Premium-Sponsoring
Die FAZ hat heute einen sehr schönen Artikel mit der Überschrift "Können Unternehmer sich einen Politiker kaufen?", der Titel beschreibt den Inhalt recht treffend. Anlass zu diesem Gedanken war die Veröffentlichung des Umstandes, dass Herr Dr. Jürgen Rüttgers, seines Zeichens Ministerpräsident des Bundeslandes, dessen Landtagswahl angeblich großen Anteil an der Handlungsfähigkeit von Schwarz/Gelb haben wird, für preisgünstige 6000€ auf dem CDU-Parteitag in Düsseldorf auch zu Einzelgesprächen mit Unternehmern bereit sei. Das gilt natürlich nur für die, mit denen er nicht bereits Gefälligkeiten austauscht. "Premium-Sponsoring" heißt das dann wohl.Es kostet 6000 Tacken, um mit einem Ministerpräsidenten sprechen zu dürfen. Es kostete ungefähr 2 Millionen Euro, damit FDP und CSU sich auf eine Steuer-Erleichterung für das Hotel-Gewerbe verständigen konnten.
In Deutschland gibt es in diesem Februar 2010 in etwa 6,8 Millionen Hartz4-Empfänger. Seien wir großzügig und tun so, als wären es nur runde sechs Millionen. Das sind sechs Millionen Menschen, die von Guido Westerwelle gesagt kriegen, sie könnten ja zum Schneeschippen rangezogen werden. Stellen wir uns mal folgendes vor: Jeder Hartz4-Empfänger gibt bestimmt im Monat 2€ für etwas aus, dessen er nicht wirklich bedarf. BILD-Zeitung oder Kippen oder so.
Lege man nun dieses gesammelte Geld zusammen, käme man auf bummelige 12 Millionen Euro, wohlgemerkt innerhalb eines Monats. Somit ist die unbeschäftigte Bevölkerung sehr wohl befähigt, so dermaßen große Schmiergelder für Schwarz/Gelb zusammenzutragen, dass selbst ein Guido oder ein Horst Seehofer zum Lobbyisten der Arbeitslosen wird. Für 6 Millionen Euro IM MONAT haben beide Partei-Chefs doch bestimmt plötzlich ganz neue Gefühle für die Unterschicht. Wer der Partei soviel spendet, bekommt auch etwas zurück. Ein Sammel-Fond muss her. Bestechung muss nicht mehr nur ein Privileg der Oberschichten sein! Da Politik scheinbar nach diesen simplen Regeln funktioniert, ist die Menge der Hartz4-Empfänger sehr wohl in der Lage, zu einem respektablen Premium-Sponsor der Spitzen-Politiker zu werden. Arbeitslosigkeit als Unternehmung, Spiel nach deren Regeln. Und alle wären glücklicher. Von der arbeitenden Mehrheit mal abgesehen, aber die ist eh unglücklich.














2 Comments:
ausgezeichnete idee!
Da schließe ich mich an. Gefällt mir auch, die Idee. Allen voran mag ich das Wort "Premium Sponsoring". Das klingt ja wie geleckt!
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