Von prophet am Mittwoch, Februar 10, 2010 um 18:58

Schallmauer

Toxic Holocaust - Hell on Earth [2005] []
Wie auch das tolle Nachfolgealbum liefert "Hell on Earth" oldschooligen Thrash Metal ab, der nicht ansatzweise so geschliffen daherkommt, wie es etwas Evile oder Gamma Bomb tun. Toxic Holocaust spielen eher wie die alten Sodom als die Megadeth der 90er und keifen und prügeln dem Hörer verhältnismäßig schlichte Songs um die Ohren, die dafür vor prägnanten Riffs nur so strotzen und alle mit einem Feuer gespielt werden, das man bei vielen Alt-Thrashern heutzutage leider kaum noch findet. Abwechslung oder Originalität oder Progessivität oder sonen Mädchenkram braucht man nicht zu erwarten, dafür gibt es so dreckig auf die Fresse, dass jede Monotonie vergeben ist. Wie schon das Cover von Ed Repka verrät: Dieses Album ist oldschool, dreckig, hart, schnell, fies, in einem Wort: großartig.


Seasick Steve - Dog House Music [2006] []
Blues ain't dead! Erstaunlich groß ist die Medienaufmerksamkeit und der Erfolg von Seasick Steve, der trotz oder grade wegen seinen schäbigen Klamotten, dem Bart, den kaputten Gitarren und vielen Jahren in Gefängnis und als Hobo so authentisch ist, wie man nur sein kann. Mehr als eine Gitarre mit weniger als fünf Saiten und seine Stimme benötigt der Mann nicht, um Musik zu machen. Verdammt altmodisch, aber unwahrscheinlich cool und mit einem Reportoire von Blues bis Boogie und Folk sogar erstaunlich variabel. So, meiner Ansicht nach, muss der Blues Rock der Südstaaten klingen. Bodenständig und ehrlich, simpel und erzählend, MR. VAUGHAN! Ein gutes Album, das auchmal dazu einlädt, vielleicht mehr Blues dieser Art zu hören. Empfehlung auch an alle, die mit dieser Musik sonst eigentlich nichts anfangen können.


Blacktusk - Passage Through Purgatory [2008 []
Man nehme Kylesa und entferne die ruhigen Phasen und reduziere die ultra-heavy wummernden Passagen. Stattdessen mache man diesen Sound ein bisschen schneller und metal-iger. Also in etwa so, wie auf ihrem ersten Album, bevor sie ihren Stil perfektionieren konnten. Dann hat man eine ziemlich gute Idee davon, wie Blacktusk klingen. Tatsächlich sind die Ähnlichkeiten manchmal fast schon zu groß, was aber nichts daran ändert, dass sie mit ihrer einzigen LP ein solides bis gutes Album für Sludge (im HC Sinne, nicht von der Doom-Ecke)-Fans abliefern. Wenn sie es jetzt noch irgendwie schaffen, ihre Songs so catchy und mitreißend zu machen wie das große Vorbild und ihre durchaus vorhandenen guten Ideen weiter ausbauen, dann könnte das Karussell toller Musik aus Savannah um einige tolle Alben erweitert werden. Nur Mut!


Anmerkung: Erstaunlich, wie bei ISIS selbst die Japanesianer-Bonustracks besser sind, als die Singles anderer Bands.

1 Comments:

Blogger PhanThomas sagte...

Tatsächlich habe wieder mal überall reingehört. Tatsächlich ist wieder mal nichts für mich dabei. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf. ;-)

11.02.2010 10:21:00  

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