Entbehrlich?
Mit der Anschaffung eines zeitgemäßen Monitors am Ende letzten Jahres wurden 1080p zur Standard-Auflösung, denn im Jahre 2011 macht alles darunter einfach keinen Sinn mehr und wäre Geldverschwendung. Und wenn man schonmal so einen Monitor hat, sollte man ihn auch ausnutzen, dachte ich mir, und kaufte mir ein BluRay-Laufwerk, genauer das Samsung SH-B123L, um auch mal einen dieser vielgerühmten HD Filme zu gucken (und um das letzte IDE-Gerät im Rechner endlich einzumotten). Bildschirme und Festplatten kann Samsung, aber bei Laufwerken scheint noch Luft nach oben zu sein. Mein altes LG war gefühlt etwas leiser und entwickelte weniger Abwärme - die hässlich spiegelnde Laufwerksblende beiseite.Bevor man einen Film gucken kann, muss man noch folgendes bedenken, was oft unter den Tisch fällt: Da das BluRay-Format durch den AACS Kopierschutz zugenagelt ist, bedeutet das, dass übliche Mediaplayer wie z.B. VLC nicht in der Lage sind, die Datenträger zu decodieren. Das bedeutet, dass man nach der Investition in einen dicken Monitor und ein entsprechendes Laufwerk und einen BluRay-Datenträger auch noch eine beschissene proprietäre Bezahl-Software kaufen muss, die den Kram überhaupt abspielen kann, denn es gibt zurzeit keine freien, in Deutschland legalen Programme, um BluRays anzugucken!
Meinem Laufwerk lag ein Datenträger mit einer fetten Softwaresuite bei, die neben unzähligen unerwünschten Müllprogrammen auch PowerDVD9 enthielt, das eben in der Lage ist, BluRay abzuspielen - ansonsten hätte ich ein dickes Problem gehabt. Dass dieser Zustand Produktpiraterie viel mehr fördert als ihn zu unterbinden, scheint der Filmindustrie nicht klar zu sein - die hohen Preise für die Datenträger mal außen vor.
Als Testobjekt, um herauszufinden, ob sich die Investition in hochauflösende Filme lohnt oder ob es keinen Mehrwert bietet, war für mich The Expendables, da ich scheinbar der einzige war, der ihn letztes Jahr nicht im Kino (oder im Internet) gesehen hat. Der Film : Die oben zu sehenden Mannen um Stallone sind eine Söldnergruppe, die angeheuert wird, irgendwo in Lateinamerika den Diktator eines Inselstaates und seine Hintermänner auszuschalten. Das machen sie dann auch. Ende. The Expendables ist genau der stumpfe, brutale, vor Schweiß triefende Haudrauf-Film, der er sein will und auf mehr erhebt er auch keinen Anspruch. Dass es dabei weder Überraschungen noch einen Hauch von Intelligenz gibt, ist erwartungskonform. Trotzdem fühlt man sich gut unterhalten, Stallone hat es im Vergleich zu Kollege Schwarzenegger (dessen Kurz-Auftritt durchaus gefällt) immer noch drauf und man merkt, dass die Action-Darsteller ihr Handwerk beherrschen und Spaß dran haben. Und auch wenn The Expendables nur ein wenig Situationskomik durch die Oneliner der wortkargen Protagonisten bietet: Insgesamt erscheint es mir ehrlich gesagt ein besserer Film als Machete. Gefiel mir.
Die HD-Experience selbst tritt vor allem in Kraft, wenn viel im hellen Bild in Bewegung ist, etwa wenn die Kamera über volle Straßen, einen Wald oder ein Militär-Camp fährt - dann spürt man deutlich den Unterschied zum altbekannten Bild. Szenen, in denen Charaktere in dunklen Räumen still stehen und miteinander reden, werden durch die hohe Auflösung nicht wesentlich verbessert. Nach Abschluss des Filmes schaltete ich schnell den Fernseher ein und guckte eine Minute RTL auf dem guten Röhrenfernseher, irgendwas über sich anschreiende Assi-Familien. Der Unterschied wurde dann doch deutlich. Die Frage ist, ob ein Film alleine reicht, ob sich umzugewöhnen und wie lange es dauert, bis das normale Bild vollends als verschwommene Plörre erscheint.
Insgesamt komme ich zu dem Schluss, dass sich aktuell der Umstieg nur dann lohnt, wenn man wirklich vorhat, die Mehrheit des Videokonsums auf Full HD zu übertragen. Für ein, zwei Filme ist der Pay-On-Invest wie es BWLerisch so schön heißt in meinen Augen -wortwörtlich- zu gering. Eine Investition in die Zukunft ist es aber sicherlich, denn wie zuvor VHS-Kassetten werden auch DVDs irgendwann komplett abgelöst sein, wenn man bis dahin überhaupt noch Datenträger kauft und nicht einfach den Film legal aus der Cloud bezieht. Der neue Bildschirm macht bereits heute Sinn, der BluRay Player - naja.



















