Von prophet am Montag, Februar 21, 2011 um 21:29

Wortmeldung

//Durch die Vorbereitung auf die CeBit, auf der wir dieses Jahr ausstellen, bin ich aktuell beruflich im Extrem-Stress inklusive Wochenende durcharbeiten bei 10 bis 14 Stunden pro Tag. Daher komme ich meist mitten in der Nacht nach Hause, esse vielleicht etwas und falle dann zu Bett - ich komme zu keinerlei Privatleben mehr. Bis zum Urlaub in diversen Wochen sehe ich da auch kaum Entspannung. Da ist die Vorbereitung schlimmer als die sechs Tage im Anzug Leute zuschwallen.
//Die Poster stehen noch am Straßenrand: Olaf Scholz von der SPD ist im Nachbar-Bundesland Hamburg mit überwältigender Mehrheit zum Bürgermeister gewählt worden. Auch wenn es mich nur peripher betrifft, ich halte den Herrn Scholz für einen der sachlich kompetenteren und geistig klareren Menschen in der Politik. Wenn er sich jetzt noch den Steinbrück als Minister anlacht, wird Hamburg von den Besten der deutschen Sozialdemokraten regiert. Ich bin ja gespannt, ob das schon als Vorzeichen für die anstehenden Neuwahlen in Schleswig-Holstein gelten - die Regierung von Peter Harry Carstensen müsste eigentlich für das ganze Dilemma um die HSH Nordbank und die Haushaltspolitik abgestraft werden.
//Die arabische Welt marodiert weiter auf den Strassen, jetzt ist Libyen der Brennpunkt, auf den die Welt schaut. Angeblich hat Gaddafi bereits das Land verlassen. Warum dieser widerliche Ausbeuter und Diktator so lange als Freund des Westens (vor allem Berlusconis) durchgehen konnte, ist mir bis heute unklar.
//Karl-Theodor Ingrid Waldemar Hugo Schnuffi Adelbert Schnitzel von und zu Guttenberg legt, nachdem er ins Kanzleramt zur Krisensitzung zitiert wurde, seinen Doktor-Titel in bester merkel'scher Ärgervermeidungstaktik nieder. Dabei fallen mir diverse andere Dinge ein, warum der Kerl sich auf sein Schloss zurückziehen sollte, die viel dringlicher sind als der albern aufgeblasene Skandal um sein Abschreiben.
//Gruppe, die den Titel "Beste Musik bei blödest klingendem Bandnamen" gewinnt: Driller Killer. Awwwwww yeah!
//Immer noch nicht voll von meiner Krankheit erholt. Ab wann wird das bedenklich?

Von prophet am Sonntag, Februar 13, 2011 um 11:03

Heerscher

Auch auf die Gefahr hin, dass die Öffentlichkeit von dem Thema übersättigt ist: In Ägypten hat Mubarak schlussendlich dem Druck der Weltöffentlichkeit (die 30 Jahre lang die Augen verschlossen und sich einen Scheiss gekümmert hat) und des eigenen Volkes auf den Straßen nachgegeben und eingesehen, dass es keine realistische Lösung gab, in der er sein Amt behalten hätte.
Während in Tunesien, das inzwischen nur noch als Fußnote erwähnt wird, eine Übergangsregierung aus ehemals Oppositionellen und Mitgliedern der alten Regierungspartei geformt wurde, die bei der Bevölkerung verschrien ist, wird Ägypten nun vom Militär regiert, das bereits unter Mubarak einen großen Teil der staatlichen Einrichtungen organisiert hat. Kein Wunder, hatten Sie durch die jährlichen Milliarden an Militärunterstützung aus den USA auch die Mittel dazu. Die Generalität versprach, Zitat Zeit Online, dass sie "eine friedliche Übergabe der Macht im Rahmen eines freien, demokratischen Systems garantieren werde". Dass ein Militärkomplex wie der ägyptische organisatorisch dazu in der Lage ist, ein Land vorübergehend und langfristig zu steuern, steht außer Frage. Ob Menschen, deren Ausbildung darin besteht, Feinde zu erschießen und Soldaten zu koordinieren, von menschlicher Seite her befähigt sind, ein aufgebrachtes Volk mit geeigneten Mitteln zu befrieden, ist ein anderes Paar Schuhe.
Und auch wenn es sich natürlich immer um einen Sonderfall handeln kann : Wenn man so in die Vergangenheit zurückdenkt fallen zumindest mir keine Militärregierungen ein, die mit den Worten "und sie führten die Demokratie ein und brachten dem Land Frieden und Wohlstand" in die Geschichtsbücher eingingen.

Von prophet am Mittwoch, Februar 02, 2011 um 20:43

Pestilenz

Immer nur zu arbeiten mit zwei Überstunden jeden einzelnen Tag ist das eine, dann auch noch krank zu werden das andere. Zwischen unerträglich heiß und unterkühltem Zittern trotz Mütze, Schal und Jacke liegen Minuten, der Kopf dröhnt und der Hals schmerzt vom Husten und Würgen. Nicht sehr schön, vor allem, da ich im Unternehmen ausdrückliches Krankheitsverbot für die nächsten anderthalb Monate erteilt bekam. Der Pharma-Dreck hilft vorübergehend, aber das Siechtum bleibt. Da kann weder der Volksaufstand in Ägypten noch der Tod von Horst Günther Ludolf mich so bewegen, wie es unter normalen Umständen sollte : Abends gibt's einen heißen Kakao, Medikamentencocktail und dann heißt es ab in's schöne warme Bettchen. Man kommt zu nichts mehr. Deshalb bitte ich auch eine gewisse Stille auf dieser Seite zu entschuldigen.

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