Down on the Street
Das wunderlich vorherrschende Thema in allen Nachrichten ist immer noch Google Street View, auf allen Titelseiten kocht die Diskussion, sprechen sich Leute dafür und dagegen aus. Die einen sagen "ist mir egal", die anderen fühlen sich beobachtet und ihre Privatsphäre bedroht (das sind entweder alte Menschen oder junge Frauen, die Photos von sich und ihren Freundinnen auf Facebook hochladen). Mich selbst wundert es, dass die Aufnahmen eine solche Kontroverse hervorrufen. Da Googles Kameras (bisher) auf Autos geschnallt sind, können sie nur alle Dinge aufnehmen, die von öffentlichen Straßen aus ersichtlich sind. Somit ist nichts zu sehen, was nicht auch außerhalb des Internets, in dieser "echten Welt", von der man so viel hört, den ganzen Tag für jeden Passanten zu sehen ist. Wer sein Haus aus Gold oder seine Garage voller Raketenautos verstecken möchte, sollte lieber Büsche pflanzen als gegen Street View protestieren - dann hilft der Schutz nämlich auch über ein Bild im Internet hinaus. Wer sich aufregt, dass Google Street View ihn dabei aufgenommen hat, wie er sich öffentlich am Sack kratzt, sollte vielleicht darüber nachdenken, sich nicht mehr in der Öffentlichkeit den Sack zu kratzen. Oder zumindest vorher nach Frauen, kleinen Kindern und Google Autos Ausschau zu halten.Ich persönlich bin in der Tat für Google Street View. Ich möchte das haben. Zum einen ist es nichts anderes als ein Atlas, angepasst auf die Möglichkeiten des 21ten Jahrhunderts. Zum anderen möchte ich in der Lage sein, über das Internet rauszufinden, wie das Gebäude aussieht, das ich suche. So muss ich nicht mehr nach Hausnummern gucken oder mich an Straßenkarten orientieren, sondern weiß, dass ich das große blaue Haus mit dem Bären darin suche.
Und außerdem: Ich bin jemand, der in seinem Leben noch nie in den Urlaub gefahren ist. Noch nie. Das da oben auf dem Bild zu diesem Text ist eine Bundesstraße irgendwie in Kansas, USA. Jetzt kann ich, der ich noch nie in Kansas war, trotzdem wissen, dass es dort, erwartungskonform, auch nicht viel anders aussieht als hier und ich mir die Reise sparen kann. Und dieses Wissen finde ich wertvoll, denn sonst wäre es mir nur über das Fernsehen und vereinzelte Photos in Büchern und im Internet zugänglich.
Down on the street, where the faces shine. Floatin' around, i'm a real low mind.














7 Comments:
Haha... Nee, wer will schon nach Kansas. Aber ich auch: Street View. Gefällt mir.
verstehe den rummel auch nicht. in anderen ländern gibts street view schon eine gefühlte ewigkeit und man hört gar nix von den schlimmen folgen davon.
is wahrscheinlich immernoch sommerloch.
ach, und außerdem... klick!. ;-)
Diese Diskussion habe ich auch gar nicht erst mit den Augenwinkeln beachtet. Irgendwas brauchen die Leute aber anscheinend immer, über das sie sich aufregen können - immer irgendwas triviales.
Ich versteh' den Aufstand auch nicht. Da wäre ja Maps sogar schlimmer, damit kann man ja anderen Leuten (theoretisch) in den Garten schauen O.o xD
Außerdem: Wenn 'n Einbrecher in ein Haus will, guckt der sich das bestimmt nicht im Internet an, sondern stellt sich einfach davor.
Btw: Wenn du das große blaue Haus mit dem Bären gefunden hast, sag bescheid ;)
Und genau so wie Du seh ich das auch.
Streetview ist eben ein Sommerlochersatzthema.
Genug von Öl, Krieg, Hunger und Überschwemmungen.
Lass uns lieber schwachsinnlos über so nen Scheiss nachdenken.
Versteh ich schon auch...
Wesentlich stressfreier.
In diesem Sinne. Schöne Ferien.
Gruesse
Sacha
Ich möchte auch gerne wissen, wo der Bär wohnt, dann käme ich ihn besuchen.
Du warst wirklich noch nie in Urlaub bzw. im Ausland? Wow! Aber wenn Dir jemand einfach mal eben viel Geld schenken würde, würdest Du dann auch nicht verreisen wollen?
@Darth Puma: Im Ausland war ich schonmal, aber nie freiwillig, immer nur auf Schulausflügen oder betrieblichen Fahrten zu Kunden. Dazu zählen für mich auch andere Bundesländer.
Aber wenn Dir jemand einfach mal eben viel Geld schenken würde würde ich es infrastrukturell investieren, also in Geräte, Reparaturen, etc. - oder es einfach sparen, man weiß ja nie.
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