. Angeekelt packte die dicke Frau mit den schwieligen Händen das Tier, beziehungsweise das, was von ihm über war, und warf es in einen schmierigen Eimer, auf dem „Sonstigecz“, bulgarisch für „Sonstiges“ stand. Der Eimer wurde alle drei Wochen geleert, die Inhalte geschreddert und als „Fleischähnliche Masse – nicht Fisch“ weiterverkauft.

Szene 4
Herr Bollwotzki erhob sich zum ersten Mal seit Wochen aus dem Sessel. Er hatte sich entschieden, einfach nicht mehr aufzustehen, und stattdessen der Natur ihren freien Lauf zu lassen. Mit einem Schmatzen löste sich der behaarte Po von Herrn Bollwotzki aus dem Sessel und gab so Ammoniak-Wolken die Gelegenheit, aufzusteigen und einen gelben Fleck in die Decke zu brennen. Der dicke Mann griff sich einen Spiegel und betrachtete mit einigen Verrenkungen sein verschmiertes Gesäß. Erstaunt stellte Herr Bollwotzki fest, dass sich ganz neue Dinge auf seinem Hintern entwickelt hatten – Pilze hingen kopfüber von seinem Po und falteten ihre grauen Hüte aus. Fasziniert beobachtete er die fremden Kulturen und griff nach seinem Telefon. Er rief bei Firma „Kotcz“, genauer gesagt dessen Lieferservice an. Er bestellte das übliche sowie einen Manager, um eine mögliche synergetische Fusion vorzuschlagen.

Szene 5
Auch wenn das CSI Paderborn abgehärtet war, das hier war selbst für sie eine Ecke zu ekelig. Sich ein Tuch vor den Mund haltend betrat Lieutenant Lütt das Badezimmer, wo bereits zwei der forensischen Kollegen Photos machten und einen Würgereiz unterdrückten.
„Was haben wir?“, fragte der coole Ermittler. „Der Mann wurde erschossen – multiple Einschusswunden auf der Stirn – und dann in die Badewanne gelegt, mit dem Wasser aufgedreht, auf sehr heiß eingestellt. Der Mann wurde quasi zerkocht, darum schwimmen Fetzen von ihm in der gesamten Badewanne – diese trübe, braune Plörre, das ist unser Opfer, literweise. Hat ihn verflüssigt. Vom Täter fehlt jede Spur.“ Cool setzte sich der Lieutenant die Sonnenbrille auf. „Sieht so aus als hätte sich der Täter, genau wie das Opfer......dünn gemacht.“
YYYYYEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA-
, schrien The Who. Die Flüssigkeit ging erst an das Labor des CSI Paderborn, dann wurde es von einer bulgarischen Spezialfirma entsorgt.



Akt 2

Szene 1
„Der Japaner an sich ist ein sehr kompetativer Mensch, der schnell Obsessionen entwickelt. Ob Pokemon, Yu-Gi-Oh oder wie auch immer all diese Scheiße heißt, immer ist es der Jugendliche, der der Allerbeste in irgendwas sein will. Selbst für schüchterne, von der Umwelt verschmähte, Akne-zerfressene Teenager gibt es in Japan Wettbewerbe, in denen sich die Jugendlichen messen können: Das Wettdrücken. Hierbei müssen die pickeligen Knaben um die Wette Eimer mit dem Füllen, was sie aus ihrem Gesicht drücken.“, erklärte der Fremdenführer dem Ehepaar Koschwidder. „Kümm Erna, datt kiek wi uns an!“, sagte Ernst Koschwidder zu seiner Frau und die beiden betraten die Arena, die sich immer mehr füllte.

Szene 2
Mit einem Gong begann das Wettdrücken. Sichtlich konzentriert quetschten die jungen Männer an den Eiterbeulen in ihren Gesichtern rum, um die Eimer vor sich zu füllen. Nur einer war die Ruhe selbst, Koji Kanjakawasakitoshibadaihatsu, der Rekordmeister. Während die Knaben um ihn herum alle in ihren Gesichtern pulten, saß Koji mit verschränkten Armen auf seinem Sitzkissen und lächelte mit seinem extrem pickeligen Gesicht dem Publikum entgegen, das johlte und jubelte und Fahnen schwenkte. Lässig winkte er seinem Fanblock zu, der dies mit einem Seufzen quittierte. Der Wettbewerb wurde immer spannender. Einige der Teilnehmer hatten die Eimer bereits zu 80, vielleicht sogar 90 Prozent gefüllt, aber Koji hatte nichtmal angefangen zu drücken. Plötzlich riss er einen Arm nach oben – und sofort legte sich eine Totenstille über die Arena. Sogar die Kontrahenten hielten inne, um zu sehen, was der Großmeister, der so weit zurücklag, nun noch unternehmen würde.
„Ding Dong Ding Dong Ding Dong Ding Dong !“, schrie Koji, was in etwa soviel wie „Dreifach geflügelter Superphönix im Angriffsmodus der Stärke“ hieß, und seine Hand fing an, weiß zu glühen. Nun riss er auch die andere Hand hoch. „ Dong Ding Dong Ding Dong Ding Dong Ding!“, schrie er diesmal, was in etwa soviel wie „Legendäre Gorillafaust des Schreckens die das ganze Universum zerschmettert“ hieß, und seine andere Hand glühte in einem blauen Licht. Gebannt starrte der ganze Saal auf die Superattacke des Großmeisters, der seine Arme weit von sich streckte – und dann aufeinander schnellen ließ. Genau in der Mitte trafen sich die Fäuste in dem epischen Angriff – direkt an Kojis Schläfen. Mit einem Ruck neigte er sich über den Eimer und sein Gesicht schien zu explodieren. Ein unglaublich ekeliges Geräusch begleitete die Entleerung vieler Liter Eiter in den Eimer, der innerhalb von Sekunden überlief. Als die Druckwellen sich legten, fiel Koji nach hinten um – bewusstlos. Sein Eimer war mehr als voll. Der Ringrichter schlug gegen den Gong – Koji hatte spektakulärerweise das Wettdrücken gewonnen. Tosender Jubel folgte und die Fans tobten vor Freude. In all den Feierlichkeiten und der Euphorie fiel niemandem der „Kotcz“-Schriftzug auf den Eimern auf.



Akt 3

Szene 1
Der Südpol. Inmitten der eisigen Stürme, deren Winde wie Messer schnitten, bewegten sich zwei Gestalten durch das ewige Eis. Unter den dicken Pelzmänteln, den Skimasken und den Schutzbrillen erkannte man kaum, dass es sich um Menschen handelte. Sie waren nun schon seit zwei Stunden unterwegs und wurden immer müder. Ein großer, hervorstehender Eisklumpen gab den beiden verloren scheinenden Männern kurz Deckung vor dem Schneesturm und so kauerten sie sich dicht in die Mulde, die der Eisblock schuf. Einer der Männer zog die Skimaske hoch um zu sprechen. „Biste du sicker, dasse hier ist richtig Ort?“, fragte er mit starkem Akzent. Der andere Mann zog nun auch die Maske hoch. „Es muss hier sein! Die Karte in Shangri-La zeigte genau diese Gegend an, es ist hier, wir müssen es nur finden!“, schrie er gegen den heulenden Wind an und zog die Maske wieder runter. Der andere Mann lachte. „Oh Illinois Jones, wenn nicht du wären, ich sicher, mir wäre Mut...weggebrochen!“, sagte er, als das Eis knackte und die beiden Männer stürzten.

Szene 2
Langsam kam Illinois Jones wieder zu sich. Der Archäologe und Abenteurer sah noch alles verschwommen. Er wunderte sich: Das Eis müsste diverse Meter dick sein, wie konnten sie da einbrechen? Wo waren sie überhaupt? Mühsam setzte er sich auf und blickte sich um. Er saß auf solidem Felsboden, neben ihm versuchte grad sein Begleiter, Pjotr, aufzustehen. „Zünde mal 'ne Fackel an“, sagte er. Pjotr wühlte in seinem Rucksack, zog eine Magnesiumfackel hervor, brach sie auf und leuchtete mit dem fahlen Licht in das stille Dunkel unter dem Eis. „Sieh, Illy!“, rief er plötzlich und zeigte in die Finsternis. Dr. Jones kniff die Augen zusammen. Konnte das sein? „HA!“, rief er und ballte die Faust. „Ich wusste, dass es hier irgendwo sein musste!“, triumphierte er, als er die Stufenpyramide in der Höhle unter dem dicken Eispanzer des Südpols entdeckte.

Szene 3
Staunend schritten Illinois Jones und Pjotr durch die Gänge der Stufenpyramide. Dr. Jones war überwältigt von den kunstvollen Fresken und Reliefs in den Wänden. „Sieh dir das an!“, sagte er, „diese Schriftzeichen. Als hätte jemand Babylonisch, Maya, Keltisch....einfach alles wild durcheinander geworfen. Wie einer meiner Studenten, der die Schriften nicht auseinander halten kann und alles vermischt. Ha.“.
Sie näherten sich dem Ende des Gangs, an dem eine Art Sarkophag stand. „Wir reinschauen mal?“, fragte Pjotr. Illy nickte. Mit vereinten Kräften zogen die beiden Männer die schwere Steinplatte von dem uralten Sarg. Jones leuchete das darin liegende Skelett an. Der Schädel war länglich, die Zähne stark vorspringend. „Nicht grade der hübscheste Kerl, würde ich sagen.“, bemerkte Illinois Jones. Neben dem Toten waren diverse Schalen aufgereiht – Opfergaben, so vermutete der Archäologe, um dem Verstorbenen etwas für das Leben nach dem Tod mitzugeben. Der Inhalt einer der Schalen stach besonders hervor – eine rötliche Flüssigkeit, erstaunlicherweise nicht mal eingefroren, mit grünen Klumpen darin. „Dieses Zeug, was auch immer es ist, muss diverse tausend Jahre alt sein. Mein Gott, das ist der Beweis, dass es eine Zivilisation noch vor den Sumerern gab, und das hier, auf dem Südpol. Beachtet man, wie lange es dauerte, bis der Südpol durch Kontinentaldrift der Südpol wurde, dann sprechen wir hier von....ich habe keine Ahnung! Das wird die gesamte Archäologie aufrütteln! Sobald wir diese Relikte im Museum...“. Ein ganz hässliches Klickgeräusch unterbrach den aufgeregten Illinois Jones. Er kannte diese Art von Klicken, und er hasste sie.
„Schön langsam jetzt, Dr. Jones!“, sagte Pjotr. „Geben sie mir die Schale. Und keine dummen Gedanken.“ Langsam hob Illy die Schale, drehte sich zu dem Verräter um und reichte ihm den uralten Topf mit dem grün-roten Schleim darin. „Благодаря!“, bedankte sich der Osteuropäer.
Jones sah keine Möglichkeit, ihn zu überrumpeln. „Was willst du mit dem Zeug, Pjotr?“ „Dich geht nix an, Amerikaner!“, sagte er und ging rückwärts. „ES GEHÖRT IN EIN MUSEUM!“, schrie der Archäologe, da trat der Grabräuber auf einen leicht hervorstehenden Stein. Mit einem Rumpeln senkte sich eine Steinwand aus der Decke, unter der sich der Bulgare hinwegduckte und den Gang hinunter floh. Illy sah, dass er sich nicht mehr rechtzeitig unter der Wand durchwerfen konnte, da folgte schon das nächste Problem. An den Wänden öffneten sich Klappen, aus denen Pinguine watschelten, die Jones finster anquakten. „Pinguine! Ich HASSE Pinguine!“, knurrte der Abenteurer und kramte seine Peitsche hervor.



Akt 4

Szene 1
Ich war unentschlossen – sollte ich Mikrowellenfraß #1 oder Mikrowellenfraß #2 zu Mittag essen? Bock und das Können, etwas anständiges zuzubereiten, hatte ich wie immer nicht. Da ersteres näher bei der Tür lag, durch die ich die Küche betrat, entschied ich mich für Option Nummer 1. „Schweinegeschnetzeltes in Rahmsauße mit Kartoffelpüree und Bohnen – Tomaten – Gemüse“ stand auf der Packung des Plastiktellers mit den drei Fächern. Gleichgültig zog ich die Folie von dem Teller und beäugte das Triumvirat des Matsches – was soll's, Hauptsache überhaupt was gegessen haben, dachte ich mir, und stellte den Teller in die Mikrowelle. Sicher würde es nicht besonders toll sein, aber hey, wie schlimm kann es schon werden.

Szene 2
OH GOTT. Woher haben die diese Scheisse? Das ist ja entsetzlich! Bwäh! Davon muss ich unbedingt dem Internet erzählen!

Von prophet am Mittwoch, Oktober 14, 2009 um 22:37

Baroness - Blue Record

Nachdem die Sludge-Progrock-Musikanten Baroness drei verdammt gute EPs und eines der besten Alben aller fucking Zeiten veröffentlicht hatten, das Red Album nämlich, oh Gott, oh Gott, es ist so perfekt, war ich natürlich seit den ersten Andeutungen eines Nachfolgealbums spitz wie Lumpi auf das, was da kommen würde: Der Blue Record. Vorab gab es langsam immer mehr zu hören, und nun ist es raus. Aber gehen wir es Stück für Stück durch.

01. Bullhead's Psalm
Ein sphärisch säuselndes Intro, dessen helle, wabernde Gitarren die Melodie streckenweise zweistimmig vortragen. Ganz nett, aber mit 1:20 eben nur ein Intro. Meinetwegen. Weiter. Butter bei die Fische.

02. The Sweetest Curse
Der erste Song, den es vorab gab - man merkt, wie sich Baroness verändert haben. Auf den EPs gab es noch keine Spur von herkömmlichen Songstrukturen, jetzt gibt es deutlich die Strophen, den Refrain, die (guten!) Soli. Das ganze kommt überraschend fröhlich und hell daher, überhaupt nicht so dreckig und düster, wie man es von anderen Sludge-Bands kennt, ein Genre, von dem sich Baroness mit Songs wie diesem lösen und mehr zu ...ja, was ist das? Prog-Rock? Vermutlich.

03. Jake Leg
Die selbe Masche wie in The Sweetest Curse, nur etwas flotter, spielfreudiger, dynamischer, mit Gitarrenspuren, die so in etwa auch auf First und Second hätten sein können (huhu Coeur). Was aber bereits nach diesem Song stört: Herr Baizley hat einen leichten Hall in der Stimme oder der Gesang wird zweistimmig vorgetragen. Ja, Gesang, es ist weniger das Gebrülle, das es noch auf den EPs gab. Dennoch, ein guter, zügiger Song, der trotz aller Konventionalität Hoffnung macht. Aber dann.

04. Steel That Sleeps the Eye
Eine Premiere. Zum ersten Mal finde ich einen Baroness-Song schlecht. Damit meine ich nicht "für ihre Verhältnisse"-schlecht, sondern absolut, total schlecht. Irgendwie versuchen sie sich hier an...Lagerfeuermusik? Westernklampfe, ein paar leise Effekte im Hintergrund, der wieder zweistimmige Gesang mit starkem Hall...als hätten sie Agalloch parodiert. Aber es geht nicht auf. Ein furchtbarer, lascher, langweiliger Song, ohne genug Identität, um interessant zu sein.

05. Swollen and Halo
Treibender, harter Rock-Song, viel Schwung drin. Bestimmt gute Musik, um dazu zu laufen. Baizley trifft hier genau den richtigen Mittelweg zwischen seinem Gebrülle und Gesang und die Gitarren spielen ganz hervorragend miteinander. Und wieder - an sich ein guter Song, aber frei von Überraschungen.

06. Ogeechee Hymnal
Das hier ist das Intro, nur diesmal mit verzerrteren E-Gitarren gespielt und dann auf Bombast getrimmt, wie eine Einmarschhymne (daher auch der Titel, makes sense) kommt dieses Lied daher...um dann nach einem Drittel der Dauer in ausklingendes Dröhnen und sehr lang gezogene, helle Töne zurückzuschalten. Sind wir bei Björk? Nachdem der Song vorzeitig beendet ist, hat man Zeit totzuschlagen, in der man sich zB ein Ei braten kann oder auch über das bisher Gehörte sinnieren kann. Man fragt sich, wozu man sich so sehr auf dieses Album gefreut hat.

07. A Horse Called Golgotha
Der vielleicht beste Song auf dem Album. Wie schon die ersten beiden richtigen Songs des Albums verhältnismäßig konventionell in seinem Aufbau, aber das Tempo wird angezogen, John Baizley brüllt so gut er nur kann, Schlagzeuger Allen Blickle spielt so gut wie selten zuvor. Es gibt zwei Soli, ein schnelles, das einem mit einem Tritt ins Gesicht springt (bester Moment des Albums) und ein langsames. Und der Refrain, ja der Refrain, der ist mitgröhlbar. Aber will ich einen Mitgröhl-Refrain auf einem Baroness Album?

08. O'er Hell And Hide
Kennt ihr die erste Hälfte von "Knights of Cydonia" von Muse? Dieses gallopierende? So ähnlich funktioniert dieser Song. Statt Gesang gibt es aber düster murmelnde Voice-Samples, so Einspielungen. Das kann man mal machen, aber in meinen Ohren passen sie nicht so recht zu der Dynamik, die der Song sonst ausstrahlt. Sieht man über dieses schwer zu verstehende Gesabbel hinweg, ist O'er Hell And Hide noch einer der besten Songs des Albums. Es fällt mir wieder auf, wie...positiv Baroness neuerdings klingen, wie hell und freundlich, und wie sehr sie sich von dem heavy Gebrülle und Gefrickele und Geballere eines Teiresias entfernt haben.

09. War, Wisdom and Rhyme
Huh? Nanu? Stimmen wir doch noch düsterere Töne an? Etwas. Nach einem kräftig klingenden Intro baut sich War, Wisdom and Rhyme tatsächlich noch zu dem Song auf, der am meisten...Metal auf diesem Album ist. Die Riffs sind heavier als die der anderen Songs, Baizley brüllt am meisten (spätestens hier kann man das Zweistimmige nicht mehr hören), der Song hat den meisten Groove. Kein zweites Isak, sicherlich, aber immerhin ein Anzeichen, dass sie nicht vergessen haben, wie sie klingen können. Die wohl größte Überraschung des Albums, die mit jedem Hören besser wird.

10. Blackpowder Orchard
Äh. Eine Minute lang Acoustic-Gezupfe, das auch von einem Banjo kommen könnte, so südstaatlerisch klingt es, das dann von den säuselig-verzerrten Gitarren vom Rest des Albums begleitet wird. Äh. Auf dem Red Album war ein Song namens Cockroach En Fleur. Der war auch kurz und auf der Acoustic gespielt. Aber dort hatte es einen ganz besonderen, eigenen, warmen, irgendwie mysteriösen Klang, hatte Athmosphäre, Stil, Identität. Ich weiß nicht, ob Blackpowder Orchard ein Cockroach En Fleur 2 sein soll, aber diesem Interludium fehlt alles, was C.E.F. so toll gemacht hat.

11. The Gnashing
Ein größtenteils instrumentaler Song der Band Torche...nein Moment, das ist ja AUCH von Baroness! Scheinbar hat man sich auf gemeinsamen Touren einiges abgeschaut - dieser Song könnte auch von den Sludge-Poppern sein. Das ist jetzt nicht unbedingt negativ, aber die Ähnlichkeit springt mir doch ins Gesicht. Tiefe Gitarren die flotte, fröhliche Melodien summen. Wäre es heavier, könnte es auf Meanderthal stehen.

12. Bullhead's Lament
Das Intro des Albums, anders abgemischt, diesmal auf drei Minuten gezogen. Nicht so epochal wie Ogeechee Hymnal aufgemacht, eher...melancholisch. Mehr ist es nicht: Bullshit's Reprise.


---


Fazit:
Ach Baroness. Et tu. Nachdem Mastodon schon zu Beginn des Jahres weniger intelligenten Sludge-Metal als vielmehr gewöhnlichen Progrock machten, nun auch noch die. Der Blue Record ist nicht das Desaster, für das ich es nach dem ersten Durchhören noch hielt. Songs wie "War, Wisdom and Rhyme" oder "A Horse Called Golgotha" sind unter den besten Songs der Band. Aber man kann nicht anders, als das Blaue mit dem Rotem Album zu vergleichen. Und das Blaue hat eben etwas, das das Rote nicht besitzt: Mittelmäßige Songs und schlechte Songs. Damit meine ich vor allem "Steel that Sleeps the Eye", aber auch das uninspirierte Aufwärmen des nunmal nicht besonders interessanten Intros. Oder den eklatanten Mangel jeglicher Existenzberechtigung für diesen Unfug, der "Blackpowder Orchard" ist. Wer dank der leider leider konventionelleren Songstrukturen besser darsteht als je zuvor ist Drummer Allen Blickle. Weniger gut dagegen der auf Dauer nervende, zweistimmige Gesang. Wo ist das Brüllen aus "IIIIIISAAAAAAAAAAAAKK" hin?
Baroness schlagen einen bedenklichen Kurs ein, der sie in schnöde Rock-Gefilde driften lässt. Der Blue Record hat einige Glanzmomente, die mit jedem Hören stärker hervortreten, aber auch einige Lieder, bei denen mich das kalte Grausen packt. An das Red Album - nein, da kommt es nicht ansatzweise ran. Es wird bestimmt Unmengen von Leuten geben, die davon begeistert sind, dass Baroness gewöhnlicher, "hörbarer" werden und ihre Musik in konventionelle Korsetts zwängen, dass sie jetzt heller und freundlicher klingen als je zuvor. Diese Leute können mich mal komplett am Arsch lecken.

Pro-Tipp:
Ihr wollt sowohl dicken fetten Sludge als auch Prog und Experimente, aber nicht hell und freundlich, sondern düster, hart, mächtig? Dann rate ich zu dem 2009er Rerelease von The Oceans Album "Fluxion", einem Monster, das tatsächlich mit der tobenden Bestie Aeolian und dem gewaltigen Epos Precambrian mithalten kann. Facettenreich, bezaubernd und brutal zugleich - SO müsste der Blue Record klingen.

Von prophet am Sonntag, Oktober 11, 2009 um 13:05

Antifant

Während Balthazzar und, einige wenige werden sich erinnern, Torte und dessen Perle Karriere als Studenten machen und aktuell in eine gemeinsame Wohnung gezogen sind, in der sie aber scheinbar noch kein Internet haben, bin ich selbst nicht nur geistig, sondern auch professionell zurückgeblieben. In der Berufswahl scheint es mir nur zwei Wege zu geben - entweder was schlechtbezahltes, wo man keinerlei Qualifikation braucht, wie z.B. Müll sortieren oder Dinge verpacken und stapeln, oder irgendwas mit Kompuhta, weil ich dort weniger wenig Wissen besitze als in anderen Bereichen. Tut jetzt aber auch gar nichts zur Sache. Worauf ich hinaus will:
Ein Beruf, den ich mir aber so gar nicht schön vorstellen kann, ist Elefant. Ihr wisst schon, diese großen, grauen Personen, deren Betätigungsfeld sich zumeist auf Fressen und Wandern konzentriert. Ich gäbe keinen guten Elefanten ab. Sicher hat der Beruf auch einige Vorteile, wie den langen Rüssel oder die flexiblen Arbeitszeiten, aber ich sehe in diesem Feld keine Zukunft für mich. Da ist zum einen die Sache mit den Photos - ich bin sicher, es gibt keinen Elefanten, der nicht mindestens neunmal täglich von Kamerateams und/oder Touristen abgelichtet wird - und photogen bin ich wirklich nicht. Dann sind da die schmalen Zukunftsperspektiven. Aufstiegschancen sind minimal, an den Posten als Zirkuselefant ist kaum zu kommen. Der entscheidende Punkt gegen eine Karriere als Elefant ist für mich aber die Sache mit dem Gedächtnis. Es ist ja weithin bekannt, dass sich der professionelle Elefant an alles erinnern kann. Nun geht es mir wie dem hohen Herren Taubenvergrämer: Die überwältigende Mehrheit dessen, was ich tue, kann ich nicht gutheißen und möchte ich am liebsten wieder vergessen. Eine permanente Erinnerung an alles, was man je getan hat, erscheint mir furchtbar. Ich könnte auch gar nicht mehr schlafen: Dass ich nie vor der Mittagszeit aufstehe hat auch den Grund, dass ich Nachts, wenn ich zu Bett gehe, immer ein bis zwei bis sogar drei Stunden wach liege und mein bisschen Hirn immer wieder tollwütig mit Erinnerungsbrocken um sich wirft, die ich ja eigentlich am liebsten eliminieren würde, vor allem die Erinnerung an Menschen, mit denen ich nie wieder etwas zu tun haben werde, die aber immer noch in meinem Kopf rumspuken, und das trotz meines Siebes von einem Gedächtnis. Vielleicht habe ich auch deshalb immer vor'm Einschlafen die größten Motivations- und Courage-Schübe, in denen ich mir dann denke "Jawohl, Morgen, da schreibst du endlich mal eine Bewerbung!", weil mir mein Gedächtnis wieder vorhält, dass das längst überfällig ist.
Das komplette, vollständige Erinnerungsvermögen des Elefanten erscheint mir somit untragbar und unertragbar. Ein modulares System wäre eine weit bessere Lösung. Permanente Erinnerung ja, aber nur an das, was man dauerhaft einspeichert, mit der Option auf finales, entgültiges Vergessen einzelner Dinge. Ich könnte alles, bis auf das, woran ich denken sollte, löschen, und hätte somit zwangsweise den bitter nötigen Fokus gesetzt. Auf diese Weise wäre auch jegliches Langeweile- und Unterhaltungsproblem aus der Welt geschafft, wenn man ein Spiel oder ein Buch oder einen Film durch hat, könnte man ihn sofort wieder vergessen und sich noch einmal mit der ursprünglichen Freude daran machen und alle Überraschungen nochmal erleben. Hurra!
Bei einer dauerhaften Beschäftigung als Elefant wäre dies jedoch nicht denkbar, denn, wie wir wissen, der Elefant vergisst nichts. Gar nichts. Es muss eine sehr fordernde Profession sein, das Elefantentum. Man wird all die Scheisse, die man getan hat, nie wieder los. Wäre nichts für mich. So gar nicht. Vielleicht sollte ich mal gucken, ob irgendwo eine Ausbildung zum zertifizierten Goldfisch angeboten wird!

Von prophet am Freitag, Oktober 09, 2009 um 13:23

Gar nicht so...

...toll wie sein Ruf ist Deus Ex. Ja, der erste Teil aus dem Jahre 2000, der teilweise als "Bestes Spiel Ever" gefeiert wurde. Äh. Klar, das Szenario ist nicht schlecht und die Story an sich ist ganz ok, aber eine Handlung die damit beginnt, dass die Bösen in die Kamera grinsen und sagen, dass sie eine Neue Welt™ erschaffen, in der sie dann wie Götter herrschen, dafür würde sich jeder Regisseur der nicht "Boll" heißt, schämen. Aber es ist noch nicht mal das, was mich am meisten an Deus Ex stört. Das Schlimmste an Deus Ex ist für mich das Spiel. Als Shooter kann man es komplett knicken, als Stealth-Spiel ist es unflexibel und öde, als Rollenspiel ist es flach. Vielleicht war der Genremix damals ja innovativ, aber heute kann ich diverse Spiele nennen, die jedes einzelne Element, bis auf die John Carpenter-ige Musik vielleicht, um Welten besser machen. Gefällt mir nicht.

...super ist "The Gunslinger", der erste Teil der Dark Tower Serie von Stephen King (dessen Fan ich eh nie war), den ich zum Großteil durch habe. Ich bekam einst den siebten der sieben Teile der Serie geschenkt, dachte mir aber, dass ich die Serie besser von vorne als von hinten anfange. Und äh, tjo...ganz annehmbares Buch, aber mehr muss ich davon nicht haben. Wird seiner Reputation, genau wie Deus Ex, nicht gerecht.

...schlecht ist der Film "Vollidiot", obwohl Pocher die Hauptrolle spielt. Schauspielern kann zwar keiner der Hauptdarsteller so richtig und die Story wird recht generisch präsentiert, aber der Film hat tatsächlich einige richtig gute Gags, ob man es glaubt oder nicht.

...dröge ist die Süddeutsche Zeitung. Zitat aus dem Artikel "Schöpfen aus dem Nichts": "Die schwarz-gelbe Koalition hat erste Erfolge erzielt. Sie hat beschlossen, dass die Wirtschaft 2009 nicht um sechs, sondern nur um fünf Prozent geschrumpft ist.". Musste lachen.

...recht bei Verstand scheint mir das Komitee für den Friedensnobelpreis zu sein. Den kriegt dieses Jahr nämlich Obama. Moment, WAS? Nicht, dass er es nicht ein wenig versucht hätte, einen neuen Dialog mit ansonsten verprellten Staaten zu schaffen, aber sollte man nicht Resultate statt Intentionen auszeichnen? Wie es wieder die Süddeutsche anmerkt: Was, wenn er noch in dieser Amtszeit einen Angriff gegen den Iran befiehlt, wenn er mit Nordkorea in den Krieg ziehen muss, wenn er Afghanistan in Schutt und Asche hinterlässt? Nicht, dass Obama nicht weiterhin einem republikanischen Präsidenten vorzuziehen wäre, aber diese Entscheidung erscheint mir vollkommen maßlos.

Von prophet am Dienstag, Oktober 06, 2009 um 20:00

Ihr seid alle Terroristen!

Ich möchte es ja immer vermeiden, anderer Leute Inhalt einfach nur zu kopieren und in meinem Blog hier als Post zu verkaufen, aber das möchte ich hier doch mal komplett stehen haben, ein Kommentar dazu erscheint mir unnötig. Worum geht es? Die Combine, nein, die Judges von Mega-City One, nein, die Regierung aus 1984, nein, das Deutsche Bundesinnenministerium hat eine Liste verfasst, die in die Koalitionsverhandlungen eingereicht wird, die Wünsche des Ministerium beinhaltet, was Überwachungs- und Kontrollbefugnisse angeht. Oh dear. Ich zitiere Daten-Speicherung.de:

1) Das verdeckte Durchsuchen und Überwachen von Computern (Online-Durchsuchung, Quellen-Telekommunikationsüberwachung) soll künftig nicht mehr nur zur Verhinderung terroristischer Anschläge, sondern bereits zur Ermittlung wegen vergangener Straftaten zugelassen werden.
2) Das Abhören von Wohnungen zur Strafverfolgung soll künftig kein Mithören mehr voraussetzen, wie es das Bundesverfassungsgericht verlangt hatte, um die Stasi-artige Erfassung intimer Vorgänge zu verhindern.
3) Zur Strafverfolgung soll künftig das verdeckte Anbringen von Videokameras in und vor Privatwohnungen zugelassen werden.
4) Künftig soll von jeder Person, die – schuldig oder nicht – von der Polizei erkennungsdienstlich behandelt wird, eine DNA-Probe genommen und aufbewahrt werden. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat eine vergleichbare Praxis in Großbritannien im vergangenen Jahr für unzulässig erklärt.
5) Das Bundeskriminalamt soll das Recht erhalten, Wohnungen ohne Kenntnis des Inhabers zu betreten, um vorhandene Computer zu infiltrieren.
6) Das Bundeskriminalamt soll das Recht erhalten, Personen zum Tragen eines Peilsenders zu verpflichten („elektronische Fußfessel“).
7) Die Polizei soll Zugriff auf Informationen über die Nutzung des Internet (Surfprotokolle) und von Straßen (Mautdaten) erhalten. In diesem Jahr wurde eine Regelung zur Surfprotokollierung durch das BSI mit der Zusicherung beschlossen, eine Nutzung zu Zwecken der Strafverfolgung werde es im Grundsatz nicht geben.
8) In den Knoten der Telekommunikationsnetze sollen – wie in den USA – Filter installiert werden, um unsere Kommunikation nach bestimmten Merkmalen zu durchsuchen.
9) Die nationalen Geheimdienste (Verfassungsschutzämter) sollen künftig nicht mehr nur gegen unsere Grundordnung gerichtete Personen, sondern auch Straftäter im Bereich der „organisierten Kriminalität“ beobachten. Der sächsische Verfassungsgerichtshof hat dies für Sachsen bereits als verfassungswidrig verworfen.
10) Das Bundesamt für Verfassungsschutz soll künftig für die „Terrorismus-Vorfeldaufklärung“ in ganz Deutschland zuständig werden.
11) Die nationalen Geheimdienste (Verfassungsschutzämter) sollen Zugriff auf die Kommunikationsdaten der gesamten Bevölkerung (Vorratsdatenspeicherung) und auf das elektronische Verzeichnis aller Bankkonten und Depots erhalten. Dagegen will die FDP nach ihrem Wahlprogramm Vorratsdatenspeicherung und Bankregister insgesamt abschaffen.
12) Die nationalen Geheimdienste (Verfassungsschutzämter) sollen künftig Computer verdeckt überwachen (Online-Durchsuchung) und Wohnungen abhören dürfen – ohne richterliche Genehmigung.
13) Die nationalen Geheimdienste (Verfassungsschutzämter) sollen künftig die Telekommunikation von Einzelpersonen gezielt abhören dürfen und Erkenntnisse für andere Zwecke verwenden dürfen.
14) Mitarbeiter und Zuträger von Geheimdiensten sollen straflos Straftaten begehen dürfen, wenn dies typischem Verhalten in der Szene, in der sie eingeschleust sind, entspricht.
16) Der anonyme Erwerb von Prepaidkarten soll in ganz Europa verboten werden. Bisher ist er nur in Deutschland verboten, wobei es einfache Umgehungsmöglichkeiten gibt und eine Verfassungsbeschwerde dagegen zur Entscheidung ansteht.
17) Aus der Haft entlassene Sexualstraftäter sollen polizeilich registriert werden. Hierzu muss man wissen, dass eine Entlassung aus der Haft schon heute nur bei ungefährlichen Personen erfolgt.
19) Soldaten der Bundeswehr sollen künftig in Deutschland eingesetzt werden dürfen (Bundeswehreinsatz im Landesinneren).
20) Zur verstärkten Überwachung und Kontrolle der Bürger soll neue Technologie aus Steuergeldern entwickelt werden („Sicherheitsforschung“). Das Bundesinnenministerium will künftig die Kontrolle über diese Gelder erlangen, um „an den praktischen Bedürfnissen der Sicherheitsbehörden“ ausgerichtete Überwachungstechnik in Auftrag geben zu können.
21) Straftäter sollen nach Verbüßung ihrer Strafe häufiger in Haft verbleiben (Sicherungsverwahrung).
22) § 129a StGB (terroristische Vereinigung) soll ausgeweitet werden, so dass eine Gruppierung leichter als „terroristische Vereinigung“ eingestuft werden kann. Die Werbung für terroristische Vereinigungen soll unter Strafe gestellt werden.

Von prophet am Sonntag, Oktober 04, 2009 um 17:41

Mashup Madness³

Auf kaction.com/badfanfiction findet sich ein Generator, der zwei zufällige Franchises und ein Plotdevice ausspuckt, die es in furchtbarer Fanfiction zu kombinieren gilt. Warum nicht? Probieren wir es doch mal mit ein paar der Vorschläge.

Your challenge is to write crossover fanfiction combining Star Trek and Sex and the City. The story should use teen angst as a plot device!

Gackernd saßen Carrie, Samantha, Charlotte und Miranda in dem absurd teuren New Yorker Restaurant, dessen Speisen sich auf sehr kleine, bunte Häufchen auf sehr großen Tellern beschränkten. Carrie hatte grade wiehernd davon erzählt, mit wem sie in der letzten Woche Sex hatte, und dass ihr Stalker ihr wieder Hafer vor die Tür gelegt hatte. Samantha und Miranda nickten anerkennend. Charlotte runzelte ein wenig die Stirn, aber nur so weit, dass keine dauerhaften Falten entstanden. Dann war Samantha an der Reihe und berichtete von ihren neuen Schuhen, dann folgte die Liste, wessen Penis sie letzte Woche im Mund hatte und wie das einzige Große die Klappe der Typen gewesen wäre. Schnatterndes Lachen am Tisch der mäßig attraktiven Vierziger. Charlotte merkte daraufhin halblaut an, dass sich Carrie und Samantha wie Teenager benehmen würden und wie liebevoll ihre Beziehung zu ihrem Mann Harry doch sei. Ernst neulich hätte er ihr geholfen, ihre emotionalen Blockaden aus Teenagerzeiten zu überwinden und so eine glücklichere Frau zu sein. Die anderen drei Frauen seufzten. Ein klingonischer Torpedo schlug plötzlich in das Restaurant ein und alle starben. Captain K'Temoc wurde noch am selben Tag zum Commander befördert.

...das war jetzt vielleicht etwas zu kurz. Versuchen wir mal was anderes.

Your challenge is to write crossover fanfiction combining Garfield and Zorro. The story should use starting a band as a plot device!

Im Halbschlaf lag Garfield auf der Couch und kratzte sich am Hintern. Die kalifornische Mittagshitze machte ihm zu schaffen. Träge wälzte sich der fette Kater von einer Seite auf die andere, als mit einem Klappern sein Besitzer, Jon Diego de la Vega alias Zorro den Raum betrat. Ausgelaugt warf er den schwarzen Umhang an den Haken an der Wand und legte seinen Rapier ab, an dem noch das Blut der Soldaten der spanischen Kolonialherren klebte. Mit einigen Griffen war der Knoten hinter der Maske gelöst und das überraschend weichliche Gesicht des maskierten Rächers enthüllte sich. Seufzend schälte er sich aus seiner Verkleidung, die voll Staub war. Garfield kalkulierte die Anstrengungen, die nötig waren, um ein Auge zu öffnen und den Nobelmann, der gegen die Unterdrückung kämpfte, anzuschauen, kam aber zu dem Ergebnis, dass sich der Aufwand nicht lohnte. Knackend drehte Jon seine Schultern und ächzte leise. "Du kannst dich glücklich schätzen, du dicker Fellklumpen", sagte er zu dem Kater. "Du genießt einen Luxus, den die meisten Menschen nicht haben - Frieden. Die Spanier lassen die Armen ausbluten, jeden Tag müssen sie fürchten, dass Ramon und seine Schläger ihnen die Tür eintreten, sie für Nichtigkeiten verhaften und zur Arbeit in die Mienen schicken. Solange diese Schlächter an der Macht sind, wird den Menschen hier niemals Frieden vergönnt sein." Garfield rülpste leicht, was Zorro als Bestätigung seines kleinen Vortrages, den er jedes Mal hielt, wenn er zurückkehrte, bewertete. Er setzte sich auf das Sofa, auf dem auch der Kater lag. "Nächste Woche werden die Spanier einen Ball abhalten. Eine Versammlung von hohem Prestige, zweifelsohne. Wenn es mir gelingen sollte, dort zuzuschlagen und sie vorzuführen, dürfte das ihre Hochnäsigkeit gewaltig vor den Kopf stoßen. Aber wie reinkommen?", grübelte der Adelige. Garfield zuckte mit den Schultern. Ihm war es relativ egal. "Vielleicht...", sprach Jon mehr zu sich selbst, "...wenn ich mich als Musiker verkleide und mich als Mitglied der Kapelle ausgebe, die dort spielen wird...na da haben wir es ja schon! Wohlan, es gilt, zu Üben! Ich darf nicht auffallen, nur gut, dass ich bereits virtuos spiele! Nur seltsam, dass Esmeralda mein Können nicht gefiel und sie so früh wieder ging...", sagte er, griff sich seine Trompete und quälte ein paar schiefe Töne hervor. Garfield riss entsetzt die blutunterlaufenen Augen auf, griff sich ein Kissen und hielt es sich auf die Ohren. "Ah, besser!", dachte er, als er das Quäken von Zorros Trompete nur noch gedämpft wahrnahm.

...naja, mäßig. Was schlägt das Ding denn noch vor?

Your challenge is to write crossover fanfiction combining 24 and Doom. The story should use an orgy as a plot device!

Mit bloßer Faust schlug Jack Bauer dem an den Stuhl gefesselten Imp ins Gesicht. "SPUCKS AUS!", schrie der Agent den Höllendämon an. "Ich weiß ganz genau, dass dieser 'Lucifer' für den du arbeitest, mit Al Quaida in Kontakt steht! Rede!". Die Höllenkreatur keuchte verzweifelt. "Aber ich hab es doch schon gesagt, mein Herr und Meister ist der Herr des Fegefeuers persönlich!". "BULLSHIT!", schrie Jack Bauer und verpasste dem Imp einen mit dem Elektroschocker. "Ich weiß genau, dass ihr Terroristenpack einen Anschlag auf den Präsidenten plant! WO UND WANN?", brüllte er weiter und setzte mit einer Ohrfeige nach. Die Gewaltorgie schien nie zu enden. "Bitte! Ich habe alles gestanden!", röchelte der Dämon. Agent Bauer ließ sich jedoch nicht täuschen und befragte den Verdächtigen weiter. "Ich habe da was von Pentagon gehört! Was habt ihr Gesindel geplant?" Der Imp war verwirrt. "Pent.....ach PentaGRAMM meinen Sie!", Paff, die nächste Klatsche ins Gesicht. "Erzähl mir nicht, was ich meine, Terrorist!", machte Jack Bauer die Kreatur weiter zur Sau. Der Dämon ließ den Kopf sinken. "Ich dachte, die Verdammnis wäre schlimm! Aber das hier ist die Hölle!", dachte er sich.

...auch blöd. Ich gebs auf. Aber falls es mal an Ideen mangelt und man trotzdem den Drang verspürt, Unmengen zu schreiben, wissen wir ja jetzt, wo man sich sein Konzept abholen kann.



Die Zukunft von Billy Talent.

Von prophet am Freitag, Oktober 02, 2009 um 13:00

Ödland

// Ich kann mich mehr und mehr für Judge Dredd begeistern. Nicht nur die Figur, das gesamte Szenario. Ich mag ohnehin diese post-apokalyptischen Dystopien, und die Kombination aus der Cursed Earth und den von den Judges in totalitären Polizeiregimen regierten Megacities fasziniert mich ungemein. Gestern Abend Judge Dredd Origins gelesen, das nacherzählt, wie es zu dieser Welt kam. Coooool. Oder die Abstimmung, bei der die Bewohner von Megacity One die Demkratie abwählen. Oder die vielen Mutanten und Muonkels durch die Verstrahlung, die der Atomkrieg nach sich zog und wie schlecht sie behandelt werden. Oder "A Letter to Judge Dredd", die Kurzgeschichte, in der Dredd selbst in Zweifel gerät. Oder oder oder. Ganz ganz großes Kino. Apropos: Eine neue Verfilmung ist in Arbeit - bisher gibt es aber nur einige wenige Concept Arts zu sehen. Bin gespannt, ob dieser Film den verschmähten Stallone-Reinfall wieder wett machen kann.
Im Übrigen schlage ich vor, dass das Judge-System auch mal in Bayern installiert wird. "I BIN DÖS G'SETZ!", kann der Bulle von Tölz dann brüllen.

// Keine Woche ist die Wahl vorbei, da erklärt Guido, dass sein Wahlprogramm und seine Versprechen an seine Wähler verhandelbar sind. TÄ-TÄÄÄ! Überraschung! So fängt es an. Ich bin aber zuversichtlich, dass er bei Dingen wie 'Kündigungsschutz lockern', 'Mindestlohn verhindern' und 'Spitzenverdienern Steuererleichterungen verschaffen' Wort halten wird!

// Wie berichtet gucke ich seit kurzem wieder Fußball. Nicht, dass das nicht für alle Dinge gelten würde, aber dieser Sport provoziert mich ungemein zu den blödesten Kalauern. Gestern spielte Bremen gegen Bilbao (Erste Halbzeit schön, zweite erst dreckig, dann spät noch spannend). Bei Werder hieß ein Spieler "Aaron Hunt". Musste ständig "Schiri! Hunt-Spiel! D'ÖHÖHÖ!" rufen. Ja, sowas spreche ich auch laut aus, wenn ich alleine bin. Sorry, Mr. Hunt, it's nothing personal.

// Inzwischen ist die sechste Staffel House angelaufen, zwei Episoden sind erschienen, davon eine in doppelter Länge. Eben diese war interessant, spannend und wieder eine Machtdemonstration in Sachen spielerischer Variabilität von Hugh Laurie, die zweite springt dann zurück ins alte Serien-Schema. Mal sehen, wie diese Staffel sich langfristig schlägt, nachdem die fünfte gegen Ende recht schwach wurde. Uh, und Neues aus der Anstalt ist auch aus der Pause zurück, South Park geht diesen Monat weiter. Wenn jetzt noch Dittsche aus seinem, ma sagn, Schlummer jetz, näh, wenn er daraus erwacht, denn is die TV Landschaft, das bleibt ihr ja unbenommen, wieder um einiges reicher, näh.



-Judge Bread

Mit dem Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch die Anbringung eines Links die Inhalte der gelinkten Seiten ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann nur verhindert werden, indem man sich ausdrücklich von diesem Inhalt distanziert. Für alle Links auf diesem Blog gilt: Ich distanziere mich hiermit ausdrücklich von allen Inhalten aller verlinkten Seitenadressen auf meinem Blog und mache mir diese Inhalte nicht zu eigen.

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