Eigenverschuldet
Wie überall zu lesen sind die amerikanischen Midterm-Elections vorbei und wie zuvor von den Medien entschieden wurde es zur Schlappe für die Demokraten. Vertreter der sog. Tea Party Bewegung finden sich nun auch im amerikanischen Kongress wieder, was das blind-wütende Sammelsurium an rechtskonservativen, christlich übermotivierten, geistlosen und von ihren Anpeitschern aus den Medien vorangetriebenen Hillbilly Redneck KKK Spacken auf ein ganz neues Niveau hebt, als es die Proteste mit Pappschildern bisher vermochten. Auch wenn Amerikas wirtschaftlich stärkster und kulturell schlimmster Staat Kalifornien nun von einem Demokraten regiert wird, der sogar Sachkompetenz mitzubringen vermag, mit den Ergebnissen dieser Wahl wird jegliche Handlung für Obama und seine Administration zur Qual, denn die spinnerte Rechte wird alles daran setzen, jede Handlung zu unterbinden und so destruktiv wie möglich zu handeln. Sprach der Ex-Messias heute noch davon, dass sich die Politik in diesen Zeiten auf Gemeinsamkeiten statt auf Unterschiede konzentrieren müsse, wird er morgen merken müssen, dass dies zwar ein sinniger Vorschlag ist, um überhaupt noch eine Handlungsfähigkeit zu schaffen, es in der Realität aber so aussehen wird, dass die Tagespolitik noch absurder, überdrehter und aggressiver werden wird, als es eh schon der Fall ist. Den einzigen, denen damit gedient ist, ist die Presse und die schmale aber mächtige Schicht der Superreichen, die versuchen werden, die unter Bush erlassenen Steuererleichterungen so lange wie möglich aufrecht zu erhalten. Alle anderen Amerikaner bekommen nichts anderes als eine Regierung mit gebundenen Händen und eine Opposition, die Gift und Galle speit gegen Aufklärung und Fortschritt.Was ich bis jetzt nicht verstehe ist, warum sich amerikanische Bürger nicht dem in meinen Augen katastrophalen Zwei-Parteien-System entziehen und für eine der anderen Parteien (zum Beispiel die amerikanischen Grünen) stimmen, die noch nicht von dritten Interessen und Lobbyismus zerfressen scheinen.
Ob die amerikanische Politik (die ja nunmal leider auch immer Einflüsse auf den Rest der Welt hat) nun noch unvernünftiger werden wird, ist nicht die Frage, sondern vielmehr, wie viel Schaden langfristig aus diesen Wahlen entsteht. Vielleicht wird ja bald die Evolution komplett aus deren Schulen verschwinden. Für einen - sehr - kurzen Moment weiß man deutsche Politik plötzlich zu schätzen.














7 Comments:
Thumbs up. Also nicht für das Ergebnis aber für diese Analyse.
Einen Schritt vor, zwei zurück.
Sowohl Republikaner als auch Demokraten lassen keine Gelegenheit aus den Wählern klar zu machen das jede Stimme für eine Drittpartei eine verschenkte Stimme ist. Tja, und die Wähler, die glauben das halt weil es Amerikaner sind und das Fernsehen niemals lügt!
Ich hab das Gedöns kaum mehr verfolgt, muss aber auch immer wieder darüber staunen, dass es viel mehr um Wählerstimmen als um das Vorankommen des Landes zu gehen scheint. Schon deswegen wird's natürlich keine gemeinsame Politik geben, sondern immer nur Herumgezetere. Ob da ein Mehrparteiensystem was nutzen würde? Ich glaub's ja nicht, denn irgendwie ist mir schon die amerikanische Mentalität so unverständlich wie sie mir ein rotes Tuch ist.
Maak hats geschrieben. Das Fernsehen ist schuld. Noch dazu scheinen die Drittparteien keine Identifikationsfiguren zu haben.
They took our jobs!!!
Die sind mindestens genauso rückständig, wie Islam-Fundamentalisten.
das 2-parteien-system ist in amerika fest in der politischen kultur und im system verankert. im wesentlichen besteht es seit der gründung der staaten, auch wenn sich die programmatik der parteien quasi vertauscht hat bis heute. deswegen werden andere parteien wohl erst dann wirklich einzug in das system finden, wenn das system tatsächlich verfassungsrechtlich geändert wird (auch, wenn es eigentlich gar nicht nötig wäre).
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