Mit Geld bewerfen
Es mögen unqualifizierte, amateurhafte Gedanken eines Zivilisten sein, doch ich kann mich ihrer nicht erwehren. Die Bundesregierung stellte vor einigen Tagen die Idee vor, die berühmten "gemäßigten" Taliban (man erkennt sie am großen "Gemäßigt"-Aufkleber am Hinterkopf) mit Geld zu locken, ein Aussteigerprogramm zu starten und so nach und nach den Taliban die Leute wegzukaufen.Es ist erfreulich zu hören, dass man darüber hinaus ist, zu glauben, dass alle Taliban religiös motivierte Fanatiker sind, sondern vielmehr Menschen, die in niedrigen Rängen durch Geld und Druck, in hohen Rängen zudem von politischer Macht und Einfluss angetrieben werden. Jedoch habe ich weiterhin Zweifel an der Effizienz der Pläne der Bundesregierung. Die Männer, die für Geld als Taliban in den Kampf ziehen, um ihre Familien zu ernähren, lassen sich vielleicht auf das "Resozialisierungs"-Programm ein, die hochrangigen Taliban aber, die Kommandeure, die, die was zu sagen haben, lassen sich nicht einfach so aus ihrem Rang und dem damit verbundenen Ansehen kaufen, so dass in der Realität nur "Fußvolk" abgeworben werden kann. Man bekämpft so vielleicht die Symptome, aber nicht die Ursache, geht es doch darum, eine dauerhafte Perspektive zu eröffnen. Außerdem bin ich sicher, dass die wirklich bedeutenden Taliban, die "Generäle", um einen westlichen Begriff zu verwenden, keine Geldsorgen haben. Ein Beispiel sei die Bin Laden Familie, die internationale Geschäftsbeziehungen unterhält und sicher nicht auf die Almosen der Deutschen angewiesen ist.
Selbst wenn man nun die niedersten Schichten von Taliban-Kämpfern abwerben will, um ihnen durch finanzielle Unterstützung eine neue Option zu bieten, sehe ich folgende Problematik: Man stelle sich den ersten Mann vor, der das Angebot annimmt und am nächsten Tag nicht mehr morgens auf der Matte steht um sein Terror-Training in der lokalen Splittergruppe zu absolvieren. Das fällt doch auf! Viele derer, die den Taliban beitreten, werden unter Druck gesetzt und erpresst. Wie soll es erst denen gehen, die dann zu den westlichen Teufeln überlaufen? Ich glaube nicht, dass es bei den Taliban gut angenommen wird, wenn man als einer ihrer Infanteristen eines Tages dem Ausbilder seine schriftliche Kündigung auf den Tisch knallt. Kurzum: Wenn man aus deren Reihen austritt, ist man doch sicherlich als "Verräter" besonders im Fadenkreuz. Dazu gehört eine Menge Wagemut, den, so glaube ich, viele dieser Menschen nicht aufbringen können. Insofern denke ich, dass dieses Programm gar nicht erst richtig anlaufen wird.
Ich sage ja nicht, dass ich eine bessere Idee hätte. Aber diese Menschen einfach nur mit Geld zu bewerfen und zu hoffen, dass sie dann friedlich sind, zeigt in meinen Augen nur die Hilflosigkeit der Bundesregierung. Wie in Filmen, wenn wohlhabende Leute attackiert werden. "Hier, nehmen Sie das Geld, aber tun Sie mir nichts!".














4 Comments:
Ich glaube ja eher, dass es maessig anlaufen wird, aber nur, weil die Taliban Wochentags deutsches Geld abstauben und nur noch am Wochenende ins Ausbildungslager gehen. Bald koennte auf den Sprengsaetzen fuer die deutschen Patrouillen 'Kindly sponsored by Germany' ( oder die paschtunische Entsprechung ) draufstehen.
Ein Gedanke, der auch mir schon kam. Man stelle sich vor, die sparen auf die Weise zwei Millionen Euro von dem Aussteiger-Geld der Deutschen zusammen und geben davon jeweils die Hälfte zurück an CSU und FPD, als Spendengeld! Ermäßigte Mehrwertsteuer für Selbstmordattentäter!
Hab ich mir auch schon so gedacht. Gutes Statement. Ich glaube, der blöde Westerwelle wollte nur auch mal wieder was sagen. Und was Gescheites kommt dem ja nun wahrlich nicht über die Lippen.
Cooler Nebeneffekt: Die ganzen Hartz IV´ler ziehen nach Afghanistan und engagieren sich kurzfristig bei AlQuaida, und lassen sich dann zusätzlich zu Hartz IV noch das Geld für den Ausstieg bezahlen.
Von wegen soziale Kälte....
Und: Denkt mal an die Nachfrage die dadurch zusätzlich generiert wird!
Kommentar veröffentlichen
<< Home