Evolutionär
Death Breath - Stinking Up The Night [2006] [♫]
Nicke Andersson, der Anfang der 90er sowohl bei Entombed als auch bei Dismember mitwirkte und seit Jahren mit den Hellacopters hauptberuflich Rock'n'Roll produziert, kehrt mit diesem Album zu seinen Wurzeln zurück und spielt den genau den wahnsinnig einflussreichen Elchtod, den er mit den genannten Bands geprägt hat. Mit Experimenten ala Edge of Sanity hat dies aber nicht zu tun, der stumpf-unterhaltsame Death'n'Roll lebt von den dicken Riffs, die einprägsamer als ganz Serpent Saints sind - und gelegentlich flackert doch mal das eine oder andere Super-Solo auf. Großartiges Album, das Genre-Freunde bestimmt nicht überraschen, aber sehr gut gefallen wird. Außerdem soll aus dem Sideproject eine vollwertige Band werden - das zweite Album ist schon in Arbeit. Sign me up.
Anti Cimex - Scandinavian Jawbreaker [1993] [♫]
Aus historischer Sicht interessant: Anti Cimex bilden 1993 die Brücke zwischen dem original Crust Punk, den Amebix und Kollegen Ende der Achtziger gespielt haben, hinüber zu dem modernen Hardcore/Crust, der zum typischen Merkmal skandinavischer Hardcore Punk Musik wurde, wie er von Skitsystem oder Wolfpack gespielt wird bzw. wurde. Der Sound ist entsprechend genau in der Mitte und meiner Meinung nach auch mit den letzten Alben von The Exploited zu vergleichen: Ein rohes Gemisch aus Punk und Metal, das zwar eingängige Riffs und Mitgröhl-Refrains haben darf, aber viel aggressivere Stimmung als kontemporäre Punk-Musik mitbringt. Das ganze ergibt einen supergeilen dynamischen Sound, der mit dem besten beider Welten sowohl Crust- als auch Metal-Hörer ansprechen sollte. Ich find's genial.
Dark Angel - We Have Arrived [1985] [♫]
Dark "Seht her wir spielen schneller als die anderen" Angel klangen, bevor sie später mit Sadus und Death zusammen das Maß aller Dinge im technisch anspruchsvollen Thrash- und Death Metal Bereich darstellten, wie Slayer auf "Show No Mercy". Die Ähnlichkeiten sind wirklich frappierend, daher braucht man eigentlich kaum eine Beschreibung. Auch wenn ihr späteres Flagschiff Merciless Death bereits auf diesem frühen Album befand, das sich eher wie eine sehr fortgeschrittene Demo anhört, steht die Entwicklung zum reinen Highspeed-Gefrickel noch bevor. Hier gibt es noch mehr Gekreische, das Gitarrenspiel ist humaner und die Lieder sind eingängiger als auf späteren Releases. Ein einfach zu hörendes Zeugnis dessen, wie Thrash Metal sich mal anhörte, und für Genrefanatiker wie mich sowieso Pflicht.
Auch gerne gehört: Repulsion, Godflesh, Vader/Terrorizer, Electric Wizard und neuerdings Psytrance/Goa.




















