Süßer die Glocken nie klingen
Toxic Holocaust - Conjure And Command [2011] [♫]Joel Grind hat sich auf seinem brandneuen Album tatsächlich Unterstützung geholt und spielt nicht mehr als Ein-Mann-Kapelle. Das Resultat ist ein etwas ausgewogenerer Sound (für Toxic Holocaust Verhältnisse!), der gelegentlich vom Gaspedal geht und auch mal im gehobenem Midtempo vor sich hin knurrt. Ein ausgewogener Sound ist aber in meinen Augen nicht das, was Toxic Holocaust brauchen, denn durch die weniger punkigen Songs fehlt der Scheibe die Eingängigkeit, die der saugeile Vorgänger noch hatte. Conjure and Command ist eindeutig ein gutes Album, aber bis auf wenige Songs wie "Bitch" fehlt der Ohrwurm-Bonus. Ein unterm Strich absolut überzeugendes Album, das dem Sound der Band treu bleibt, State of the Art im modernen Thrash ist aber leider nicht ganz an An Overdose Of Death rankommt.
Tombs - Path Of Totality [2011] [♫]Winter Hours wurde von der Presse gefeiert und erinnerte mich ein wenig an Earth, konnte mich aber nicht wirklich überzeugen. Zu seicht klimperte der helle Klang vor sich hin. Der Nachfolger Path of Totality präsentiert sich ganz anders: Irgendwo zwischen Neurosis, frühen Cult of Luna und Wolves in the Throne Room mischen Tombs neuerdings das bekannte Post-Metal / Sludge Konstrukt mit Black Metal Anleihen und klingen so mächtiger und düsterer als die massenhafte Konkurrenz. Die Songs verlieren sich durch das, was sich für mich wie Black Metal anhört, nicht maßlos in langgezogenen Tönen und Summen, ohne aber dünn und scheppernd zu wirken. Die dröhnenden Gitarren und der geröhrte Gesang tun für den bedrohlichen Klang ihr übriges. Spannenderes Album, als ich vermutete. Erfindet nichts neu, aber gefällt mir gut.
Dismember - Massive Killing Capacity [1995] [♫]Ich musste mich plötzlich selbst fragen, warum ich als alter Entombed-Fan eigentlich nicht mehr Dismember höre. The God that Never Was rausgekramt und für großartig befunden. Massive Killing Capacity besorgt und vom Hocker gehauen worden. Es sind Alben wie dieses oder Clandestine von Entombed, die skandinavischen Death Metal erfunden und permanent geprägt haben. Hinter dem aus Warhammer 40k geklauten Cover steckt nicht ein einziger schwacher Song. Vielleicht klingt es heutzutage altmodisch, aber genau das macht den Charme heute noch aus. Auch wenn Like an Everflowing Stream regelmäßig als Referenzwerk angeführt wird, muss ich zugeben, dass Massive Killing Capacity mir insgesamt besser gefällt. Ein Stück Allgemeinbildung und absolute Pflicht für jeden, der über Death Metal reden möchte.
Judd Madden - Drown [2011] [♫]Ich kam für das Cover aber ich blieb für die Musik. Drei Alben von Judd Madden gibt es Online zum Gratis-Download. Ob man alle drei braucht, sei dahingestellt, denn mir persönlich reicht Drown vorerst. Die Musik lässt sich am ehesten in den Bereich Ambient, Drone und Post-Metal einordnen. Der Vergleich mit Om würde sich anbieten, wobei Madden instrumental bleibt, im Vordergrund stehen Bass und Gitarre. Der Sound ist meist schwer und schleppend, gradezu hypnotisch, wobei es doch vereinzelte Momente gibt, bei denen man fast von Midtempo sprechen kann. Beim ersten Durchlauf ist man absolut angetan, aber spätestens beim dritten Hören hat man alles entdeckt und die monotone Sound-Wand dient wirklich nur noch als Hintergrundmusik. Insgesamt nicht spektakulär, aber absolut hörenswert. Vor allem für lau.
Hansi Hinterseer - Ein kleines Edelweiss [2008] [♫]"Die totale Apocalypse" hatte Black Metal / Grindcore-Pionier Hansi Hinterseer für sein 2008er Album angekündigt, und er hat nicht zu wenig versprochen. Diese Kriegserklärung an Anaal Nathrakh pustet mit sägenden Riffs wie Napalm Death, hämmerndem Schlagzeug wie die frühen Darkthrone, knurrendem Bass wie Terrorizer und einem infernalischem Gekeife, das Gorgoroth wie Soft Rock aussehen lässt alle untrven Kommerz-Bands aus dem Wasser. Die knochentrockene Produktion tut ihr übrigens, dem Hörer das Gefühl zu geben, von der brutalen Gewalt dieses Albums zersägt zu werden. Vor allem Songs wie "Die Liab die hat der Herrgott g'macht" oder "Mei Dirnei hat ihr Fenster auf der Schattnseitn" versuchen den Weltrekord im Blastbeat zu brechen. Hut ab, Hansi, so zermalmt man die Poser und Faker.














3 Comments:
Gib's zu, du willst nur kontrollieren, ob da auch tatsächlich einer mal richtig reinliest!
Toxic Holocaust ja sowieso, aber Warum hab ich Dismember bisher noch nie angerührt? Das is klasse!
Irgendwie war mir schon beim Titel klar, dass hier was nicht stimmt! Aber eigentlich hatte ich mit einer Erzgebirgs-Weihnachts-Special-Compilation gerechnet... ;)
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