Von prophet am Sonntag, August 28, 2011 um 15:15

Evolutionär

Death Breath - Stinking Up The Night [2006] []
Nicke Andersson, der Anfang der 90er sowohl bei Entombed als auch bei Dismember mitwirkte und seit Jahren mit den Hellacopters hauptberuflich Rock'n'Roll produziert, kehrt mit diesem Album zu seinen Wurzeln zurück und spielt den genau den wahnsinnig einflussreichen Elchtod, den er mit den genannten Bands geprägt hat. Mit Experimenten ala Edge of Sanity hat dies aber nicht zu tun, der stumpf-unterhaltsame Death'n'Roll lebt von den dicken Riffs, die einprägsamer als ganz Serpent Saints sind - und gelegentlich flackert doch mal das eine oder andere Super-Solo auf. Großartiges Album, das Genre-Freunde bestimmt nicht überraschen, aber sehr gut gefallen wird. Außerdem soll aus dem Sideproject eine vollwertige Band werden - das zweite Album ist schon in Arbeit. Sign me up.


Anti Cimex - Scandinavian Jawbreaker [1993] []
Aus historischer Sicht interessant: Anti Cimex bilden 1993 die Brücke zwischen dem original Crust Punk, den Amebix und Kollegen Ende der Achtziger gespielt haben, hinüber zu dem modernen Hardcore/Crust, der zum typischen Merkmal skandinavischer Hardcore Punk Musik wurde, wie er von Skitsystem oder Wolfpack gespielt wird bzw. wurde. Der Sound ist entsprechend genau in der Mitte und meiner Meinung nach auch mit den letzten Alben von The Exploited zu vergleichen: Ein rohes Gemisch aus Punk und Metal, das zwar eingängige Riffs und Mitgröhl-Refrains haben darf, aber viel aggressivere Stimmung als kontemporäre Punk-Musik mitbringt. Das ganze ergibt einen supergeilen dynamischen Sound, der mit dem besten beider Welten sowohl Crust- als auch Metal-Hörer ansprechen sollte. Ich find's genial.


Dark Angel - We Have Arrived [1985] []
Dark "Seht her wir spielen schneller als die anderen" Angel klangen, bevor sie später mit Sadus und Death zusammen das Maß aller Dinge im technisch anspruchsvollen Thrash- und Death Metal Bereich darstellten, wie Slayer auf "Show No Mercy". Die Ähnlichkeiten sind wirklich frappierend, daher braucht man eigentlich kaum eine Beschreibung. Auch wenn ihr späteres Flagschiff Merciless Death bereits auf diesem frühen Album befand, das sich eher wie eine sehr fortgeschrittene Demo anhört, steht die Entwicklung zum reinen Highspeed-Gefrickel noch bevor. Hier gibt es noch mehr Gekreische, das Gitarrenspiel ist humaner und die Lieder sind eingängiger als auf späteren Releases. Ein einfach zu hörendes Zeugnis dessen, wie Thrash Metal sich mal anhörte, und für Genrefanatiker wie mich sowieso Pflicht.


Auch gerne gehört: Repulsion, Godflesh, Vader/Terrorizer, Electric Wizard und neuerdings Psytrance/Goa.

Von prophet am Donnerstag, August 25, 2011 um 20:06

Schäume

Ich weiß nicht mehr wie es anfing, aber ich habe geträumt, dass die Frau von meinem Zahnarzt gestorben sei und ich mit meinem Zahnarzt alleine in der hauptsächlich gläsernen Eingangshalle irgendeines Gebäudes stehe. Mein Zahnarzt weint und schluchzt und wimmert, wie sehr es ihn mitnimmt und was sie ihm bedeutet hat. Er trägt zivil und sieht sehr mitleiderregend aus. Ich nehme das ganze unberührt auf und gucke aus der großen Scheibe, wo draußen ein einparkendes Auto plötzlich an Geschwindigkeit aufnimmt und sich beim Versuch, in die Parklücke zu kommen, mit voller Wucht überschläft und mehrfache Rollen absolviert. Als es zum Stehen kommt, befindet es sich als altes, ausgebranntes Wrack im wüsten Ödland ala Mad Max oder Fallout, wo ich mit einem alten Mann (nicht mein Zahnarzt) in schmutzigen Klamotten (Fingerlose Handschuhe, zerschlissene Jacken, Pilotenbrillen, Ledergurte, das volle Roadwarrior Programm) hinter dem Wrack Deckung suche, weil wir beschossen werden. Er gibt mir zwei Patronen für eine doppelläufige Schrotflinte, ich luge aus der Deckung hervor und ziele auf einen Jungen, höchstens vierzehn Jahre alt, der in ebenso zerschundener Kleidung eben noch auf uns geschossen hat. Als ich anlege, hebt er die Hände und lässt die Waffe fallen. Er hat keine Munition mehr. Er guckt mich mit großen Augen an, während ich sehr sehr lange ziele und ihm schließlich aus großer Entfernung genau ins Gesicht schieße. Ich denke mir noch, dass ein altmodisches Gewehr, wie sie es im Zweiten Weltkrieg hatten, besser geeignet wäre. Der alte Mann hinter mir schlurft nickend davon und sagt "Ich besorge schonmal den Einzelpreis" und ich weiß in verdrehter Traumlogik, dass er den Preis pro Shotgun-Shell meint, die ich ihm ersetzen muss. Ich renne zu dem erschossenen Jungen herüber und plündere seinen üblich graubraunschwarzen Rucksack und sammele vor allem die Snickers-Riegel ein, die in der Postapokalyptischen Welt zur neuen Währung der Welt geworden sind. Ich ärgere mich, dass er nur wenige besaß, und stattdessen nur Mars-Riegel (das minderwertige Cent-Gegenstück zum Snickers) dabei hatte, die ich trotzdem einsammlte und in meinen üblich graubraunschwarzen Rucksack stopfe. Ich drehe mich um, und ein weißes Licht strahlt mich grell an, so dass ich mir die schmutzige Hand vor das schmutzige Gesicht halte (ich trage keinen Bart!). Es wird immer heller, und danach ging es mit irgendetwas anderem weiter, aber ich weiß nicht mehr was.

Und das erklär mir jetzt mal bitte einer. Zumindest war es diesmal kein Ich-Installiere-Software Albtraum, in dem mein Chef und meine Mitarbeiter vorkamen, die habe ich nämlich auch manchmal.

Von prophet am Sonntag, August 21, 2011 um 12:44

Land unter

Die schleswig-holsteinische Politik ist derzeit wieder in den bundesweiten Nachrichten, das muss bedeuten, dass es einen Skandal gab. Diesmal ist es keine Landesbank, die erneut Milliarden verspielt hat und bei den Ländern S-H und Hamburg um mehr Geld bettelt, sondern ein CDU-Abgeordneter, dessen Beziehung zu einer Minderjährigen ihn nun in die Presse brachte und damit als Kandidaten für den nächsten CDU Ministerpräsidenten disqualifiziert. Die Wahl wird in ungefähr neun Monaten abgehalten werden, um die nicht verfassungsgemäße Regierung um Peter Harry Carstensen, die immer noch ohne jegliche rechtliche Legitimation Gesetze erlassen darf, abzulösen. Von Boetticher, der zuvor Partei- und Fraktionsvorsitz innehatte, ist inzwischen von seinen Ämtern zurückgetreten und verbringt nun seine neu gewonnene Freizeit damit, gegen die eigene Partei zu wettern. Seine Nachfolger, Fraktionschef Johannes Callsen und Landesparteichef Jost de Jager, der auch Spitzenkandidat für die kommende Wahl sein soll, sind bereits im Amt und versuchen nun, den Schaden in Grenzen zu halten, indem sie Optimismus vermitteln und gute Mine zum bösen Spiel machen. Beide werden als erzkonservative, zuverlässige Saubermänner beworben.
Wie eine CDU, die durch jahrelange, katastrophale Wirtschaftspolitik, ständige Alleingänge im Bund (siehe Glückspielgesetz), wiederholte öffentliche Peinlichkeiten (Peter Harry auf Frauenfang) und Skandale wie diese immer noch auf 30% in den Umfragen kommen kann, ist mir nur durch norddeutschen Stursinn und durch die Unfähigkeit der schleswig-holsteinischen SPD, nach dem "Flintenweib" Simonis und dem konstant unbeliebten Ralf Stegner ein Gesicht zu finden, zu erklären.

Hip to be N3rd LOL xD

Der Mann in dem Trenchcoat klappt die Maschine auseinander und fummelt an den Schaltern rum. Ihm gegenüber sitzt ein männlicher Jugendlicher, höchstens achtzehn Jahre alt. Er trägt eng anliegende, beige Hosen, ein kariertes Holzfällerhemd und eine Brille mit grellgrün gefärbtem, dickem Rahmen, in der keine Gläser steckten. Sein Gesicht ist glatt und haarlos. Sein voller Haarschopf ist zur Seite gekämmt. Unter seinem Hemd lugt sein buntes T-Shirt hervor, auf dem in eckigen Buchstaben "N3RD4EVA" gedruckt steht. Er guckt mit großen Augen das klobige Gerät an. "Hey voll cooler Laptop", sagt er und kichert. "Sieht fast aus wie in Star Trek, wo dieses blaue Licht rauskommt, hehe!", fügt er an.
Der Mann im Trenchcoat richtet einen dünnen schwarzen Schwenkarm, der aus dem großen Gerät fährt, auf den Jugendlichen. Ein klarer, weißer Lichtstrahl scheint ihm direkt in das linke Auge. Der Mann räuspert sich. "Dies ist ein Torvalds-Stallman-Test. Ich werde Ihnen jetzt eine Anzahl verschiedenartiger Lebenssituationen schildern. Sie sollen so rasch wie möglich Ihrer jeweiligen Reaktion darauf Ausdruck geben. Natürlich wird auch die Zeit gemessen." "Cool", antwortet der Jugendliche und wischt sich die Haare aus den Augen. Auf seinen Unterarm ist R2D2 tätowiert.

Der Mann entscheidet sich zuerst für Frage drei. "Sie unterhalten sich mit jemandem, der ihnen erzählt, dass Mac OS wesentlich schneller als Linux ist, weil es nicht mehr auf Unix-artigen Core-Libraries basiert." Der Jugendliche reagiert ohne Verzögerung: "Natürlich, genau! Und besser als Windows ist es auch! Photoshop und alles geht viel schneller und einfacher und das Design ist einfach...besser!", antwortet er. Die Nadeln auf dem Gerät schlagen kaum aus.
"Eine junge Frau vergleicht sie mit Sheldon aus der TV-Serie 'The Big Band Theory' und weist auf zahlreiche Ähnlichkeiten hin.", liest der Mann hinter dem Gerät vor. Der Jugendliche nickt. "Haha, ja ich bin schon ein richtiger Nerd. LOL!", lacht er. Die Nadeln auf dem Gerät zittern im grünen Bereich.
"Sie zeichnen das Forever-Alone-Gesicht auf ein Stück Papier und zeigen es jemandem. Die andere Person antwortet, das sie das Gesicht im Internet gesehen hat." "Duuuuh, Reddit.", reagiert Teenager. Die Nadeln auf dem Gerät bewegen sich nicht.
Der Mann in dem Trenchcoat greift in seine Tasche und zieht ein Photo heraus, das er dem Jugendlichen hinhält, und fragt: "Sie befinden sich mit ihren Freunden in einem Büroraum. Einer ihrer Freunde sammelt ein Kabel auf, das genau wie dieses aussieht, und fragt sie, wofür dieses Kabel da ist.". Der Jugendliche kneift die Augen zusammen. "Na ein LAN-Kabel halt. Zum Zocken und so. Als so...Netzwerk.", sagt er. Ein leichtes Schwanken der Nadeln auf den Anzeigen des Gerätes. Der Mann packt das Bild wieder ein, zieht dafür ein anderes Objekt aus der Tasche, das er vor sich auf den Tisch legt. Der junge Mann ihm gegenüber kann es nicht erkennen.
"Jemand schickt Ihnen einen Link zu einem Bild. Sie möchten ihn wissen lassen, dass sie es lustig fanden.", liest der Mann vor. "Öhm...ich poste 'xD' auf seinem Facebook!", sagt der Jugendliche und zuckt mit den Achseln. Das Gerät zeigt minimalen Ausschlag an.
"Jemand bietet Ihnen ein Stück Kuchen an." "Der Kuchen ist eine Lüge!!", sagt der Junge und grinst.
"Sie bekommen den Auftrag, in einem SAN Speicherplatz zu reklamieren, und dafür ein Programm ihrer Wahl zu benutzen." Der Jugendliche zögert. Die Nadeln flackern. Nach einiger Nachdenkzeit antwortet er: "Naja keine Ahnung, vielleicht CCLeaner, das ist eigentlich immer genug.".

Der Mann im Trenchcoat steht auf, dabei hebt er seine Waffe vom Tisch, zielt auf den Kopf des Teenagers und drückt ab. Mit einem Zischen fällt der Jugendliche vornüber, als der Strahl aus der Waffe ihn durchdringt. Der Mann zündet sich eine Zigarette an, packt das Gerät ein und verlässt den Raum.

Von prophet am Sonntag, August 14, 2011 um 16:18

Techniversum

//Nachdem Firefox vier und fünf kurz hintereinander erschienen, ist auch sechs auf dem Markt, bei sieben wird nur ein kurzer Halt eingelegt, um direkt auf acht zu springen, das bereits angekündigt wurde. Wieviel Sinn der Rausch durch die Major Releases macht, ist fragwürdig. Vielmehr geht es Mozilla darum, mit Internet Explorer 9, Chrome 13 und Opera 11 mitzuhalten und durch die hohe Versionsnummer ein langjährig erprobtes, stabiles Produkt zu vermitteln. Dabei ist Mozilla vom hippen Alternativ-Programm zum Standard-Browser für alle älteren Herren geworden, die privat die ComputerBILD lesen und deshalb nach eigener Einschätzung total Ahnung von Technik haben.

//In England toben weiterhin die Randalierer auf der Straße (nicht Protestanten, denn es gibt nichts, gegen das sie ausdrücklich protestieren würden). Premierminister Cameron kündigte deshalb an, dass die Regierung nicht davor zurückschrecken würde, "Sozial Media" wie Facebook, Twitter oder Blackberry Messenger zu blockieren. Ob ein mit Molotov Cocktails auf Polizisten schmeissender Jugendlicher, der die Gelegenheit zum Plündern wahrnimmt, unbedingt seinen Blackberry mitbringt, wage ich zwar zu bezweifeln, aber das sei mal dahingestellt. Vielmehr geht es darum, dass England die selben Maßnahmen wie Ägypten unter Mubarak, China oder der Iran öffentlich in Erwägung zieht. Es macht außerdem erneut klar, wo genau der wichtigste Punkt in der heutigen Kommunikationsgesellschaft liegt: bei den Providern. Schaltet die Telekom oder 1&1 oder wer auch immer einen Hausanschluss ab, ist's Essig. Ruft der Staat beim ISP an und fordert die Daten ein, wird er sie auch bekommen. Soll eine Webseite landesweit blockiert werden, ist das für den ISP-Administrator kein großer Aufwand. Da hilft auch das schönste Proxy-Netzwerk und die sauberste Verschlüsselung von Datenverkehr nichts, wenn der Provider den Anschluss abklemmt, ist Schluss.

//Belustigend finde ich den Ausfall von Amazons Rechenzentrum, das sie zum Hosting von Servern nutzen. Unzählige Firmen saßen auf dem trockenen, weil ihr Exchange, FTP oder Webserver nicht mehr erreichbar war. Wieviele daraus gelernt haben, nicht gutgläubig ihre betrieblichen Prozesse in die Hände eines externen Konzerns zu legen, ist eine Frage, die mich brennend interessiert. Wenn schon ein so professioneller Anbieter wie Amazon (der übrigens eine angepasste Version von Citrix XenServer und Provisioning Services nutzt) nicht in der Lage ist, eine permanente Verfügbarkeit sicherzustellen, was ist dann erst mit kleinen Hostern, die nicht so viele Ressourcen in die Sicherung ihrer Dienste stecken können? Die große Verlockung bei Amazon sind die anfangs kleinen Preise, die mit Discounter-Preisen einen Server versprechen, der sonst für diverse Tausende selbst angeschafft, gepflegt und gesichert werden müsste. Dass die Rechnung für den Server sich dann aber auch aufsummiert, wird oft erst im Nachhinein klar. Und dann ist die Frage nicht unbedingt "Wie komme ich in die Cloud?", sondern "Wie komme ich wieder heraus?".

//Ich kann keine Tablets mehr sehen. Jeder einzelne Kistenschieber in der Branche, von HP über ASUS zu Wortmann, muss unbedingt in den Tablet-Markt einsteigen, nur weil eine gewisse Spielzeugfirma ein entsprechendes Produkt dem eigenen Konsumenten-Kreis in den Rachen gestopft hat. In meinen Augen sind die Geräte zu klein, durch die Abhängigkeit von Bildschirm-Tastaturen grässlich zu bedienen und komplett unpraktisch als primäres Arbeitsgerät. Natürlich kann man sie als überteuerte PDF-Leser und Netbooks verwenden, aber das rechtfertigt nicht den Hype. Warum Tablets, die nicht mehr als eine Mischung aus Smartphone und Laptop darstellen, vom privaten Markt in den Business-Bereich drängen müssen, wird in der Branche als "Consumerization" bezeichnet: Der Wunsch, den einfachen Klicki-Bunti von zu Hause auch am Arbeitsplatz einzusetzen. Die Marketing-Argumente, dass durch diesen Wohlfühlfaktor am Arbeitsplatz die Produktivität erhöht wird, halte ich für Grütze. Was den durchschnittlichen User am Arbeitsplatz aus IT-Sicht wirklich zufriedener macht sind sich schnell öffnende Programme, kurze Anmeldezeiten und das Wissen, sich nicht um die Technik Gedanken machen zu müssen.

//Wenn man mit einem Sales-Menschen redet der seit zig Jahren in der IT Branche tätig ist und sich dann fragen lassen muss, ob "Office das mit Outlook und Word und so" ist, dann wird wieder schmerzlich bewusst, wie es in der Technik-Welt läuft: Der Entwickler plaudert ein paar grobe Ideen aus, der Systemtechniker plant sie fest in die Anlage mit ein, der Verkäufer versteht die Informationen nicht, verspricht dem Kunden ein vages Irgendwas, das der Systemtechniker dann installieren muss und nachts um 23:00 den Entwickler anruft, warum der Scheiss nicht geht, woraufhin dieser Antwortet, dass die Kompabilität noch nie ansatzweise geprüft wurde.

Von prophet am Samstag, August 06, 2011 um 14:04

Hysteria

Wie schon im April angesprochen haben die USA ihre Zahlungsunfähigkeit so grade eben verhindern können, indem sie, wie schon seit Jahrzehnten, einfach ihr eigenes Limit hochgesetzt haben. Eine so schwere Geburt war es aber soweit ich weiß noch nie. Die "Wir sagen einfach zu allem nein und blockieren die Obama-Regierung in allen was sie tun will, egal wie gut oder schlecht es wirklich ist"-Policy der Republikaner ist schlussendlich an ihre Grenzen gestoßen, als die Parteiführung und gemäßigte Konservative sich von der blinden Redneck Spinner Hillbilly Bullshit Idioten Hasspropaganda der Tea Party Bewegung abgespalten haben und endlich aufgehört haben, Politik als reines Parteien-Gerangel zu betreiben. Diese Demonstration der Handlungsunfähigkeit der US Regierung führte nun dazu, dass irgendeine dieser Rating-Agenturen, von denen man neuerdings soviel hört, die größte Volkswirtschaft der Welt von AAA auf AA+ herabgestuft hat. Ein sehr virtueller Wert, der jedoch großes Geschrei in allen Medien und an der Börse verursacht hat. Wie massiv die realen Auswirkungen dieser scheinbar trivialen Bewertung sind, ist noch nicht abzuschätzen. Deutlich wird aber, welch große Rolle Püchologie dabei spielt: Die monatelangen Auseinandersetzungen, die vorübergehende Einigung, die Präsentation nach außen, die Angst vor der Zahlungsunfähigkeit, Hysterie, vor allem die Verunsicherung, eigentlich sollte es als Lehrmaterial zum Thema Massenpsychologie abgedruckt werden.
Es passt irgendwie gut damit zusammen, dass ich aktuell sehr viel Akte-X schaue. Vermutlich hat die Presse nur einen Bruchteil dessen mitgekriegt, was wirklich hinter der Bühne gelaufen ist, um zu diesem Kompromiss zu kommen. Wenn sämtliche Informationen an die Öffentlichkeit gelangen würden, wären die Auswirkungen durch das haltlose Geschrei der Medien, die komplett panische Reaktion der Wirtschaft und die hilflose Verunsicherung der Konsumenten enorm. Ich bin der erste, der nach Veröffentlichung schreit, weil sich eine Regierung ihrer Bevölkerung gegenüber zu verantworten hat, aber die Frage ist, ob zu viel Informationen nicht auch Schaden anrichten würden. Hach, das Dilemma.

Die schönen Künste

Und da sag nochmal einer, Fernsehwerbung würde nicht wahrgenommen werden. Da sie sich durch das breite Werbeaufgebot als Anlaufstelle Nummer 1 für Poster-Drucke im Internet gemausert haben (quasi das VMWare der Deko-Welt), habe ich mir mal ein 1x1 Meter Bild bei Posterjack bestellt, was mit etwa 30 Euro recht teuer war. Der Upload war 3000x3000 Pixel bei 100 dpi, wurde durch 10% optionelen Rahmen verkleinert und damit als "optimal" eingestuft. Das Ergebnis ist meiner Ansicht nach voll zufriedenstellend, aber kleiner hätte es auch nicht sein dürfen. Es gilt also bei denen die Faustformel, dass das Verhältnis Seitenlänge in cm zu Pixeln mindestens 1:30 betragen sollte. Die Lieferzeit fand ich mit fünf Tagen voll in Ordnung und auch der Einzug über Lastschrift ist etwas, das ich mir bei mehr Online-Shops wünschen würde. Insgesamt bin ich also zufrieden, aber man sollte schon wirklich von seinem Bild überzeugt sein, denn günstig ist das ganze sicherlich nicht.
Motiv war übrigens eine 3x3 Zusammenstellung, die ich aus Bildern von John Dyer Baizley (Baroness) gebaut habe, denn es passt zu meinen Kylesa-Poster vom selben Künstler. Das kam von Punkdistro und kostete sagenhafte zwei Euro.

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