Von prophet am Dienstag, Mai 18, 2010 um 20:50

Douglas Preston - Der Canyon

Bücher hatten wir lange nicht mehr. "Der Canyon" ist ein Buch. Mit ganz viel Buchstaben und fast ganz ohne Bilder.
Die Exposition: Im kontemporären New Mexiko reitet Tom Broadbent (nicht Broadband wie anderer Leute Internet), Tierarzt und Gutmensch, wie üblich durch die Mesas, als er auf einen tödlich verwundeten alten Mann stößt. Dieser drückt ihm mit letzter Kraft sein Notizbuch in die Hand, brummelt etwas von einem Schatz und stirbt. Unser Protagonist macht sich auf, herauszufinden, hinter was der alte Kauz in der Wüste her war, während der Mörder des Alten hinter dem Notizbuch und damit hinter Broadbent her ist - denn weit höhere Kreise haben ein brennendes Interesse an dem Fund.
Douglas Preston, dies ist mein erstes Buch von ihm, schreibt wie eine Scheibe Mischbrot mit Mettwurst: Nicht wirklich aufregend und streckenweise ziemlich vorhersehbar, aber man kommt damit gut über die Runden. Wenn das güldene Haar von Broadbents Frau in der Sonne schimmert und die beiden sich in ihrer ländlichen Idylle lieb haben, kann man sich schon denken, dass der Böse sie später entführt und seine "Seht mich an ich bin der Böse"-Monologe hält. Zum Glück hat eben jener Schurke einige interessante Ecken und Kanten, die ihn knapp davor bewahren, ein bloßes Abziehbild zu sein. Ihre Daseinsberechtigung hat die Handlung durch das, was der alte Mann in der Wüste gefunden hat - und was es denn nun wirklich damit auf sich hat.
Insgesamt ist "Der Canyon" ein durchaus lesbares Buch, das eher mit robuster Unterhaltung denn mit cleverem Storytelling aufwartet. Ich ging mit negativer Erwartungshaltung an die Geschichte (wie an alle Dinge im Leben) heran und wurde ehrlich gesagt positiv überrascht. Wer etwas für die Wüste und (grade erfundener Fachbegriff) Action-Archäologie übrig hat, kann auf jeden Fall mal reinschauen.

1 Comments:

Blogger Maak sagte...

keine zeit. hänge immer noch in den dune-prequels.

19.05.2010 08:26:00  

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