Episodes From Liberty City
Nach etwas über 20 Stunden habe ich das kürzlich gekaufte "Episodes From Liberty City" durch. EFLC erweitert GTA 4 um "The Lost And Damned" und "The Ballad of Gay Tony". Beide Addons spielen in der selben Stadt, zur selben Zeit, aber aus Sicht anderer Personen, deren Handlungsstränge sich auch gekonnt überschneiden. Was sich beide Spiele teilen ist die (großartige) Erweiterung der Radio-Musik und des Fernsehens, das weniger nervige Starten als noch beim Hauptspiel (Rockstar Social Club, etc.) und das Ausbleiben ständiger Anrufe ("COUSIN!"). In beiden gibt es diverse Nebenmissionen und Mini-Spielchen, die man machen kann, aber nicht muss. Rockstar hat dazu gelernt: Dieses Nebenbei-Gedöns bringt auch endlich etwas, etwa Waffen in den Safehouses oder Fahrzeuge. Für 20€ lohnt sich der Kauf des ohne Hauptspiel lauffähigen Addons auf jeden Fall, denn Rockstar beherrschen ihr Handwerk: Die Verfolgungsjagden und Schießereien gehören zur Spitze, die Charaktere und die Dialoge sind die vielleicht besten, die ich je in einem Computerspiel gesehen habe. Absolute Empfehlung.The Lost and Damned
Wir spielen Johnny Klebitz, Vize-Präsident des Motorrad-Clubs "The Lost". Als Präsident Billy aus dem Knast kommt und anfängt, den Club ins Chaos zu stürzen, fängt Johnny an, an seiner Loyalität zu zweifeln.Lost and Damned zeigt die schmutzigen Seiten von Liberty City: Man hält sich vor allem in Alderney mit den dreckigen, runtergekommenen Buden, in denen die Biker hocken auf. Johnnys Freundin ist ein Junkie. Die Gang-Kriege zwischen den Lost und den verfeindeten Angels of Death werden mit Pistolen und Shotguns ausgetragen. Irgendwie wirkt die Stadt noch graubrauner als im Hauptspiel. Trotzdem oder vielleicht grade deshalb weiß das Biker-Szenario zu überzeugen: Diese fiesen Typen mit den Tattoos auf ihren Choppern haben irgendwie doch einen gewissen Charm.
The Ballad of Gay Tony
Wir spielen Louis Lopez, "Geschäftspartner" und rechte Hand von "Gay" Tony Prince, dem erfolgreichsten Nachtclub-Besitzer der Stadt.Ballad of Gay Tony geht einen ganz anderen Weg als Lost and Damned: Hier geht es um grellbunte Nachtclubs in Downtown, teure Sportwagen, Edeldrogen und schöne Frauen. Vor allem gegen Ende kämpft man mit High-End Waffen wie automatischen Shotguns mit Explosiv-Geschossen oder bis an die Zähne bewaffneten Kampf-Hubschraubern. Nur gelegentlich begibt man sich mit Louis alten Freunden in die Hood und überfällt kleine Gruppen von Drogendealern.
Auch wenn ich erst gewaltige Zweifel an der Figur hatte: Louis Lopez entwickelt sich durch seine bodenständige, aber entschlossene Art und die vielen trockenen Sprüche zu einem richtig charismatischen Typen. Durch das Szenario hat man viel mit Exzentrikern zu tun, allen voran Yusuf Amir, der superreiche Araber, der sich bei aller Verschwendungssucht und Prahlerei doch noch zu einem wertvollen Verbündeten entwickelt (auch wenn er vor seinem Vater zu Kreuze kriecht). Ganz erstaunlich fand ich: Fast alle Charaktere sind überzeichnete Karikaturen und Extrema, von Louis Freunden und seiner Mutter bis zu den brillianten Nebenfiguren wie Arnaud. Nur einer ist nicht überzeichnet: Tony. Mir fällt spontan keine einzige homosexuelle Videospiel-Figur ein, die nicht vollständig lächerlich war - Tony ist somit der vielleicht erste dem Klischee emanzipierte Homosexuelle in Computerspielen. Respekt, Rockstar.














2 Comments:
Nein, eher indem ich Gimp habe drauf scheinen lassen ;)
Ich kenn eigentlich gar keine schwule Videospielfigur... außer vielleicht Guybrush Threepwood - der weiß es nur noch nicht.
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