Von prophet am Mittwoch, April 28, 2010 um 21:16

Neues aus Ohra-Ohra

The Ocean - Heliocentric [2010] []
Große Hoffnungen lagen auf diesem Album! Nachdem das 2007er Precambrian und das 2009er Rerelease von Fluxion wirklich großartig waren, schaltet das deutsche Sludge-Doom-Prog Kollektiv auf "Heliocentric" einen Gang zurück und sucht hellere Gefilde auf. Vor allem der klare Gesang des neuen Sängers tut sein übriges, diesem Album das selbe anzutun, was schon Crack the Skye verdarb: Zu progressiv und tiefsinnig wollen sie sein und werden viel eher poppig - Tiefpunkt ist die Ballade "Ptolemy Was Wrong". Dabei gibt es immer noch gute Songs wie "Firmament", die genug Schwerkraft aufbringen, um dem Namen "The Ocean" gerecht zu werden. Ein sehr durchwachsenes Album, wenn auch mit interessanter Thematik - ich warte gespannt auf das im Herbst kommende, als heftigeres Gegenstück angekündigte Anthropocentric.


Lair of the Minotaur - Evil Power [2010] []
Progressiv, intellektuell, anspruchsvoll: Genau diesen Weg ging das Trio aus Chicago mit seinem ultra-dreckigen Sludge-Gewalze noch nie und daran ändert sich auch auf "Evil Power" überhaupt nichts. Dabei ist das ganze Album sehr punkig und teilweise schon gutlaunig ausgefallen - in meinen Augen sind genau diese Songs ("Evil Power", "We Are Hades") die schwächsten der CD. Unterm Strich sind jedoch wieder so viele gemeine, schmutzige und stumpfe Klopper dabei, dass es mir doch gefällt. "Metal Titans" oder "Blood From the Witch's Vein" fügen sich super in ihren Katalog ein, auch wenn sie leider nicht an "Carnage" oder gar "The Ultimate Destroyer" rankommen. Dieses Album ist schmissig, stumpf, primitiv und dreckig und weil es genau das sein will ist es ein Erfolg. Und vor allem: Man hört, wie die Herren an ihrer Musik Spaß haben.


High On Fire - Snakes for the Divine [2010] []
Irgendetwas fehlte High On Fire immer, um in die höchsten Sphären meiner Gunst aufzusteigen. Jetzt weiß ich, was es war: Dieses Album. Die Altmeister des Stoner Metal liefern die vielleicht besten Riffs ihrer Karriere ab und drücken vor allem zu Beginn der Scheibe dem Hörer einen tollen Song nach dem anderen ins Gesicht. Sowohl der Titeltrack als auch Frost Hammer sind absolute Dauerbrenner, weil High On Fire ihre Stärken ausspielen und mit dicker Hose ihrem schwergewichtigen Sound samt massivem Getrommel und bulligen Gitarren Schwung verleihen. Nehmen sie dann den Fuß vom Gas, könnte man die Musik ausdrucken und ins Lehrbuch unter "Groove" schreiben. Auch wenn ich immmer noch leichte Probleme mit der Monotonität im Gegröhle von Matt Pike habe - dieses Album ist ganz großes Kino.


Auch gerne gehört: Stylo, Run For Your Life und Messiah.
Vorschläge für blöde Wortspiele zum Thema Musik gerne in die Kommentare, mir gehen die Überschriften aus.

Von prophet am Dienstag, April 27, 2010 um 19:56

Opera 10.52

Bis Version 10.10 war Opera für mich unangefochten der beste Browser der Welt. Schnell, komfortabel as FUCK und voll nützlicher Funktionen out of the box, auch wenn ich Unite weiterhin für Unfug halte. Dann releasten die Herren aus Norwegen die 10.50er, die viel verschlimmerte, Opera langsamer machte und diverse Darstellungsprobleme, auch bei populären Seiten verursachte. Auf der Arbeit benutze ich Firefox und war mit diesem eigentlich sehr zufrieden. Operas Monopolstellung in meiner Gunst geriet ins Schwanken. Seit heute Mittag ist die 10.52er raus, die nun endlich wieder ein Schritt in die richtige Richtung zu sein scheint. Das Youtube-Problem ist gefixt, der Tabwechsel erscheint mir zügiger und einige bisherige Mini-Probleme traten bisher noch nicht auf. Wenn sie nun weiter fixen statt Features zu erfinden, ist ihr Browser wieder auf Kurs.

Von prophet am Freitag, April 23, 2010 um 22:29

Jubiläum und Zensur

Ach South Park. Einerseits Nostalgie, wenn man sich an die Folgen der ersten Staffeln zurück erinnert (Elephant und Schwein machen Liebe; Mr. Hanky; "Hallo Kinder" "Hallo Chefkoch!"; der hungrige Hugo (gott ist das lange her)), andererseits immer noch aktuell und im Gegensatz zu den Simpsons, auch wenn die schon weit länger laufen, ist South Park immer noch lustig und immer noch zeitgemäß.
Und auch wenn es irgendwie peinlich ist, dass eine nachgewachsene Generation von pickeligen Zahnspangenträgern sich heutzutage die South Park Poster in die Kinderzimmer hängt und es irgendwie cool findet, dass die in der Sendung so viele böse Wörter benutzen, ich kann nicht verleumden, die Show immer noch zu mögen. Natürlich hatten sie auch eine Menge schwacher Folgen, aber die Serie ist immer noch lebendig, immer noch so rotzig wie früher und (manchmal) immer noch so lustig. Tatsächlich hat man, wenn man Stan, Kyle, Cartman und Kenny sieht, ein bisschen das Gefühl, als würde man alte Freunde treffen.

So hatte South Park in der letzten Woche ein Jubiläum mit der 200sten regulären Folge, betitelt "200". So großartig und over-the-top, dass ich sie nicht zerspoilern werde - bis auf eine Sache. Tragendes Element eines Handlungstranges ist Muhammed, also, DER Muhammed und dessen Unantastbarkeit durch die Medien in den letzten Jahren. South Park hatte ihn bereits in der "Super Best Friends"-Folge dargestellt - das war, bevor man bei dem Wort "Terrorismus" sofort Bilder von Arabern im Fernsehen gezeigt bekam. Nun also, neun Jahre später in Folge Nummer zweihundert, wird Muhammed als schwarzer "CENSORED"-Balken dargestellt. Wie Matt Stone es formulierte: "Something that was OK is now not OK, and that's just fucked up.".
Diese Woche erschien Folge 201, die die Handlung von 200 abschloss. Muhammed war weiterhin als schwarzer Balken zu sehen - doch das schien nicht zu reichen, denn Comedy Central piepte nun sogar jedes einzelne Mal seinen Namen aus. Damit nicht genug: Am Ende gibt es aus Traditionsbewusstsein die "I learned something today"-Rede von Kyle, die dann von Jesus und dem Weihnachtsmann ergänzt wird. Die gesamte Rede wurde von Comedy Central ausgepiept. Laut Aussage von Stone und Parker kam Muhammed darin nicht einmal vor, stattdessen ginge es um Einschüchterung und Angst. Die Episode darf zudem im Original nicht ausgestrahlt werden, auch nicht im Internet.

Der Sender tut damit genau das, was die Show anprangert: Es ist ok, sich über alle Religionen der Welt lustig zu machen, nur der Islam, den darf man nicht auf die Schippe nehmen, weil dann Spinner in Bettlaken mit Sprengstoff kommen und blutige Vergeltung ausüben. Also gibt man den Drohungen einiger Extremisten nach und zensiert lieber alles, was auch nur ansatzweise als anstößig empfunden werden könnte.
Ich weiß nicht, was erst passieren muss, ob der Islam mit seinem Gedankengut endlich erwachsen werden muss, oder ob der Westen sich zuerst trauen muss, sich über die Angst hinwegzusetzen. So oder so ist es ein bemerkenswertes Sinnbild für den Sachverhalt, grade, weil die Sendung genau diesen Umstand als schwachsinnig verurteilt, und das, so finde ich, zu Recht. Von dieser Farce abgesehen ist sowohl 200 als auch 201 schlichtweg fantastisch.

Von prophet am Mittwoch, April 21, 2010 um 18:59

Solange

Als Privatmensch, der ab und an mal ein wenig in Word schreibt, merkt man es gar nicht. Aber wenn man zu kommerziellen Zwecken Dokumente verfasst, die andere Menschen dazu bewegen sollen, tausende von Euro auszugeben, dann muss man doch feststellen, dass Microsoft Office seinem Konkurrenten OpenOffice leider noch voraus ist. Das, wo OpenOffice nämlich nicht mithalten kann, ist die schmerzfreie Integration der Inhalte des einen Programms in das andere. Solange OO dies nicht auch leisten kann, wird es sich auch leider noch nicht als gleichwertige Alternative für Produktivumgebungen durchsetzen können, so wünschenswert es wäre. Das selbe gilt für GIMP, das beschissendst zu bedienende Programm der Welt und im großen Maßstab auch für Linux-Distributionen mit Desktop-Absichten. Solange es nicht genau so einfach ist wie der Microsoft-Kram wird das nichts mit dem Marktanteil.

Von prophet am Samstag, April 17, 2010 um 16:05

Asche über ihr Haupt

Wegen dieser von der ARD so über alle Sinnhaftigkeit hinaus dokumentierten und diskutierten Aschewolke aus isländischen Vulkanen war der europäische Luftraum nicht passierbar - das gilt nicht nur für die normalen Passagiere, sondern auch für Bundeswehr-Soldaten, die verletzt aus Afghanistan gebracht werden. Es reichte wohl nicht, dass sie verwundet wurden und nun nicht nach Hause können, sie mussten sich auch noch von einem Mitgefühl heuchelnden zu Guttenberg belästigen lassen. Täte es ihm wirklich Leid, würde er sich dafür einsetzen, so viele Soldaten wie möglich abzuziehen. Die einzigen, die von der Aschewolke profitieren, sind Waschanlagen ("Mein Auto ist schmutzig? Island-Staub!") und Dr. Peter Ramsauer, unser Bundesverkehrsminister, der endlich mal ins Fernsehen darf. Hättet ihr ihn erkannt, wenn ihr ihn sehen würdet? Ich nicht!
Auch unsere Kanzlerin (und ihr Buschmann?) konnte nicht in Berlin landen und fährt nun von Portugal aus nach Deutschland zurück. Nicht, dass ihre Abwesendheit tatsächlich relevant wäre. Ich behaupte ja, ihre Rückfahrt wäre gutes Material für einen Film. Ein auf wahren Begebenheiten basierender Road-Movie quasi, das davon erzählt, wie Frau Doktor Merkel durch Europa reist, Länder und Menschen kennen lernt, Abenteuer erlebt, aus ihren Erlebnissen lernt, über sich selbst nachdenkt und als besserer Mensch in den Bundestag zurückkehrt. Mit Christoph Waltz als ihr Chauffeur. Oscar für den besten ausländischen Film, wir kommen!

Vielleicht sollten wir die Gelegenheit auch nutzen. Mudder Merkel ist irgendwo in Italien, Guddi hockt in Istanbul und für Guido und Horst Seehofer finden wir bestimmt auch noch kurzfristig ein Reiseziel. Die Mongolei soll schön sein. Wenn die vier erstmal weg sind, hat Deutschland kurzfristig Gelegenheit, sinnvolle Politik zu machen.

Von prophet am Montag, April 12, 2010 um 19:12

Meine Interpretation von DUNE

Nachdem ich nun Frank Herberts Lebenswerk DUNE im Original durchgelesen habe, was sich als anstrengender als erwartet herausstellte und da es scheinbar wie bei jedem Buch den Bedarf gibt, Dinge hinein zu interpretieren, die nicht drin stehen, hier meine Interpretation dessen, worum es in DUNE wirklich geht. Der Weltraum und die Zukunft und der Sand sind nämlich nur Fassade. In Wahrheit geht es um etwas, das mir sehr am Herzen liegt.

In DUNE geht es um Arbeit beziehungsweise um Arbeitslosigkeit. Der Planet Arrakis steht dabei Sinnbildlich für die Arbeitswelt: ein weiter, öder, trostloser Ort, der seine Bewohner umbringt, wenn sie nicht sehr umsichtig und sparsam leben und irgendwie die extremen Anstrengungen aufbringen können, sie zum Überleben nötig sind. Und obwohl dieser Ort so grausam, brutal und lebensfeindlich ist, blickt doch das ganze Universum auf Arrakis, vor allem die großen Häuser, die Konzerne, die den Planeten für sich beanspruchen. Microsoft. Harkonnen. Google. Das lebenswichtige Wasser, das man sich auf dem Wüstenplaneten unbedingt konservieren muss, ist dabei eine Metapher auf Zeit: Eine Festanstellung entzieht einem Menschen seine Lebenszeit - Wasser / Zeit ist somit ein knappes, wertvolles Gut auf Arrakis / auf Arbeit.
Paul Atreides kommt aus einer Welt, die fernab der Arbeitswelt liegt, eine Welt wo es viel Wasser / Zeit gibt, der wundervolle Planet der Arbeitslosigkeit, Caladan. Stammeshäuptling Stilgar kann es gar nicht glauben, dass man Nachmittags erst aufstehen kann, dass Wasser vom Himmel fällt. Dass man Zeit auch für Dinge aufwendet, für die man in der Arbeitswelt nichts über hätte - Muad'Dib, he gives water to the dead. Die Fremen sollen Menschen darstellen, die in die Arbeitswelt hineingeboren sind und sich so eingelebt haben, dass sie dort hocheffizient überleben.
Doch die Metaphern enden dort nicht. He who controls the spice controls the universe. Wofür, wenn nicht für Geld, steht die Droge, die die Augen färbt - ob blau wie im Buch oder grün wie der Neid, beides kann man an den Augen ablesen. Wer Geld bzw. Spice besitzt, besitzt Macht. Das Spice entsteht durch die Würmer, makers, riesige, grässliche Monster, eine treffende Metapher für die Chefs dieser Welt, Westerwelles Leistungsträger, denn von ihnen beziehen wir das Geld, für das wir uns in die Dünen der Arbeitswelt schleifen. Weiß man mit ihnen umzugehen, kann man sie steuern - doch zumeist stellen die gigantischen Kreaturen eine Gefahr für jedes Leben dar. So lebt man im Schatten der Arbeitgeberwürmer, in der ständigen Gefahr, ihre Aufmerksamkeit zu erregen.
Dann gibt es die Navigatoren-Gilde. Ohne sie ist jede Reise durch den Weltraum, also das Leben, unmöglich, doch ohne das Spice / das Geld bricht das ganze System zusammen. Diese Menschen sind von ihrer Droge so abhängig, dass deren Nebenwirkungen sie zu unmenschlichen Zerrbildern verwischen.
Die Handlung des ersten Dune-Romans ist einfach erklärt: Der Junge, der der Auserwählte ist, der aus der Welt der Arbeitslosigkeit und des Überflusses kommt, ist in der Arbeits-Welt gefangen und führt die arbeitende Bevölkerung zum Aufstand gegen die Geschäftsführer des Universums, um dann deren Thron zu beanspruchen. So sieht es doch aus.

Die Botschaft des Buches ist somit: Entweder du bist der Auserwählte einer uralten Prophezeihung oder die wüste Welt der Arbeit wird dich umbringen! Eine Aussage literarischer Form, der ich endlich einmal zustimmen kann.


Random Fun Fact: Sucht man bei Google Bilder nach "Children of Dune", findet man "iraqi kids.jpg". Fand ich schon lustig.

Von prophet am Sonntag, April 11, 2010 um 10:42

Wer nicht hören will

Overkill - Ironbound [2010] []
Dass ich auf diesen altmodischen Thrash Metal stehe, den die 80er hervorbrachten, ist kein Geheimnis. Dennoch konnte ich mich nie mit Overkill anfreunden, irgendwie hat es nicht sein sollen - und dann, 25 Jahre nach ihrem Debütalbum, bringen sie "Ironbound" raus und hauen mich damit vom Hocker. Vielleicht war es nur meine niedrige Erwartungshaltung ("Ironbound? Klingt kitschig!"), denn originell sind die Herren aus New Jersey auf ihrem 15ten Studio-Album sicher nicht. Aber durch schlichtweg gutes Songwriting, viel Biss, prägnante Riffs, eine tolle Produktion und durch die Abwesendheit auch nur eines einzigen schlechten Songs liefern Overkill wohl meine bisher positivste Überraschung des Musik-Jahres 2010 ab. Hut ab. Dringliche Empfehlung an alle Alt-Thrasher und solche, die es werden wollen.


Lustmord - Heresy [1990] []
Lustmord? Den kenn ich doch! Der hat doch mal dieses Album mit den Melvins gemacht! Tatsächlich stellt sich das 1990er "Heresy" als bisheriges Highlight meiner Dark Ambient Experimente heraus. Dabei ist es schwierig zu definieren, warum. Der Herr Williams bietet nämlich genau das, was das gesamte Genre versucht: Die Vertonung der Farbe Dunkelgrau. Das, was man "Klanglandschaften" nennt. Hintergrundmusik eigentlich. Düsteres Brummen und Surren, ohne Rythmus, Strophen oder Melodien. Es geht mehr um Klang als um Musik. Und auch wenn hier die selben Zutaten wie bei allen anderen Alben des Genres zusammen brodeln: Irgendwie schafft das Projekt Lustmord es, besser zu sein als die anderen. Wie, weiß ich nicht. Aber irgendwie schafft er es und liefert so die Fahrstuhlmusik für den Aufzug in die Hölle. Gefällt.


Zu - Carboniferous [2009] []
Es fällt mir unaussprechlich schwer, jetzt keinen Auf/Zu-Witz zu reißen. Diese drei Italiener (nein, keine Symphonic Power Metal) spielen eine instrumentale Mischung aus Noise Rock und Jazz. Nein wirklich. Ein Schlagzeug, das die Polyrythmik von Meshuggah nachahmt, ein metallisch knarrender Bass und ein verzerrt-quiekendes Saxophon, das eine Gitarre ersetzt. Wer sowas gezielt hört, weiß ich auch nicht. Dabei ist Carboniferous wohl kein schlechtes Album, bedarf jedoch definitiv Eingewöhnungszeit und eines sowieso leicht besonderen Musikgeschmackes. Mein größtes Problem mit diesem Album ist jedoch, dass so entsetzlich wenig davon hängen bleibt. Man behält zwar ein ungefähres Bild des Klanges im Kopf, aber an konkrete Passagen kann ich mich nur schwer erinnern. Nicht so recht meines.


Triptykon - Eparistera Daimones [2010] []
Mein spontaner Gedanke beim ersten Hören: Das klingt irgendwie verdammt nach (dem tollen) Monotheist von den erneut aufgelösten Celtic Frost. Dann hörte ich weiter und fand die Ähnlichkeit schon ein wenig zu dreist. Als ich die Band dann nachschlug, stellte sich raus, dass es sich bei Triptykon tatsächlich um Tom G. Warrior samt Anhang handelt. Der spielt mit diesem Album dort weiter, wo er mit Monotheist aufgehört hat: Harter, schwerer Doom Metal - aber mehr nicht. Boshaft könnte, nein, muss man unterstellen, Herr Warrior würde sich selbst fernab jeglichen Einfallsreichtums kopieren und dem erwähnten Monotheist eine Verlängerung geben. Man hätte Recht. "Eparistera Daimones" ist unterm Strich sicherlich keine schlechte Scheibe, aber irgendwie hat man es alles schonmal gehört. Für's nächste Album bitte was neues.


Ferner liefen:
Axegrinder - Rise Of The Serpent Men [] : Sludge / Crust ohne Druck oder Spannung.
Amebix - Monolith [] : Oldschooliger, dreckiger Crust-Punk mit Anarcho-Attitüde. Cool.
The Ocean - Heliocentric [] : Lange hab ich drauf gewartet. Ich muss es mehr hören, um mir ein finales Urteil bilden zu können. Aktuelle Meinung: Ach Herrje. Schwerer Fall von Crack The Skye-Syndrom. Später mehr dazu.

Von prophet am Freitag, April 09, 2010 um 19:51

Warum nicht Digda

"So, Herr äh..." "Digda!", ergänzte Digda. Das Abra hinter dem Schreibtisch blickte von dem Schreiben auf und blickte Digda an. "Ja, Herr Digda, in der Tat.", sagte das Abra. "Sie möchten sich also bei uns als Vollzeit-Schaufler bewerben. Was können Sie denn für Qualifikationen vorweisen?", fragte das gelbliche Pokemon. "Also äh, den Schaufler kann ich seit meinem 19ten Level und habe ihn schon oft sehr erfolgreich einsetzen können. Außerdem verfüge ich über einen hervorragenden Kratzer, der..." "Nun das ist ja schön und gut, aber haben Sie Referenzen?", fiel das Abra Digda ins Wort. "Sie sind schließlich schon auf Level 31, wie sieht es mit Erfahrungen als Digdri aus?". Digda räusperte sich. "Nunja, wissen Sie, zwischen Level 26 und 28 war ich als Digdri tätig, ja.", stammelte das Boden-Pokemon. "Und?", fragte das Abra bohrend. "Naja also, daraus wurde nichts. Ein Digda, Digda, verließ die Gruppe und ging seiner Rapper-Karriere nach. Das andere Digda, Digda, Sie haben vielleicht davon gehört..." "Jawohl. Mein Beileid.", sagte das Abra emotionslos.
Kurz versank Digda in Erinnerungen. Das Abra blätterte in Digdas schriftlicher Bewerbung und schloss die Mappe schließlich. "Also gut, Herr Digda, das wäre es dann. Wir melden uns dann vielleicht bei Ihnen, aber, wenn ich ehrlich sein soll, sieht das eher schlecht aus.", sprach das Abra. Digda blickte zu dem Psycho-Pokemon auf. "Aber...können Sie mir vielleicht nicht eine Chance geben? Ich bin sicher, wenn Sie mich erst einmal..." "Vielen Dank für Ihr Interesse", sagte das Abra und benutzte Teleport. Digda hockte nun alleine in dem Raum, in den es sich geschaufelt hatte und ließ den Kopf hängen.

Von prophet am Sonntag, April 04, 2010 um 11:28

Die wahre Bedeutung von Ostern

"EIER! Wir brauchen EIER! Dicke, harte EIER! EIER aus TITAN, weil es die EIER von TITANEN sind! TITANENEIER! Saftige, mächtige EIER! Knallharte EIER! Korrosionsbeständige EIER weil sie aus TITAN sind! Vulkanische EIER! TORWARTEIER! Für Elfmeterschießen! Da braucht man EIER! Aus TITAN! EIERTITANEN!", brüllte Oliver Kahn den Text in den Telefonhörer, den er auf einem Poetry Slam vorlesen wollte. Entsetzt hielt sich Erwin Kollschewski, Versicherungsvertreter aus Flensburg, den Hörer vom Ohr weg, da die Stimme der Torhüterlegende in seinen Ohren schmerzte. "Mein Gott - warum erzählen sie mir das?", fragte Erwin mit ehrlichem Grauen. "EIERRRRRRRR!", brüllte Oliver Kahn knurrend, und Erwin legte auf.
Ostern war für ihn immer eine stressige Zeit, da brauchte er nicht auch noch die regelmäßigen Anrufe prominenter Exzentriker, die es irgendwie stets schafften, ausgerechnet bei ihm anzurufen. Woher die seine Nummer (01234/56789) hatten, war ihm schleierhaft. Seufzend wollte er sich auf sein abgewetztes Sofa fallen lassen, da klingelte es an der Tür. "Oh nein", sagte Erwin in der düsteren Befürchtung, dass Lady Gaga schon wieder bei ihm auf der Matte stand, um Retrofuturismus zu diskutieren. Er schlurfte zur Tür und öffnete sie.
Zwei junge Männer in weißen Hemden, dunklen Hosen und Lackschuhen standen dort und glotzten ihn an. Sie sahen sich bemerkenswert ähnlich - zumindest erweckten beide Gesichter einen seltsam verschobenen Eindruck. "Guten Tag", grüßte einer von beiden verdächtig freundlich. "Mein Name ist Embryo Grob" "Und mein Name ist Dirty Women Grob", ergänzte der andere, woraufhin sie gleichzeitig sagten "Und wir möchten mit Ihnen über unseren Herren Jesus Christus reden!". Erwin blickte verwundert zu den beiden jungen Männern mit den abstehenden Ohren auf. "Moment mal, sagten Sie Grob? Sind Sie etwa...mit Iron Man Grob verwandt?", fragte Erwin. Die als "War Pigs" bekannten Zwillinge nickten synchron. "Ja Mensch!", sagte Erwin, "hat er endlich Antworten auf die Fragen gefunden, die ihn so sehr quälen?". "Nein", sagte Embryo, und Dirty Women ergänzte: "Er hat das Interesse verloren und sich eine neue Beschäftigung gesucht.". Erwin nickte verstehend. "Aber kommen wir zurück zu Jesus Christus, Erlöser der Menschheit, Sohn Gottes, König der Dicken. Haben Sie Jesus schon ihn Ihr Leben gelassen?", fragte Embryo. Erwin fühlte sich unwohl in Gegenwart der religiösen Spinner und überlegte fieberhaft, wie er sie loswerden könnte. "Äh", sagte er. Dirty Women Grob holte grade mit einem fiependen Geräusch Luft, vermutlich, um etwas religiöses zu sagen.
Plötzlich riss Erwin Kollschewski den Arm hoch und deutete auf etwas hinter den Zwillingen. "SEHT!", rief er mit weit aufgerissenen Augen. Die Brüder drehten sich um und hörten dann, wie eine Tür hinter ihrem Rücken zugeschlagen wurde. Betreten blickten sie sich an und gingen dann zum nächsten Haus.
Erwin verriegelte die Tür mit den siebzehn Vorhängeschlössern, die er an seiner Tür befestigt hatte und warf sich in seinem grauen Wohnzimmer auf sein altes Sofa. Müde blickte er rüber zu seinem magischen Hasenanzug mit den Grasflecken, den er jedes Jahr einmal aus dem Schrank holte, um mit seinem von fliegenden Hühnern gezogenen Schlitten über die Welt zu sausen und Kindern Schokolade in die Gärten zu werfen. Er musste leicht schmunzeln bei dem Gedanken, dass es immer noch Menschen gab, die an Jesus glaubten.

Von prophet am Donnerstag, April 01, 2010 um 20:04

Happy Happy Joy Joy

Endlich bin ich in meinem Leben an einem Punkt angelangt, an dem ich wirklich glücklich bin. Ich muss eingestehen, aktuell könnte es kaum besser laufen - und die Aussichten für die Zukunft sind rosig!
Nach all dem Hickhack habe ich endlich einen Beruf gefunden, der mich interessiert, ja fesselt, an dem ich Freude habe und wirklich vorzeigbare Ergebnisse erziele. Die Kollegen sind spitzenklasse, die Arbeitszeiten flexibel und nicht zu lang. Und obendrauf: Ich werde ganz hervorragend bezahlt! Durch mein Interesse habe ich auf dem nötigen Gebiet auch genug Wissen angehäuft, dass ich die Aufgaben auf der Arbeit, die gleich um die Ecke ist, problemlos bewältigen kann und ein Erfolgserlebnis nach dem anderen habe. Das fällt natürlich auch dem Chef auf, mit dem ich dufte zurechtkomme!
Auch privat läuft es blendend: Ich habe meine eigene, große Wohnung mit fantastischem Ausblick - ich? Eher wir! Endlich habe ich die Liebe meines Lebens getroffen! Wir haben uns auf Anhieb hervorragend verstanden, uns spontan verliebt und sind seitdem kaum zu trennen. Meine bildhübsche Freundin teilt die größten meiner Hobbys und Interessen und bereichert doch meinen Horizont um Dinge, die ich so gar nicht auf dem Zettel hatte. Sie ist einfach fantastisch, unkompliziert, und nicht nur ein toller Lebenspartner, sondern auch ein hervorragender Freund. Wenn sie bei mir ist, geht es mir besser. *seuftz* Ansonsten bin ich fitter denn je, schlafe gut und habe auch meine Freude am Lesen wiedergefunden - wenn ich denn dazu komme. Schließlich kann ich mit dem neuen Breitbandinternet all die tollen Dinge runterladen, die es seit kurzem legal im Netz gibt. Und dann gibt es natürlich auch noch den neuesten The Elder Scrolls! Und A World To Come - immer noch auf Platz 1 der internationalen Blog-Charts.
Doch nicht nur für mich läuft es super: Mastodon haben sich gefangen und machen wieder Musik, wie sie es noch 2004 taten, Opeth versuchen nicht mehr Porcupine Tree zu sein, Metallica sind musikalisch wieder auf Augenhöhe mit Ride The Lightning, Slayer haben die glatte Produktion über Bord geworfen und wie durch ein Wunder ist Chuck Schuldiner von den Toten wiederauferstanden!
Auch in der Politik sieht es gar nicht so unerbaulich aus: Seit FDP, CSU und NPD verboten wurden geht es im Lande wieder aufwärts! Und dann auch noch Holland im WM-Finale rausgeschmissen! Israel, die USA und Russland haben ihre Atomwaffen komplett entsorgt und seit die Taliban der Religion und der Machtgier abgeschworen haben, scheint es für die Menschen im Orient endlich wieder Hoffnung zu geben. Die Integration Nord im Vereinigten Korea ist so gut wie abgeschlossen und wenn es in dem Tempo weitergeht, haben wir in fünf Jahren den Welthunger beendet. Dass die die Idee von der Silverman wirklich umsetzen hätte ich ja nie gedacht. Nicht mehr lange, und die Menschheit kann gemeinsam den Weltraum erkunden! Kurzum:

Das Leben ist gut.

Mit dem Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch die Anbringung eines Links die Inhalte der gelinkten Seiten ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann nur verhindert werden, indem man sich ausdrücklich von diesem Inhalt distanziert. Für alle Links auf diesem Blog gilt: Ich distanziere mich hiermit ausdrücklich von allen Inhalten aller verlinkten Seitenadressen auf meinem Blog und mache mir diese Inhalte nicht zu eigen.

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