Von prophet am Samstag, Dezember 24, 2011 um 13:39

Politiker und Privatleben

Das elendige Geschrei um Christian Wulff und den Privatkredit, den er von seinem Kumpel angenommen hat, will die Nachrichten einfach nicht verlassen. Der Knackpunkt an dem "Skandal" muss aber im Auge behalten werden. Solche Geschichten neben der eigentlichen Aufgabe einer öffentlichen Person, die nichts mit ihrer Aufgabe zu tun haben, sind nur dann von Interesse, wenn es die Ausübung des Amtes irgendwie beeinflusst. Wenn der Wulff seinem Freund irgendwelche Vergünstigungen im Austausch gegeben hat, irgendwelche Baugenehmigungen oder sonstiges, dann ist das wichtig, muss aufgeklärt werden und Konsequenzen haben. Wenn dem nachweislich nicht so ist, kann man die Story fallen lassen. Es ist mir doch egal ob sich der Westerwelle zu Hause am liebsten von schwarzen Bodybuildern durchwalgen lässt, die von der Leyen ihre Kinder grün und blau schlägt oder der Gabriel sich am liebsten zu Oma-Vollkack-Fleischhaken-Stromfolter-Pornos einen runterholt. Ist alles in Ordnung, wer tut das nicht. Aber wenn durch Bestechung aus der Lobby sachliche Entscheidungen zu Gunsten der Sponsoren verschoben werden, dann muss die Presse da sein, den Finger in die Wunde bohren und die Verantwortlichen - inklusive der Firmen, die den Politikern die Taschen füllen - öffentlich bloßstellen und in der Luft zerreißen.
Politiker haben keine Vorbildfunktion, schon lange nicht mehr. Sie sind nämlich nur Menschen die genauso voll mit Bullshit sind wie alle anderen auch und deshalb auch nicht in irgendeiner Weise "über" dem Bürgertum stehen. Sie müssen nur sinnvolle Beschlüsse fassen können, die im Sinne der Allgemeinheit sind. Ich würde lieber einen Typen im Bundestag abstimmen lassen, der wegen dreifachem brutalem Mord im Gefängnis sitzt, wenn er sachlich richtig handelt, als irgendeinen "bürgernahen" Affen im Anzug, der gegenüber dem Sachgebiet, über das er bestimmen soll, kein fundiertes Wissen aufbieten kann.

4 Comments:

Blogger Erdbeerwolken sagte...

Politiker hin oder her. Sie sind mir alle egal, ich habe mich noch niemals für sie interessiert. Vielleicht sollte das Land lieber einen richtig guten König ernennen, anstatt 100 Politiker die ja doch mit allem überfordert zu sein scheinen. Am Ende ist ja doch jeder auf sich alleine gestellt. Vielleicht sollten wir nicht immer nur herumreden und endlich selber etwas tun und zwar ein bisschen die Welt retten, ich bin nur noch am überlegen, wo genau es beginnen und enden soll. Frohe Weihnachten Herr Unbekannt.

Ps: Ich hoffe mein Geschwätz langweilt sie nicht.

24.12.2011 23:45:00  
Blogger prophet sagte...

Das mit dem König ist unsinnig.

Ich denke aber, dass es Sinn machen würde, Politiker durch Fachleute zu ersetzen. Aufgabe von Politikern ist es doch nur, Entscheidungen zu treffen. Daher sollte man doch als Wirtschaftsminister jemanden nehmen, der mal ein Unternehmen geführt hat, als Verteidigungsminister jemanden, der beim Militär war, einen ehemaligen Arzt als Gesundheitsminister, etc.

Dass sich eine Frau Doktorin der Physik namens Angela Merkel als Umweltministerin sowas wie Gorleben hat aufschwatzen lassen lässt meinen Vorschlag widerum schlecht darstehen.

25.12.2011 00:33:00  
Blogger Erdbeerwolken sagte...

Ein guter Gedanke!
Was also tun?

26.12.2011 10:19:00  
Blogger Jens sagte...

Was mir dabei immer sauer aufstößt ist diese Doppelmoral (Auch wenn das ähnlich abgenutzter Begriff ist wie "nachhaltig") - Herr Wulff hat, als er noch Ministerpräsident war, gern gegen solche Umstände gewettert.

Der eigentliche Skandal ist aber dieses Haus... http://www.tagesschau.de/hauswulff100_v-grossgalerie16x9.jpg Da hätte man ruhig mal in eine ansehnlichere Fassade investieren können. Geld ist ja schließlich vorhanden!

Zu der Diskussion: Eine Technokratie wäre schon was feines, das stimmt. :)

27.12.2011 20:04:00  

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