Elektroschrott
Es sind technologisch gesehen eigentlich interessante Zeiten.Der CCC hat angeblich den Quellcode des berüchtigten Bundestrojaners in die Finger bekommen und durchgearbeitet. Die Software, deren Verbreitung völlig unklar ist, soll permanentes Reporting und Remote-Installation für das BKA ermöglichen und würde somit ohne konkreten Tatverdacht der "Infizierten" massivst gegen das Grundgesetz verstoßen. Das Innenministerium weist jeden Bezug zu dem gefundenen Code von sich, die Piratenpartei fühlt sich in den Nachrichten des Privatfernsehens wie ein Fisch im Wasser.
Kurz zuvor ist Steve Jobs gestorben. Auch wenn ich mit dem, was Apple heutzutage vertritt, mit ihrer fanatischen Fangemeinde und den Produkten, die sie anbieten, überhaupt nichts anfangen, es ist mir komplett zuwider. Die Kosmetik, die Mode-Accessoireisierung von Technik, die strikt proprietäre Software-Politik und die propagierte "better than you"-Einstellung finde ich ekelhaft. Dennoch muss man Steve Jobs als Person ohne Zweifel hoch anrechnen, dass er eine der treiben Kräfte dahinter war, Computer von alltagsfremden, unbedienbaren Hightech-Systemen der Industrie zu Geräten umzuformen, die das menschliche Leben massiv verändern würden. Auch wenn er nicht alleine den PC erfunden und benutzbar gemacht hat, er hat doch einen großen Teil beigetragen und auch wenn ich mit seiner Firma nicht grün bin, muss man seinen Erfolg respektieren. Was sein Tod für Apples Aktienkurs und den Hype bedeutet, ist unklar.
Übernahmen von Firmen sind alltäglich, zuletzt besonders präsent war der Kauf von Skype durch Microsoft und die immer lauter werdenden Gerüchte um HP und das Interesse von Oracle. Kann sich jemand Oracle-Drucker vorstellen?
Auch im Umfeld dessen, womit ich arbeite, gibt es einige aufregende Neuerungen, wie etwa das Release von XenServer 6.0 (noch nicht probiert) und XenApp 6.5 (schon produktiv im Einsatz).
Und nichts davon interessiert mich wirklich. Ich sitze den ganzen Tag nur vor Kram, der nicht funktioniert, repariere Systeme, die aus unsinnigsten Gründen nicht so wollen, wie jeder vernünftige Verstand meinen sollte, und komme in Kontakt mit Menschen, die pöbeln, das ganze System wäre kaputt, weil sie nicht wissen, wie sie ihren Bildschirm einschalten. Technik-Scheisse kotzt mich nur noch an. Ein Berufswechsel in eine komplett technikfremde Branche und Kündigung meines Vertrags ist schwierig. Wenn man Technik rein akademisch betrachtet oder es nur ab und zu als vereinfachte Schlagzeile mit Marketing-Phrasen serviert bekommt, erscheint es ganz interessant, aber wenn man 90 Stunden die Woche nur dagegen ankämpft, dann möchte man den Dreck nur noch in die Ecke schmeissen.















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