Jormungand II
Der Abschluss des miserablen Zweiteilers. [Teil 1 hier]Unter starkem Husten erwachte Karl-Theodor Ingrid Waldemar Hugo Schnuffi Adelbert Schnitzel. Er wälzte sich herum und spuckte öliges Wasser aus. So hatte er sich das nicht vorgestellt. Ein Fehler musste ihm beim Studium der Bibel unterlaufen sein - irgendwie musste dieser Jesus doch auf dem Wasser gelaufen sein! Vermutlich hatte das was mit Magnetismus und Quanten zu tun.
Er blickte sich um. Er schien sich in einem Tunnel zu befinden. Alles war dunkel, die Wände wie Boden und Decke pulsierten und waren von einer seltsam glitschigen Beschaffenheit. Mit Mühe kam zu Guttenberg auf die Füße und wankte den Korridor entlang. "Guten Tag?", rief er doch nur sein Echo antwortete ihm. Nach einer kaum abzuschätzenden Zahl von Minuten und Metern traf er auf eine Art Schleuse, die vor Schleim nur triefte. Leicht angewidert zwängte sich der Minister hindurch.
Auf der anderen Seite fand er sich in einem noch größeren Korridor wieder. Er kniff die Augen zusammen, als er in der Entfernung ein mattes Licht glimmen sah. Langsam schritt zu Guttenberg auf das Licht zu, wobei er sich bemühte, in nichts hineinzutreten. Der Boden war übesäht mit seltsamen rosa Beulen, einem feinen Schleimfilm, diversen Planken und Brettern sowie etwas, das er nach genauerer Inspektion erschrocken als Knochen identifizierte. Immer näher kam das Licht, und nun hörte er neben dem allgegenwärtigen Dröhnen und Rauschen auch eine Art Gemurmel.
Er stieg über einen Klumpen Seegras, der sich mehrere Meter auftürmte. Dann sah er die Gestalt, von der das halblaute Gebrumme und das Licht ausging. Eine zottelige Gestalt mit zerzaustem, langem, fransigem Haar und einem stoppeligen Bart lief im Kreis und sabbelte vor sich hin, während sie eine Taschenlampe schwenkte. Unter dem Haarwust lugte ein oranges, breites Gesicht hervor, und die kleine Person mit den kurzen Armen und Beinen trug zerrissene Lumpen, die vielleicht mal ein Spider-Man Kostüm dargestellt haben. Die wilde Gestalt blieb stehen und glotzte Karl-Theodor zu Guttenberg mit großen Kulleraugen an. Es war Ernie aus der Sesamstraße. Er richtete seine Taschenlampe auf zu Guttenberg.
"Oh. Hätt ich Sie heut erwartet hätt ich Kuchen da, chrchrchr.", sagte Ernie. Der Bundesminister für Verteidigung war baff. "Einen äh, guten...guten Tag.", sagte er. Ernie nickte und drehte weiter seine Runden. Karl Theodor stieg den Haufen Seegras hinab und starrte den Star der Kinderserie verdutzt an. "Äh...Verzeihen Sie?", sagte zu Guttenberg. "Ja bitte?", sagte Ernie, der aussah wie Tom Hanks in 'Cast Away'. "Wa...Warum sind Sie hier?", fragte Guddi. Ernie blieb stehen. "Ich bin mit Günther Netzer durch die Wüste gefahren und habe Gummibärchen transportiert, als er mich aus dem Auto geworfen hat.", sagte das orange Grinsegesicht, als wäre dies eine vollkommen logische Antwort und lief weiter im Kreis und murmelte. Zu Guttenberg versuchte, aus dem undeutlichen Gerede etwas herauszuhören. Die einzigen Worte, die er verstand, waren "Defizitabbau", "Bundeswehr", "Ficken" und "Leberwurstbrot". Auch wenn er sich damit sehr unhöflich vorkam, kam zu Guttenberg nicht umher, Ernie erneut zu unterbrechen. "Äh...entschuldigen Sie bitte...". Ernie guckte ihn überrascht an, als hätte er ihn grade erst entdeckt. "Ja?", fragte er. "Würde es Ihnen etwas ausmachen mich zu informieren, wo wir uns hier befinden?", fragte zu Guttenberg. Ernie nickte. "Kein Problem! Wir sind hier im Bauch der Midgardschlange.", erklärte er so rational, wie es eine Puppe mit seinem Gesicht in einem derartigem Zustand vermag. Karl-Theodor erinnerte sich wage daran, dass die Midgardschlange eine Kreatur aus der nordischen Mythologie war. "Ist das so?", fragte er. "Ja." sagte Ernie, knipste seine Taschenlampe aus und wieder an und steckte sie sich in den Mund, so dass sein Kopf ein schwaches, oranges Leuchten von sich gab. Zu Guttenberg kam dies nicht ganz geheuer vor und entschied sich, unabhängig von dem derangiert auftretenden Star der Sesamstrasse einen Weg aus dem Leib der mythologischen Kreatur zu finden und befand, dass es einen guten und einen gar nicht guten Ausgang gibt. Während er sich mit quietschenden Schritten auf den Weg machte, bekam Ernie plötzlich Schluckauf, so dass er die Taschenlampe verschluckte und nun mit Bauchschmerzen im Dunkeln saß. "Ooooohhh", sagte er niedergeschlagen.
Labels: Karl-Theodor Ingrid Waldemar Hugo Schnuffi Adelbert Schnitzel von und zu Guttenberg















4 Comments:
Die Geschichte würde auch noch einen dritten Teil vertragen.
Man kann nie genug Gehirndurchfall produzieren! ;)
Da schließ ich mich an. Ein dritter Teil muss her.
Ich weigere mich zu schreiben, wie Herr zu Guttenberg einem Reptil aus der Kloake kriecht.
Hmm, sehr schade... :-(
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