Von prophet am Freitag, Juni 18, 2010 um 23:25

Schlechte Comics

Das in meinen Augen größte Problem von Superheldencomics (das gilt sowohl für DC, Marvel, 2000AD, Dark Horse, sie alle) sind nicht etwa die grellbunten Spandex-Kostüme, die doofen Dialoge oder die komplett sinnfreien Crossover (Batman vs. Judge Dredd, was denken die sich nur dabei), sondern vielmehr die Methoden, mit denen Franchises, die erfolgreich laufen, am Leben gehalten werden - im wahrsten Sinne des Wortes. Es gibt da vier handelsübliche Möglichkeiten, die bekanntesten, bestverkauften Charaktere jede noch so dramatische und gewalttätige Storyline überstehen zu lassen:

A) Der Charakter ist auf normalem Wege sowieso unverwundbar und kann eigentlich gar nicht getötet werden. (Beispiele: Superman, Thor, Dr. Doom irgendwie, Galactus, Darkseid)
B) Der Charakter ist zwar verwundbar, regeneriert sich aber selbst bei extremsten Zerstückelungen so schnell, dass er zwar sterben müsste, aber dann einfach sofort wieder zusammenwächst und weitermacht und somit praktisch nicht zu töten ist. (Beispiele: Wolverine / Deadpool, Lobo, Hulk)
C) Der Charakter ist sterblich und kann verletzt werden, was auch passiert, aber er überlebt absolut letale Verletzungen um diese dann im nächsten Heft nicht mehr zu haben. (Beispiele: Batman, Judge Dredd, Iron Man, Spiderman, der Punisher)
D) Der Charakter ist tatsächlich tot, ersteht aber aus Gründen, die sich die Schreiberlinge aus dem Arsch ziehen, wieder auf. (Beispiele: Tony Stark macht EIN BACKUP SEINES GEHIRNS, das er dann wieder einspielt ("Stark Disassembled"); Superman diverse Male ; Batman stirbt aber REIST WEGEN MAGIE ODER SO DURCH DIE ZEIT bis er in die Gegenwart zurückkehrt ("The Return of Bruce Wayne") - ich denke mir diesen Bullshit nicht aus!)

Manche Figuren (Batman!) haben auch mehrere Serien gleichzeitig laufen, so dass sie der einen Serie leben, während sie in der anderen grade vorübergehend tot sind. Ich weiß nicht welche dieser Methoden ich am schlimmsten finde, aber das Regenerieren und die absurden Wiederbelebungen werten für mich jede Story ganz enorm ab. Wenn man realisiert, dass das auch heute noch Gang und Gebe ist, wird es umso bemerkenswerter, wenn man daran denkt, dass Watchmen bereits 1986 dieses Klischee über den Haufen geworfen hat. Genau wegen so schäbigen Tricks wie diesen haben Comics immer noch einen schlechten Ruf und ziehen so großartige Werke wie Transmetropolitan mit herunter. Comics sind wie so vieles anderes, nur vielleicht in noch extremerem Maße: Man muss erstmal durch die Scheisse waten, bis man die Perlen findet.

1 Comments:

Blogger mys sagte...

Ich hab nichts gegen die ganzen Wiederbelebungen. Das darf man halt nicht soooo ernst nehmen.

19.06.2010 17:46:00  

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