Jormungand I
Mit einem gleichmäßigen Heben und Senken durchkreuzte die "Frankfurt am Main", das Schiff der Deutschen Marine aus der Berlin-Klasse die öligen Gewässer im Golf von Mexiko vor der amerikanischen Küste. Karl-Theodor Ingrid Waldemar Hugo Schnuffi Adelbert Schnitzel von und zu Guttenberg, unser Verteidigungsminister, warf seine Windjacke einem nichts Böses ahnendem Matrosen zu, strich sich über den hautengen Taucheranzug und kletterte in das Beiboot. Mit knappem Nicken und einem "Meine Herren" grüßte er die Seemänner. Nun wo der Minister bereit war ließen sie das kleine Boot herab. Auf dem Weg nach unten dachte Herr zu Guttenberg über die letzten Wochen nach. Intensiv hatte er die Bibel durchgearbeitet, nach Hinweisen gesucht, zwischen den Zeilen gelesen, alte Schriftrollen aus staubigen Bibliotheken im Vatikan studiert, sogar Google hatte er benutzt. Er war sich nun sicher, dass er das Geheimnis um Jesus Fähigkeit, auf dem Wasser laufen zu können, geknackt hatte. 'Aiman Abdallah wäre stolz auf mich', dachte sich der Adelige.Mit einem "Plotsch" setzte das Beiboot auf dem trüben Wasser auf und ein lautes Brummen begleitete den kleinen Außenboard-Motor. Nachdem die Handvoll Matrosen einige Meter zwischen sich und die "Frankfurt am Main" gebracht hatten, stellten sie den Motor ab und blickten gespannt zum Minister, der sich eine Taucherbrille überstülpte.
"Wohlan, tapfere Seemänner.", begann Herr zu Guttenberg, "Unsere amerikanischen Alliierten sitzen hier in der Bredouille und es läuft alles andere als 'wie geschmiert'.", machte er einen kleinen Witz. Niemand lachte. Zu Guttenberg räusperte sich und fuhr fort: "Es ist nun unsere Aufgabe, unseren Verbündeten in dieser Krise beizustehen. Sie werden nun sehen, wie ich mich persönlich dafür einsetze, den unkontrollierten Ausfluss des Öles einzudämmen. Wissen Sie, als ich als Jugendlicher am Gymnasium war, erreichte ich regelmäßig den ersten Platz in den jährlichen Bodenturn-Turnieren, allein durch meine herausragenden Fähigkeiten im Bereich des Handstandes. Beobachten Sie nun, meine Herren, wie ich - kopfüber! - auf dem Wasser wandeln werde, um mit meinem Haupthaar...", die Matrosen blickten zu seiner wie stets feucht glänzenden Frisur herauf, "...die austretenden Öl-Massen aufsaugen, akkumulieren und dem Wasser entziehen werde, um eine Eindämmung dieser Katastrophe zu eröffnen!", führte zu Guttenberg aus. Die Matrosen warfen sich gegenseitig stille Blicke zu, während der Verteidigungsminister sich eine Taucherbrille überstülpte. "Wohlan!", sagte Karl-Theodor, streckte seine Arme nach oben, nahm einen Schritt Anlauf, trat mit viel Schwung auf die Reling des kleinen Bootes zu und sprang dann kopfüber von Board.
Mit einem lautem Platschen versank der adelige Minister wie ein Stein im ölig trüben Wasser. Die Matrosen der deutschen Marine blickten ihm hinterher, aber als nach mehr als zehn Minuten immer noch keine Spur von zu Guttenberg war, stellten sie die Suche ein und fuhren zum Schiff zurück.
~FoRTsEtzUNg fOLgT~
Labels: Karl-Theodor Ingrid Waldemar Hugo Schnuffi Adelbert Schnitzel von und zu Guttenberg














1 Comments:
Hab gewusst, was passieren würde, als Guttenberg und Öl zusammen genannt wurden. Na, schauen wir doch mal, was sein Haupthaar zu leisten vermag...
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