Hochtöner
Mastodon - The Hunter [2011] [♫]Nach dem enttäuschend laschen Crack the Skye wurde The Hunter als härteres, direkteres Material angekündigt. Das Resultat ist ein erschreckend langweiliges Rock-Album. Vor allem die zum Mitgröhlen designten "whooo-hoo" Refrains von Songs wie Curl of the Burl machen deutlich, dass Mastodon mit dem Sludge Sound von Remission nichts mehr anfangen können und sich wieder einem anderen Publikum zuwenden. Der durch Autotune auf melodisch getrimmte Gesang entnervt nach spätestens drei Songs. Wer den Blue Record von Baroness mochte, könnte auch diese CD mögen. Der einzig gute Song ist Spectrelight, der den schlechten Gesamteindruck aber nicht retten kann. The Hunter ist das, was Load für Metallica war und mir jegliches Interesse an der Band austreibt. Wirklich schade drum.
Wolves in the Throne Room - Celestial Lineage [2011] [♫]Die Black Metal Baumkuschler aus dem Staate Washington mischen auf dem neuesten Album den härteren Sound von Black Cascade mit dem mystisch-schwummerigen Ambiente, das Two Hunters so großartig gemacht hat. Zwar kann Celestial Lineage nicht mit letzterem mithalten, aber es bietet frei von Experimenten genau das, was man von Wolves in the Throne Room hören will. Die zum schneiden dicke Atmosphäre haben sie einfach drauf und in den Metal-artigeren Songs haben sie Momente, in denen sie durch mehr Melodik als noch in Crystal Ammunition fast schon an Emperor erinnern, ohne dabei den USBM Trademark Klang zu verlieren. WITTR liefern keine Überraschungen ab, dafür halten sie das Niveau hoch und bewerben sich dank schwächelnder Konkurrenz um eines der besten Alben des Jahres.
Wieder Black Metal, der mit dem Hellhammer preisenden Pritimiv Black Metal den Fenriz Anfang der 90er erfand herzlich wenig zu tun hat. Die ursprünglich kolumbianischen Inquisition spielen eher den modern ballernden Stil, wie man ihn z.B. von 1349 oder Dark Funeral kennt. Sogar diverse Gitarrensoli gliedern sich ein. Auch wenn Black Metal und virtuose Gitarrenarbeit eigentlich nicht zusammen gehen, bei Inquisition funktioniert es hervorragend und erzeugt damit ein bis zum Ende interessantes Album, das Pop-Schrott wie Dimmu oder Cradle zertrampelt. Nur vor dem knarzenden Gurgel-Gesang von Dagon sollte man vorgewarnt sein, denn der lässt beim ersten von vielen Durchläufen vor diesem großartigen Album zurückschrecken. Gefällt.
Hooded Menace - Never Cross The Dead [2010] [♫]Während der Vorgänger Fulfill The Curse noch gnadenlos auf langsam und dröhnend ausgelegt war, mischt Never Cross the Dead den ultraheavy Doom Metal Sound mit einigen Death Metal Elemente, so dass sich die Finnen phasenweise sogar ins Midtempo trauen. Trumpf ist aber immer noch der mega-drückende, tiefe Gitarrensound, der das Geröhre von Frontmann Lasse untermalt. Mit dem narkotisierten Stoner Doom, den etwa Electric Wizard spielen, ist Hooded Menace aber nicht zu vergleichen, dafür hören sie sich zu feindselig an. Leider flaut das Album gegen Ende etwas ab und mangels Variation ist das Album recht zügig plattgehört, aber die Herren erreichen genau das, was sie wollen: Ein ultraböses, massives old-school Album, das den Hörer in den Sitz presst. Absolut hörenswert.
Razor - Evil Invaders [1985] [♫]Das Cover spricht Bände: Razor schwammen '85 auf der mächtigen Thrash Metal Welle, die von Amerika auch nach Kanada geschwappt war und Bands wie Annihilator oder eben Razor hervorbrachte. Der Sound ist irgendwo zwischen frühen Exodus, Slayer auf Show No Mercy oder Anthrax auf Fistful of Metal einzuordnen. Im Vergleich zu etwa Toxik spielen Razor aber wesentlich mehr straigt-forward, die Songs leben mehr von einprägsamen Riffs und Mitgröhl-Refrains als von ausufernden Gitarren-Duellen oder pseudo-progressiven Interludien. Totalausfälle fehlen hier genau so wie wirkliche Überhits, auch wenn Songs wie Iron Hammer oder der Titeltrack sich wirklich sofort ins Gedächtnis einbrennen. Ein super Album sowohl für Einsteiger als auch hartnäckige Fans des Genres wie ich einer bin.
Atheist - Piece of Time [1989] [♫]Nachdem sich Death zu einem meiner absoluten Favouriten gemausert hatte und auch Morbid Angel immer höher in meiner Gunst stieg war Atheist der nächste logische Schritt. Unverkennbar ist der Florida Death Metal, der Anfang der Neunziger in die Fußstapfen von Metallica, Slayer und Kreator treten würde. Piece of Time erschien zwischen Deaths Leprosy und Spiritual Healing und ist somit seiner Zeit in Sachen Komplexität, Progressivität und Virtuosität voraus. Atheist frickeln, ballern und keifen sich von vorne nach hinten durch das Album, ohne dabei einen einzigen schwachen Song zu hinterlassen. Absolute Pflicht für jeden, der irgendwas mit Ami Death Metal am Hut hat und auf komplexes Gefrickel ala Death, Dark Angel oder Sadus steht. Braucht sich vor Symbolic nicht zu verstehen, und das will was heißen!
Auch gerne gehört: Voivod (immer noch), N.W.A., Hypocrisy, Darkthrone, serienbedingt Dethklok und The Exploited.














2 Comments:
Die letzten 3 sind wieder grossartige Empfehlungen. Grade Hooded Menace sagt mir grad sehr zu...
Das, ähm, ja, hm.
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