Chugga Chugga Chugga
Vektor - Black Future [2009] [♫]Vektor aus Arizona spielen genau das, was ich hören will. Man nehme Toxic Holocaust, mische die mit dem technischen Gefrickel eines Bonded By Blood und den Tempo- und Stimmungswechseln, die Death auf Human demonstriert haben, und man hat einen ungefähren Eindruck davon, wie wahnsinnig gut dieser Technical Progressive Thrash Irgendwas Metal ist. Was dieses Debüt wirklich auszeichnet ist, dass ich es mir bemerkenswert oft anhören kann, ohne mich zu langweilen. Das liegt jedoch weniger am leicht monotonen Gekeife von Frontmann DiSanto als vielmehr am beeindruckenden Portfolio, das die Instrumentalisten abliefern. Das Rad erfinden Vektor zu keinem Zeitpunkt neu, vielmehr bieten sie das Optimum dieser jungen Welle an Oldschool Thrash Metal. Ich bin zutiefst begeistert und empfehle Genrefreunden bedingungslos.
Skeletonwitch - Breathing The Fire [2009] [♫]Selbes Jahr, selbes Genre, vielleicht weniger kompliziert. Ein Vergleich ist leider unumgänglich. Skeletonwitch aus Ohio sind ungleich erfolgreicher als Vektor, was meiner Ansicht nach daran liegen dürfte, dass es sie mit ihren drei Alben schon länger gibt. Inhaltlich, so meine Meinung, sind sie sicherlich nicht schlecht, kommen aber nicht an die Vitalität heran, die andere Bands aus dem selben Umfeld bieten. Einzelne Lieder der Amis lassen an diesen Melodic Death Metal denken, den man in Skandinavien spielt. Um auf Black Future zurück zu kommen: Dieses Album langweilt mich schneller. Sicher bleibt manches Riff hängen und sie beherrschen ihr Handwerk, aber mir fehlt noch der letzte Schritt, der zu einem wirklichen Knaller nötig wäre. Definitiv hörbar, aber leider austauschbar.
Amon Tobin - Supermodified [2000] [♫]Irgendwo zwischen Electro, Dubstep, Drum and Bass, Ambient und Breakbeat mischt Amon Tobin aus Brasilien seine Musik zusammen. Bekannt ist er mir aus dem soliden Soundtrack, den er für Splinter Cell 3 gemacht hat. Samples seines 2000er Outputs Supermodified kommen mir seltsam vertraut vor, sicherlich aus der Hintergrundmusik verschiedener TV-Serien (Yes you, Top Gear). Tanzmusik ist das sicher nicht, dafür könnte "Natureland" in jeder Hotel-Lounge abgespielt werden und bis auf das missratene Precursor sind alle Lieder von einem gewissen, leichten Flow geprägt. Kreativität in seinen Mischungen lässt sich Herrn Tobin nicht absprechen. Keine so dringliche Empfehlung wie Deadmau5 neulich, aber sicher eine elektronische Abwechslung zum üblichen Trve Grim Kvlt Metal.
Nocturnus - The Key [1990] [♫]Wer die neuesten CDs dieser Band hört, denkt, es handelt sich um Jungspunde, die den Prog Death Metal der späten Neunziger kopieren wollen. Tatsächlich haben Nocturnus aus (man hört es raus) Florida um Morbid Angel Sänger/Drummer Mike Browning das Genre in seiner Frühzeit entscheidend mit geprägt. Ihrer Zeit voraus waren sie, als sie 1990 als vielleicht erste Death Metal Band Keyboards einsetzten - nicht für glamouröse Duelle mit den Gitarren, wie Children of Bodom es in die Kinderzimmer der Welt getragen haben, sondern um Atmosphäre zu schaffen. Der Plan geht auf, und so bekommt der Florida Death Metal Sound durch die Synthies eine ganz neue Dimension, passend dazu ihre SciFi-Lyrics. Dieses großartige Album müsste in der Musikgeschichte einen viel höheren Status genießen. Empfehlung.
Auch gehört, hier nicht genauer aufgeführt, aber der Vollständigkeit halber erwähnt: Dark Angel, Cavity, 2Pac, Voivod und der erste Song von The Sword ihrer neuen LP. Die "kenn ich nicht, find ich scheisse" Kommentare sind erneut freigegeben.















3 Comments:
Hey, wie praktisch gleich mit Musiklink. Fällt mir das erst heute auf?
Ja. Seit ich über Musik fast ausschließlich in diesem Format schreibe, und das geht schon eine ganze Weile so, habe ich neben dem Albumnamen und dem Jahr des Releases immer die Note mit nem Link zu Youtube o.ä. versehen.
Oops pardon, da war ich wohl reizüberflutet. ;-)
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