Ein Ohr riskieren
Doomriders - Darkness Come Alive [2010] [♫]Konnte das, was ich vom Debüt "Black Thunder" hörte, mich noch nicht voll überzeugen, macht die zweite richtige LP einen riesigen Schritt vorwärts. Die Herrn aus Boston spielen irgendetwas zwischen Doom Metal und Hardcore, was per definitionem Sludge heißt, aber sich mehr wie Stoner Rock und Heavy Metal anhört. Nicht so fröhlich und poppig wie Torche, dabei rockiger als etwa Howl, findet sich auf dem neuen Album kein einziger schwacher Song, auch wenn der Über-Hit ausbleibt. Dank genügend Abwechslung, super Produktion mit kräftigem Sound und der richtigen Mischung aus Heavyness und Dynamik ist dieses Album für mich die größte positive Überraschung der letzten Monate. Tipp sowohl für die, die schon alles von den Vergleichsbands kennen, als auch für Einsteiger in die Musik. Gefällt mir sehr gut.
Hellhammer - Satanic Rites [1983] [♫]Avant-garde heißt 'seiner Zeit voraus'. Diese Aufnahmen sind das, was Death Metal und Black Metal geprägt hat. Als die Schweizer, die später Celtic Frost ausmachen würden, ihre Demos veröffentlichten, hatten Metallica grade Dave Mustaine rausgeworfen. Sicher gab es laute, schnelle Musik, aber, von Venom einmal abgesehen nichts, das ansatzweise so böse war wie dieses stumpfe, düstere und harte Gewummere. Der Einfluss, den Hellhammer dabei auf nachfolgende Generationen von Bands ausübten ist enorm, nicht umsonst zollen selbst Titanen wie Napalm Death den Altmeistern Tribut. Vor allem Messiah ist so prägnant und auf den Punkt, dass es ein zeitloser Klassiker des Genres ist und auch heute noch harscher ist als viele zeitgenössische Songs. Ein Stück musikalische Allgemeinbildung - Wer ccchat's erfundn?
Discharge - Hear nothing See nothing Say nothing [1982] [♫]Das nächste Stück Allgemeinbildung. Bands wie Anthrax nahmen ihre Inspiration nicht nur aus dem englischen Heavy Metal, sondern auch aus dem amerikanischen wie englischen Hardcore Punk. Discharge und Kollegen entfernten sich zu diesem Zeitpunkt immer mehr von dem Sound, den Bands wie die Sex Pistols Ende der 70er prägten und spielten schneller, verzerrter, dreckiger und wütender auf als alles vorherige, in Ton wie in Text. Den Einfluss, den die Punks aus Staffordshire auf Metal wie Punk (Crust ist das Stichwort) ausübten, ist enorm und auch nach 28 Jahren wischt Hear Nothing... noch den Boden mit all dem kommerziellen Pop Rock Dreck, der heutzutage als Punk an die Jugendlichen vermarktet wird. Ein zeitloses Album, das seinen Status mehr als verdient.
Sons Of Alpha Centauri & Treasure Cat - Last Day Of Summer [2009] [♫]Das Konzept ist leider nicht ganz neu, denn Karma to Burn hat es schon vorgemacht: Stoner Rocker, instrumental gespielt. Ich war ein wenig skeptisch, schließlich mangelt es dieser Musik zumeist ein wenig an Ecken und Kanten, um auf Dauer und ohne jeden Gesang interessant zu sein. In der Tat kann ich mir die Kollaboration der Sons of Alpha Centauri mit Herrn Treasure Cat nicht allzu oft anhören, denn es nutzt sich bei mehrfachem Hören schnell ab, nach der Hälfte der Dauer hat man bereits alles gehört. Wer sich den ganzen Tag solche Musik anhören kann, sollte unbedingt mal ein Ohr riskieren, ansonsten ist mehr als einmal durchhören nicht wirklich dringlich. Wer instrumentale Rockmusik möchte und von Post-Rock einschläft, ist vermutlich genau richtig.
Ebenfalls gerne gehört: Ganz viel Bathory, Depeche Mode (nein wirklich), Nuclear Assault, Napalm Death.














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