Von prophet am Sonntag, April 24, 2011 um 00:23

Neuorientierung?

Der nachfolgende Post ist vermutlich ein bisschen NSFW, nicht ernst gemeint und auch nicht besonders gut. Daher bei Bedarf auf die folgende Zeile klicken, um ihn anzusehen.

-Hier klicken zum Ausklappen-

In Ermangelung wertvoller Prosa oder intelligenter Analyse bedeutender Ereignisse in der Welt machte ich mich daran, meine Suchmaschinen-Referrer nach lustigen Anfragen zu durchforsten. Dabei stieß ich von wenigen Ausnahmen abgesehen ("mein hund hat magnesiumfackel gefressen") weniger auf unterhaltsame Treffer als vielmehr auf ungewöhnlich viele Treffer aus dem Porno-Bereich, speziell die Fachrichtungen Omas, Fäkalien, sexuell motivierte Strom-Folter und ganz besonders das Aufhängen von Frauen an ihren (meist falsch geschriebenen) primären wie sekundären Geschlechtsorgangen an "Fleischhaken". Die Regelmäßigkeit war bemerkenswert.
Angesichts der Seitenaufrufe, die in diesem Monat bedenklich zurückgegangen sind, muss ich mich fragen, ob es nicht dem Prinzip von Angebot und Nachfrage gemäß sinnvoll ist, meiner Webseite eine inhaltliche Neuorientierung zu geben und mich nun exklusiv auf Oma-Vollkack-Fleischhaken-Stromfolter-Pornos zu konzentrieren. Mit massiven Werbeeinblendungen über Gential-Vergrößerungen und sofort abrufbaren Geschlechtsverkehr mit jungen Frauen aus der Umgebung des Besuchers könnte ich zudem ein wenig die knappe Kasse aufbessern.
Daher möchte ich an dieser Stelle fragen, ob es in Ordnung wäre, wenn ich die altbekannte Mischung aus unqualifizierten Kommentaren, Musik die niemand mag, albernen Geschichten und Beschwerden über Technik einstelle und stattdessen auf die beschriebenen Inhalte umstelle. Zum Abstimmen bitte unten klicken.



Für alle anderen gibt es Glücksbärchi Film Trivia:

  • Im 2005er "Big Wish" Film verwendeten alle klein geschriebenen i im Abspann ein Herzchen als i-Punkt.

  • Im 2004er "Journey to Joke-a-Lot" Film wurden die Glücksbärchis das erste Mal computeranimiert.

  • Der 1987er "Bärchis Abenteuer im Wunderland" Film ist der einzige Glücksbärchis-Film, der nicht auf DVD in den USA erhältlich ist.


Quelle: imdb

Von prophet am Freitag, April 22, 2011 um 14:12

Warum Dredd

Weil Judge Dredd sowohl der Gute als auch der Böse einer Storyline sein kann, je nachdem, wer die Hauptfigur ist und wie sich die Motive seiner Gegenspieler darstellen. Weil sowohl normale Kleinkriminelle als auch übermächtige Widersacher eine gute Storyline ergeben. Weil auch Charaktere wie Chopper, Hershey oder die Wally Squad die Handlung tragen können. Weil Josef Dredd nicht unsterblich ist. Weil er alt ist und weiß, dass er mal besser war. Weil im Gegensatz zu Batman dort sowohl Aliens auch als mystischer Okkult-Quatsch funktionieren. Weil das System nicht perfekt ist. Weil das Fernsehen, die Nachrichten und die Werbung treffend parodiert werden. Weil es eine Kontinuität gibt, man aber trotzdem mittendrin reinspringen kann. Weil es eine der wenigen Cyberpunk-Konstanten ist. Weil er Fehler macht. Weil man Mean Machine einfach mögen muss. Weil es den Leser in aller Ernsthaftigkeit immer wieder durch Kleinigkeiten zum Lachen bringen kann. Weil es Alltäglichkeit in der fernen Zukunft darstellen kann. Weil es immer noch cool ist, wenn Judge Dredd eine Meute von Plünderern zusammenbrüllt. Weil die Motivationen der Charaktere Sinn machen. Weil hinter dem stumpfen Geballer und Geprügel oft mehr steckt, als auf den ersten zwei Seiten zu lesen ist. Weil es ästhetisch ist. Weil Dredd genau die richtige Mischung aus versteckter Menschhlichkeit und offener Übermenschlichkeit ist. Weil er das Gesetz ist.


Und auch wenn es schon die Runde gemacht hat, hier nochmal der Vollständigkeit halber die Zusammenfassung der Handlung des Dredd-Filmes, der 2012 mit Karl Urban als "Simling Joe" in die Kinos kommen wird:

Imagine DIE HARD taking place within the world of BLADE RUNNER; that’s the JUDGE DREDD script offered by Alex Garland. Clocking in at 110 pages, this is not the most complex or plot heavy story. What is offered is a high-octaine, action filled screenplay, that is both hardcore and gritty.
MEGA CITY ONE is plagued by a new drug, SLO-MO, it slow’s everything down and producers visually stunning images, with time that moves at one percent normal.
Dredd has a rookie shadowing him for the night (CASSANDRA ANDERSON), she has some special abilities that the CHIEF JUDGE thinks could be very useful, however her JUDGE APTITUDE test scored just put her below a pass. It’s up to DREDD to see if she has what it takes to be a Judge and one night to do so.
The pair investigate a multiple homicide in PEACH TREE BLOCK. A place ran and controlled by the MA-MA CLANG. After busting one of Ma-Ma’s henchmen, Ma-Ma takes control and locks the entire place down, she seals the place with concrete shutters -- and no way out. Ma-Ma also tell’s everyone within the block to KILL THE JUDGES, or their families will suffer. Ma-Ma is the ultimate force in Peach Trees, more than the law, so everyone complies. Dredd and Anderson have to survive, holding onto their prisoner and try and escape the block. They begin on the ground floor and work their way up the 200 or so floors.


Quelle: The Playlist

Von prophet am Montag, April 18, 2011 um 22:03

Alter Hut? Gut!

The Gates of Slumber - Hymns of Blood and Thunder [2009] []
Das saugeile Cover macht schon deutlich, dass hier neumodischer Schnickschnack nichts verloren hat. Auch wenn The Gates of Slumber musikalisch nur auf dem Papier mit The Sword zu vergleichen sind: Beide spielen irgendwie altmodischen Heavy Metal, ohne alt zu klingen. Die Herren aus Indianapolis spielen auf ihrem vierten Album eine zeitgemäße Version dessen, was sich mal zwischen Cirith Ungol, Saint Vitus und Witchfinder General aufspannte. Außer zwei akustischen Zwischenspielen gibt es hauptsächlich kräftiges Getrommel, dicke Riffs und melodische Soli im gehobenen Midtempo. Und auch wenn hier so gar nichts neu erfunden wird: Irgendwie schaffen The Gates of Slumber es, diese Musik mit einer Leichtigkeit relevent zu halten, die ManOwaR und Kollegen seit Jahren fehlen. Ganz große Empfehlung.

Gallery - Anno Exitum [2011] []
Wie von mir gezwitschert gibt es das Debüt-Album der Kalifornier mangels Label zum Gratis Download. Die jungen Kerle spielen Sludge Metal, der in Richtung Doom schwankt, wenn auch (noch) nicht ganz so dreckig wie Lair of the Minotaur und auch, wenn sie einige Kinderkrankheiten wie furchtbare, zu lange Intro-Samples (Man Made God) oder seltsam gemischte Soundeffekte (Immortal Blade) in ihren Songs haben, bleibt unterm Strich doch ein gutes Album, das sich vor den großen des Genres nicht verstecken braucht. Auch hier gibt es mit dem Gepolter von Sänger Chris, den supertief getunten Gitarren und dem Wechsel aus Downtempo und schnellen, stumpfen Passagen wenig neues. Aber diese verhältnismäßig primitive Musik funktioniert und damit sind die Newcomer ein Tipp für alle Genre-Freunde. Zumal für lau!

Victims - A Dissident [2011] []
Ich dürfte an der brandneuen Victims-Scheibe eigentlich nichts auszusetzen haben, denn die Schweden machen nichts falsch. Zu hören gibt den Hardcore (das tatsächliche Metal/Punk-Genre mit dem ungünstigen Namen), der oft so leichthin als Crust Punk bezeichnet wird. Da ist aber auch schon das Kernproblem: Ich kann entweder dieses Album oder Comalive von Wolfbrigade anmachen und könnte nicht unterscheiden, von wem welches Lied stammt. Grundsätzlich höre ich sowas gerne, bin von Skitsystem stets sehr angetan gewesen, aber mir fehlt mit der zu sauberen Produktion, dem bekannten Rezept und den uniformen Songs irgendein Highlight, um aus diesem Album etwas besonders zu machen. So ist es zwar eine zweifellos gute Scheibe, die aber kaum im Gedächtnis bleibt. Ein Album zum Konsumieren.

Auch gerne gehört: Cannibal Corpse, Thin Lizzy und NICHT Nyan-Cat!

Ihr dürft jetzt wieder schreiben, dass es euch nicht gefällt.

Von prophet am Sonntag, April 17, 2011 um 13:33

Einigung über leere Geldbeutel

Der nächste Monat dürfte außenpolitisch neben Krieg in Nordafrika und Atomdesaster in Japan auch in den USA interessant werden. Letzte Woche war es erst gelungen, den Etat für das Kalenderjahr 2011 vage festzulegen, vage deshalb, weil weiterhin keine vollständige Einigung erzielt werden konnte und somit das Budget vorerst auf dem Stand von 2010 belassen wurde. So unspektakulär das auch klingt, wäre es erneut zu keinem Beschluss jeglicher Natur gekommen, wäre von Rechts wegen der "government shutdown" eingetreten, der zuletzt unter Bubba für fast einen Monat alle staatlichen Institutionen bis auf essentielle wie Polizei und Feuerwehr eingefroren hätte.
Für den nächsten Monat steht dann an, dass der Kongress beschließen muss, ob die Obergrenze für die Staatsverschuldung der USA noch weiter angehoben wird, so wie es in den letzten Jahrzehnten immer und immer wieder geschehen ist, unter allen Präsidenten, in allen Mehrheitsverhältnissen. Aus meiner jugendlichen Unwissenheit heraus muss ich aber fragen, ob es in dieser Zeit auch schonmal zu einem so zerfahrenen Konflikt zwischen den extremen Rechten und den Wirtschaftsliberalen gekommen ist, wie es jetzt in den USA der Fall ist. Die nächsten Wahlen sind mit November 2012 noch etwas hin, bedenkt man aber den extrem langen Wahlkampf der letzten Präsidentschaftswahl, relativiert dies, dass Obama bereits einfängt, Spenden zu sammeln und die Republikaner ihre Kandidaten sondieren (ich persönlich tippe ja auf Mitt Romney, der hat so ein männliches Kinn und graue Schläfen und sieht gut in Anzügen aus, den können sie am besten verkaufen). Wenn die Republikaner nun also weiter ihren destruktiven Kurs fahren, allem zu widersprechen, was die Demokraten verängstigt vorschlagen, egal ob es Sinn macht oder nicht, dann dürfte diese zur Farce gewordene Selbstverständlichkeit, die Schuldenobergrenze anzuheben, vielleicht doch noch zur Zitterpartie werden. Ich rechne aber damit, dass es zum erneuten Beschluss dafür kommen wird - die dort wahlberechtigten Abgeordneten sind sich nämlich sicherlich dessen bewusst, was passierend wird, wenn die Erhöhung abgelehnt wird: Die USA werden zahlungsunfähig. Den Schaden, den das an der Weltwirtschaft anrichten würde, so lese ich, schätzt man in etwa auf die selbe Höhe wie die Finanzkrise, die durch den Immobiliencrash in den USA vor ein paar Jahren ausgelöst wurde.

Dass der Friedensnobelpreisträger sich mächtig Geld sparen könnte, wenn er aufhören würde, the fuck out of Libyen zu bombardieren, darauf scheint dort aber noch niemand gekommen zu sein.

EDIT: Und siehe da ...

Von prophet am Freitag, April 15, 2011 um 11:23

Libre statt Open

Seit Oracle im letzten Jahr Sun aufgekauft hat, fielen Produkte wie Virtualbox, Java-Pakete aber auch OpenOffice unter die Schirmherrschaft der Datenbank-Institution. Da Oracle wenig Interesse an OpenOffice zeigte, hat sich das Kernentwickler-Team hinter OO abgespalten und sich basierend auf Version 3.3 mit der LibreOffice-Suite selbstständig gemacht. LibreOffice gibt es inzwischen in Version 3.3.2 zum freien Download und sieht auf den ersten Blick aus wie OpenOffice in grün (wortwörtlich). Ich habe, seit ich den Sprung gemacht habe, noch keine großen Projekte damit bearbeitet, aber die grundlegende Kompabilität mit OpenOffice-, Office 2003 und Office 2007 scheint weiterhin problemlos gegeben zu sein. Außerdem startet LibreOffice gefühlt schneller als OpenOffice 3.3.0. Daher mein Fazit für Privatleute: MS Office 2010 ignorieren, OpenOffice deinstallieren, LibreOffice installieren.

Von prophet am Sonntag, April 10, 2011 um 18:14

Warum Goofy

Dass Disney seit einem gewissen Zeitpunkt von seelenlosen Arschlöchern gelenkt wird, ist nicht erst an Abschaum wie "High School Musical" und Konsorten zu spüren. Aber von vorne.
Angesichts des herrlich entspannenden Wochenendes drängte es mich danach, nochmal den Classic Cartoon "Father's weekend" zu gucken. In diesem großartigen Sketch aus den 1950ern spielt Goofy wie damals üblich den typischen Durchschnittsbürger, mit Job, Auto, Familie und Haus in der Vorstadt. Dabei stellt er sich zwar auch schusselig an, aber ist noch nicht so überzogen albern wie in heutigen Cartoons. In dem Sketch geht es darum, dass Goofy / George Geef sich am Sonntag von seiner Arbeitswoche und der wilden Samstagnacht erholen will, aber von seiner nie wirklich im Bild erscheinenden Frau dazu verdonnert wird, mit Sohnemann (dem Prototypen für den Max der 90er) an den Strand zu fahren. Natürlich geht alles schief und am Ende war der Tag der Erholung anstrengender als die gesamte Arbeitswoche, aber das ist in Ordnung, denn es ist Slapstick und einfach funktionierender Humor.

Nachdem Goofy in den 80ern dann eine unregelmäßige Nebenrolle spielte, wurde er in den 90ern mit seinem Sohn Max neu aufgelegt, der das "coole" junge Publikum (also mich, lol) ansprechen sollte und zwischen den angestaubten Charakteren frischen Wind bringen sollte. Sonnenbrille und Skateboard und so. Zu diesem Zeitpunkt war von Goofys Frau nichts mehr zu sehen. Lediglich eine kurze Erwähnung fand sie. Um Wikipedia zu zitieren: "Goofy's wife dies later on and Goofy states to Max "she up there with the stars" so his modern day appearances portray Goofy as a widower. "

Mickey Maus ist ein Schmock und niemand mag ihn wirklich. Minni Maus und er zoffen sich zwar auch mal, aber letzten Endes haben sie sich doch lieb. Donald ist immer mal wieder ein Arschloch zu seiner Umwelt, aber er ist trotzdem der Publikumsliebling. Das permanente An- und Ab mit Daisy gehört zur Loser-Rolle, aber in der Regel gewinnt er am Ende doch ihr Herz. Selbst Dagobert, größter Abenteurer aller Zeiten und abweisender Griesgram, hat mit Nelly eine Herzensdame.
Goofy, dieser schlacksige, tollpatschige Versager, ist von allen Disney-Charakteren der friedlichste, gutherzigste und freundlichste. So dämlich er oft dargestellt wird, er tut niemals irgendwas in böser Absicht. Dass sie ausgerechnet Goofy, diesem liebenswertesten Charakter im gesamten, riesigen Portfolio, ausgerechnet ihm, es antun, dass sie seine Frau umbringen und ihn mit seinem Sohn alleine lassen, finde ich bis heute unglaublich grausam und unfair. Ihr miesen Schweine.

Ich weiß, es geht hier fiktive Charaktere, um Disney-Zeichentrickfiguren und dieser Sachverhalt besteht seit bummeligen zwanzig Jahren, aber es macht mich bis heute irgendwie traurig.

Von prophet am Freitag, April 08, 2011 um 23:06

Luftkrieg

Ich verstehe noch nicht so ganz. Jeder zweite Staat in Afrika führt seit mindestens 20 Jahren Krieg mit sich selbst, aber erst als in Libyen die Hütte brennt, entscheidet sich die NATO, aktiv zu werden. Wie erfolgreich das ist, sieht man in den Nachrichten, wenn gemeldet wird, dass diverse selbsternannte Anti-Gadhafi Soldaten aus Versehen von den amerikanischen und europäischen Flugzeugen bombardiert wurden. Schließlich sind es doch die Mannen, die dem alten Diktator (der in Europa noch letztes Jahr ein gern gesehener Gast war) aus nicht nachvollziehbaren Gründen die Treue halten, die sterben müssen! Weil.....ja warum eigentlich?
Keiner der Mitgliedstaaten der NATO steht wirtschaftlich so gut dar, als dass er sich (noch) einen Krieg erlauben könnte. Friedensnobelpreisträger Obama schickt Kampfflugzeuge los, um ein Land anzugreifen, das keine offenen Aggressionen gegenüber den USA geäußert hat. Allen voran war es Sarkozy, der auch ohne auf die Abstimmung der Partner zu warten sein Militär entsandte - spätkolonialistische Traumata wurden da diskutiert, ob dies zutrifft, wage ich zu bezweifeln. Außer der Bewahrung von Stabilität in der Region aus wirtschaftlichen Interessen mag mir nichts einfallen, warum die NATO ein Interesse daran haben sollte, in Libyen kriegerisch zu intervenieren - es ist ein wenig wie Ende der Neunziger im Kosovo, aber diesmal ist das Schlachtfeld abgelegener.

Unsere heißgeliebte Bundesregierung, die in aktuellen Umfragen ungefähr die selbe Menge an Stimmen kriegt wie die Grünen alleine, beschließt indessen, dass es doch keine so gute Idee ist, sich nicht in einen weiteren Krieg einzumischen, in dem sie nichts verloren hat. So sollen nach Aussage des erst kürzlich in Glanz und Glorie vom Parteivorsitz geschmissenen Schwesterwelle deutsche Soldaten nach Libyen entsandt werden, um dort halt irgendwas humanitäres zu tun. Was mit Trinkwasser und Decken. So schickt man zwar auch bewaffnete Menschen los, die dann wie schon in Afghanistan sicher den einen oder anderen Einheimischen erschießen werden (wenn sie nicht vorher durch friendly fire der NATO in die Luft gesprengt werden), aber das ist dann halt das menschliche Versagen des Individuums und fällt nicht unter die Verantwortung der Bundestagsabgeordneten. Dafür macht man sich dann bei den Spitzenpolitikern der NATO-Mitglieder beliebt, die sich durch jeden Mitziehenden in Ihrer Politik bestätigt fühlen dürfen. Die Opposition nutzt zwar die Gelegenheit, die Regierung der Unentschlossenheit und Kopflosigkeit zu bezichtigen, aber von Gregor Gysi abgesehen scheint es keine Proteste gegen den grundsätzlichen Einsatz von deutschen Soldaten in Libyen zu geben.

Ich verstehe weder, warum Europa jetzt dieses erbärmliche Land bombardieren muss, noch warum es jetzt grade Gadhafi sein musste, damit die NATO eingreift, noch, wem auf der Welt es nützen würde, wenn Deutschland sich an diesem kriegerischen Akt beteiligt. Das Geld dafür können wir auch für was schöneres verwenden (und damit meine ich nicht, Portugal noch mehr Milliarden in den Arsch zu pusten).

Von prophet am Samstag, April 02, 2011 um 12:49

Freud

Weit weg sitzt ein kleiner Mann. Er ist Techniker. Er sieht nicht sehr gut aus, hat ein zusammengeknautschtes Gesicht, eine Frisur, die scheinbar aus zusammengetackerten Putzlappen besteht und trägt weiße Socken in Sandalen. Geht er raus, setzt er zudem eine viel zu große Pilotenbrille auf. Verheiratet ist er trotzdem, auch wenn er über seine Familie immer nur schimpft. Ab und zu zieht er mit einem schleifenden Geräusch die Nase hoch. In seinem Büro türmt sich ein Müll, der die Ludolfs erblassen lassen würde. Zwischen leeren Joghurtbechern, diversen PCs und halbvollen CD-Spindeln frickelt er an uralter Technik, die längst hätte eingemottet werden müssen. Er gibt sich alle Mühe, die steinalten Kisten am Leben zu halten. Früher war er technisch sehr fit, aber die aktuelle Technik kennt er nur vom Hörensagen. Über Microsoft schimpft er sehr viel, kennt sich aber kaum in Linux aus. Wenn er redet, verwendet er viele Überdramatisierungen, betont Wörter sehr stark und versucht, aus jedem Stück Gespräch einen Vortrag zu machen. Über die Jugendlichen mit ihrer "Gangster"-Sprache schüttelt er den Kopf und regt sich auf. Generell schimpft er sehr viel, wenn er zwischen anderen Menschen unterwegs ist. Für seine Zukunft malt er sich sehr bildlich aus, wie er den Job hinschmeisst und sich in irgendetwas anderes zurückzieht.

Ich verstehe ihn so, dass er angesichts der Unzulänglichkeiten seiner körperlichen Erscheinung und durch die Machtlosigkeit, die er in seiner Firma spürt, versucht, die größtmögliche Kontrolle über alles in seinem Leben zu haben. Damit er sich besser fühlt. Sicherer. In dem Müll, in dem er lebt, blickt nur er durch, wo was liegt. Wenn er redet, muss er das Gespräch führen, und es ist ihm unangenehm, wenn er diese Stellung an jemand anders abgibt. Jedes erlernte Wissen gibt er so gerne weiter, weil er dann in der Position ist, der Klügere zu sein. Der Hass auf Microsoft rührt daher, dass er im Windows nicht absolut alles von Hand verstellen kann. Er frickelt so gerne an alter Technik herum, weil er dann die absolute Macht über die Geräte hat. Er betont immer wieder, dass ohne ihn nichts läuft, vielleicht auch, um sich selbst dran zu erinnern.

Er gibt sich selbstsicher, souverän und zufrieden. Mir erscheint sein Leben miserabel.

Mit dem Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch die Anbringung eines Links die Inhalte der gelinkten Seiten ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann nur verhindert werden, indem man sich ausdrücklich von diesem Inhalt distanziert. Für alle Links auf diesem Blog gilt: Ich distanziere mich hiermit ausdrücklich von allen Inhalten aller verlinkten Seitenadressen auf meinem Blog und mache mir diese Inhalte nicht zu eigen.

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