Aufgelegt
Wishbone Ash - Argus [1972] [♫]Mein Verhältnis zu 70s Progressive Rock aus England ist schwierig, mit King Crimson kann ich nichts anfangen, Van der Graaf Generator mag ich ganz gerne, Pink Floyd kann ich nie lange hören. Wishbone Ash stellten sich als wahrer Glücksgriff dar: Auch wenn ihr Sound eindeutig dieser Musikbewegung zugehört, hatten Sie bemerkenswert moderne Momente und mit den Twin Lead Gitarren ein Klangbild, das damals noch innovativ war. Und auch wenn ich für die Aussage bestimmt Mecker bekomme: Argus hat in meinen Augen ein höheres Gesamtniveau als die ersten Led Zepplin Alben und mit Warrior und Throw Down the Sword zwei absolute Hammer-Titel, die sich vor einem Immigrants Song nicht verstecken müssen. Auch wenn Wishbone Ash nicht so populär wie Zepplin oder Pink Floyd sind, musikalisch können sie es mit den großen Namen aufnehmen.
Blacktusk - Taste the Sin [2010] [♫]Klang schon das 2006er Output Passage Through Purgatory extrem nach Kylesa, finden die Herren aus Savannah (woher auch sonst) nur ganz langsam ihren eigenen Sound. Es ist immer noch der bekannte, neumodisch Hardcore-orientierte Sludge, den Relapse Records so extrem gepusht haben und der Vergleich mit Kylesa drängt sich auf, aber Taste the Sin ist ein über die gesamte Dauer überzeugenderes Album als Spiral Shadow geworden und bietet mit mehrheitlich schnellen, tobenden Songs, viel Wumms und schicken Baizley-Cover eine gutes Gesamtpaket, das sicherlich keinen Innovationspreis gewinnen wird, aber sowohl Genre-Einsteiger als auch -enthusiasten gefallen wird. Mehr gibt es hier nicht zu sagen - außer, dass sie sich auf dem nächsten Album mal was eigenes einfallen lassen könnten.
The Gates of Slumber - Conqueror [2008] [♫] Auch wenn das "BEI CROM"-schreiende Cover das große Blutbad verkündet, ist das Conqueror-Album der Heavy Metal/Doom Metal - Aktivisten von The Gates of Slumber weit verhaltener und nicht so druckvoll wie das großartige Hymns of Blood and Thunder von 2009. Insgesamt fühle ich mich verdächtig an Candlemass erinnert, was in einem so konservativen Genre natürlich verständlich ist, aber so sehr wie das 2009er Output haut mich das Album aus dem Jahr davor nicht aus den Socken. Vielmehr gibt es grundsolide Hausmannskost, ohne Experimente oder Überraschungen, dafür mit vielen Midtempo-Stampfern und einer 16-minütigen Suite zum Abschluss, in der dann auch ein vorübergehender Ausflug in ruhigere Gefilde erlaubt ist. Nicht mal ansatzweise ein schlechtes Album, aber das können sie noch besser.
Stormcrow - Enslaved in Darkness [2005] [♫]Wie neulich bei Twitter verkündet gibt es das komplette (aber recht kurze) Album der kurzlebigen Crust Punk/Stenchcore Kapelle aus Kalifornien bei last.fm zum legalen Gratis-Download. Das lohnt sich allemal, denn die Herren erinnern mit dem Geballer, Gekeife und Gepolter an Skitsystem, Wolfbrigade und Konsorten. Ich weiß nicht wieso dieses Subgerne so einen Sonderstatus bei mir besitzt, aber ich finde keine Kritikpunkte. Klar hören sich alle Songs gleich an, aber sie hören sich alle gleich gut an. Irgendwo zwischen modernem Grindcore, skandinavischem Crust und D-Beat kloppen sich die fünf Songs mal schwer, mal mit Vollgas durch die halbe Stunde Spielzeit. Eine großartige Alternative für alle, die punkige Alternativen zu Death Metal und Grindcore suchen dürfte es allemal sein.
Motörhead - The World is Yours [2010] [♫]Mit The World is Yours verabschieden sich die Herren um Lemmy endgültig von ihrem dreckigen Rock'n'Roll/Heavy Metal Gemisch und experimentieren mit Elementen aus Nu-Jazz, Glitch und Indie Folk. Das Ergebnis ist eine Bowieesque Mischung aus Björk, Elektro und LoFi-Pop, das mit seinen mutigen, zwanzigminütigen Songs tief in die verletzliche Gefühlswelt der Band eintaucht und immer wieder mit neuen Klangkollagen den Hörer zu überraschen weiß. Wenn in den Übergängen zwischen Harfe und Walgesang plötzlich 80er-Jahre Dancehall-Techno mit modernem Noise vermischt wird, fühlt man deutlich den postmodernen Ausbruch aus jeglichen Konventionen zeitgenössischer Musik. Ein sehr experimentelles, aber faszinierend sanftes Album, das....nein ich mache nur Spaß. Es ist motherfucking Motörhead, Bitch.














1 Comments:
Huh, mal was dabei, das ich auch höre. Dachte aber erst, ich hätte die falsche Platte erwischt, bis die Übertreibungen dann doch zu stark wurden. ;-)
Kommentar veröffentlichen
<< Home