Von prophet am Freitag, Januar 22, 2010 um 21:36

Thrash, technisch gesehen

Sadus - Swallowed in Black [1990] []
Zwei Jahre nach "Chemical Exposure" veröffentlichten Sadus ihre zweite LP - zwar ballerte man weiterhin aus allen Rohren, jedoch hatten die Kalifornier ihren Stil ein wenig verfeinert. Ein wenig koordinierter erscheint das extreme Gefrickel und Gitarren/Bass - Gewichse, wodurch es nicht ganz so schnell zündet wie das Vorgängeralbum, aber nach einem gewissen Einhören mindestens genau so beeindruckend ist. Steve DiGiorgio spielt seinen Bass, wie engagierte Gitarristen es nie in ihrem Leben mit ihrer Gitarre schaffen werden und die elf Songs peitschen mit einer Technik und einer Aggressivität voran, dass selbst Slayer dagegen schlicht wirken. Ein von vorne bis hinten beeindruckendes Album, das zeigt, wie gekonnt man musikalisches Vermögen und extrem schnelle, harte Songs miteinander verbinden kann.


Coroner - Punishment for Decadence [1988] []
Dass die Schweitzer Coroner mal Roadies für Celtic Frost waren, hört man Sänger Ron Royce und einigen Breaks durchaus an - das klingt doch ein wenig wie Frost - insgesamt sind Coroner aber wesentlich technischer und fummeliger als das große Vorbild. Die Komplexität der Gitarrensoli ist beeindruckend und kann durchaus mit der von Sadus mithalten, sie kommen jedoch weniger aggressiv, bedachter daher, was auch daran liegen mag, dass das Gaspedal nicht pausenlos durchgetreten wird. Auch wenn die Produktion etwas flach ist: Die Präzision des Spiels kommt gut rüber und einige Songs bieten durchaus catchy Refrains. "Skeleton On Your Shoulder" schaffte es erst kürzlich in den Soundtrack von Brütal Legend. Wieso diese Band so untergegangen ist - ich kann es mir angesichts dieser Leistung an der Gitarre nicht erklären.


Toxik - Think This [1989] []
Während Sadus ein wenig wie Death klingt und Coroner einen Hauch von Celtic Frost mit sich bringt, pendelten Toxik eher in Richtung Power/Heavy-Metal, was vor allem am hohen Gesang von Charles Sabin liegt, der, wenn man es gut meint, an Rush erinnert, wenn man es böse meint, an Grim Reaper denken lässt. Im Unterschied zu Letzteren boten Toxik jedoch eine technisch fähige Instrumentalabteilung, wo sowohl Gitarre als auch Bass ein in den Strophen tightes und in den Soli komplexes Spiel abliefern. Im Gegensatz zu Sadus haben Toxik auch ihre ruhigen Momente, die trotz aller melodischen Gitarren und Falsett-Gesang immer noch nicht so gay sind wie Dream Theater. Eine weitere Band, die trotz technisch beeindruckender Musiker und einiger wirklich guter Songs irgendwie in der Versenkung verschwunden ist.

Schon wieder Musik? Jaja, ich weiß. Aber im Moment fällt mir nicht so Recht ein, was ich schreiben soll. Gibt so bald wie möglich etwas anders als tolle Alben, die aber niemand außer mir mag.

2 Comments:

Blogger Madse sagte...

Was du hast... Die Mucke is gut, sowas mag ich auch... Grade Sadus pflueckt einem ja die Zaehne ausm Maul

23.01.2010 12:21:00  
Blogger PropheT sagte...

Sieh es ein: Menschen mit gutem Geschmack werden IMMER eine Minderheit sein.

23.01.2010 18:49:00  

Kommentar veröffentlichen

<< Home

Mit dem Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch die Anbringung eines Links die Inhalte der gelinkten Seiten ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann nur verhindert werden, indem man sich ausdrücklich von diesem Inhalt distanziert. Für alle Links auf diesem Blog gilt: Ich distanziere mich hiermit ausdrücklich von allen Inhalten aller verlinkten Seitenadressen auf meinem Blog und mache mir diese Inhalte nicht zu eigen.

kostenloser Counter