Neues aus Ohra-Ohra
The Ocean - Heliocentric [2010] [♫]Große Hoffnungen lagen auf diesem Album! Nachdem das 2007er Precambrian und das 2009er Rerelease von Fluxion wirklich großartig waren, schaltet das deutsche Sludge-Doom-Prog Kollektiv auf "Heliocentric" einen Gang zurück und sucht hellere Gefilde auf. Vor allem der klare Gesang des neuen Sängers tut sein übriges, diesem Album das selbe anzutun, was schon Crack the Skye verdarb: Zu progressiv und tiefsinnig wollen sie sein und werden viel eher poppig - Tiefpunkt ist die Ballade "Ptolemy Was Wrong". Dabei gibt es immer noch gute Songs wie "Firmament", die genug Schwerkraft aufbringen, um dem Namen "The Ocean" gerecht zu werden. Ein sehr durchwachsenes Album, wenn auch mit interessanter Thematik - ich warte gespannt auf das im Herbst kommende, als heftigeres Gegenstück angekündigte Anthropocentric.
Lair of the Minotaur - Evil Power [2010] [♫]Progressiv, intellektuell, anspruchsvoll: Genau diesen Weg ging das Trio aus Chicago mit seinem ultra-dreckigen Sludge-Gewalze noch nie und daran ändert sich auch auf "Evil Power" überhaupt nichts. Dabei ist das ganze Album sehr punkig und teilweise schon gutlaunig ausgefallen - in meinen Augen sind genau diese Songs ("Evil Power", "We Are Hades") die schwächsten der CD. Unterm Strich sind jedoch wieder so viele gemeine, schmutzige und stumpfe Klopper dabei, dass es mir doch gefällt. "Metal Titans" oder "Blood From the Witch's Vein" fügen sich super in ihren Katalog ein, auch wenn sie leider nicht an "Carnage" oder gar "The Ultimate Destroyer" rankommen. Dieses Album ist schmissig, stumpf, primitiv und dreckig und weil es genau das sein will ist es ein Erfolg. Und vor allem: Man hört, wie die Herren an ihrer Musik Spaß haben.
High On Fire - Snakes for the Divine [2010] [♫]Irgendetwas fehlte High On Fire immer, um in die höchsten Sphären meiner Gunst aufzusteigen. Jetzt weiß ich, was es war: Dieses Album. Die Altmeister des Stoner Metal liefern die vielleicht besten Riffs ihrer Karriere ab und drücken vor allem zu Beginn der Scheibe dem Hörer einen tollen Song nach dem anderen ins Gesicht. Sowohl der Titeltrack als auch Frost Hammer sind absolute Dauerbrenner, weil High On Fire ihre Stärken ausspielen und mit dicker Hose ihrem schwergewichtigen Sound samt massivem Getrommel und bulligen Gitarren Schwung verleihen. Nehmen sie dann den Fuß vom Gas, könnte man die Musik ausdrucken und ins Lehrbuch unter "Groove" schreiben. Auch wenn ich immmer noch leichte Probleme mit der Monotonität im Gegröhle von Matt Pike habe - dieses Album ist ganz großes Kino.
Auch gerne gehört: Stylo, Run For Your Life und Messiah.
Vorschläge für blöde Wortspiele zum Thema Musik gerne in die Kommentare, mir gehen die Überschriften aus.


























